„Hab‘ mich heute schockverliebt“: Thomas Tuchel reagiert nach bitterer Bayern-Pleite
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Hanna Raif
Florian Schimak
Marcus Giebel
Der FC Bayern reiste zum Hinspiel im Viertelfinale der Champions League zu Manchester City. Dort erlebte die Elf von Thomas Tuchel einen ganz bitteren Abend.
Der Katalane verfügt bekanntermaßen über den Stürmer, den der FC Bayern gerne in seinen Reihen hätte: Erling Haaland. Der Norweger trifft quasi immer und von überall. So auch an diesem Dienstag! Dabei zeigte sich Haaland sogar als Vorbereiter.
Am Ende gab‘s eine ganz bittere Niederlage für die Münchner. Das sah nicht nur Thomas Tuchel nach Spielende so.
Wir fassen für Sie die Stimmen rund um das Spiel auf Amazon Prime Video und aus der Mixed Zone im Etihad Stadium zusammen.
Thomas Tuchel (Trainer FC Bayern) nach dem Spiel auf Amazon Prime Video über ...
... das Spiel: „Ich sehe das Ergebnis überhaupt nicht. Wir müssen es akzeptieren, sind bestraft worden in Phasen, in denen wir besser waren. Es war eine Frage der Zeit, dass wir das erste Tor machen und das Spiel auf unsere Seite ziehen. Freiburg schießt mit links und trifft, heute schießt Rodri mit links und trifft – das sind ja nicht mal halbe Chancen.“
... das erste Gegentor: „Der Sechser von City mit dem linken Fuß – wenn das alles ist, was wir zulassen, kann ich damit leben. Aber im Moment geht alles rein.“
... Upamecanos Patzer vor dem 0:2: „Er wird dahin gelenkt, aber er muss einfach zum Torwart spielen. Wenn‘s zu ist, ist‘s halt zu auf dem Niveau. Dann ist‘s top zu Ende gespielt. Das weiß er selber. Es wird nicht der letzte Fehler in seiner Karriere bleiben. Es ist ganz bitter, dass er das heute auf diesem Niveau macht. Wir bezahlen mit einem ganz bitteren Ergebnis. Ich weigere mich, die Leistung schlecht zu reden, ich habe eine sehr, sehr gute Leistung gesehen bis zur 70. Minute. Ich bin hochzufrieden. Es war mehr drin, wir hätten mehr verdient gehabt.
... den Auftritt seiner Mannschaft: „Ich weigere mich, die Leistung schlechtzureden. Ich habe eine sehr gute Leistung gesehen. Ich bin sehr zufrieden.“
... eine Diskussion mit Müller: „Thomas ist Thomas. Er ist absolut Weltklasse in den letzten 25, 30 Metern vor dem Tor. Wir haben kurz über eine Auswechslung gesprochen, was passiert, wenn Matthijs raus müsste. Was er denkt. Er ist ein absoluter Vollprofi.“
... das Bayern-Problem: „Wir haben mindestens ein Tor verdient, haben mindestens ein, zwei hergeschenkt. Bei einigen Spielern fehlt ein Tick Form. Dann brauchst du den abgefälschten Schuss, den Schuss in den Winkel. Du brauchst das Momentum. Fußball ist Fußball. Abgeschenkt wird hier nichts.“
... die Leistung seiner Mannschaft: „Heute habe ich mich schockverliebt in meine Mannschaft. Wir haben uns gewehrt, sind kerniger geworden. Ich fand es richtig gut. Ich finde, wir haben ein Ergebnis verdient. Auch wenn es blöd klingt, heute hat es Spaß gemacht.“
Joshua Kimmich nach dem Spiel in der Mixed Zone über...
... den Bankplatz von Thomas Müller: „Es war eine Entscheidung des Trainers. Wahrscheinlich hat er mit ihm gesprochen. Am Ende des Tages haben wir einen starken Kader, da kann jeder spielen.“
... die Euphorie und Aufbruchstimmung, die nun weg ist: „Was heißt Euphorie und Aufbruchsstimmung? Wir hatten ja keinen kompletten Neustart. Natürlich ist es jetzt bitter, dass wir letzte Woche gegen Freiburg rausgeflogen sind, heute das Hinspiel deutlich verloren haben. Trotzdem glaube ich, dass wir vom neuen Trainer viel profitieren werden.“
... einen fehlenden Mittelstürmer: „Es verändert das Spiel. Aber Choupo ist auch einer, der mitspielen kann. Mit Serge hat das in der ersten Hälfte gut geklappt, weil wir immer wieder die Zwischenräume gefunden haben. Aber uns geht was in der Box ab, wenn wir auf den Außen mal durchbrechen. Da müssen wir an unserer Boxbesetzung arbeiten.“
... den Zustand von Dayot Upamecano: „Generell sind wir alle niedergeschlagen. Es wird jetzt wichtig sein, dass er an seine Stärken glaubt. Er ist ein überragender Spieler, das hat er in den letzten Wochen gezeigt. Das ist jetzt ein mentales Thema. Klar, belastet einen sowas, aber wir in der Mannschaft stehen hinter ihm.“
Thomas Müller (FC Bayern München) nach dem Spiel in der Mixed Zone über ...
... das Ergebnis: „Es ist absolut katastrophal für uns. Es ist ein bissl schwierig zu akzeptieren. Wir hatten Phasen im Spiel, wo wir zufrieden waren, außer vielleicht die Effektivität haben etwas vermissen lassen. Wir haben aber kein Tor erzielt und dann ist das Spiel in die andere Richtung gekippt. Obwohl wir nach der Halbzeit kurz davor waren, den Ausgleich zu erzielen. Der Sieg ist auf jeden Fall verdient, aber die Höhe tut uns natürlich weh.“
... die Leistung, die nicht belohnt wurde: „Das erste Tor ist eine Super-Einzelleitung. Wir haben deutlich weniger von dem City-Kombinationsfußball gesehen, wir man‘s vielleicht kennt. Dementsprechend war schon die erste Halbzeit für uns nicht so gut. Dann kommen wir super aus der Kabine, machen leider nicht das 1:1. Uns selbst das 2:0, was es zum Kippen gebracht hat, war keine Aktion von City, wo wir auseindergespielt wurden. Es war ein individueller Fehler. Das kann passiere natürlich, ist aber auf dem Niveau besonders bitter.“
... seine Nichtberücksichtigung für die Startelf: „Natürlich will da jeder dabei sein, vor allem ich in meiner Rolle. Da gibt‘s jetzt aber auch nix, was das Ego in den Vordergrund stellen soll. Es war absolut eine Entscheidung, mit der man nicht super happy ist, aber mit der man sehr gut umgehen kann. Wir haben‘s ja heute gesehen, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Auch wenn ich mir natürlich schwertue, nach einem 0:3 von einem guten Spiel zu sprechen.“
... das Gespräch mit Tuchel in der ersten Halbzeit: „Er hat mir eine Frage gestellt und ich habe versucht, darauf zu antworten. Er macht das bisher wirklich super, wir fühlen uns alle sehr wohl. Auch wenn uns das Ergebnis heute einen Schlag in die Magengrube verpasst hat. Die Chancen haben sich nicht verbessert, aber wir alle wissen, dass im Fußball schon andere Dinge passiert sind. Wir behalten den Kopf oben. Natürlich ist es jetzt schwierig sofort auf positiv zu schalten, da bin ich ganz ehrlich. Aber wir haben am Samstag ein Spiel und am Mittwoch.“
Joshua Kimmich (Kapitän FC Bayern) nach dem Spiel auf Amazon Prime Video über ...
... das Ergebnis: „Brutal. Vor allem die ersten 60 Minuten waren wieder sehr gut. Wir kriegen wieder einen Distanzschuss wie gegen Freiburg. Es war nicht nötig, da in Rückstand zu geraten. Nach dem 0:2 wurden wir ein bisschen fehleranfälliger, haben ein paar Chancen aus Fehlern zugelassen. Das ist einfach bitter.“
... den Spielverlauf: „Die erste Halbzeit hat uns schon Selbstvertrauen gegeben, wir haben gesehen, dass wir immer Räume haben und ins Umschalten kommen. Wir standen auch defensiv gut und haben uns viel vorgenommen. Der Fehler ist ein Fehler, der auf diesem Niveau bestraft wird.“
Matthijs de Ligt (Abwehrchef FC Bayern) nach dem Spiel auf Amazon Prime Video über ...
... seine Sprunggelenksblessur: „Bisschen Schmerzen. Aber das ist normal im Fußball.
... den Spielverlauf: „3:0, auch die Chance auf 4:0, 5:0. Aber ich glaube auch, dass wir das Spiel weggegeben haben. In der ersten Halbzeit hatte Manchester eine große Chance, aber wir hatten durch Musiala auch eine. Dann hatten wir in der zweiten Halbzeit wieder eine und es ist schade, dass wir das Spiel so weggeben.“
... das Ergebnis: „Schade. Scheiße kann ich nicht sagen. Das ist das Gefühl. Wir haben unsere Chancen gehabt, nicht so viele wie Manchester City, sie haben viel besser gespielt. Das ist natürlich scheiße, das so wegzugeben.“
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Pep Guardiola (Trainer Manchester City) nach dem Spiel auf Amazon Prime Video über ...
... den Spielverlauf: „Es war ein sehr, sehr kompliziertes Spiel. Wenn du gegen Bayern München spielst, merkst du, wie gut sie sind. Bayern München war 45, 60 Minuten besser. Wir hatten Probleme gegen ihre tiefen Läufe. Dann waren wir besser, haben die Tore gemacht. Dann hast du auch das Momentum. Aber Bayern München ist immer da. Ich bin sehr beeindruckt von der Qualität, nicht nur individuell, sondern auch von der Taktik.“
... das Rückspiel: „Hier in unserem Stadion sind wir richtig gut, haben unser Momentum, entwickeln unser Spiel. In München ist das für Bayern vor ihren Fans ebenso. Ich war dort, weiß es. Wenn sie in ihr Spiel kommen, können sie auch schnell ein, zwei, drei Tore machen.“
Mario Gomez (Amazon-Prime-Experte) nach dem Spiel auf Amazon Prime Video über ...
... das Ergebnis: „3:0 ist erst mal brutal. Ich finde, Bayern hat nicht viel falsch gemacht. Sie haben zwei Zweikämpfe verloren, die dann ManCity brutal bestraft.“
... Upamecanos Patzer vor dem 0:2: „Die zwingen mit ihrer Positionierung den Abwehrspieler, den Torwart zu solchen Fehlern. Sie lassen auch wirklich Spieler zum Teil frei stehen, weil sie ganz genau wissen: Wir leiten sie wo auch immer dann hin. Die haben auch in dieser Situation Upamecano gelockt und dann hat er diesen einen Schlenker gemacht und dann war der Grealish sofort im Zweikampf. Und das passiert ganz, ganz oft, wenn Mannschaften gegen City versuchen von hinten raus zu spielen. Dann passiert es sehr oft, dass die Falle zuschnappt. Und das ist Extra-Extra-Klasse.“
... die Speed-Entscheidung im Angriff: „Ja, so ist es. Wir wollten Läufer und schnelle Dribbler, die auf Distanz auch schnell sind. Sadio ist eine Option von der Bank, weil er das gleiche Profil hat. War ne harte Entscheidung. Thomas ist auch eine harte Entscheidung, ich liebe Thomas! Aber wir erwarten kein Thomas-Müller-Spiel. Sprich die letzten 30 Meter, wo er absolute Weltklasse ist – das ist die Zone, von der wir glauben, nur mit Tempo reinzukommen für kurze Zeit.“
... den Moment, wo er Müller mitteilte, dass er nicht beginnt: „Wir hatten ein kurzes, gutes Gespräch. Thomas ist schlau, er wusste, was uns heute erwartet. Das ist die Charakteristik dieses Spiels, auswärts bei Manchester City, die sich nicht zu 1000 Prozent mit seiner Klasse und seiner Stärke matcht. Das ist null Problem.“
... den Plan, wie man City schlägt: „Es geht nur zusammen, es geht nur, wenn wir uns komplett verausgaben, körperlich. Taktik hin oder her, Technik hin oder her. Es geht um eine körperliche Verausgabung. Wir müssen durchschieben, müssen mutig sein, müssen uns gegenseitig sichern, jeder muss sich auf den anderen verlassen können. Wir werden auch mal Zweikämpfe verlieren, das ist nicht das Problem. Wir müssen uns absichern, da sein füreinander. Eine schöne Team-Aufgabe steht an.“
... die Dinge, die Pep Guardiola heute besonders machen möchte: „Gar nix! Sie werden machen, was sie immer machen. Die machen das seit vielen, vielen Jahren. Ich glaube, dass sie alles so machen wie in den letzten Spielen.“
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Hasan Salihamidzic (Sportvorstand FC Bayern) vor dem Spiel auf Amazon Prime Video über ...
... das Haaland-Interesse: „Klar versucht man immer, wenn so ein Spieler auf dem Markt ist. Wir hatten nicht das nötige Kleingeld. Zumindest haben wir uns unterhalten. Er ist ein guter Junge und ich glaube schon, dass er schon darüber nachgedacht hat.“
... Müllers Bankrolle: „Wir haben Schnelligkeit vorne, haben Speed, versuchen von hinten den Ball in die letzte Reihe zu bringen. Dann schauen wir mal, ob wir da unsere Schnelligkeit ausspielen können.“
... mögliche Verstärkungen für die Offensive: „Ich vertraue unseren Spielern. Aber wir werden uns natürlich mit dem Trainer zusammensetzen und werden schauen, was die Möglichkeiten sind. Aber ich vertraue den Jungs und hoffe, dass sie das zeigen können.“
... einen 100-Millionen-Euro-Transfer wie Victor Osimhen von der SSC Neapel: „Erst einmal ist die Frage, was wir wollen. Und dann werden wir uns unterhalten über die Möglichkeiten. Natürlich kann man nicht einfach willkürlich auf dem Transfermarkt agieren. Erst einmal haben wir auch Choupo, der das sehr, sehr gut gemacht hat. Dahinter auch Tel, der vorne spielen kann. Dann haben wir Sadio da. Serge auch, der das spielen kann. Also wir haben da sehr, sehr gute Möglichkeiten. Die Jungs müssen nur in Topform kommen. Da bin ich überzeugt von, dass wir das bald sehen werden.“
... sein Wunschergebnis: „Ich würde schon ein 1:0 unterschreiben.“
Mario Gomez (Amazon-Prime-Experte) vor dem Spiel auf Amazon Prime Video über ...
... Müllers Bankrolle: „Wenn du mal mit Thomas Müller gespielt hast oder ihn als Manager (Anspielung auf Matthias Sammer, d. Red.) hattest, dann weißt du, was für einen Mehrwert er für eine Mannschaft hat. Er ist einfach ein unglaublicher Teamkamerad. Er ist ein Führungsspieler, wie er wirklich im Buche steht. Dementsprechend ist es immer sehr gewichtig für eine Mannschaft, wenn er nicht auf dem Platz steht. Wenn wir mal Thomas Müller außen vor lassen und uns die Aufstellung von Bayern München anschauen, würde jeder sagen: ‚Leck mich fett, was haben die denn heute auf dem Parkett.‘ Dementsprechend, ja, es ist sportlich vielleicht ein bisschen nachvollziehbar. Wir erwarten natürlich alle ein bisschen zurückgezogen heute. Ich glaube jetzt nicht, dass Bayern vorne draufgeht. Und dann kannst du es sportlich auch begründen. Charakterlich und von der Führung her ist Thomas einfach unersetzbar.“
... Bayerns Sturmproblem: „Sie brauchen, wenn sie einen holen wollen, eine Granate. Und wenn du eine Granate holen willst, der kostet unfassbar viel Geld. Dann schaust du, was es am Markt gibt, und da gibt es nicht viele Granaten. Dann gibt es aber sechs Klubs, die auch alle Mittelstürmer suchen. Dementsprechend ist es schon eine Herkulesaufgabe. Du läufst ja auch Gefahr, wenn du nicht die Granate holst, zündet er hier dann wirklich?“
... Bayerns Trainerwechsel: „Thomas wird in Deutschland ja schon als Kauz wahrgenommen, nicht so einfach. Aber dann frage ich: Ist Guardiola einfach? Ist er auch nicht. Sind die Top-Trainer einfach? Nein, weil sie brauchen natürlich eine Idee von dem, wie sie spielen wollen, und sind dann auch sehr hartnäckig. Er macht das sehr gut und hat immer ein gutes Verhältnis zu seinen Spielern. Aus Sicht der Klub-Führung fragt man sich, wie man Nagelsmann zum Champions-League-Sieger macht, Tuchel ist schon Champion-League-Sieger. Deshalb kann ich die Entscheidung für Tuchel verstehen.“