Legende plant mit Außenseiter die große Überraschung der Klub-WM
VonAdrian Kühnel
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Er ist Welt- und Europameister, zudem viermaliger Champions-League-Sieger. Bei der FIFA-Klub-WM spielt er nun für einen Underdog: Sergio Ramos.
Monterrey – Bei der FIFA Klub-WM 2025 in den USA gibt es für die Klubs aus Europa ein Wiedersehen mit vielen Altmeistern, die sich für ein Abenteuer entschieden haben. Um einen der größten Namen zu sehen, müssen Fernsehzuschauer in Deutschland bei der Klub-WM in der Nacht auf Mittwoch lange wach bleiben.
Um 03.00 Uhr deutscher Zeit trifft CF Monterrey in Pasadena (Kalifornien) auf den Champions-League-Finalisten Inter Mailand. Mit 39 Jahren beackert Sergio Ramos für die „Rayados“ noch immer den Rasen und hält die Füße dort hin, wo es wehtut
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Es gibt nur wenige Fußballer auf diesem Planeten, die eine solch beachtliche Trophäensammlung vorzuweisen haben wie Spaniens Rekordnationalspieler: Er gewann 2008 und 2012 die Europameisterschaft, wurde 2010 Weltmeister. Mit Real Madrid gewann der langjährige Kapitän der Blancos viermal die Champions League.
Sergio Ramos: Raus aus der Komfortzone, ab nach Mexiko
„Ich mag die Stadt, und auch der mexikanische Markt hat mich sehr gereizt. Es war auch eine persönliche Herausforderung, aus meiner Komfortzone herauszutreten“, begründet Ramos den Schritt in einem FIFA-Interview. „Ich hatte das Glück, viele Jahre in Madrid, in Paris und dann in Sevilla zu verbringen, der Wechsel nach Monterrey war ein wichtiger Schritt, eine große Veränderung in meinem Leben.“
Bei Monterrey trägt Ramos übrigens die Trikotnummer 93. Denn diese hat für ihn eine besondere Bedeutung: Im Champions-League-Finale 2014 erzielte Ramos in Minute 93 per Kopfball den Ausgleich, Real Madrid besiegte Atlético in der anschließenden Verlängerung mit 4:1 und gewann „la Décima“, den bis dahin zehnten Henkelpott.
Sergio Ramos hofft auf Überraschung mit Monterrey
Elf Jahre später betritt der Defensiv-Veteran mit Monterrey die große Bühne. Bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft will Ramos mit seinem neuen Klub möglichst weit kommen. In der Gruppenphase geht es für Ramos und seine Kollegen zunächst gegen Inter Mailand aus Italien (18. Juni, 3 Uhr), River Plate aus Argentinien (22. Juni, 3 Uhr) und die Urawa Reds aus Japan (26. Juni, 3 Uhr).
Die Klub-WM biete „eine einzigartige Plattform“, so Ramos. „Es ist eine großartige Gelegenheit für Vereine, die noch keine Gelegenheit hatten, sich zu zeigen.“ Wie weit Monterrey kommen kann? „Unser Ziel ist es, eine gute Leistung zu zeigen und natürlich zu versuchen, die Gruppenphase zu überstehen“, betont Ramos. „Bei dieser Art von Wettbewerb, genau wie bei der Weltmeisterschaft der Nationalmannschaften, gibt es immer Mannschaften, die für Überraschungen gut sind.“
Klar ist: Monterrey wird die Klub-WM ohne Martín Demichelis auf der Trainerbank bestreiten. Der ehemalige Profi und Nachwuchscoach des FC Bayern ist kurz vor dem Turnierstart von den Vereinsverantwortlichen entlassen worden.
Der frühere argentinische Nationalspieler hatte Monterrey im August vergangenen Jahres übernommen, nachdem er zuvor bei River Plate nach eineinhalb Jahren entlassen worden war. In 43 Pflichtspielen mit Monterrey verbuchte Demichelis 20 Siege, elf Remis und zwölf Niederlagen.
Als Nachfolger heuerte mit Domènec Torrent ein Landsmann von Ramos an. Der langjährige Assistent von Pep Guardiola hat auch eine Bayern-Vergangenheit (2013 bis 2016) und war zuletzt beim Liga-MX-Rivalen Atlético San Luis angestellt.
Mit CF Pachuca nimmt ein weiterer Mexiko-Klub an der Klub-WM teil
Neben Monterrey nimmt mit CF Pachuca noch ein weiterer Verein aus Mexiko an der Klub-WM teil. Der älteste Klub der mexikanischen Primera División trifft in der Gruppenphase auf RB Salzburg (19. Juni, 0 Uhr), Real Madrid (22. Juni, 21 Uhr) und Al-Hilal aus Saudi-Arabien (27. Juni, 3 Uhr).
Dabei hofft Pachuca auf die Tore von Salomón Rondón. Der venezolanische Stürmer kam in den Spielzeiten 2023/24 und 2024/25 auf insgesamt 32 Torbeteiligungen und soll nun auch bei der Klub-WM für eine Überraschung sorgen. Ebenso wie Ramos, der bei Monterrey stets zur Stelle ist, wenn es um das Verwandeln von Elfmeter geht, und auch darüber hinaus eine Führungsrolle übernimmt.