Speed-Rennen in Wengen

Außenseiter überrascht nach Kilde-Sturz: Norwegens Ski-Legenden tief beeindruckt

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Nach dem schweren Sturz von Kilde in Wengen überrascht Teamkollege Sejersted mit einem Spitzenergebnis. Zwei Ski-Legenden sind begeistert.

Wengen – Der norwegische Skistar Aleksander Aamodt Kilde hat sich bei einem kapitalen Sturz bei der Weltcup-Abfahrt in Wengen schwer verletzt. Nach einer längeren Unterbrechung stand sein Teamkollege Adrian Smiseth Sejersted als Nächstes im Starthäuschen. Unbeeindruckt fuhr der Norweger auf Platz vier und überraschte mit seiner mentalen Stärke zwei Ski-Legenden.

Sejersted beeindruckt nach Sturuz von Kilde mit Bestleistung

„Es war herzzerreißend, den Sturz mitansehen zu müssen und eine Erinnerung daran, wie brutal dieser Sport ist“, schrieb Kjetil Jansrud, der sich große Sorgen um Kilde machte, auf seinem Instagram-Account. Er würdigte aber auch den starken Auftritt von Sejersted: „Dein Freund stürzt, du wartest lange in Ungewissheit auf den Start und siehst zu, wie der Helikopter Richtung Bern startet – dann reißt du dich zusammen und lieferst das beste Abfahrtergebnis deiner Karriere. Das war sehr beeindruckend.“

Svindal zeigte sich ebenfalls beeindruckt von Adrian Smiseth Sejersted und dessen gezeigter Leistung nach dem Sturz von Kilde: „Sejersted fuhr direkt nach dem Sturz seines Teamkollegen auf den vierten Platz. Das ist mentale Stärke“, so der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister, der seine Karriere 2019 beendete.

Adrian Smiseth Sejersted (l.) überraschte mit Platz vier in Wengen. Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal (r.) zeigten sich beeindruckt.

Für Sejersted war es ein Rennen, an das er sich wahrscheinlich noch lange erinnern wird. „Verrücktes Rennen! Ich habe gemischte Gefühle. Unser Mannschaftskapitän Kilde stürzt schwer. Erhol dich bitte schnell. Dann meine persönliche Bestleistung in der Abfahrt mit einem 4. Platz. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Lauf. Danke für tolle Tage, Wengen“, schrieb er bei Instagram.

Ski-Star Kilde fällt mit Kreuzbandriss lange aus

Bei Kilde hofften Teammitglieder, Konkurrenten und Zuschauer zunächst noch, dass er von einer schweren Verletzung verschont geblieben ist. „Ich drücke die Daumen, dass die Verletzungen nicht so schlimm sind“, schrieb beispielsweise Svindal. Kilde hatte noch Glück im Unglück: Der Norweger renkte sich „nur“ die Schulter aus und erlitt eine Schnittwunde an der Wade. Die Saison ist für ihn trotzdem vorbei.

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Weiter geht es für die alpinen Skirennfahrer mit einem weiteren Klassiker, denn das Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel steht auf dem Programm. Kann Sejersted auch auf der „Streif“ überzeugen? (smr)

Rubriklistenbild: © Imago

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