- VonNiklas Kirkschließen
Die Leichtathletin Sara Benfares hat ihre Karriere beendet. Zuvor wurde ein Verfahren wegen des Verdachts auf Doping eingeleitet, dessen Ausgang aufgrund einer Erkrankung der Läuferin noch unklar ist.
Update vom Dienstag, 19. März, 10.02 Uhr: Nach dem Doping-Skandal und dem Verdacht auf die Einnahme von Testosteron und dem Blutdopingmittel Epo hat die Leichtathletin Sara Benfares nun ihre Karriere beendet. Das bestätigte der Anwalt der Läuferin dem Saarländischen Rundfunk. Außerdem geht der Rechtsbeistand davon aus, dass das Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur gegen seine Mandantin schon bald beendet wird. Allerdings ist weiterhin unklar, unter welcher Krankheit die 22-Jährige tatsächlich leidet.
Deutschlands Doping-Schwestern? Das Benfares-Rätsel
Erstmeldung vom Donnerstag, 29. Februar: Frankfurt – Wenige Monate vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Paris treibt den Deutschen Leichtathletik-Verband eine handfeste Doping-Thematik um. Bereits seit Anfang Februar steht Sara Benfares unter Verdacht, zu verbotenen Substanzen gegriffen zu haben. Jetzt fiel auch eine Probe bei ihrer Schwester Sofia positiv aus.
Kurz vor Olympia: Läuferin Sara Benfares positiv auf EPO und Testosteron getestet
Da war zunächst der Fall von Sara Benares. Die 22-Jährige gilt als große Hoffnung im deutschen Laufsport. Mit einer deutschen Meisterschaft im 10-Kilometer-Straßenlauf 2022 und persönlicher Bestzeit über 5000 Meter bei der Leichtathletik-EM in München hatte die Deutsch-Französin die kommenden Spiele fest im Blick.
Als in einer Doping-Probe durch die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) jedoch EPO (Erythropoetin) und Testosteron im Blut nachgewiesen wurden, reagierte der DLV und suspendierte die Sportlerin des LC Rehlingen. Unmittelbar nach dem Befund ging ihr Vater gegenüber französischen Medien mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit, die seine Tochter entlasten sollte.
Sara Benfares unter Doping-Verdacht: Ärzte stellen therapeutischen Nutzen infrage
Im französischen Nachrichtenportal SPE15 kam eine diagnostizierte Knochenkrebserkrankung der Läuferin zur Sprache. Die nachgewiesenen Substanzen sollen die Therapie ihrer Erkrankung unterstützen, wobei eine medizinische Ausnahmegenehmigung für Benares offenbar nicht beantragt wurde.
Für die Saarbrücker Zeitung, die umfangreich zur Sache recherchiert, birgt der Fall nicht nur deshalb Ungereimtheiten. So soll die Diagnose Knochenkrebs im August 2022 aufgetreten sein. Dennoch nahm Benfares Ende August auf einem Sportcampus im Saarland an einem Training des „Teams Saarland für Paris“ teil und soll hier einen „extrem zuversichtlichen Eindruck gemacht“ haben.
Weitere Aussagen kommen von Georg Gitzinger vom Saarländischen Rundfunk, der die Plausibilität der Substanzen zur Bekämpfung von Knochenkrebs einschätzen ließ: „Ich habe vier Ärzte befragt und alle sagen: Bitte, Testosteron und EPO zusammen, da liegt doch bei einer jungen Athletin der Doping-Verdacht nahe. EPO bei einer Krebserkrankung ja, vielleicht. Aber Testosteron keinesfalls, warum auch“.
Doping im Leistungssport: Auch Sara Benfares Schwester Sofia positiv getestet
Die zuständige NADA wollte den Fall um Sara Benfares aufgrund des laufenden Verfahrens nicht weiter kommentieren. Jedoch wurde dieser Tage öffentlich, dass auch ihre jüngere Schwester Sofia offenbar des Dopings überführt wurde. Bei der 19-Jährigen, die bei der U20-EM in Jerusalem den dritten Platz über 3.000 Meter belegt hatte, soll wie bei ihrer Schwester EPO im Blut nachgewiesen worden sein. Auch hier zog der Stammverein LC Rehlingen die Reißleine und suspendierte Sofia Benfares bis auf Weiteres.
Erythropoetin ist in der Welt des Leistungssports als Aufputsch-Mittel wohlbekannt. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen fördert und auf diese Weise die Transportkapazität des Blutes für Sauerstoff erhöht. Dass nun scheinbar auch bei Schwester Sofia die Substanz entdeckt wurde, könnte die medizinische Notwendigkeit im Falle von Sara Benfares weiter in Zweifel ziehen.
Wegen positiver Doping-Proben: Heimatverein der Benfares-Schwestern legt Austritt nahe
Ihr Heimatverein, der LC Rehlingen, in dem auch der Vater der beiden Sportlerinnen tätig ist, geht trotz des anhaltenden Verfahrens noch einen Schritt weiter. Wie tagesschau.de am Donnerstag (29. Februar) berichtet, habe der Club der gesamten Laufgruppe rund um Vater und Trainer Samir Benfares den Austritt nahegelegt.
Wenn die Familie hierauf nicht reagieren sollte, werde der Klub bei einer spontan angesetzten, außerordentlichen Vorstandsitzung versuchen, den Austritt herbeizuführen. Unterdessen hat die NADA bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Strafanzeige gegen beide Athletinnen gestellt. (nki)
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