Leroy Sané zeigt Gala-Gesicht gegen Inter: „Wenn er Bock hat ...“
VonFlorian Schimak
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Der FC Bayern hat sein Auftaktspiel in der Champions League gewonnen. Entscheidender Mann im San Siro gegen Inter Mailand war Leroy Sané.
Mailand/München - Das war wieder eines dieser Spiele von Leroy Sané. Eine Partie, die die Aussage von Hasan Salihamidzic kürzlich rechtfertigen. Der Sportvorstand des FC Bayern nannte Sané „einen der besten Spieler Europas“, versah diese Aussage allerdings mit einer Einschränkung.
Wenn der 26-Jährige das nötige Feuer in sein Spiel bringe, dann erlange er absolutes Top-Niveau. Eben dieses hatte Sané beim Auftakt in der Champions League gegen Inter Mailand, den die Münchner mit 2:0 (1:0) gewannen. Der Linksfuß war entscheidend an beiden Treffern beteiligt.
Leroy Sané zeigt Gala-Gesicht gegen Inter: „Wenn er Bock hat ...“
Zunächst verarbeitete er in der 25. Minute einen Traumpass von Joshua Kimmich sensationell und erzielte die Führung für den Rekordmeister, ehe er im zweiten Durchgang mit einem doppelten Doppelpass das 2:0 erzwang. Völlig zu Recht bekam Sané (tz-Note 1) am Ende der Partie von der UEFA die Trophäe für den Spieler des Spiels.
Im Anschluss gab sich der Matchwinner allerdings wortkarg. Er freue sich, wolle in erster Linie „ein gutes Spiel abliefern und mit einem guten Gefühl vom Platz gehen“, so Sané direkt nach Abpfiff bei DAZN. Auch seinen Treffer zum 1:0 beschrieb er eher emotionslos: „Ich hab den Raum gesehen, bin da rein und hab den Lauf gemacht, dann kam ein Super-Ball und ja ...“
Nagelsmann schwärmt: „Das Tor war Wahnsinn, super erster Kontakt“
Sané wird auch in Zukunft kein Mann großer Worte sein, das entspricht nicht seinem Naturell. Er lässt gerne Taten sprechen, das Reden überlässt er anderen. So auch am Mittwochabend im San Siro. „Heute war er Wahnsinn“, zeigte sich etwa Teamkollege Matthijs de Ligt begeistert von seinem Teamkollegen: „Das Tor war Wahnsinn, super erster Kontakt. Aber auch das zweite Tor war eigentlich sein Treffer, wirklich tolles Spiel.“
Auch Leon Goretzka sprach bei Sanés Treffer von „Weltklasse“. Man sehe, dass „er Bock hat, in solchen Spielen aufzudrehen“, so der Mittelfeldspieler in der Mixed Zone. Thomas Müller schloss sich dort nur an: „Leroy war heute sehr agil und wenn er so auftritt, hat er ein Lächeln im Gesicht.“ Hasan Salihamidzic wiederholte seine Aussage über Sané sogar noch einmal: „Wenn er so spielt, kann er einer der besten in Europa werden.“
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Auch Trainer Julian Nagelsmann fand den Treffer von Sané in seiner Gänze herausragend. „Es war ein Super-Chip von Josh, den Leroy super annimmt“, so der 35-Jährige nach der Partie bei DAZN: „Der war schwer zu kontrollieren, das war saustark.“ Auf der anschließenden Pressekonferenz sang er das Loblied weiter: „Auch beim zweiten Tor, das ist so seine größte Qualität, das Spiel zu beschleunigen, wenn der Gegner heraustritt, dann kurz antreten“, schwärmte Nagelsmann.
Leroy Sané begeistert gegen Inter Mailand Trainer und Teamkollegen - noch mit Einschränkungen
Die Leistung von Sané begeisterte aber nicht nur die Verantwortlichen und Mitspieler beim FC Bayern. Selbst Michael Ballack feierte dessen Auftritt live im TV ab. „Wenn er mal Bock hat, ist er einer der Besten in Europa“, sagte der Ex-Nationalspieler in seiner Funktion als Co-Kommentator bei DAZN in der zweiten Hälfte und stimmte somit Brazzo zu. Anschließend aber musste auch Ballack wieder einschränken. „Das ist schade, dass man sagen muss, ‚Wenn er Bock hat‘“, so der Capitano: „Aber das ist eine andere Spieler-Generation, darauf muss man sich als Trainer einstellen.“
Das hat Nagelsmann offensichtlich geschafft. Auch er war und ist überzeugt vom Nationalspieler, weshalb er zuletzt auch erklärte, dass er mit dem sensiblen Sané besonders umgehe. „Ich muss über und mit Leroy nicht viel reden“, so der FCB-Coach: „Der will gerne in Ruhe gelassen werden.“
Offenbar scheint diese Form der Kommunikation Sané Flügel zu verleihen. Denn nach kleinen anfänglichen Problemen in dieser Spielzeit schwingt sich der Nationalspieler zu einem absoluten Leistungsträger auf. Allerdings, und da sind wir wieder bei der Einschränkung, sollte Leroy Sané diese Leistung nun in den kommenden Wochen bestätigen. Wenn er kommenden Dienstag in der Allianz Arena gegen den FC Barcelona eine ähnliche Performance abliefert, dann nehmen vielleicht auch die Bosse und Experten ihre Einschränkung zurück. (smk)