„Letzte Chance“ für den BVB? Mainz-Star gibt Kampfansage ab
VonChristopher Michel
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Lars Pollmann
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Der FSV Mainz 05 tritt am Sonntag bei Borussia Dortmund an. Die Rheinhessen befinden sich auf einer Position, die der BVB gerne hätte.
Dortmund/Mainz – Nach der einzigen Länderspielpause während der Rückrunde der Bundesliga gehen die 18 Klubs in die viel zitierte Crunchtime!
Borussia Dortmund startet am Sonntagnachmittag daheim gegen den FSV Mainz 05 in den Schlussspurt, bei dem angesichts des gewaltigen Rückstands schon der Sprung in die Europa League ein großer Erfolg wäre. Die Rheinhessen liegen als Tabellendritter da, wo der BVB gerne wäre. Der grandiosen Entwicklung von Mainz trug zuletzt auch Julian Nagelsmann Rechnung.
Beim 2:1-Sieg in der Nations League in Italien standen mit Nadiem Amiri und Jonathan Burkardt erstmals in der DFB-Historie zwei Nullfünfer gemeinsam in der Startelf. Mainz hat durch die Fabelsaison ein ganz neues Standing gewonnen, wie Amiri nach der Rückkehr zum Verein erklärt.
Mainz hat sich den Respekt der Gegner erarbeitet
„Es ist schon ein Moment, in dem du stolz bist: Als Spieler von Mainz 05 dahin zu kommen und jeder fragt dich, warum es so gut läuft. Du hast den Respekt auch von den großen Vereinen. Das haben wir uns hart erarbeitet. Wir sind von unten gekommen und stehen nicht zu Unrecht da, wo wir jetzt sind“, so Amiri am Mittwoch in einer Medienrunde unter anderem gegenüber Absolut Fußball, dem Fußballportal von Home of Sports.
Das Duell mit dem BVB betrachtet Amiri dabei schon als eine Art Endspiel, in dem Mainz einen Konkurrenten mutmaßlich entscheidend distanzieren kann. „In Dortmund vor der Kulisse zu spielen ist immer besonders, und bei der Tabellensituation können wir mit einem Sieg einen großen Sprung weg von Dortmund machen“, blickt der DFB-Rückkehrer voraus.
Nationalspieler Amiri erwartet den BVB druckvoll
Klar, dass im Rahmen der Nationalmannschaft spaßeshalber der ein oder andere verbale Giftpfeil zwischen den Mainzern und Dortmundern hin und herflog. „Es wollten nicht alle über die Situation reden. Aber es sind ein paar Sprüche gefallen vor Sonntag. Beide Seiten freuen sich“, schmunzelt Amiri.
„Die Situation“ beim BVB bleibt überaus knifflig, zehn Punkte fehlen auf die Champions-League-Ränge. Amiri geht davon aus, dass Dortmund nach der Länderspielpause nochmal angreift. „Die Spieler haben trotzdem brutale Qualität. Wir wissen alle, dass Fußball ein Tagesgeschäft ist und es sein kann, dass an dem Tag wieder alles funktioniert. Wir sind auf alles vorbereitet. Ich erwarte, dass eine Wucht auf uns zukommt, weil es für Dortmund eine der letzten Chancen auf die Champions League ist.“
„Der Druck liegt auf jeden Fall bei Dortmund“
Dem kann Mainz ein extremes Selbstverständnis entgegensetzen, die Elf von Trainer-Vulkan Bo Henriksen blieb zuletzt sechsmal in Folge unbezwungen. „Der Druck liegt auf jeden Fall bei Dortmund. Für sie ist es nicht so einfach. Wenn so eine eklige Mannschaft wie wir kommt, wird es schwer. Ich erwarte, dass die voll draufgehen von Anfang an und natürlich gewinnen wollen. So einfach geben wir die drei Punkte aber nicht her.“
Vielmehr will Amiri sie aus Dortmund entführen, den Abstand zum BVB auf 13 Punkte stellen und das nächste Kapitel in einer märchenhaften Saison schreiben. Dass seine Worte als Kampfansage gewertet werden, wundert den Mittelfeldmann in der Medienrunde. „Sollen wir dahin fahren und sagen, wir wollen nicht gewinnen? Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wenn wir einen haben, der nicht gewinnen will, der soll zu Hause bleiben. Das ist nicht arrogant oder abgehoben.“
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Mainz in der Champions League? „Wir haben noch nichts erreicht, aber alles in der Hand“
Vielmehr ist es die Mentalität, die Mainz entwickelt hat – und von der sich ausgerechnet der BVB eine Menge abschauen könnte. „Der Verein hat sich über die Monate, die ich hier bin, verändert. Jeder im Verein hat die Mentalität in den Kopf bekommen, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Vor allem der Trainer lebt es vor“, betont Amiri.
„Wir haben noch nichts erreicht, aber alles in der Hand. Das herzugeben, wäre richtig enttäuschend und würde mich traurig machen. Es kann so viel noch passieren. Es zählt nur Mainz und dass wir etwas Großes erreichen wollen“, will Amiri auch nichts von Transfergerüchten um seine Person wissen.
Amiri gewann mit Mainz schon zweimal gegen Dortmund
Der 28-Jährige war im Januar 2024 von Leverkusen nach Mainz gekommen, war also beim BVB-Trauma im Mai 2023, als Dortmund die Meisterschaft durch ein Remis gegen die Rheinhessen vergeigte, noch nicht dabei. Ob Mainz zum Angstgegner des BVB taugt, mag Amiri deshalb nicht beurteilen.
„Ich habe mit Mainz erst zwei Spiele gegen Dortmund gemacht, die haben wir beide gewonnen. Ich hoffe, dass aller guten Dinge drei sind“, lautet die klare Kampfansage von Amiri.