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Die Rechtevergabe der Fußball-Bundesliga sorgt unter Fans für Unverständnis: Aussagen des Sky-Sportchefs lassen nun aufhorchen.
München - Die Zeiten, in denen Fußballfans mit einem einzigen Abonnement alle Bundesliga-Spiele verfolgen konnten, sind längst vorbei. Die Vergabe von TV-Rechten für Bundesliga-Spiele ist in den letzten Jahren zunehmend komplexer und frustrierender für die Fans geworden. Sky und DAZN sind die Hauptakteure in diesem Konkurrenzkampf, aber die kommende Rechtevergabe im Jahr 2024 könnte einiges ändern.
TV-Rechtevergabe für Bundesliga: Sky-Chef mit deutlichen Worten
Sky-Sportchef Charly Classen erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal derwesten.de, dass sich die Lage für die Fans tatsächlich verbessern könnte. Er glaubt, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Aufschrei der Fans gehört habe und nun vorhat, das Erlebnis für das Publikum vor den Bildschirmen zu verbessern. Dies könnte bedeuten, dass ein Anbieter theoretisch wieder alle Rechte erwerben und alle Spiele zeigen darf, was das Erlebnis für die Fans erheblich vereinfachen würde.
Auf der anderen Seite äußerte sich Alice Mascia, Deutschland-Chefin von DAZN, jüngst zurückhaltend: Sie betonte, dass DAZN zwar daran interessiert ist, die Bundesliga-Rechte zu behalten, aber eine wirtschaftliche Entscheidung treffen werde, nicht eine emotionale. Das sagte Mascia dem Branchenmagazin Spobis.
Der Wettbewerb zwischen Sky und DAZN
Die beiden Unternehmen, Sky und DAZN, liefern sich einen intensiven Wettbewerb um die Bundesliga-Rechte. Beide bieten den Fans unterschiedliche Angebote. Sky hat traditionell die meisten Bundesliga-Spiele übertragen, während DAZN sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht hat, insbesondere durch die Übertragung der Freitags- und Sonntagsspiele der Bundesliga.
In der Champions League hat DAZN Sky bereits auf dem deutschsprachigen Markt überholt. Alle Spiele, bis auf ein Dienstagsspiel, das auf Amazon Prime Video läuft, werden von DAZN übertragen. Diese Dominanz in der Champions League könnte sich auch auf die Bundesliga auswirken, wenn DAZN entscheidet, aggressiv auf die Bundesliga-Rechte zu bieten. Dies erscheint angesichts der erwähnten Aussagen von DAZN-Deutschland-Chefin Mascia aber relativ unwahrscheinlich zu sein. Derzeit bezahlt DAZN offenbar rund 300 Millionen Euro jährlich für die Live-Rechte der Fußball-Bundesliga. Das berichtet das Nachrichtenportal sportbuzzer.de.
Video: Sportmoderatorin Laura Wontorra
Bundesliga im TV: Was ändert sich für Fans?
Die Fans sind diejenigen, die am meisten von den Veränderungen betroffen sind. Die steigenden Kosten und die zunehmende Komplexität der Abo-Situation haben bei vielen Fans zu Frust geführt. Die DFL hat dieses Problem erkannt und plant, die Situation zu verbessern, heißt es in Berichten.
Die Abschaffung der „No Single Buyer Rule“ könnte ein Schritt in diese Richtung sein, indem sie es einem Anbieter ermöglicht, alle Spiele zu übertragen und die Erlebnisse für die Fans zu vereinfachen.
Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die kommende Rechtevergabe auf die Bundesliga und ihre Fans haben wird. Beide Anbieter, Sky und DAZN, haben ihr Interesse an den Rechten bekundet, aber es ist noch unklar, wer letztendlich den Zuschlag erhalten wird. (tu)
Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteur Tobias Utz sorgfältig überprüft.
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