Von Florian Bajus
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Luis Díaz sorgte beim 3:0-Sieg des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt für strahlende Gesichter. Lob erhält der Flügelspieler aber nicht für seine Tore.
München – Das Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern lief gerade mal 15 Sekunden, da war es mehr oder minder schon entschieden. Nach einem haarsträubenden Fehler von Robin Koch im eigenen Strafraum servierte Serge Gnabry den Ball für Luis Díaz, der zur 1:0-Führung für den Rekordmeister einschob.
Luis Díaz hat den FC Bayern in Frankfurt auf Kurs gebracht.
© IMAGO/Joaquim Ferreira
Zwar war die Eintracht danach für etwas mehr als 15 Minuten gut im Spiel und haderte mit dem zurückgenommenen Ausgleich von Jean-Mattéo Bahoya aufgrund eines Handspiels von Ritsu Doan in der Angriffssequenz, doch dann schlug wieder Díaz zu. Der Linksaußen bediente Harry Kane, der wiederum feuerte einen Strahl zum 2:0 ins Netz (27.)
Was Max Eberl besonders an Luis Díaz gefällt Díaz, vor Saisonbeginn für 75 Millionen Euro vom FC Liverpool verpflichtet und irgendwo zwischen „Premier-League-Resterampe“ und „Chancentod zu Saisonbeginn“ eingestuft, machte in der 84. Minute eines nach dem Seitenwechsel vor sich hinplätschernden Spiels mit seinem zweiten Tor den Deckel drauf.
Insgesamt fünf Treffer und vier Assists in sechs Bundesligaspielen sind ein guter Einstand für den Kolumbianer , natürlich wurde Sportvorstand Max Eberl in der Mixed Zone des Frankfurter Waldstadions deshalb auf dessen Torriecher angesprochen. Eberl aber imponiert etwas anderes an Díaz: „Ich finde es bemerkenswert, wie er sich in den Dienst der Mannschaft stellt und auch verteidigt.“
Wieder ein neuer im Vorstand – Der ereignisreiche Bayern-Umbruch der letzten Jahre Nun ist es also offiziell: Der FC Bayern München bekommt seinen neuen Wunsch-Vorstand. Rouven Kasper hat sich für einen Wechsel vom VfB Stuttgart zum FCB entschieden. © IMAGO/Julia Rahn Das gab der Verein am Montag (29.09) in einer Pressmitteilung bekannt. Ab dem 1. Januar 2026 wird der 43-Jährige das Amt als Vorstand für Marketing und Vertrieb beim FC Bayern übernehmen. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel Bayern-Präsident Herbert Hainer zeigt sich zufrieden mit der Personalie: „Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass Rouven Kasper fachlich und persönlich die richtige Wahl ist, um mit ihm als Vorstand die ambitionierten Ziele des FC Bayern in den Bereichen Marketing und Vertrieb zu erreichen, zumal er unseren Club schon bestens kennt.“ © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul Kasper war bereits von 2016 bis 2021 für den FCB tätig. In sein Hauptaufgabenfeld als „President Asia“ fielen die Markenaktivitäten in Asien. 2021 folgte dann der Wechsel zum VfB Stuttgart. „Unser gemeinsames Ziel ist es, mit voller Kraft an der Weiterentwicklung des FC Bayern zu arbeiten – dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Diese große Aufgabe ist für mich Ehre und Ansporn zugleich“, freut sich Kasper auf seine neue Aufgabe. © Julia Rahn via www.imago-images.de In Stuttgart hatte Kasper, dem ein besonders gutes Verhältnis zu VfB-Boss Alexander Wehrle nachgesagt wird, großen Anteil an der Internationalisierung des Vereins. Ein Grund dafür, weshalb der VfB Kasper den nächsten Schritt nicht verwehren wollte. In Stuttgart hatte Kasper, dem ein besonders gutes Verhältnis zu VfB-Boss Alexander Wehrle nachgesagt wird, großen Anteil an der Internationalisierung des Vereins. Ein Grund dafür, weshalb der VfB Kasper den nächsten Schritt nicht verwehren wollte. © IMAGO/Hansjürgen Britsch „Wir haben dem Wunsch Rouven Kaspers, diese neue berufliche Herausforderung anzunehmen, entsprochen, weil er sich in seiner Zeit beim VfB in hohem Maße um unseren Verein verdient gemacht und einen großen Beitrag zu unserem Wiedererstarken geleistet hat“, bedankte sich der Präsident des VfB Stuttgart Dietmar Allgaier. „Wir haben dem Wunsch Rouven Kaspers, diese neue berufliche Herausforderung anzunehmen, entsprochen, weil er sich in seiner Zeit beim VfB in hohem Maße um unseren Verein verdient gemacht und einen großen Beitrag zu unserem Wiedererstarken geleistet hat“, bedankte sich der Präsident des VfB Stuttgart Dietmar Allgaier. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel Ab 2026 übernimmt Kasper also die Aufgaben des scheidenden Finanzvorstands Michael Diederich. Der 60-Jährige wechselt bereits zum 1. Oktober 2025 zur Deutschen Bank. Mit dem 43-jährigen Sportökonom wächst das Vorstandstrio des FC Bayern, dem auch Sportvorstand Max Eberl (52) und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (58) angehören, wieder auf drei Mitglieder an. Ab 2026 übernimmt Kasper also die Aufgaben des scheidenden Finanzvorstands Michael Diederich. Der 60-Jährige wechselt bereits zum 1. Oktober 2025 zur Deutschen Bank. Mit dem 43-jährigen Sportökonom wächst das Vorstandstrio des FC Bayern, dem auch Sportvorstand Max Eberl (52) und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (58) angehören, wieder auf drei Mitglieder an. © IMAGO/osnapix / Michael Titgemeyer Kehrt damit nun auch wieder mehr Kontinuität und Ruhe in die Führungsetage des Rekordmeisters ein? Dort hatte es in den letzten Jahren immer wieder Entlassungen und Umbrüche gegeben, die für Aufsehen gesorgt haben. Kehrt damit nun auch wieder mehr Kontinuität und Ruhe in die Führungsetage des Rekordmeisters ein? Dort hatte es in den letzten Jahren immer wieder Entlassungen und Umbrüche gegeben, die für Aufsehen gesorgt haben. © IMAGO/Markus Fischer Das alles begann, als sich Karl-Heinz Rummenigge zum 30.06.2021 von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG zurückzog. Seinen Posten übernahm Oliver Kahn, der bereits seit 2020 Mitglied des Vorstands war. Herbert Hainer war bereits 2019 Präsident des FCB geworden. Das alles begann, als sich Karl-Heinz Rummenigge zum 30.06.2021 von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG zurückzog. Seinen Posten übernahm Oliver Kahn. © FC Bayern Zu dieser Zeit war auch Hasan Salihamidžić schon eine wichtige Figur beim FCB. Der langjährige Bayern-Spieler war am 1. August 2017 als Sportdirektor zum FC Bayern zurückgekehrt. Zum 1. Juli 2020 wurde er zum Sportvorstand befördert. Zu dieser Zeit war auch Hasan Salihamidžić schon eine wichtige Figur beim FCB. Der langjährige Bayern-Spieler war am 1. August 2017 als Sportdirektor zum FC Bayern zurückgekehrt. Zum 1. Juli 2020 wurde er zum Sportvorstand befördert. © Alex Beier via www.imago-images.de Während seiner Zeit als sportlich Verantwortlicher holte der FC Bayern die Champions League, die Klub WM, den europäischen Supercup sowie sechsmal die Deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal und fünfmal den DFL-Supercup. Während seiner Zeit als sportlich Verantwortlicher holte der FC Bayern die Champions League, die Klub WM, den europäischen Supercup sowie sechsmal die Deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal und fünfmal den DFL-Supercup. © via www.imago-images.de Trotz der sportlichen Erfolge gab es aber Unruhe im Umfeld des Klubs. Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen vor allem die üppigen Spielergehälter und die Gesamtentwicklung des Vereins missfallen haben. Trotz der sportlichen Erfolge gab es Unruhe im Umfeld des Klubs. Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen vor allem die üppigen Spielergehälter und die Gesamtentwicklung des Vereins missfallen haben. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S. Zum endgültigen Verhängnis wurde Kahn und Salihamidzić aber wohl der Umgang mit der Personalie Julian Nagelsmann. Dieser übernahm den FC Bayern zur Saison 2021/22 als Nachfolger von Hansi Flick. Zum endgültigen Verhängnis wurde Kahn und Salihamidzić aber wohl der Umgang mit der Personalie Julian Nagelsmann. Dieser übernahm den FC Bayern zur Saison 2021/22 als Nachfolger von Hansi Flick. © Marco Donato via www.imago-images.de Trotz einer Siegesquote von 71,4% (nur Guardiola, Flick und Ancelotti erzielten im Durchschnitt mehr Bundesligapunkte) wurde Nagelsmann im März 2023 von Kahn und Salihamidžić gefeuert. Die Qualität des Kaders habe sich zunehmend seltener gezeigt. Thomas Tuchel folgte auf Julian Nagelsmann. Trotz einer Siegesquote von 71,4% (nur Guardiola, Flick und Ancelotti erzielten im Durchschnitt mehr Bundesligapunkte) wurde Nagelsmann im März 2023 von Kahn und Salihamidžić gefeuert. Die Qualität des Kaders habe sich zunehmend seltener gezeigt. Thomas Tuchel folgte auf Julian Nagelsmann. © Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de Nur einige Wochen später war dann für die Beiden aber selbst Schluss. Ende Mai 2023 wurden Kahn und Salihamidžić von ihren Aufgaben beim Rekordmeister entbunden. Nur einige Wochen später war dann für die Beiden aber selbst Schluss. Ende Mai 2023 wurden Kahn und Salihamidžić von ihren Aufgaben beim Rekordmeister entbunden. © IMAGO/Ulrich Wagner Uli Hoeneß nannte später mangelhafte Kommunikation und die Begleitumstände bei der Entlassung von Trainer Julian Nagelsmann Als Grund. Kahn und Salihamidzic hätten diese Entscheidung trotz der großen Tragweite ohne Rücksprache getroffen. „Niemand“ habe davon gewusst, „auch Herbert Hainer wurde als Aufsichtsratsvorsitzender viel zu spät informiert. Und so etwas geht einfach nicht“, sagte Hoeneß. Uli Hoeneß nannte später mangelhafte Kommunikation und die Begleitumstände bei der Entlassung von Trainer Julian Nagelsmann Als Grund. Kahn und Salihamidzic hätten diese Entscheidung trotz der großen Tragweite ohne Rücksprache getroffen. „Niemand“ habe davon gewusst, „auch Herbert Hainer wurde als Aufsichtsratsvorsitzender viel zu spät informiert. Und so etwas geht einfach nicht“, sagte Hoeneß. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON Zum neuen Vorstandsvorsitzenden und Kahn-Ersatz wurde Jan-Christian Dreesen ernannt. Dreesen war in den zehn Jahren davor als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG tätig. Als neuer Vorstandsvorsitzender und Kahn-Ersatz wurde Jan-Christian Dreesen ernannt. Dreesen war in den zehn Jahren davor als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG tätig. © IMAGO/Ulrich Wagner Im September 2023 stieß Christoph Freund als Sportdirektor zu den Münchnern. Zuvor war er in derselben Rolle für Red Bull Salzburg tätig. Im September 2023 stieß Christoph Freund als Sportdirektor zu den Münchnern. Zuvor war er in derselben Rolle für Red Bull Salzburg tätig. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON Am 1. März 2024 übernahm Max Eberl das Amt des Sportvorstands beim FC Bayern München. Er folgte damit auf Hasan Salihamidžić. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit stand Eberl vor der Aufgabe, die vakante Trainerposition neu zu besetzen – eine langwierige Suche, die von den Medien zunehmend kritisch begleitet wurde. Mit der Verpflichtung des damals noch vergleichsweise unerfahrenen Vincent Kompany traf er jedoch eine Entscheidung, die sich im Rückblick als gelungen erwies. Am 1. März 2024 übernahm Max Eberl das Amt des Sportvorstands beim FC Bayern München. Er folgte damit auf Hasan Salihamidžić. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit stand Eberl vor der Aufgabe, die vakante Trainerposition neu zu besetzen – eine langwierige Suche, die von den Medien zunehmend kritisch begleitet wurde. Mit der Verpflichtung des damals noch vergleichsweise unerfahrenen Vincent Kompany traf er jedoch eine Entscheidung, die sich im Rückblick als gelungen erwies. © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel So richtig ruhig geworden ist es um den FC Bayern seither aber trotzdem nicht. Großen Anteil daran hat auch Uli Hoeneß, der immer wieder mit öffentlichen Auftritten für Diskussionen sorgt und dabei auch nicht mit Kritik an Max Eberl spart. So richtig ruhig geworden ist es um den FC Bayern seither aber trotzdem nicht. Großen Anteil daran hat auch Uli Hoeneß, der immer wieder mit öffentlichen Auftritten für Diskussionen sorgt und dabei auch nicht mit Kritik an Max Eberl spart. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON Trotz ihres offiziellen Rückzugs sind Hoeneß und Rummenigge beim FCB weiter allgegenwärtig und scheinen weiterhin großen Einfluss auf die Geschicke des Vereins zu haben. Trotz ihres offiziellen Rückzugs sind Hoeneß und Rummenigge beim FCB weiter allgegenwärtig und scheinen weiterhin großen Einfluss auf die Geschicke des Vereins zu haben. © IMAGO/Mladen Lackovic Tatsächlich wirkte es in einer Szene so, als agierte der FC Bayern mit einer Sechserkette – weil unter anderem Díaz nach hinten marschierte, um die Lücken zu stopfen. „Wir spielen teilweise doch mannorientiert, da ist die Linksverteidigerposition vakant und er muss den Raum belaufen. Das tut er mit einer unfassbaren Bereitschaft, er verteidigt bis zum Ende“, lobte Eberl.
Es sei „bemerkenswert, dass er das von Anfang an in der Konstanz bringt“, eigentlich sollte aber niemand von den Qualitäten des Flügelspielers überrascht sein. „Er hat in Liverpool schon gezeigt, was er kann. Was er heute bei uns zeigt, hat er in der Premier League dreieinhalb Jahre lang geliefert“, so Eberl.
Auch Kompany ist von Bayern-Star Luis Díaz beeindruckt Was soll der Neuzugang eigentlich noch besser machen? „Das müssen wir mal schauen“, sagte Trainer Vincent Kompany mit einem Augenzwinkern und ergänzte: „Er spielt seine erste Saison in Deutschland, das ist schon beeindruckend. Was sehr gut passt, ist seine Aktivität und seine Energie. Er bleibt immer an allem beteiligt, er ist immer am zweiten Pfosten.“
Die Haltung, dass sich Flügelspieler an der Arbeit gegen den Ball beteiligen müssen, ist seit 2012 für den FC Bayern essenziell. Nach dem Vize-Triple in Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League impfte Jupp Heynckes seiner Flügelzange Franck Ribéry und Arjen Robben ein, dass es darauf ankommt, den Verteidigern zu helfen. „Seine Art und Weise passt einfach sehr gut dazu, was diese Mannschaft macht“, sagte Kompany am Samstagabend über Díaz. Auch deshalb war den Münchnern dieser Transfer jeden Cent wert.
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