DFB-Pokal

Mainz-Keeper Zentner: Ein Mann für Nagelsmann

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Bewahrt Mainz 05 regelmäßig vor Gegentoren: Robin Zentner fliegt sich im Hintergrund in den Vordergrund.
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Robin Zentner spielt eine hervorragende Saison im Tor für Mainz 05, im DFB-Pokal gegen den FC Bayern kann sich er sich zwei Tage nach seinem 30. Geburtstag präsentieren

Es braucht keine großartigen prophetischen Gaben, um vorauszusagen, welcher Spieler des FSV Mainz 05 am Mittwochabend (20.30 Uhr/ZDF und Sky) im DFB-Pokal gegen den FC Bayern besonders in den Fokus geraten wird: Robin Zentner, nicht ganz einen Zentner schwer, 1,95 Meter lang, ein Baum von einem Mann. Der zupackende große Blonde mit dem charakteristischen Zopf spielt gerade seine beste Saison, seit er sich vor ziemlich genau fünf Jahren im Torwartduell gegen Florian Müller (inzwischen Ersatzkeeper beim SC Freiburg) durchgesetzt hat.

Im Fachblatt „Kicker“ ist der seit diesem Montag 30-Jährige derzeit nach dem Leipziger Peter Gulacsi der notenbeste Torwart. Die Daten der Deutschen Fußball-Liga werfen ihn als Torhüter mit den bisher meisten gehaltenen Bällen (38) in dieser Saison aus. Tatsächlich gehört der gebürtige Rüdesheimer, seit fast 20 Jahren mit einem kurzen Abstecher zu Holstein Kiel ein Mainzer, auf der Linie, beim Abfangen von Flanken und im Eins-gegen-Eins zum Besten der Liga. Mit dem Ball am Fuß ist er solide, aber nicht ganz so filigran wie die Topleute der Branche.

Trainer fordert Mut ein

Nach dem Rücktritt von Manuel Neuer und der langwierigen Knieverletzung von Marc-André ter Stegen wurden mediale Stimmen laut, dass sowohl der Bremer Zetterer als auch der Mainzer Zentner sich eine Nominierung in den Kader von Julian Nagelsmann verdient hätten. Der Bundestrainer entschied sich für Janis Blaswich von RB Salzburg.

Am Freitagabend im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach hielt Zentner mit vier prächtigen Paraden binnen weniger Minuten bis in die Nachspielzeit hinein das 1:1 fest. Der Mainzer Sportdirektor Niko Bungert wurde deshalb hinterher gefragt, wie er Zentners Perspektiven im deutschen Nationalteam sieht. Bungert entgegnete, er halte sich lieber „vornehm zurück“, Mainz 05 tue sich „keinen Gefallen, wenn wir versuchen, einen Spieler von uns in die Nationalmannschaft zu reden“.

Sein Lob für das Eigengewächs fiel dennoch umfangreich aus. Der Torwart selbst übt sich ebenfalls in Bescheidenheit, Ambitionen in Richtung DFB formuliert er klugerweise nicht, „darüber können wir reden, wenn es nach 34 Spielen noch immer so gut aussieht.“ Das Beispiel seines wegen einer Oberschenkelzerrung verletzt fehlenden Mannschaftskollegen Jonny Burkardt dient ihm dabei als Passepartout. Der Stürmer hatte erst stabil auf hohem Niveau für Mainz 05 performt, ehe er kürzlich seine ersten beiden Joker-Einsätze im A-Team bekam.

Trainer Bo Henriksen möchte die Arbeit für seinen Torwart gegen die Bayern in einem übersichtlichen Rahmen halten. „Wir müssen auch mutig mit Ball sein.“ Da würde ein Einsatz von Nadiem Amiri, der gegen Gladbach wegen einer Kapselzerrung am Fuß nur mit Schmerzmitteln die zweite Halbzeit überstand, sicher hilfreich sein. Amiri will unbedingt spielen, setzte aber Montag das Training aus.

Der von einem hartnäckigen Rasenpilz befallene Platz könnte den Gastgebern entgegenkommen. Gepflegtes Passspiel ist in Mainz schwierig. Bayern-Coach Vincent Kompany ficht das nicht an: „Es ist egal für uns, wo gespielt wird. Es kann auch auf dem Gipfel des Himalaya gespielt werden.“ Dort oben sollen, so hört man, die Verhältnisse tatsächlich noch dürftiger sein als in der Mainzer Fußballarena.

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