Für Weltrekord-Ablösesumme? Bayern-Coach als Guardiola-Nachfolger gehandelt
VonPeter Grad
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Pep Guardiola soll bei Manchester City wieder einmal vor dem Abschied stehen. Als Nachfolger wird überraschend deutlich FCB-Coach Vincent Kompany gehandelt. Ein Kommentar.
Manchester / München - Als Pep Guardiola Ende 2015 zur Enttäuschung der Verantwortlichen und vieler Fans verkündete, den FC Bayern nach nur drei Spielzeiten im Sommer 2016 zu verlassen, erklärte er dies mit seinem „Fehler“ beim FC Barcelona, dort noch eine vierte Saison (2011/12) drangehängt zu haben.
Solch einen Fehler wollte er nicht nochmals begehen. Mittlerweile trainiert er jedoch bereits in seiner zehnten Saison den englischen Serienmeister Manchester City. Obwohl es seit langer Zeit ständig um das Ende seines City-Engagements geht, ist der 54-Jährige seinem Vorsatz vor zehn Jahren in München sehr untreu geworden.
Hört Pep Guardiola im Sommer 2026 bei Manchester City auf?
Dennoch rechnete die Fußball-Welt in der vergangenen Spielzeit tatsächlich mit Guardiolas Rücktritt. Die Blue Skys spielten die mit Abstand schwächste Saison unter seiner Leitung, es gab sogar Niederlagenserien, der katalanische Startrainer demonstrierte seine nervliche Anspannung mit seiner völlig verkratzten Glatze auf nahezu erschreckende Weise. Aber die Trainer-Diva reagierte völlig unerwartet und verlängerte stattdessen seinen auslaufenden Vertrag im November 2024 um zwei weitere Jahre bis 2027.
In die laufende Spielzeit ist der 54-Jährige mit seiner – nach den Abgängen von verdienten Stars wie Kyle Walker oder Kevin De Bruyne sich im Umbruch befindlichen - Mannschaft zwar nicht perfekt gestartet, aber dennoch wesentlich erfolgreicher als in die vergangene. So ist die aktuelle Meldung der Times durchaus überraschend, dass Guardiola – wieder einmal – zu einem Abschied aus Manchester am Saisonende tendiere und seinen Vertrag bis 2027 nicht erfüllen möchte.
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Die Verantwortlichen der Citizens um Klub-Boss Khaldoon Al Mubarak und Sportdirektor Hugo Viana sollen zwar auf einen Verbleib ihres Star-Trainers hoffen, dennoch haben die Spekulationen um seine Nachfolge längst begonnen. Und wieder einmal ist der FC Bayern davon betroffen, das Sportportal 90min schreibt sogar, dass „in München die Alarmglocken schrillen“.
Das habe vor allem damit zu tun, dass „der Kreis der möglichen Kandidaten“ vergleichsweise klein sei, „denn der teure Kader der Citizens ist auf den Fußball und die Spielidee von Guardiola ausgerichtet und nach seinen Wünschen zusammengestellt.“ Als ideale Kandidaten werden so Guardiolas „Musterschüler“ Mikel Arteta (aktuell FC Arsenal) und FCB-Cheftrainer Vincent Kompany ausgemacht. Der Spanier sei den Londonern aber emotional zu sehr verbunden, so dass ein Wechsel ausgerechnet zum großen englischen Rivalen kaum denkbar sei.
Also voller Fokus auf Vincent Kompany: Obwohl der Belgier gerade erst seinen Kontrakt bis 2029 verlängert hat, soll das Herz des langjährigen City-Kapitäns noch sehr an seinem ehemaligen Verein hängen. Dass seine Spielidee auf derjenigen von Guardiola aufbaut, soll ihn für die City-Bosse besonders attraktiv machen. 90min schlussfolgert: „Wenn der Belgier in diesem Falle diese Aufgabe unbedingt übernehmen wollen würde und City eine angemessene Ablöse an die Bayern auf den Schreibtisch legen sollte, dürfte das auch die Bayern-Bosse vor eine harte Aufgabe stellen.“
Müssen beim FC Bayern wegen der Guardiola-Nachfolge die „Alarmglocken schrillen“?
Muss man sich ob der aktuellen Situation beim Triple-Sieger von 2023 tatsächlich an der Säbener Straße ganz große Sorgen machen, bei den FCB-Verantwortlichen gar die „Alarmglocken schrillen“? Ganz ehrlich: Eher nicht bis keinesfalls. Erstens ist Guardiola sogar noch ein Engagement über 2027 hinaus zuzutrauen, zweitens fühlt sich Kompany in München sehr sehr wohl. Schon ganz zu Beginn seiner Münchner Zeit, hat er zudem auf einer Pressekonferenz angedeutet, dass er gerne sehr lange beim FC Bayern bleiben möchte.
Das wurde damals noch etwas belächelt, aber nachdem im zweiten Jahr offenbar alles perfekt zwischen ihm und der Mannschaft, den Fans, dem ganzen Verein läuft, ist genau das das Ziel des Rekordmeisters: Endlich wieder eine „Trainer-Ära“ an der Säbener Straße. Kompany ist außerdem ein intelligenter Ehrenmann. Dass die Guardiola-Zeit irgendwann einmal in Manchester zu Ende gehen wird, hat er gewiss bei seiner Vertragsverlängerung in München bedacht, er ist voll auf sein Team fokussiert.
Pulverisierung der Weltrekord-Ablöse für Fußballtrainer?
Sollte tatsächlich der völlig unerwartete Fall eintreten, dass Kompany 2026 doch Guardiolas Nachfolger bei Manchester City wird, würden sich die Verantwortlichen des FC Bayern für diesen Verlust ganz sicherlich fürstlich entschädigen lassen. Selbst haben sie 2024 für den damaligen „Abstiegstrainer“ an den FC Burnley zwölf Millionen Euro bezahlt.
Zudem hält der deutsche Rekordmeister bislang den Weltrekord für die bislang teuerste Ablösesumme für einen Fußballtrainer: 25 Millionen Euro wurden im Sommer 2021 für Julian Nagelsmann an RB Leipzig überwiesen. Will ManCity Vincent Kompany tatsächlich als Pep-Nachfolger verpflichten, dürfte dieser Weltrekord pulverisiert werden – mit einer Summe, die man bislang für einen Chefcoach nicht für möglich gehalten hat. Die Bayern wünschen sich aber dennoch viel mehr eine „Kompany-Ära“ in München.