Head-to-Head in der Königsklasse

City und Inter im Head-to-Head: Auf diesen Spielern lastet im CL-Finale der größte Druck

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Wer gewinnt die Champions League - Favorit City oder Underdog Inter? Vor dem Showdown in Istanbul haben wir die Mannschaften im Head-to-Head verglichen.

Istanbul - Am Samstagabend steht mit dem Finale der Champions League zwischen Manchester City und Inter Mailand der krönende Abschluss einer spannenden Europapokal-Saison bevor. Können die Skyblues aus Manchester endlich die Königsklasse gewinnen und damit das historische Triple komplementieren? Oder schaffen die Nerazzurri unter Simone Inzaghi die große Überraschung und bringen den Henkelpott 13 Jahre (2009/10) nach dem letzten CL-Gewinn zurück nach Mailand? Für Inter wäre es nach dem italienischen Pokal-Erfolg der zweite Titel in dieser Saison.

City setzte mit dem deutlichen Halbfinal-Erfolg gegen den noch aktuellen Titelträger Real Madrid (1:1, 4:0) ein Ausrufezeichen. Auch in den Runden zuvor untermauerte das Team von Pep Guardiola seinen Status als das aktuelle Nonplusultra Europas. Der FC Bayern wurde im Viertelfinale weggefegt (3:0, 1:1), im Achtelfinale wurde RB Leipzig (1:1, 7:0) dem Erdboden gleichgemacht. Inters Weg ins Finale nach Istanbul wirkte dagegen deutlich einfacher, mit Porto im Achtelfinale (1:0, 0:0), Benfica im Viertelfinale (2:0, 3:3) und AC Mailand im Halbfinale (2:0, 1:0).

City gilt als klarer Favorit am Samstag (alle Infos zur TV-Übertragung), das zeigt auch unser Head-to-Head-Vergleich zwischen den Spielern beider Teams. Allerdings haben Endspiele ihre eigenen Regeln und gerade italienische Mannschaften sollten in diesen Alles-oder-nichts-Spielen nie unterschätzt werden.

Im Atatürk-Olympiastadion in Istanbul steigt das CL-Finale zwischen City und Inter.

Tor: Ederson (Manchester City) vs. Andre Onana (Inter Mailand)

Beim FA-Cup-Erfolg gegen Manchester United durfte Ersatzkeeper Stefan Ortega für City zwischen den Pfosten stehen. Im Finale am Samstag wird jedoch wieder Stammkeeper Ederson das Tor hüten. Der Brasilianer gehört nach wie vor zu den Top-Torhütern Europas und hat seine Stärken vor allem auf der Linie. Die Statistiken dieser Saison lesen sich solide: 32 Gegentore in 35 Premier-League-Partien, dazu elf Spiele ohne Gegentor. In der Königsklasse kassierte er nur vier Gegentore in zehn Begegnungen und behielt sechsmal die weiße Weste an.

Andre Onana spielt bisher eine starke Saison für Inter und konnte acht von zehn Spielen in der CL ohne Gegentor beenden. Sollte er auch im Finale kein Gegentor kassieren, wäre das Champions-League-Rekord.

Unentschieden: 1:1

Verteidigung: Kyle Walker (Manchester City) vs. Matteo Darmian (Inter Mailand)

Bei Kyle Walker stand zuletzt noch ein kleines Fragezeichen hinter seiner Verfügbarkeit für das Finale, zu Beginn der Woche musste er mit dem Training pausieren, es handelte sich aber wohl um eine Vorsichtsmaßnahme. Einem Einsatz am Samstag sollte nichts im Wege stehen. Der Engländer ist eigentlich gelernter Rechtsverteidiger, nimmt in der Dreierkette von City allerdings eine der drei Innenverteidiger-Positionen ein. Walker zeigte im Viertelfinale gegen Madrids Vinicius Junior eine herausragende Leistung.

Ähnlich verhält es sich bei Matteo Darmian, der bei Inter vom Außenverteidiger zum Innenverteidiger umgeschult wurde. Der 33-Jährige spielte bis 2019 mehrere Jahre für Manchester United, dürfte bei City also noch den ein oder anderen Gegenspieler kennen. Bis auf zwei Gruppenspiele gegen Pilsen kam Darmian in jedem Spiel in der Königsklasse zum Einsatz und machte seinen Job zuverlässig.

Punkt für City: 2:1

Verteidigung: Ruben Dias (Manchester City) vs. Francesco Acerbi (Inter Mailand)

Das Duell der beiden Abwehrchefs! Ruben Dias fiel in dieser Saison bereits mehrere Wochen wegen einer Oberschenkelverletzung aus, spielte sich seither jedoch wieder in die Stammelf von Guardiola und ist einer der großen Faktoren, warum die Citizens in dieser Spielzeit defensiv so schwer zu knacken sind. Der Portugiese ist Organisator der Abwehrreihe, Ruhepol und macht zudem kaum Fehler. Wollen Inters Offensivmänner um Lautaro Martinez und Edin Dzeko gegen City treffen, müssen sie erstmal an Dias vorbei.

Mit seinen 35 Jahren gehört Francesco Acerbi zwar schon zu den alten Eisen der Inter-Mannschaft - in einem Finale der Champions League könnte sich seine Erfahrung jedoch bezahlt machen. Acerbi ist nicht mehr der schnellste, glänzt aber durch sein ausgezeichnetes Stellungsspiel und wenn es im Zweikampf mal zur Sache geht, liegt meistens sein Gegenspieler am Boden und nicht er.

Punkt für City: 3:1

Verteidigung: Manuel Akanji (Manchester City) vs. Alessandro Bastoni (Inter Mailand)

Bei Borussia Dortmund sah man immer wieder das Potenzial von Manuel Akanji aufblitzen, es fehlte jedoch die Konstanz. Bei City kommt der 27-Jährige in der aktuellen Spielzeit etwas überraschend bereits auf 29 Einsätze in der Premier League und zehn in der Champions League. Aufgrund seiner Robustheit und Zuverlässigkeit darf Akanji sich berechtigte Hoffnungen machen, auch im Finale am Samstag in der Startelf zu stehen.

Alessandro Bastoni ist mit 24 Jahren der junge Hupfer in der Abwehrreihe von Inter. Lebt von seiner Dynamik und ist mit einer Körpergröße von 1,90 Meter auch in der Luft eine echte Kante. Bastoni gilt zudem bei Standardsituation als echte Waffe - in der Königsklasse kommt er diese Saison immerhin schon auf drei Vorlagen in elf Spielen.

Unentschieden: 4:2

Mittelfeld: John Stones (Manchester City) vs. Marcelo Brozovic (Inter Mailand)

John Stones gilt eigentlich als gelernter Innenverteidiger, war in den letzten Monaten jedoch vor allem im defensiven Mittelfeld vorzufinden. Blüht auf dieser Position als Abräumer und wichtiges Element im Aufbauspiel regelrecht auf und gibt den offensiver ausgerichteten Mittelfeldkollegen İlkay Gündoğan und Kevin de Bruyne mehr Freiheiten.

Marcelo Brozovic spielte aufgrund von zahlreichen Wehwehchen eine eher durchwachsene Saison, konnte beim 1:0-Sieg im letzten Ligaspiel gegen den FC Turin allerdings das goldene Tor erzielen und scheint genau zum richtigen Zeitpunkt seine Form gefunden zu haben. Der Kroate ist eher defensiv ausgerichtet, besitzt allerdings auch ein feines Passspiel und kann daher auch offensiv Akzente setzen.

Unentschieden: 5:3

Mittelfeld: Rodri (Manchester City) vs. Nicolo Barella (Inter Mailand)

Rodri ist einer der absoluten Leistungsträger im Mittelfeld der Skyblues. Er ist eines der wichtigsten Bindeglieder zwischen Abwehr und Angriff. Der Spanier überzeugt vor allem durch seine starke Zweikampfführung, Laufbereitschaft und sein Stellungsspiel. Dass er ab und an auch offensiv für einen magischen Moment sorgen kann, bewies er im Viertelfinal-Hinspiel gegen Bayern mit seinem Sonntagsschuss ins lange Eck zum 1:0.

Auf Nicolo Barella wird im Finale gegen City viel Defensivarbeit zukommen, auch wenn sich der gerade mal 1,75 Meter große Mittelfeldmann gerne auch mal in der Offensive blicken lässt. Oftmals mit Erfolg: In der laufenden CL-Saison kommt Barella bereits auf drei Tore in elf Spielen, in der Serie A auf sechs Tore und sieben Vorlagen in 35 Partien.

Punkt für City: 6:3

Mittelfeld: Bernardo Silva (Manchester City) vs. Denzel Dumfries (Inter Mailand)

Bernardo Silva spielt bisher eine starke Saison und ist zurzeit nicht wegzudenken aus dem System von Guardiola. Kann durch sein ausgezeichnetes Passspiel und Dribbling in jedem Spiel den Unterschied machen, besitzt eine feine Technik und ist torgefährlich. Kein Wunder, dass Guardiola mittlerweile ein großer Fan des Portugiesen ist.

Denzel Dumfries flitzt bei Inter in der Regel auf der rechten Außenbahn rauf und runter, wird am Samstag aber vor allem die Aufgabe haben, Jack Grealish in Schach zu halten. In der Serie A kommt der Holländer bereits auf sieben Vorlagen und einen Treffer - in der Königsklasse gelang ihm bisher nur ein Tor.

Punkt für City: 7:3

Mittelfeld: Jack Grealish (Manchester City) vs. Federico Dimarco (Inter Mailand)

Jack Grealish brauchte nach seinem 100-Millionen-Pfund-Wechsel von Aston Villa zu City eine gewisse Zeit, um sich an das System von Guardiola zu gewöhnen. Die Anpassungsschwierigkeiten waren dem Engländer vor allem in seiner ersten Saison anzumerken. Im zweiten Jahr allerdings startet der 27-Jährige voll durch und zählt in dieser bereits jetzt sehr erfolgreichen Spielzeit zu den absoluten Leistungsträgern der Mannschaft. Besticht durch eine enge Ballführung, gutem Passspiel und Torgefahr, auch wenn er nicht mehr sooft trifft wie noch bei Aston Villa.

Federico Dimarco gehört bei Inter ebenfalls zu den Durchstartern in dieser Saison. Allein in der Champions League kommt der Linksaußen bereits auf fünf Vorlagen in zehn Spielen. Die Nerazzurri sind gegen City vor allem auf seine offensiven Läufe und sein Passspiel angewiesen, soll es etwas werden mit der großen Überraschung.

Punkt für City: 8:3

Mittelfeld: İlkay Gündoğan (Manchester City) vs. Hakan Calhanoglu (Inter Mailand)

İlkay Gündoğan befindet sich aktuell in bestechender Form. Der deutsche Nationalspieler geht als Kapitän der Citizens voran und entschied zuletzt das FA-Cup-Finale mit zwei Traumtoren quasi im Alleingang. Gündoğan gilt bei City als essenzieller Taktgeber, der das Tempo steuert und mit seiner Torgefahr immer wieder zum Problem für die Gegner wird. Eigentlich nicht wegzudenken aus diesem City-Team - umso erstaunlicher ist es, dass sein Ende Juni auslaufender Vertrag noch immer nicht verlängert wurde.

Der Ex-Leverkusener Hakan Calhanoglu hat sich in Mailand mittlerweile einen Namen gemacht. Unter Inzaghi einer der wichtigsten Ideengeber im Mittelfeld. Zudem mit einem strammen Schuss gesegnet, womit er auch aus der zweiten Reihe immer wieder für Torgefahr sorgen kann. Calhanoglu kam in der Champions League bisher auf elf Saison-Einsätze, einen Treffer und zwei Vorlagen.

Punkt für City: 9:3

Mittelfeld/Sturm: Kevin de Bruyne (Manchester City) vs. Lautaro Martinez (Inter Mailand)

Der Vergleich hinkt natürlich etwas, da Kevin de Bruyne klar im offensiven Mittelfeld zu verorten ist und Lautaro Martinez im Sturm zu Hause ist. De Bruyne zählt auf seiner Position noch immer zur absoluten Elite weltweit. Passspiel, Ballbehandlung, Schusstechnik, Torgefahr, Kreativität - der Belgier hat alles, was einen perfekten offensiven Mittelfeldspieler ausmacht. Seinen Bewegungsradius einzuengen und seine Fähigkeiten nicht gänzlich zur Entfaltung kommen zu lassen, wird einer der Hauptaufgaben der gesamten Inter-Mannschaft sein. Gelingt das nicht, könnte das Spiel schnell entschieden sein.

Auf der anderen Seite wird es für die Skyblues darauf ankommen, Lautaro Martinez in den Griff zu bekommen. Der Argentinier ist der torgefährlichste Spieler in den Reihen der Nerazzurri und zudem aktuell gut aufgelegt. In der Königsklasse kommt er diese Spielzeit auf drei Treffer und drei Assists, in der Serie A immerhin auf 21 Treffer und sieben Vorlagen.

Punkt für City: 10:3

Sturm: Erling Haaland (Manchester City) vs. Edin Dzeko (Inter Mailand)

Der Qualitätsunterschied zwischen Erling Haaland und Edin Dzeko beträgt aktuell Welten. Haaland dürfte zurzeit der beste Stoßstürmer weltweit sein, Dzeko dagegen scheint seine besten Jahre bereits hinter sich zu haben. Inzaghis Matchplan, um Haaland am Toreschießen zu hindern, wird entscheidend sein. Immer mal wieder ist es in dieser Saison vorgekommen, dass der Norweger überraschend unauffällig agierte. Dafür müsste es Inters Abwehrverbund tatsächlich schaffen, Haaland über die gesamte Spieldauer auf den Füßen zu stehen, was unwahrscheinlich aber nicht unmöglich ist.

Dzekos Aufgabe wird sein, Citys Abwehr auf Trab zu halten und mit seiner Erfahrung und seiner Physis vielleicht für einen Überraschungsmoment zu sorgen. Der Bosnier kommt immerhin auf vier Tore und eine Vorlage im laufenden Wettbewerb. Irgendwann dürfte er dann Romelu Lukaku Platz machen.

Punkt für City: 11:3

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mike Egerton

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