VonLars Pollmannschließen
Manuel Neuer ist aus dem DFB-Team zurückgetreten. Eine Rolle rückwärts schließt er nicht kategorisch aus, hält es aber für sehr unwahrscheinlich.
München – Manuel Neuer hat kurz vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison Klarheit über seine internationale Karriere geschaffen: Der Kapitän des FC Bayern hat unter der Woche seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Mit dem Weltmeister von 2014 verliert das DFB-Team seinen starken Rückhalt, langjährigen Spielführer und Halter diverser Rekorde.
Nach İlkay Gündoğan, Toni Kroos und Thomas Müller ist Neuer der vierte wichtige Spieler, der sich nach der Heim-EM aus dem Kreis der Nationalmannschaft verabschiedet hat. Kroos und Müller waren dabei schon früher einmal zurückgetreten beziehungsweise nicht mehr berücksichtigt worden, ehe sie ein Comeback feierten. Könnte das auch für Neuer infrage kommen?
DFB-Comeback von Neuer unwahrscheinlich: „Es ist für mich ein klarer Cut“
Der Schlussmann des FC Bayern will es nicht kategorisch ausschließen. „Zu meiner Persönlichkeit haben auch all die vielen Erlebnisse und Erfahrungen in der Nationalmannschaft beigetragen. Es sind viele Freundschaften entstanden, und viele Menschen werden auch weiterhin Teil meines Lebens sein. Deshalb sollte man so etwas nie ausschließen, und das werde ich auch nicht tun“, erklärt Neuer gegenüber dem kicker.
Allerdings ist es nur eine kleine Hintertür, die sich der 38-Jährige mit Blick auf die WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA offen lässt. „Es ist für mich ein klarer Cut und eine bewusste Entscheidung“, betont Neuer. Es müsste also viel passieren, damit er den Rücktritt vom Rücktritt wagt. Aktuell ist dabei nicht einmal die Zukunft auf Klubebene abschließend geklärt. Neuer startete am Sonntag beim VfL Wolfsburg in seine nach derzeitigem Stand letzte Bundesliga-Saison beim FC Bayern.
So reagierte Julian Nagelsmann auf Manuel Neuers Rücktritt
Sich nun stärker auf die Münchner und seine Regeneration konzentrieren zu können, ist ein Vorteil, den Neuer in seiner Entscheidung sieht. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte ihm im Gespräch bestätigt, dass die Entscheidung zur rechten Zeit komme. „Aus freundschaftlicher Sicht hat er gesagt: Er würde den Entschluss absolut verstehen und auch sagen, dass es der richtige Schritt und der richtige Weg ist“, berichtet Neuer.
Trotzdem wird es für ihn ein seltsames Gefühl sein, die ersten Länderspiele nach seinem Rücktritt im September zu beobachten. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, aber ich treffe sie mit einem lachenden Gesicht, weil der Stolz und die Freude überwiegen, dass ich so viele Erfahrungen machen durfte, so viele Kulturen und nette Menschen kennengelernt habe. Deshalb war es für mich dann auch nicht mehr so schwer zu sagen: Es ist jetzt an der Zeit.“
Zuletzt hatte Neuer bereits in einem offenen Brief Einblicke in seine Gefühlswelt nach dem DFB-Rücktritt gegeben: „Ich war zwischen meinem Kopf und meinem Herzen hin- und hergerissen“, schrieb der Bayern-Star. „Mein Herz hat mir gesagt: Du wirst das alles so sehr vermissen. Den Stolz, für dein Land zu spielen, das Gefühl, bei den Jungs zu sein. Aber nachdem ich mit meiner Familie gesprochen habe, fühle ich, dass ich im richtigen Moment Abschied nehme.“
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