Von Frank Hellmann
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Der deutsche Nationaltorhüter stand für den FC Barcelona im Pokal gegen den Drittligisten Guadalajara im Tor. Doch Trainer Hansi Flick eine Sache unmittelbar klar.
Barcelona – Es war ein hartes Stück Arbeit, das der FC Barcelona zu verrichten hatte. Mühsam mit 2:0 nahm der katalanische Renommierklub die Hürde im Pokal beim Drittligisten CD Guadalajara, was jedoch zur Randnotiz verkam. Denn im Tor stand erstmals und letztmals in dieser Saison Marc-André ter Stegen , der irgendwann mal „Messi mit Handschuhen“ getauft wurde.
Marc-André ter Stegen war wieder für Barcelona im Einsatz.
© Rudy Garcia/dpa
Doch so wie die argentinische Ikone bei Barça längst Geschichte ist, dürfte auch der deutsche Nationaltorhüter bald Vergangenheit sein. Das vorweihnachtliche Präsent mit einem Einsatz in diesem Pflichtspiel verknüpfte Trainer Hansi Flick mit einer deutlichen Botschaft. „Wir haben mit dem Trainerstab gesprochen und entschieden, dass er spielt. Nur für dieses Spiel“, stellte der Ex-Bundestrainer klar, der sich bereits für die WM 2022 gegen ter Stegen entschieden und lieber den lange verletzten Manuel Neuer aufgestellt hatte, der das Vertrauen in Katar übrigens nicht rechtfertigte.
Barca holte ter-Stegen-Ersatz für 25 Millionen Euro Doch es liegt nicht an Flick, dass sich der gebürtige Mönchengladbacher auf dem Abstellgleis befindet. Die finanziell klammen Katalanen haben im vergangenen Sommer Joan García für 25 Millionen Euro vom Lokalrivalen Espanyol geholt, der deutlich weniger Gehalt als ter Stegen kostet.
Frank Hellmann.
© peter-juelich.com
Der steht mit 33-Jahren vor der schwierigen Entscheidung, einen Verein zu finden, der ihm einen Stammplatz und am besten internationale Auftritte garantiert. Denn Spielpraxis auf hohem Level fordert Bundestrainer Julian Nagelsmann zu Recht ein; dafür hat Oliver Baumann seine Sache in der WM-Qualifikation zu gut gemacht; dafür war die Zwangspause von ter Stegen nach einer Rückenoperation zu lang.
DFB-Kader für die WM 2026: Wenn Nagelsmann heute nominieren müsste Die Weltmeisterschaft 2026 könnte das nächste bittere große Turnier für Kronprinzen Marc-André ter Stegen darstellen. Verletzungsbedingt – und aufgrund seiner verzwickten Situation beim FC Barcelona – würde der Keeper stand jetzt erneut nicht als Deutsche Nr. 1 mitfahren. Eine mögliche Konsequenz wäre es für Nationaltrainer Julian Nagelsmann, bei Manuel Neuer anzufragen, ob der 39-Jährige für seine fünfte WM in die Nationalmannschaft zurückkehren würde. Woche für Woche beweist der langjährige Nationaltorhüter in der Bundesliga und Champions League seine Extraklasse. Zudem könnte seine Routine einer zuletzt nicht immer sattelfesten Defensive viel geben. Der Ausgang ist jedoch offen. © Eibner-Pressefoto/Jenni Maul/IMAGO Bei einer Neuer-Rückkehr gäbe es mit Oliver Baumann einen weiteren Leidtragenden. Der Hoffenheimer nutzt seine Chance und überzeugt als sicherer Rückhalt im Dress des DFB. So darf sich Baumann im Alter von 35 Jahren berechtigte Hoffnung auf sein erstes großes Turnier als Stammkeeper machen. Die Überfahrt nach Amerika ist jedenfalls sicher. © Karina Hessland-Wissel/IMAGO Wie es für Alexander Nübel nach der Weltmeisterschaft weitergeht, ist offen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dürfte jedoch klar sein, dass der 29-Jährige seinen Platz mindestens als Nr. 3 im deutschen Tor sicher haben dürfte. Daran könnte wohl auch ein mögliches Neuer-Comeback nichts ändern – dieses Szenario wäre nur bei einem Ausfall von Marc-André ter Stegen vermittelbar. © Michael Taeger/IMAGO Bereits bei der Heim-Europameisterschaft offenbarte Julian Nagelsmann, wie wichtig es dem Bundestrainer ist, insgesamt vier Torhüter im Training zu haben. Rund 40 Tage wird die XXL-WM dauern, ein „Trainingsgast“ wie bei der EM 2024 könnte sich da schwieriger darstellen. Für Noah Atubolu könnte dies die Chance sein, mit über den Atlantik zu reisen. Aktuell spielt der 23-Jährige bereits seine dritte Saison als Stammkeeper beim SC Freiburg und sammelt in der Europa League wichtige Erfahrungen. Weitere könnten in Nordamerika folgen – vielleicht sogar für die Rolle als langfristige Nr. 1 beim DFB. © pepphoto/Horst Mauelshagen/IMAGO Joshua Kimmich Wie wichtig Joshua Kimmich für die deutsche Nationalmannschaft ist, bewies der DFB-Kapitän einmal mehr beim entscheidenden Spiel der WM-Qualifikation gegen die Slowakei. Trotz verletzungsbedingten Handicap zählte der Bayern-Spieler wieder zu den besten Protagonisten. Fest steht: ob heute oder im Sommer, Kimmich ist gesetzt. © Moritz Mueller/IMAGO Ridle Baku Für die Rolle hinter dem Captain hat sich Ridle Baku in Position gebracht. In der vergangenen Länderspielpause konnte der Leipziger sogar mit einem eigenen Tor glänzen. Auch aufgrund der Formschwäche der Konkurrenz (u. a. Nnamdi Collins) würde der 27-Jährige aktuell wohl mit zur WM fahren. © IMAGO Jonathan Tah In Luxemburg führte Jonathan Tah die deutsche Nationalmannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld. In diesem Jahr war in der Innenverteidigung hauptsächlich die Frage, wer an der Seite des 29-Jährigen spielt. Bei der Weltmeisterschaft sollte dies, falls er fit bleibt, ebenfalls so sein. © Maximilian Koch/IMAGO Nico Schlotterbeck Im Kampf um den zweiten Platz in der Innenverteidigung hat aktuell Nico Schlotterbeck klar die Nase vorne. Insbesondere die spielerischen Fähigkeiten stechen im Spiel des 25-Jährigen heraus, der sich in den letzten Jahren kontinuierlich auf Top-Niveau gesteigert hat. Als Linksfuß ist der Borusse über die WM hinaus für den linken Part prädestiniert. © IMAGO Malick Thiaw Nach seinem Abgang im Sommer von der AC Mailand ist Malick Thiaw bei Premier-League-Klub Newcastle United mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die vergangenen sechs Ligaspiele bestritt der 24-Jährige über die vollen 90 Minuten. Bei der Nationalmannschaft muss sich der gebürtige Düsseldorfer zwar noch hinten anstellen (fünf Länderspiele), als Back-up dürfte ihm die Berufung jedoch gewiss sein. © Markus Fischer/IMAGO Waldemar Anton In der vergangenen Länderspielpause konnte sich Waldemar Anton nicht von seiner besten Seite präsentieren. In Luxemburg machte der 29-Jährige an der Seite von Ersatzkapitän Tah einen ungewohnt unsicheren Eindruck. Dass er es eigentlich besser kann, beweist der in Usbekistan geborene Innenverteidiger in der Liga. Auch dank Anton hat der BVB aktuell die zweitbeste Defensive der deutschen Beletage. © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO Robin Koch Sollte Bundestrainer Julian Nagelsmann wie bei seinem ersten großen Turnier erneut fünf Innenverteidiger nominieren, würde nach heutigen Stand wahrscheinlich auch Robin Koch ein WM-Ticket bekommen. Doch: Bereits bei der letzten Länderspielpause verzichtete Nagelsmann auf den Innenverteidiger, der in der laufenden Saison immer wieder Probleme hat. Bis zum Sommer kehrt wahrscheinlich auch Antonio Rüdiger zurück, Koch könnte dann schnell zum Streichkandidaten avancieren. © Gabor Baumgarten/SPP/IMAGO David Raum Seinen Platz hat David Raum auf der Position des Linksverteidigers sicher. Im internen Duell mit dem Stuttgarter Maximilian Mittelstädt setzte sich der Leipziger klar durch. Bei fünf von sechs WM-Quali-Spielen stand der gebürtige Nürnberger in der Startaufstellung. Mittelstädt hingegen wurde gar nicht erst nominiert. © Michael Taeger/IMAGO Nathaniel Brown Der Grund: Mit Nathaniel Brown scharrt bereits ein hoffnungsvolles Talent hinter Raum mit den Hufen. Im vergangenen Jahr zählte der 22-Jährige zu den Durchstartern in der Bundesliga und trotz Verletzung, die ihn zu Beginn der Saison geplagt hatte, setzt der Youngster seine beeindruckende Entwicklung fort. © Markus Ulmer/IMAGO Aleksandar Pavlović Dank seines Profils als defensivstarker Mittelfeldspieler hätte Aleksandar Pavlović – im Gegensatz zur Situation beim FC Bayern – einen Platz in der Schaltzentrale des deutschen Mittelfelds sicher. Für den 21-Jährigen bleibt nur zu hoffen, dass der gebürtige Münchner auch bis zum Sommer von Verletzungen und Krankheiten verschont bleibt. Eine Mandelentzündung hatte bereits die Teilnahme bei der Heim-EM 2024 verhindert. © Michael Taeger/IMAGO Leon Goretzka Mit seiner Resilienz überzeugt Leon Goretzka nicht nur beim FC Bayern München. Eine Eigenschaft, die auch bei einer Weltmeisterschaft gefragt ist. Nach seiner Aussortierung ist der 30-Jährige wieder fester Bestandteil der Auswahl von Julian Nagelsmann. Bei jedem Länderspiel in diesem Jahr stand Goretzka auf dem Platz. © Grzegorz Wajda/IMAGO Felix Nmecha Für die Länderspiele in Luxemburg und gegen die Slowakei feierte Felix Nmecha sein Comeback in der Nationalmannschaft. In diesem Jahr hat der 25-Jährige nochmal einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht und im BVB-Mittelfeld unter anderem Pascal Groß den Rang abgelaufen. Trotz großer Konkurrenz würde der gebürtige Hamburger aktuell mit zur WM fahren. © Kirchner-Media/TH/IMAGO Angelo Stiller Zwar wurde Angelo Stiller zuletzt für die finalen beiden Spiele der WM-Quali nicht zur deutschen Nationalmannschaft eingeladen, dennoch darf bezweifelt werden, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann für ein großes Turnier mit nur drei Spielern plant, deren Paradeposition vor der Abwehr ist. Deshalb – und im Hinblick auf den neuen XXL-Modus der Weltmeisterschaft mit noch nie dagewesener Belastung – wäre eine Berufung des Spielmachers vom VfB Stuttgart aktuell wohl keine Überraschung. © Marco Steinbrenner/DeFodi Images/IMAGO Nadiem Amiri Für den Platz im zentralen Mittelfeld könnte allerdings auch einer der wenigen Lichtblicke einer tristen Saison von Mainz 05 infrage kommen. Bislang war Nadiem Amiri in dieser Saison in jeder Länderspielpause nominiert, musste zuletzt allerdings aufgrund von Adduktoren-Beschwerden seine Reise zur DFB-Elf absagen. Gegen Nordirland bewies der Mainzer jedoch auch seinen Wert für den DFB in der offensiven Dreierreihe. In Abwesenheit von Jamal Musiala und Kai Havertz offenbart sich hier ebenfalls ein Back-up-Platz – quasi zwei Fliegen mit einer Klatsche. © Sebastian Bach/IMAGO Leroy Sané So schnell kann es gehen: Innerhalb einer Abstellungsperiode entwickelte sich Leroy Sané im deutschen Team wieder von Zero to Hero. In Luxemburg und gegen die Slowakei bewies der Flügelspieler seine Genialität und verhalf dem DFB-Team zur WM-Teilnahme. In dieser Form ist der 29-Jährige bei einer Weltmeisterschaft unentbehrlich. © Moritz Mueller/IMAGO Serge Gnabry Wie Vereinskollege Goretzka erlebte auch Serge Gnabry eine wundersame Auferstehung. Auch der 30-Jährige zählte zu den Enttäuschten, die nicht für die Europameisterschaft nominiert wurden. Zudem gab es beim FC Bayern München große Zweifel rund um seine Person. In der laufenden Saison belehrt der Offensivspieler seine Kritiker jedoch eines besseren. Bereits für die Qualifikation war der gebürtige Stuttgarter gesetzt – genauso wie bei einer heutigen Nominierung. © Hansjürgen Britsch/IMAGO Florian Wirtz Der dritte in der Dreierreihe stellt sich quasi von selbst auf. In der Premier League kämpft Florian Wirtz noch mit Anlauf-Schwierigkeiten, für die Nationalmannschaft ist der Freigeist jedoch unverzichtbar. Mit zwei Vorlagen gegen die Slowakei unterstrich er dies eindrucksvoll. Seit September 2023 stand der Neuzugang des FC Liverpool in jedem möglichen Länderspiel auf dem Rasen. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. © Karina Hessland-Wissel/IMAGO Kevin Schade Abseits der großen öffentlichen Aufmerksamkeit in der Premier League entwickelte sich Kevin Schade beim FC Brentford zum Schlüsselspieler. Einzig am ersten Spieltag war der Potsdamer nicht in der Startelf vorzufinden und steuerte dabei vier Torbeteiligungen (drei Tore, eine Vorlage) bei. Auch Julian Nagelsmann honorierte die Leistungen des 23-Jährigen und nominierte den pfeilschnellen Flügelspieler nach über einem Jahr erstmals wieder. © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO Jamie Leweling Mit seiner hohen Endgeschwindigkeit kann auch Jamie Leweling jeder Abwehr sehr wehtun. Dennoch zählt der Stuttgarter nur bedingt zum inneren Kreis der Nationalmannschaft. Wenn bis zum Sommer noch einige Schlüsselspieler in der Offensive zurückkehren, könnte es Leweling schwer haben, ein Ticket für die Reise nach Nordamerika zu ergattern. Heute hätte er wie „Konkurrent“ Schade – auch aufgrund der Kontroverse um Karim Adeyemi – eine realistische Chance auf eine Kadernominierung. © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO Karim Adeyemi Damit kommt man zum besonderen Fall des Karim Adeyemis: Sportlich wäre dem 23-Jährigen ein Platz im Aufgebot für die WM 2026 wohl sicher. Mit seinem Strafbefehl und dadurch, dass er diesen vor den Verantwortlichen der Nationalmannschaft verschwiegen hatte, brachte er den DFB in eine heikle Situation. Ob in Hinblick auf diesen Hintergrund Nagelsmann ihn stand jetzt nominieren würde, darf zumindest hinterfragt werden. Glücklicherweise für den Flügelspieler hat er aber noch bis zum Sommer Zeit, Abbitte zu leisten. © pepphoto/Horst Mauelshagen/IMAGO Nick Woltemade Erst im Juni debütierte Nick Woltemade für die deutsche Nationalmannschaft, dennoch ist der 1,98 Meter große Schlaks nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. Vier Tore durfte „Woltemessi“ schon im DFB-Dress bejubeln – alle in den vergangenen drei Länderspielen. Geht die Entwicklung des 23-Jährigen nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch in der Premier League so weiter, wird der Stürmer weit über die WM hinaus den deutschen Angriff prägen. © Grzegorz Wajda/IMAGO Jonathan Burkardt Zehn Torbeteiligungen in den wettbewerbsübergreifend ersten 15 Pflichtspielen stehen für Jonathan Burkardt nach seinem Wechsel zu Eintracht Frankfurt zu Buche. Bei der Nationalmannschaft muss er sich trotz der guten Quote dennoch hinten anstellen und auf seine Chance warten. Als klassischer Mittelstürmer mit gutem Gespür für Räume könnte Burkardt der DFB-Auswahl dennoch viel als Joker geben. © Herbertz/Nico Herbertz/IMAGO Deniz Undav Nach dem ihn ein Bänderanriss im Knie ausgebremst hat, kommt Deniz Undav immer besser in Fahrt. Mit fünf Torbeteiligungen seit Ende Oktober würde ihm seine Form einen Vorteil gegen mögliche Konkurrenten im Sturm wie Maximilian Beier geben. Für eine reale Chance auf die WM im Sommer muss der Stürme diese jedoch konservieren. Bis dahin werden voraussichtlich auch Kai Havertz und Tim Kleindienst wieder fit sein. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO Es wird wohl seine letzte Chance, ein großes Turnier als Nummer ein zu bestreiten. Zu wünschen wäre es ihm, der trotz seines bis 2028 laufenden Vertrags und seiner unbestrittenen Verdienste vielleicht schon das letzte Mal für seinen Arbeitgeber zwischen den Pfosten gestanden hat. In den üppigen Salären der Topstars steckt eben auch einiges an Schmerzensgeld.
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