Mitgliederversammlung 2025

Marmoush-Wechsel zu City: Eintracht-Boss spitzelt gegen anderen Star

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Omar Marmoush wurde von Eintracht Frankfurt mit Tränen und Beifall verabschiedet. Sein Transfer zu Manchester City markiert jedoch einen Wendepunkt.

Frankfurt – Am 17. Januar 2025 bewegten beeindruckende Bilder die Fußballwelt. Eintracht Frankfurt hatte an diesem Freitagabend Borussia Dortmund mit 2:0 besiegt. Omar Marmoush, der Superstar des Teams, war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Spielfeld, sondern verfolgte das Spiel mit seiner Familie aus einer Loge des Vereins. Sein Wechsel zu Manchester City stand kurz vor dem Abschluss, am 23. Januar wurde der Transfer offiziell verkündet.

Marmoush-Verkauf sorgte für große Emotionen bei der Eintracht

Nach dem Spiel verabschiedete Eintracht Marmoush mit tosendem Applaus. Der ägyptische Spieler kam in Zivilkleidung aus den Katakomben und feierte mit seinen Teamkollegen und den Fans vor der Nordwestkurve seinen Abschied. Tränen liefen ihm über das Gesicht, es waren sehr emotionale Momente. Vorstandssprecher Axel Hellmann sagte bei der Mitgliederversammlung am 17. Februar vor etwa 1.250 Fans: „Wir hatten bei seinem Abschied alle eine Träne im Knopfloch.“

Einige Eintracht-Fans äußern im Netz ihr Bedauern über den Abschied von Omar Marmoush (m.), der zu Manchester City wechselt.

Marmoush habe es geschafft, „in kurzer Zeit zu einem Spieler zu werden, der mit seinem Charakter und seiner Spielweise eine große Authentizität verkörpert hat“. Hellmann erklärte weiter: „Marmoush wurde bei uns zum Spieler, der von Manchester City umworben wurde. Er wurde bei uns zu einem Spieler, der einen guten Gehaltssprung machen und die Chance seines Lebens ergreifen kann. Und er wurde bei uns zu seinem Spieler, der gutes Geld in unsere Kasse spült.“

Eintracht-Boss sieht eine Motivation für neue Spieler

Hellmann prophezeite: „Dieser Abschied wird andere Spieler motivieren, zu uns zu kommen.“ Die Verabschiedung im Waldstadion, die Hellmann als „einmalig“ bezeichnete, diente als kostenlose globale Werbung für den Klub. Er fügte hinzu: „Es wird andere Spieler motivieren, zu uns zu kommen. Sie sehen, dass solch ein Transfer ohne Verrenkungen, Streik oder Aktivitäten von Familie und Beratern gesteuert werden kann.“ Dies war ein klarer Seitenhieb auf Randal Kolo Muani, der seinen Wechsel zu Paris Saint-Germain im September 2023 mit viel Aufsehen und unangemessenem Verhalten erzwungen hatte.

So viel Eintracht steckt in Frankfurt: Die besten Spots und Momente in Bildern

Ein berühmtes Zeichen gegen Rassismus in Niederrad – und Würdigung eines der größten Vereinsidole der 1990er, Anthony Yeboah.
Ein berühmtes Zeichen gegen Rassismus in Niederrad – und Würdigung eines der größten Vereinsidole der 1990er, Anthony Yeboah. © Boris Roessler/dpa
Der ehemalige ghanaische Nationalspieler bestritt zwischen 1991 und 1996 insgesamt 156 Spiele für die Eintracht. Am Frankfurter Willy-Brandt-Platz ist Yeboah Teil der „Säulen der Eintracht“, die wichtige Vereinslegenden am Gleis der U-Bahn-Station zeigt.
Der ehemalige ghanaische Nationalspieler bestritt zwischen 1991 und 1996 insgesamt 156 Spiele für die Eintracht. Am Frankfurter Willy-Brandt-Platz ist Yeboah Teil der „Säulen der Eintracht“, die wichtige Vereinslegenden am Gleis der U-Bahn-Station zeigt. © Nicolas Armer/dpa
Auch mit dabei: Bernd Holzenbein, Fußball-Weltmeister von 1974, spielte von 1967 bis 1981 bei Eintracht Frankfurt. Die Vereinsikone starb im April 2024.
Auch mit dabei: Bernd Holzenbein, Fußball-Weltmeister von 1974, spielte von 1967 bis 1981 bei Eintracht Frankfurt. Die Vereinsikone starb im April 2024. © Imago
„Ich bin stolz und glücklich, dass mich die Fans nicht vergessen haben“, sagte Bum Kun Cha bei der Einweihung der Säulen 2013.
„Ich bin stolz und glücklich, dass mich die Fans nicht vergessen haben“, sagte Bum Kun Cha bei der Einweihung der Säulen 2013. © Imago
Der frühere Abwehrchef Uwe Bindewald kam 2013 auch persönlich, um sich die „Säulen der Eintracht“ anzusehen. Neben Bindewald, Hölzenbein, Cha und Yeboah sind Bruno Pezzey, Charly Körbel, Jürgen Grabowski, Uwe Bein, Jay-Jay Okocha, Alexander Schur sowie Trainer Jörg Berger zu sehen.
Der frühere Abwehrchef Uwe Bindewald kam 2013 auch persönlich, um sich die „Säulen der Eintracht“ anzusehen. Neben Bindewald, Hölzenbein, Cha und Yeboah sind Bruno Pezzey, Charly Körbel, Jürgen Grabowski, Uwe Bein, Jay-Jay Okocha, Alexander Schur sowie Trainer Jörg Berger zu sehen. © Nicolas Armer/dpa
Trainer Berger coachte die SGE 1999 zum Klassenerhalt. 5:1 gewannen die Adler am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern. Stürmer Jan-Aage Fjörtoft, Schütze des fünften Tores, sagte später: Berger hätte sogar die Titanic gerettet.
Trainer Berger coachte die SGE 1999 zum Klassenerhalt. 5:1 gewannen die Adler am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern. Stürmer Jan-Aage Fjörtoft, Schütze des fünften Tores, sagte später: „Berger hätte sogar die Titanic gerettet.“ © Imago
Fjörtoft ist heute TV-Experte im norwegischen Fernsehen und besucht gerne Heimspiele der Eintracht.
Fjörtoft ist heute TV-Experte im norwegischen Fernsehen und besucht gerne Heimspiele der Eintracht. © Max Maiwald/Imago
Die Fans haben ihn auch nicht vergessen.
Die Fans haben ihn auch nicht vergessen. © Imago
Aus einem Aprilscherz heraus gründete sich in Frankfurt 2007 eine echte Initiative zur Umbenennung des Walther-von-Cronberg-Platzes in „Jan-Aage-Fjörtoft-Platz“.
Aus einem Aprilscherz heraus gründete sich in Frankfurt 2007 eine echte Initiative zur Umbenennung des Walther-von-Cronberg-Platzes in „Jan-Aage-Fjörtoft-Platz“. © Imago
Die 1990er und 2000er-Jahre blieben für Eintracht Frankfurt titellos und sind mit Ab- und Aufstiegen verbunden. Trotzdem haben es einige Spieler aus dieser Zeit zum Legendenstatus geschafft.
Die 1990er und 2000er-Jahre blieben für Eintracht Frankfurt titellos und sind mit Ab- und Aufstiegen verbunden. Trotzdem haben es einige Spieler aus dieser Zeit zum Legendenstatus geschafft. © Fredrik Von Erichsen/dpa
Torwart Oka Nikolov spielte schon in der U19 für Eintracht Frankfurt – und stand anschließend von 1993 bis 2013 bei den Profis unter Vertrag.
Torwart Oka Nikolov spielte schon in der U19 für Eintracht Frankfurt – und stand anschließend von 1993 bis 2013 bei den Profis unter Vertrag. © Arne Dedert/dpa
Zum Abschied gab‘s eine eigene Choreo für Oka Nikolov.
Zum Abschied gab‘s eine eigene Choreo für Oka Nikolov. © Fredrik Von Erichsen/dpa
Mit spektakulären Choreografien kennen sich die Fans von Eintracht Frankfurt schließlich aus.
Mit spektakulären Choreografien kennen sich die Fans von Eintracht Frankfurt schließlich aus. © IMAGO/Heiko Becker
Und sowieso ist natürlich das Waldstadion der wichtigste Eintracht-Spot in Frankfurt.
Und sowieso ist natürlich das Waldstadion der wichtigste Eintracht-Spot in Frankfurt. © IMAGO/Marcus Hirnschal
Für den WM-Standort Frankfurt 2006 komplett neu gebaut, steht der Deutsche Bank Park an der gleichen Stelle, wie früher das Waldstadion.
Für den WM-Standort Frankfurt 2006 komplett neu gebaut, steht der Deutsche Bank Park an der gleichen Stelle, wie früher das Waldstadion. © Ulrich Hufnagel/Imago
Seitdem wird in der neuen Arena gejubelt und gelitten. Nach turbulenten Zeiten um den Jahrtausendwechsel erlebten die Fans seit 2005 nur noch ein Jahr in der 2. Bundesliga.
Seitdem wird in der neuen Arena gejubelt und gelitten. Nach turbulenten Zeiten um den Jahrtausendwechsel erlebten die Fans seit 2005 nur noch ein Jahr in der 2. Bundesliga. © IMAGO/Revierfoto
Rund um den Deutsche Bank Park ist Eintracht Frankfurt natürlich omnipräsent.
Rund um den Deutsche Bank Park ist Eintracht Frankfurt natürlich omnipräsent. © IMAGO/wolfgang cezanne
Die Bahn-Unterführungen hin zum Stadion lassen keine Fragen offen, wer hier regiert.
Die Bahn-Unterführungen hin zum Stadion lassen keine Fragen offen, wer hier regiert. © Christof Mattes/Imago
Seit dem DFB-Pokalsieg 2018 erstrahlt dieses Graffito am Fanhaus Louisa in Frankfurt.
Seit dem DFB-Pokalsieg 2018 erstrahlt dieses Graffito am Fanhaus Louisa in Frankfurt. © IMAGO/ingo kutsche
Mit 3:1 besiegte Eintracht Frankfurt damals den FC Bayern München im Berliner Olympiastadion. Auf dem Römer wurde anschließend kräftig gefeiert.
Mit 3:1 besiegte Eintracht Frankfurt damals den FC Bayern München im Berliner Olympiastadion. Auf dem Römer wurde anschließend kräftig gefeiert. © Andreas Arnold/dpa
So auch vier Jahre später, als die Eintracht die Europa League nach Frankfurt holte.
So auch vier Jahre später, als die Eintracht die Europa League nach Frankfurt holte. © IMAGO/Florian Ulrich
Im spanischen Sevilla setzte sich die SGE 2022 im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers durch.
Im spanischen Sevilla setzte sich die SGE 2022 im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers durch. © IMAGO/Adam Davy
Die VGF präsentierte daraufhin auch stolz Pokalsiege von Eintracht Frankfurt auf einer Straßenbahn.
Die VGF präsentierte daraufhin auch stolz Pokalsiege von Eintracht Frankfurt auf einer Straßenbahn. © Peter Hartenfelser/dpa
2024 feierte Eintracht Frankfurt zwar keinen Titel, dafür aber seinen 125. Geburtstag.
2024 feierte Eintracht Frankfurt zwar keinen Titel, dafür aber seinen 125. Geburtstag. © Boris Roessler/dpa
Mit mehreren Motiven wurde der Frankfurter Römer angetrahlt.
Mit mehreren Motiven wurde der Frankfurter Römer angetrahlt. © IMAGO/Florian Gaul
Gegründet wurde Eintracht Frankfurt am 8. März 1899.
Gegründet wurde Eintracht Frankfurt am 8. März 1899. © IMAGO/Florian Gaul
Seit 2021 hat Eintracht Frankfurt sogar ein eigenes Straßenschild. Die Adresse lautet nun: Im Herzen von Europa.
Seit 2021 hat Eintracht Frankfurt sogar ein eigenes Straßenschild. Die Adresse lautet nun: Im Herzen von Europa. © Joaquim Ferreira/Imago
Auch beim Frankfurter Fastnachtszug darf die Eintracht natürlich nicht fehlen.
Auch beim Frankfurter Fastnachtszug darf die Eintracht natürlich nicht fehlen. © Helmut Fricke/dpa
2013 trug sogar der T-Rex vorm Senckenberg-Museum in Frankfurt Eintracht-Trikot.
2013 trug sogar der T-Rex vorm Senckenberg-Museum in Frankfurt Eintracht-Trikot. © Daniel Reinhardt/dpa

Der Dank ging auch an die Fans, die Marmoush nach seinen 37 Toren und 20 Vorlagen in 67 Pflichtspielen gefeiert und gewürdigt hatten. Hellmann betonte: „Der Transfer von Omar zeigt unseren Weg bei der Zusammenstellung des Kaders.“ Es gehe darum, Spieler zur richtigen Zeit zu verpflichten und sie dann im passenden Moment weiterziehen zu lassen.

Um auf dem Transfermarkt erfolgreich zu sein, müsse die Eintracht schneller „zuschlagen“ als andere Vereine. Hellmann erklärte: „Selbst dann, wenn wir noch Restzweifel an einem Spieler haben, müssen wir uns die Frage stellen: ‚Halten wir es für möglich, dass er durchstartet?‘“ Der Fokus liege jedoch nicht darauf, Spieler teuer zu verkaufen, sondern auf „sportlichem Erfolg“.

Marmoush-Entwicklung als Paradebeispiel für den Erfolg der Eintracht

Die Entwicklung von Marmoush ist ein Paradebeispiel für den Erfolg der Hessen. Der 26-Jährige kam im Juli 2023 ablösefrei vom VfL Wolfsburg und entwickelte sich innerhalb von 18 Monaten schneller als erwartet. Als ein Klub wie Manchester City Interesse zeigte, war er nicht mehr zu halten.

Solche Erfolge haben Eintracht Frankfurt laut DAZN-Experte Sebastian Kneißl zum „besten Sprungbrett in Europa“ gemacht. Hellmann unterstrich: „Wir müssen Spieler holen, die das packen können und brauchen dafür ein Trainerteam, das diese Spieler zu Topstars formen kann.“

Trainer Dino Toppmöller spielte eine entscheidende Rolle in Marmoushs Entwicklung. Er erkannte in ihm das Potenzial eines Neuners und gab ihm die nötigen Werkzeuge an die Hand. Seine wichtigste Botschaft war, dass Marmoush bei seinen Abschlüssen einen Plan haben solle. Die Umsetzung war nahezu perfekt.

City-Angebot lag über den Erwartungen der Eintracht-Führung

Dieses Erfolgsmärchen konnte nur geschrieben werden, weil der Klub im Sommer zuvor ein Angebot in Höhe von 25 Millionen Euro ablehnte. Sportvorstand Markus Krösche war von Marmoush überzeugt und wurde wenige Monate später bestätigt. Der Nationalstürmer wechselte für eine Summe, die im direkten Umfeld niemand erwartet hatte. Um solche Transfers im Bereich der 80-Millionen-Euro-Marke nicht zur Ausnahme werden zu lassen, will die Eintracht ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen.

Rubriklistenbild: © Jan Huebner / Imago

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