Matthäus legt im Zoff mit Hoeneß nach – und feuert plötzlich auch gegen Eberl
VonPhilipp Kuserau
schließen
Lothar Matthäus gegen die Bayern-Führung: Der Rekordnationalspieler erhöht den Druck auf Uli Hoeneß und kritisiert plötzlich auch Sportvorstand Max Eberl.
München – Die Fronten sind verhärtet, die Worte scharf: Lothar Matthäus sieht schwarz für eine Versöhnung mit Uli Hoeneß. Doch der Rekordnationalspieler belässt es nicht bei der Abrechnung mit dem Bayern-Ehrenpräsidenten – auch Sportvorstand Max Eberl bekommt sein Fett weg.
Zoff zwischen Lothar Matthäus und Uli Hoeneß geht in die nächste Runde
Die Beziehung zwischen Matthäus und dem Bayern-Ehrenpräsidenten scheint endgültig zerrüttet. „Sich mit Uli Hoeneß an einen Tisch zu setzen, macht keinen Sinn mehr“, erklärte der 64-Jährige in einem Interview der Sport Bild. Seine Begründung ist so klar wie schmerzhaft: „So wie ich sein Lebenswerk respektiere, kann er das umgekehrt anscheinend nicht.“
Der jüngste Streit entzündete sich an Matthäus‘ Kommentar zu einer möglichen Ablösesumme von 80 bis 100 Millionen Euro für VfB-Stürmer Nick Woltemade. Hoeneß reagierte darauf mit der Bemerkung, Matthäus habe „nicht mehr alle Tassen im Schrank“. Doch der Rekordnationalspieler zeigt sich unbeeindruckt: „Ich bin die Attacken von Uli Hoeneß seit 20, 25 Jahren gewohnt. Daher prallt das an mir ab.“
Bayerns Transferbegehren um Woltemade löste Streit zwischen Matthäus und Hoeneß aus
Matthäus wirft Hoeneß vor, in seiner eigenen Welt zu leben: „Er verlangt einerseits für eigene Spieler sehr hohe Summen – bei Jamal Musiala soll sich eine mögliche Ausstiegsklausel bei rund 180 Mio. bewegen –, sieht aber auf der anderen Seite nicht ein, dass Spieler von anderen Klubs auch ihren Preis haben.“
Beim umstrittenen Woltemade-Deal vertritt Matthäus eine differenzierte Position. Zwar bezeichnet er den Nationalspieler als „super Spieler“, äußert aber Bedenken über einen sofortigen Wechsel. Seine Alternative: „Eine Option wäre, dass er noch ein Jahr in Stuttgart bleibt, dann nach der WM 2026 zu den Bayern kommt.“ Gleichzeitig stellt er die taktische Passung infrage: „In das System, das Kompany ein Jahr lang gewählt hat, passt er nicht rein.“
Neben Hoeneß nimmt Matthäus auch Bayern-Vorstand Eberl ins Visier
Überraschend nimmt Matthäus auch Sportvorstand Max Eberl ins Visier. Seine Kritikpunkte sind vielfältig: „Es gibt Dinge, die nicht gut liefen: die Trainersuche im vergangenen Jahr, auch wenn Max Eberl am Ende ein gutes und glückliches Händchen hatte. Der Wirtz-Deal hat nicht geklappt.“
Besonders das Bild nach außen missfällt dem Rekordnationalspieler: „Die Außendarstellung bei Thomas Müller, bei Leroy Sané oder die Reise von einigen Spielern nach Ibiza waren nicht Bayern-like.“ Eberl mache zu viele Dinge, die „wie ein Bumerang“ zurückkämen. Matthäus‘ Urteil fällt entsprechend hart aus: „In seiner Außendarstellung ist mir Max Eberl oft zu süffisant, er versucht, Dinge wegzulächeln und attackiert sein Gegenüber. Eberl muss einfach souveräner werden.“