Zehn Jahre Wembley: Macher von damals spricht

Sammer über Bayerns Stärken und CL-Finale gegen BVB: „Für mich das Geheimnis des ‚Mia san mia‘“

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Vor zehn Jahren stand der FC Bayern im Finale der Champions League. Gegner damals: Borussia Dortmund. Matthias Sammer blickt im tz-Interview zurück.

München – Vor exakt einem Jahrzehnt sah die Welt des FC Bayern anders aus als im Moment. Die Mannschaft war auf dem Weg nach London, das Finale der Champions League gegen Borussia Dortmund stand an – und der Ausgang ist bekannt: Am 25. Mai wurde im Wembley-Stadion Geschichte geschrieben. Das erste Triple der Vereinsgeschichte stand am Ende der Premieren-Saison von Matthias Sammer als Sportvorstand.

Für das große Interview zum Jubiläum hat sich der 55-Jährige viel Zeit genommen. Ein Gespräch über frühere Zeiten – und Lehren für die Zukunft.

FC Bayern München - Borussia Dortmund 2:1 (0:0)
FC Bayern: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Schweinsteiger, Javi Martinez - Robben, Müller, Ribery (ab 90.+1 Luiz Gustavo)- Mandzukic (ab 90.+4 Gomez)
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - S. Bender (ab 90. Sahin) , Gündogan - Blaszczykowski (ab 90. Schieber), Reus, Großkreutz
Tore: 1:0 Mandzukic (60.), 1:1 Gündogan (68., Elfmeter), 2:1 Robben (89.)

Matthias Sammer im großen Interview über das Triple und das Geheimnis des „Mia san mia“

Herr Sammer, wie oft haben Sie sich das Endspiel von Wembley in den vergangenen zehn Jahren angesehen?
Nicht ein Mal. Ich habe immer mal wieder Sequenzen gesehen, mal die Tore, mal das Gegentor. Aber nie das ganze Spiel.
Geht Ihr Blick generell eher nach vorne?
Immer! Wobei ich einen Leitsatz habe: Es gibt keine richtig gute Zukunft ohne Vergangenheit. Die Vergangenheit ist ein Korrektiv, um mögliche Fehler für die Zukunft zu vermeiden. Ich bin ja jetzt auch schon einen Tag älter, da kommt es in der Diskussion manchmal so rüber, als sei man ein ewig Gestriger. Ich kontere dann: Ich lebe in der Analyse der Vergangenheit, um die Zukunft besser zu machen.
Matthias Sammer (2.v.l.) gewann 2013 mit dem FC Bayern die Champions League.

FC Bayern gegen BVB im Champions-League-Finale: Javi Martinez als Erfolgsgarant

Gibt es für Sie eine besonders prägnante Szene aus diesem Endspiel?
Javi Martinez!
Nicht Arjen Robben?
Das Tor, na klar! Aber mir ist mindestens genauso ein Zweikampf von Javi Martinez nach etwa der Hälfte der ersten Halbzeit hängen geblieben. Die erste Halbzeit war schwierig für uns, da hat man gesehen, welche Last auf den Spielern lag. Philipp Lahm sagte später zu mir: „Ich habe in meinem Leben noch nie so schwere Beine gehabt wie in dieser Anfangsphase.“ Da ist mir dieser Zweikampf von Javi als Signal geblieben.

Champions-League-Sieger seit 1992/93 – bekommen Sie noch alle zusammen?

Champions-League-Sieger der Saison 1992/93: Olympique Marseille. Der deutsche Rudi Völler konnte als einer der ersten Spieler den „neuen“ Pokal in die Höhe recken. 1992 hieß der Wettbewerb zum ersten Mal „Champions League“.
Champions-League-Sieger der Saison 1992/93: Olympique Marseille. Der deutsche Rudi Völler konnte als einer der ersten Spieler den „neuen“ Pokal in die Höhe recken. 1992 hieß der Wettbewerb zum ersten Mal „Champions League“. © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1993/94: AC Mailand. Mit einem 4:0 gegen den FC Barcelona setzte sich das Team von Fabio Capello (mit Anzug) durch. Daniele Massaro (rechts) traf sogar doppelt. Für Paolo Maldini (links) sollte es nicht der letzte Titel gewesen sein.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1994/95: Ajax Amsterdam gewinnt im Ernst-Happel-Stadion mit 1:0 gegen Vorjahressieger AC Mailand. Torschütze: Patrick Kluivert.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1995/96: Juventus Turin gewinnt im Elfmeterschießen gegen Titelverteidiger Ajax Amsterdam. Hier links ist Fabrizio Ravanelli, der in der regulären Spielzeit zum 1:0 traf, später glich Jari Litmanen aus.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1996/97: Borussia Dortmund. Die Dortmunder gewinnen im Olympiastadion München mit 3:1, wieder hat der Titelverteidiger das Nachsehen, in dem Fall Juventus Turin. Legendär: das Lupfer-Tor von Lars Ricken.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1997/98: Wieder jubelt ein Deutscher, dieses Mal Jupp Heynckes, als Trainer von Real Madrid. Die Königlichen holen durch ein 1:0 gegen Juventus Turin ihren ersten Titel der Champions League.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1998/99: Manchester United. Die schmerzhaftesten drei Minuten der Fußballgeschichte des FC Bayern. Mitten drin: Teddy Sheringham, der für Tränen auf den deutschen Wangen sorgte. 2:1 gewannen die Red Devils.  © Phil Noble via www.imago-images.de
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Champions-League-Sieger der Saison 1999/00: Real Madrid. Fernando Morientes, Steve Mcmanaman und Raul sorgen für ein souveränes 3:0 gegen Valencia CF. Die niedergeschlagenen Gegner durften ihr Glück ein Jahr später gleich nochmal probieren ... © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
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... und verloren gegen den Champions-League-Sieger der Saison 2000/01: FC Bayern München. Unvergessen die Stimme von Marcel Reif. „Kahn, die Bayern!“ - der Titan war im Elfmeterschießen der Held. Der erste Titel des FCB.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2001/2002: Real Madrid gewinnt im Finale gegen Bayer Leverkusen. Ein Tor wie ein Gemälde erzielte Zinedine Zidane, der nicht nur als Spieler die Champions League gewann.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2002/2003: AC Mailand. Hier im Bild: Andrij Shevchenko verwandelt den entscheidenden Elfmeter gegen Gianluigi Buffon. Juventus Turin abermals im Finale unterlegen. Für den AC Mailand der zweite Erfolg seit 93/94. © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2003/04: FC Porto und die Geburtstunde von Jose Mourinho. Hier im Bild die portugiesische Legende Deco, die später mit dem FC Barcelona einige Erfolge feiern konnte. Im Finale in Gelsenkirchen besiegte Porto AS Monaco.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2004/2005: FC Liverpool. Die Briten gewinnen das bis dato verrückteste Finale und holen einen 0:3-Rückstand gegen AC Mailand auf. Im Elfmeterschießen tanzt sich Jerzy Dudek zur Vereinslegende (hier auf dem Bild über dem Pokal mit Torwarthandschuhen) © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
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Champions-League-Sieger der Saison 2005/2006: FC Barcelona. Im Finale gegen Arsene Wengers Arsenal London gewinnen die Katalenen mit 2:1. Jens Lehmann sieht früh die Rote Karte. Die Führung durch Sol Campbell kann Barca durch Eto‘o und Belletti drehen.  © imago / Migueles Sportsfoto
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Champions-League-Sieger der Saison 2006/2007: AC Mailand. Der doppelte Pippo Inzaghi sorgt für den Erfolg gegen FC Liverpool. Die Rache nach der Blamage 2005. Dirk Kuyts Anschlusstreffer kommt in der 89. Minute zu spät.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2007/08: Manchester United. Im Elfmeterschießen rutscht Chelseas John Terry aus, Michael Ballack wird mal wieder Zweiter. Den entscheidenden Elfmeter hält van der Sar gegen Anelka und die Red Devils jubeln.  © Martin Rickett / imago
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Champions-League-Sieger der Saison 2008/2009: FC Barcelona. Hier im Bild Thierry Henry, Pep Guardiola mit Haaren und ein unschuldig wirkender Lionel Messi. 2:0 gegen Titelverteidiger Manchester United.  © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
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Champions-League-Sieger der Saison 2009/2010: Inter Mailand. Der Herr mit dem Pokal auf dem Kopf ist Javier Zanetti. Der Kapitän durfte sich den neuen Hut nach einem Sieg gegen den FC Bayern München aufsetzen. Diego Milito traf zweimal, Jose Mourinho feiert seinen zweiten CL-Titel.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2010/2011: FC Barcelona. Wie schon 2009 gewinnt Barca gegen Manchester United. Dieses Mal mit 3:1. Pedro, David Villa und Lionel Messi trafen, zwischenzeitlich glich Wayne Rooney aus.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2011/2012: FC Chelsea. Finale Dahoam geht schief. Der über 90 Minuten überlegene FC Bayern bekommt spät den Ausgleich und ist vom Punkt einfach schlechter. Sowohl in der Verlängerung (Arjen Robben) als auch im Elfmeterschießen (Olic, Schweinsteiger) versagen die Nerven. Doch die Trauer war nur von kurzer Zeit, denn ... © imago sportfotodienst
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... der Champions-League-Sieger 2012/2013 hieß FC Bayern München. Die Geister des vergangenen Jahres wurden ausgetrieben. Die Münchner feierten ihr Triple und Arjen Robben oder Bastian Schweinsteiger rehabilitierten sich mit dem 2:1-Triumph über Borussia Dortmund im Wembley.  © Elmar Kremser/SVEN SIMON via www.imago-images.de
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Champions-League-Sieger der Saison 2013/14: Real Madrid. Im Stadtderby gegen Atletico Madrid gewannen die Königlichen 4:1 nach Verlängerung. Das Tor zum 4:1 bedeutete Cristiano Ronaldo so viel, dass er sogar noch sein Trikot auszog.  © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
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Champions-League-Sieger der Saison 2014/2015: FC Barcelona. Im Berliner Olympiastadion krönen sich die Katalanen ein weiteres Mal. Marc-Andre ter Stegen sorgt für die deutsche Note (vorne liegend). Beim 3:1 gegen Juventus waren Ivan Rakitic, Luis Suarez und Neymar erfolgreich, Alvaro Morata glich zwischenzeitlich aus.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2015/2016: Real Madrid. Wieder Stadtderby gegen Atletico, wieder heißt der Sieger Real. Dieses Mal aber „erst“ nach dem Elfmeterschießen. Real begann, traf alles, dann schoss Juanfran an den Pfosten, ehe Cristiano Ronaldo den Deckel drauf machte.  © Kieran Mcmanus/BPI/Shutterstock via www.imago-images.de
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Champions-League-Sieger der Saison 2016/2017: Real Madrid. Im walisischen Cardiff muss Juventus Turin dran glauben. 4:1 werden die Italienier vermöbelt, wobei Mario Mandzukic für die Alte Dame ein Traumtor erzielt. Der Ausgleich nach der Ronaldo-Führung war nicht genug, es legten Casemiro, wieder Ronaldo und Asensio nach.  © Raddad Jebarah / Imago
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Champions-League-Sieger der Saison 2017/2018: Real Madrid zum dritten Mal in Folge. Im Spiel gegen Liverpool verletzt sich erst Mo Salah nach einem Foul von Sergio Ramos früh, dann hat Loris Karius Kopfschmerzen und patzt gegen Karim Benzema. Zweimal Gareth Bale (darunter ein Fallrückzieher) war dann zu viel für Klopps Liverpool, die in Person von Sadio Mané sogar den Ausgleich schossen. Doch es dauerte nicht lange, bis Liverpool jubeln konnte ... © IMAGO/Matt West/BPI/Shutterstock
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... als Champions-League-Sieger der Saison 2018/2019: FC Liverpool. Klopp bringt den Pokal nach 2005 wieder in die Stadt. Salah und Origi sorgen für das 2:0 gegen die Tottenham Hotspurs. .jpg © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Champions-League-Sieger der Saison 2019/2020: FC Bayern München. In einem leeren Stadion in Lissabon waren die Münchner unter Hansi Flick wieder erfolgreich. Kingsley Coman köpfte das entscheidende Tor gegen Paris Saint-Germain und füllte damit die Leopoldstraße in München in der warmen Augustnacht.  © Peter Schatz / Imago
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Champions-League-Sieger der Saison 2020/2021: FC Chelsea. Thomas Tuchel schlägt im Finale Pep Guardiolas Manchester City. Torschütze: Kai Havertz. Ein deutscher Erfolgsabend, bei dem auch Antonio Rüdiger und Timo Werner jubelten, aber dabei auch ihren DFB-Teamkameraden Ilkay Gündogan trösten mussten.  © Adam Davy via www.imago-images.de
FC Liverpool - Real Madrid
Champions-League-Sieger der Saison 2021/2022: Real Madrid. Wieder gewinnen die Königlichen. In einem völlig irren Spiel gegen Liverpool ist vor allem Torwart Thibeaut Courtois der Held der Madrilenen, der mehrere Großchancen hielt. Das goldene Tor des Tages schoss Vinicius Jr. Toni Kroos ist zum fünften Mal CL-Sieger.  © Frank Augstein / dpa / Picture Alliance
Champions-League-Sieger der Saison 2022/23: Manchester City. Unter der Leitung von Guardiola holte Manchester City den ersten CL-Titel in der Vereinsgeschichte. Dank eines Treffers von Mittelfeldspieler Rodri wurde Inter Mailand mit 1:0 bezwungen. Kapitän bei den „Skyblues“: DFB-Star Ilkay Gündogan.
Champions-League-Sieger der Saison 2022/23: Manchester City. Unter der Leitung von Guardiola holte Manchester City den ersten CL-Titel in der Vereinsgeschichte. Dank eines Treffers von Mittelfeldspieler Rodri wurde Inter Mailand mit 1:0 bezwungen. Kapitän bei den „Skyblues“: DFB-Star Ilkay Gündogan. © ANP / Imago Images
Champions-League-Sieger der Saison 2023/24: Real Madrid. Am Ende der Saison 23/24 durfte mal wieder Real jubeln. Nachdem der CL-Rekordsieger im Halbfinale noch den FC Bayern ausschaltete, war im Endspiel der BVB fällig. Dani Carvajal und Vinivius Jr. erzielten die Treffer beim 2:0-Erfolg.
Am Ende der Saison 23/24 durfte mal wieder Real Madrid jubeln. Nachdem der CL-Rekordsieger im Halbfinale noch den FC Bayern ausschaltete, war im Endspiel der BVB fällig. Dani Carvajal und Vinivius Jr. erzielten die Treffer beim 2:0-Erfolg. © Pressinphoto / Imago Images
Das Ende einer langen Reise: Seit dem Einstieg des katarischen Staatsfonds war der Gewinn der Königsklasse als Ziel ausgerufen worden. Im Finale von München unterstrichen sie diese Ambition eindrücklich und besiegten Inter Mailand mit 5:0.
Champions-League-Sieger der Saison 2023/24: Paris St.-Germain. Das Ende einer langen Reise: Seit dem Einstieg des katarischen Staatsfonds war der Gewinn der Königsklasse als Ziel ausgerufen worden. Im Finale von München unterstrichen sie diese Ambition eindrücklich und besiegten Inter Mailand mit 5:0. © IMAGO/Gonzales Photo/Tommaso Fimiano
Als Zeichen ans Team?
Javi war – wie in vielen Finals – der Gamechanger. Diese Präsenz habe ich heute noch im Kopf. Er war der Erste, der gezeigt hat: Moment! So geht es in die falsche Richtung. Wir müssen uns wehren, dagegenstemmen! Mit seiner Wucht in den Zweikämpfen ist er mir als derjenige in Erinnerung geblieben, der das Blatt gewendet hat. Javi war unglaublich!
Karl-Heinz Rummenigge hat später zugegeben, in den Tagen vor dem Finale ein dauerhaftes Bauchgrummeln gehabt zu haben. Wie ging es Ihnen?
Für mich, mit meiner Geschichte, war es schon speziell gegen die Dortmunder. Obwohl ich aber elfeinhalb Jahre in Dortmund gespielt und gelebt habe, war mein Arbeitgeber der FC Bayern – und ich habe mich auf das fokussiert, was ich wusste: Wir haben einen super Trainer, gute Spieler, eine tolle Saison im Rücken, aber wir haben auch eine Geschichte. Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger waren bis zu diesem Zeitpunkt die sogenannte „Loser-Generation“. All das habe ich versucht, aufzunehmen, wahrzunehmen – und mich gefragt, was kann ich für das gute Gefühl tun, das das Team, aber auch jeder Einzelne braucht. Ich wollte Sicherheit geben, Selbstvertrauen. Jeden Tag, auch in den Tagen vor Wembley.

Sammer über Rummenigge vor CL-Finale gegen BVB: „Kann verstehen, dass Kalle Bauchgrummeln hatte“

Waren Sie vom Weg vor dem Finale überzeugt?
Ich wusste nicht, ob wir dieses Finale gewinnen. Aber wir waren außergewöhnlich gut, hatten in dieser Saison bereits Unglaubliches geleistet. Wir durften einfach die Nerven nicht verlieren. Wir mussten uns auf die Qualität des Einzelnen und der Mannschaft fokussieren – so wurde es sehr wahrscheinlich, dass wir gewinnen. Wir waren super drauf! Trotzdem kann ich verstehen, dass Kalle (Rummenigge, Anm.d.Red.) Bauchgrummeln hatte. Denn der hatte die Niederlage im Jahr davor ja mitgemacht.
Bayern-Reporter Hanna Raif (l.) und Manuel Bonke (r.) mit Matthias Sammer.
War das Ihr Vorteil – erst nach dem verlorenen „Finale dahoam“ verpflichtet worden zu sein?
Ein entscheidender sogar. Ich konnte ja von Anfang an anders an die Sache rangehen und wirken, weil ich nicht vorbelastet war. Nehmen wir als Beispiel Arjen Robben!
Gerne!
Da gab es nach dem Finale dahoam dieses Spiel FC Bayern gegen Holland, bei dem er ausgepfiffen wurde. Ich bin sofort zu ihm hin und habe gesagt: „Arjen, du bist ein super Spieler. Und solange ich da bin, wirst du meinen Schutz spüren. Ich werde jeden attackieren, der über dich irgendetwas Negatives sagt.“ So baut man eine Bande auf. Auf diese Art habe ich mich mit jedem beschäftigt, aber auch mit der Gruppe. Für den Trainer war das natürlich ungewohnt.

Hätten Sie‘s gewusst? 20 Fußball-Stars mit überraschenden Karriere-Stationen

Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an.
Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an. © Miguelez Sports Foto/imago
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.  © Pro Shots/imago
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.  © HochZwei/International/imago
Ailton im Trikot vom FC Oberneuland
Ailton: Der gebürtige Brasilianer avancierte bei Werder Bremen zum Publikumsliebling und wurde mit dem Verein 2004 Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Nach dem Double-Erfolg wechselte Ailton für ein Jahr zu Schalke 04. Danach folgten zahlreiche Stationen, unter anderem in der Türkei, Serbien, der Schweiz, Österreich und China. 2010 kehrte Ailton nach Bremen zurück, um für den dortigen Regionalligisten FC Oberneuland zu spielen.  © picture point/imago
Stefan Effenberg Die Spieler des AC Florenz fotografiert beim Serie A Spiel AC Florenz gegen den AS
Stefan Effenberg: Nach einer Saison, in der Bayern München die Bundesliga auf Platz Zehn beendete, zog es den „Tiger“ im Sommer 1992 nach Italien. „Effe“ wechselte zum AC Florenz, ein Jahr spielte er für den Verein sogar in der zweiten italienischen Liga, der Serie B. Nach zwei Jahren in Florenz kehrte Effenberg zurück nach München.  © HJS/imago
Luis Suarez: Von seinem Heimat-Verein Nacional Montevideo zog Luis Suarez 2006 nach Europa. Bevor der Uruguayer aber für Ajax Amsterdam, den FC Liverpool, den FC Barcelona und Atletico Madrid kickte, schloss sich Suarez mit 19 Jahren zunächst noch dem FC Groningen an. Für den Verein der niederländischen Eredivisie spielte „der Beißer“ ein Jahr.
Luis Suarez: Von seinem Heimat-Verein Nacional Montevideo zog Luis Suarez 2006 nach Europa. Bevor der Uruguayer aber für Ajax Amsterdam, den FC Liverpool, den FC Barcelona und Atletico Madrid kickte, schloss sich Suarez mit 19 Jahren zunächst noch dem FC Groningen an. Für den Verein der niederländischen Eredivisie spielte „der Beißer“ ein Jahr.  © ANP/imago
Jürgen Klinsmann: Kurz nach dem verlorenen EM-Finale gegen Dänemark 1992 wechselte Jürgen Klinsmann zur AS Monaco. Zuvor hatte er drei Jahre bei Inter Mailand gespielt. In Italien wurde Klinsmann mit der Nationalmannschaft 1990 auch Weltmeister.
Jürgen Klinsmann: Kurz nach dem verlorenen EM-Finale gegen Dänemark 1992 wechselte Jürgen Klinsmann zur AS Monaco. Zuvor hatte er drei Jahre bei Inter Mailand gespielt. In Italien wurde Klinsmann mit der Nationalmannschaft 1990 auch Weltmeister.  © HJS/imago
Claudio Pizarro
Claudio Pizarro: Sein Vertrag mit dem FC Bayern München wurde nicht verlängert. Also wechselte Claudio Pizarro 2007 ablösefrei zum FC Chelsea. In England konnte sich der Stürmer aber nicht durchsetzen. Also kehrte er nach einem Jahr zunächst auf Leihbasis zu Werder Bremen zurück. 2009 stimmte Chelsea dann einer dauerhaften Rückkehr Pizarros an die Weser zu.  © Colorsport/imago
Carsten Jancker
Carsten Jancker: Seine Stationen bei Udinese Calcio und beim 1. FC Kaiserslautern waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. Also flüchtete Carsten Jancker, 2002 noch Teil der Nationalmannschaft, im Jahr 2006 nach China. Doch auch bei Shanghai Shenhua drückte Jancker mehr die Bank. Nach einem halben Jahr zog der Stürmer wieder zurück nach Europa und stand bis 2009 noch für den österreichischen SV Mattersburg unter Vertrag.  © Imagechina/imago
Lukas Podolski: Ein Weltmeister in Japan: 2017 wechselte Lukas Podolski im Herbst seiner Karriere zum japanischen Klub Vissel Kobe. Bei seinem Pflichtspieldebüt am 29. Juli 2017 im Heimspiel gegen Ōmiya Ardija schoss er zwei Tore. Am Neujahrstag 2020 gewann Podolski mit Vissel Kobe den japanischen Kaiserpokal. Gemeinsam mit dem deutschen Trainer Thorsten Fink und dem spanischen Weltmeister Andres Iniesta. Das Pokal-Finale war gleichzeitig Podolskis Abschiedsspiel in Japan. Danach wurde der Vertrag mit dem damals 34-Jährigen nicht verlängert. Im Januar 2020 unterschrieb Podolski in der türkischen Süper Lig bei Antalyaspor. 2021 wechselte der gebürtige Pole zum polnischen Erstligisten Gornik Zabrze.
Lukas Podolski: Ein Weltmeister in Japan: 2017 wechselte Lukas Podolski im Herbst seiner Karriere zum japanischen Klub Vissel Kobe. Bei seinem Pflichtspieldebüt am 29. Juli 2017 im Heimspiel gegen Ōmiya Ardija schoss er zwei Tore. Am Neujahrstag 2020 gewann Podolski mit Vissel Kobe den japanischen Kaiserpokal. Gemeinsam mit dem deutschen Trainer Thorsten Fink und dem spanischen Weltmeister Andres Iniesta. Das Pokal-Finale war gleichzeitig Podolskis Abschiedsspiel in Japan. Danach wurde der Vertrag mit dem damals 34-Jährigen nicht verlängert. Im Januar 2020 unterschrieb Podolski in der türkischen Süper Lig bei Antalyaspor. 2021 wechselte der gebürtige Pole zum polnischen Erstligisten Gornik Zabrze.  © Aflosport/imago
Stephan Lichtsteiner FC Augsburg
Stephan Lichtsteiner: Sieben Mal wurde Stephan Lichtsteiner mit Juventus Turin Italienischer Meister. Nach sieben Jahren in Italien wechselte der Schweizer 2018 zunächst ablösefrei nach England zum FC Arsenal. 2019 zog es den rechten Verteidiger dann in die Bundesliga. Lichtsteiner schloss sich dem FC Augsburg an, wo er 2020 seine Karriere beendete.  © Frank Hoermann/Sven Simon/imago
Serge Gnabry: Lange bevor sich Serge Gnabry dem FC Bayern München anschloss, spielte er zunächst in England. 2011, mit 16 zog er nach London zum FC Arsenal. Zu Beginn der Saison 2015 wechselte Gnabry auf Leihbasis zu West Bromwich Albion, wo er allerdings kaum zum Zug kam.
Serge Gnabry: Lange bevor sich Serge Gnabry dem FC Bayern München anschloss, spielte er zunächst in England. 2011, mit 16 zog er nach London zum FC Arsenal. Zu Beginn der Saison 2015 wechselte Gnabry auf Leihbasis zu West Bromwich Albion, wo er allerdings kaum zum Zug kam.  © Joe Toth/BPI/Shutterstock/imago
Hansi Flick: Nach fünf Jahren beim FC Bayern München suchte Hansi Flick im Sommer 1990 eine neue Herausforderung. Ein Wechsel zum amtierenden Vizemeister, dem 1. FC Köln, lag da auf der Hand. Drei Jahre spielte der spätere Bundestrainer für die Geißböcke, ehe er 1993 mit 28 Jahren seine Karriere beenden musste.
Hansi Flick: Nach fünf Jahren beim FC Bayern München suchte Hansi Flick im Sommer 1990 eine neue Herausforderung. Ein Wechsel zum amtierenden Vizemeister, dem 1. FC Köln, lag da auf der Hand. Drei Jahre spielte der spätere Bundestrainer für die Geißböcke, ehe er 1993 mit 28 Jahren seine Karriere beenden musste.  © Horstmüller/imago
Cesc Fabregas: Ein Weltmeister und zweifacher Europameister in der zweiten italienischen Liga, der Serie B: Der Verein Como Calcio verpflichtete im Juli 2022 keinen geringeren als den spanischen Mittelfeldspieler Cesc Fabregas. Fabregas, der mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und dem FC Arsenal Titel gesammelt hat, will im Herbst seiner Karriere nicht einfach nur noch etwas weiterspielen. Er habe vor, Como Calcio zurück in die Serie A zu führen, erklärte Fabregas nach seinem Wechsel nach Norditalien.
Cesc Fabregas: Ein Weltmeister und zweifacher Europameister in der zweiten italienischen Liga, der Serie B: Der Verein Como Calcio verpflichtete im Juli 2022 keinen geringeren als den spanischen Mittelfeldspieler Cesc Fabregas. Fabregas, der mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und dem FC Arsenal Titel gesammelt hat, will im Herbst seiner Karriere nicht einfach nur noch etwas weiterspielen. Er habe vor, Como Calcio zurück in die Serie A zu führen, erklärte Fabregas nach seinem Wechsel nach Norditalien.  © Nicolas Morassutti/imago
Ronaldo: Er war gerade 17 Jahre alt, und hatte ein Jahr zuvor als Profi bei Cruzeiro Belo Horizonte debütiert, da zog es den Brasilianer Ronaldo nach Europa. Mit 17 Jahren unterschrieb der Mittelstürmer, der später in seiner Heimat „Ronaldo fenomeno“ genannt wurde, bei der PSV Eindhoven. Es folgte eine große Karriere mit Stationen unter anderem beim FC Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid.
Ronaldo: Er war gerade 17 Jahre alt, und hatte ein Jahr zuvor als Profi bei Cruzeiro Belo Horizonte debütiert, da zog es den Brasilianer Ronaldo nach Europa. Mit 17 Jahren unterschrieb der Mittelstürmer, der später in seiner Heimat „Ronaldo fenomeno“ genannt wurde, bei der PSV Eindhoven. Es folgte eine große Karriere mit Stationen unter anderem beim FC Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid.  © Pro Shots/imago
Mo Salah: Es war während der U20-Weltmeisterschaft 2011 in Kolumbien. Da wurde der FC Basel auf einen jungen Ägypter aufmerksam, der schon damals mit seinem Antritt und seiner Schnelligkeit für Furore sorgte: Mo Salah. 2012 nahmen die Schweizer Salah unter Vertrag. Unter traurigen Umständen. Nach Ausschreitungen im Stadion von Port Said, bei denen 74 Fans starben, wurde die Saison in Ägypten abgebrochen. Der Fußball in dem nordafrikanischen Land kam zunächst einmal zum Erliegen. Dem späteren Star-Stürmer des FC Liverpool, verhalf der Wechsel in die Schweiz aber zu seinem Durchbruch in Europa.
Mo Salah: Es war während der U20-Weltmeisterschaft 2011 in Kolumbien. Da wurde der FC Basel auf einen jungen Ägypter aufmerksam, der schon damals mit seinem Antritt und seiner Schnelligkeit für Furore sorgte: Mo Salah. 2012 nahmen die Schweizer Salah unter Vertrag. Unter traurigen Umständen. Nach Ausschreitungen im Stadion von Port Said, bei denen 74 Fans starben, wurde die Saison in Ägypten abgebrochen. Der Fußball in dem nordafrikanischen Land kam zunächst einmal zum Erliegen. Dem späteren Star-Stürmer des FC Liverpool, verhalf der Wechsel in die Schweiz aber zu seinem Durchbruch in Europa.  © Fotostand / Gelhot via www.imago-images.de
Kevin De Bruyne
Kevin De Bruyne: Zu wenig Einsatzzeit beim FC Chelsea führte den belgischen Nationalspieler Kevin De Bruyne 2014 in die Bundesliga. Er unterschrieb einen 5-Jahres-Vertrag beim VfL Wolfsburg. Doch bereits 2015 zog es den Mittelfelspieler wieder zurück in die Premier League. Kurz vor dem Ende der Transferperiode unterschrieb De Bruyne bei Manchester City. 75 Millionen ließen sich die Citizens den Offensivmann kosten. Damit war der Wechsel De Bruynes zum damaligen Zeitpunkt der teuerste Transfer der Bundesliga und der Belgier einer der teuersten Spieler weltweit.  © Peter Steffen/dpa
franz beckenbauer
Franz Beckenbauer: Der Kaiser beim HSV: Nach dreieinhalb Jahren bei New York Cosmos kehrte Franz Beckenbauer 1980 zur Überraschung vieler in die Bundesliga zurück. Allerdings bewies er sich nicht noch einmal beim FC Bayern München. Beckenbauer unterschrieb im Norden, beim Hamburger SV. 1982 holte er mit dem HSV noch einmal den deutschen Meistertitel, für Beckenbauer war es der fünfte. Mit der Schale in der Hand trat er aus der Bundesliga ab. Beckenbauer zog es noch einmal in die USA, wo er eine weitere Saison für New York Cosmos spielte. Im September 1983 absolvierte er sein allerletztes Pflichtspiel.  © Sven Simon/imago
Paul Breitner
Paul Breitner: Es war ein kurzes Intermezzo. Als Paul Breitner nach drei Jahren bei Real Madrid in die Bundesliga zurückkehrte, führte ihn sein Weg nicht direkt wieder zum FC Bayern München. 1977 unterschrieb der Spielmacher im Mittelfeld bei Eintracht Braunschweig. 30 Spiele machte Breitner für die „Löwen“, die Eintracht erlebte eine mittelmäßige Saison. 1978 schloss Breitner das kurze Kapitel Braunschweig wieder und kehrte zum deutschen Rekordmeister nach München zurück.  © Rust/imago
Karl Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge: 1987 hatte Karl-Heinz Rummenigge mit Verletzungen zu kämpfen, überlegte eigentlich - nach drei Jahren bei Inter Mailand - seine Karriere zu beenden. Doch der ehemalige Bayern-Stürmer hängte noch zwei Spielzeiten bei Servette Genf dran. In der Saison 1988/89 schoss der ehemalige Bayern-Stürmer für Servette 24 Treffer in der Schweizer Liga und wurde damit Torschützenkönig. Als solcher beendete Rummenigge 1989 seine aktive Laufbahn.  © ZUMA Press/Keystone/imago

Umgang mit Jupp Heynckes? Sammer: „Mussten schon manches Mal balancieren“

Weil Sie immer und überall waren.
Ich war omnipräsent – was ich gar nicht wollte (lacht). Aber ich musste mir alles ansehen, um es zu bewerten. Für Jupp Heynckes war das Neuland. Wir mussten schon manches Mal balancieren, damit alle ihre Größe behalten.
Wo wäre der FC Bayern heute, hätte er dieses Finale nicht gewonnen?
Da muss man weiter ausholen und elf Jahre zurückgehen. Auch wenn es traurig und schmerzhaft war, war es wichtig für den FC Bayern, 2012 zu verlieren – um dann alles in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Ehre der Bayern war verletzt, das habe ich schon bei den ersten Gesprächen mit Uli (Hoeneß, Anm.d.Red.) gemerkt. Es herrschte eine große Unsicherheit, alle Stellen wurden hinterfragt. Für die Wahnsinnsentwicklung, die der FC Bayern danach und bis heute genommen hat, war der Sieg weniger wichtig als die Niederlage.
Weil man in der Krise alles richtig gemacht hat?
Sehr, sehr viel, sehr, sehr richtig. Ich habe sofort gemerkt, wie sehr dieses Vize-Jahr Uli und Karl-Heinz ins Mark getroffen hatte. Im Oktober oder November 2012 sagte Kalle bei einer Sitzung: „Wenn wir in dieser Saison nicht Meister werden, können wir alle nach Hause gehen.“ Ich war gerade drei Monate da – und sagte: „Karl-Heinz, ich habe den Verein verstanden, man muss hier gewinnen. Aber ich bin doch erst so kurz da (lacht).“

Verlorenes „Finale Dahaom“: Es gab keine Ausreden mehr“

Das befreit nicht von der Titelpflicht.
So ist es. Und es ist ja auch die Stärke von Bayern München. Damals wurden Entscheidungen getroffen und vorgelebt, was jeder wusste: Es gibt keine Ausreden mehr! Jupp hat das als Trainer perfekt beeinflusst und moderiert, so ist das alles gewachsen. Am Ende war das Finale in London eigentlich nur ein Produkt dieser Entwicklung. Wir hätten das Finale ja auch verlieren können, aber das wäre nicht richtig gewesen. Diese Mannschaft hatte es sich verdient, Sieger zu sein.
Matthias Sammer und Franck Ribery (l.) bei der Triple-Feier: „Er und Arjen Robben waren Individualisten“.

Matthias Sammer über Franck Ribery und Arjen Robben: „Sie waren Individualisten“

Spürt man die Entstehung eines Triple-Geistes früh?
Zunächst ging es darum, Ruhe reinzubringen – und dann zu schauen: Wo liegen die Hebel, um die letzten Prozentpunkte rauszukitzeln? Es war wichtig, zum Trainer ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, ohne seine tägliche Arbeit zu beeinflussen. Ich wollte dieses Team spüren, das Hierarchische rausbilden. Es war daher sehr wichtig, Lahm, Schweinsteiger und Manuel Neuer als Gesichter dieses Vereins zu benennen. Als ich kam, waren die Gesichter Uli, Kalle, Arjen Robben und Franck Ribery. Zwei davon standen nicht mehr auf dem Platz – die zwei anderen waren Individualisten. Ich habe versucht, mit den neuen Säulen Vertrauen aufzubauen und ein Gefühl der Orientierung zu geben. So ist das Gebilde viel stärker zusammengewachsen.
Sogar Robben und Ribery wurden zu Teamplayern.
Das war der nächste Schritt (lacht). Wir haben gesagt: Jetzt passt alles, aber wir müssen noch Franck und Arjen einfangen. Im Training wurden taktisch einfache Defensiv-Übungen eingebaut, die beiden waren richtig gut. Jürgen Klopp sagte zu Recht: „Als die beiden angefangen haben zu verteidigen, haben wir realisiert: Es ist vorbei für uns.“ Jeder hat am Ende alles für diese Gruppe getan, obwohl es typbedingt große Unterschiede gab. Selbst Philipp und Basti, die privat wenig miteinander zu tun haben, haben mit einer Zunge gesprochen. Das war ein Geist, den erlebt man nicht noch mal.

Sammer verrät: So haben wir Robben und Ribery hinbekommen

Waren Sie von Beginn an überzeugt von Ihrem Ansatz?
Am Anfang war es nicht einfach. Am dritten, vierten Arbeitstag habe ich abends zu meiner Frau gesagt: „Ich glaube, das wird schwer.“ Sie fragte: „Warum?“ Ich sagte: „Also, so richtig gut reden die übereinander ja nicht.“ Dann sagte sie: „Dann ist es doch einfach.“ Ich: „Wieso?“ Sie: „Du kannst gut zusammenbringen. Versuche, es zu ordnen und es zu verbinden!“ Das habe ich versucht.
Waren Sie der Klebstoff?
Ein schönes Bild (lacht). Aber egal, wie man es nennt: Ich bin Bayern bis heute dankbar. Als ich dazukam, war ich zwar Sportvorstand, die Betonung lag aber auf „Sport“ und nicht auf „Manager“. Davon haben wir heute zu wenige, die jungen Trainern helfen. Viele glauben, dass die Management-Tätigkeiten wichtiger sind als die Nähe zur Mannschaft und zum Staff. Man darf aber nicht vergessen, dass man da heute an die 60 Leute täglich führt. Es gibt jeden Tag Konfliktpotenzial, das musst du lösen oder präventiv erkennen.

Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht.
Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht. © MIS / Imago Images
Thomas Tuchel (24.03.2023 bis 30.06.2024): Im März 2023 wurde Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgte auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann.
Thomas Tuchel (seit 24.03.2023): Im März 2023 wird Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgt auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann. © Angelika Warmuth / picture alliance
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023): Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt.
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023) : Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt. © Sven Hoppe / picture alliance
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021): Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog.
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021) : Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog. © Alexander Hassenstein / Imago
Niko Kovac (01.07.2018 bis 03.11.2019): Unter Kovac fliegen die Bayern 2018/19 so früh wie seit 2011 nicht mehr aus der Champions-League – im Achtelfinale war Schluss. Zumindest konnte er 2019 das Double aus Meistertitel und Pokal feiern, bevor er sich im November des Jahres verabschieden musste.
Niko Kovac (01.07.2018 bis 03.11.2019) : Unter Kovac fliegen die Bayern 2018/19 so früh wie seit 2011 nicht mehr aus der Champions-League – im Achtelfinale war Schluss. Zumindest konnte er 2019 das Double aus Meistertitel und Pokal feiern, bevor er sich im November des Jahres verabschieden musste. © Eibner/ Imago
Willy Sagnol (29.09.2017 bis 08.10.2017): Mit nur 9 Tagen hält er den Rekord für die kürzeste Amtsdauer eines Trainers beim FC Bayern in der Bundesliga. Durch ein 2:2 im Spiel gegen Hertha blieb er zumindest ungeschlagen.
Willy Sagnol (29.09.2017 bis 08.10.2017) : Mit nur 9 Tagen hält er den Rekord für die kürzeste Amtsdauer eines FC Bayern Trainer in der Bundesliga. Durch ein 2:2 im Spiel gegen Hertha blieb er zumindest ungeschlagen. © Matthias Koch / Iamgo
Carlo Ancelotti (01.07.2016 bis 28.09.2017): Nach Guardiola zieht mit Ancelotti der nächste Name von Weltformat ins Amt. Zwar konnten in seiner ersten Saison Meisterschaft und Supercup gewonnen werden, in puncto Champions League schaffte die Mannschaft auch unter ihm den Durchbruch nicht.
Carlo Ancelotti (01.07.2016 bis 28.09.2017) : Nach Guardiola zieht mit Ancelotti der nächste Name von Weltformat ins Amt. Zwar konnten in seiner ersten Saison Meisterschaft und Supercup gewonnen werden, in puncto Champions League schaffte die Mannschaft auch unter ihm den Durchbruch nicht. © Peter Steffen / picture alliance
Pep Guardiola (01.07.2013 bis 30.06.2016): 2013 übernimmt der schillernde Katalane das Traineramt an der Säbener Straße. Mit ihm wurde seine Mannschaft direkt nach Amtsübernahme Klubweltmeister und Super-Cup Sieger. Dazu kommen drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege. In der Champions League war jedoch stets im Halbfinale Schluss.
Pep Guardiola (01.07.2013 bis 30.06.2016) : 2013 übernimmt der schillernde Katalane das Traineramt an der Säbener Straße. Mit ihm wurde seine Mannschaft direkt nach Amtsübernahme Klubweltmeister und Super-Cup Sieger. Dazu kommen drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege. In der Champions-League war im Halbfinale jedoch stets Schluss. © Sportfoto Rudel / Iamgo
Andries Jonker (11.04.2011 bis 30.06.2011): Jonker übernahm interimsweise für Louis van Gaal und schaffte die Qualifikation zur Champions League. Nach dem 30. Juni übernahm er die zweite Mannschaft des FC Bayern.
Andries Jonker (11.04.2011 bis 30.06.2011) : Jonker übernahm interimsweise für Louis van Gaal und schaffte die Qualifikation zur Champions League. Nach dem 30. Juni übernahm er die zweite Mannschaft des FC Bayern. © Lackovic / Iamgo
Louis van Gaal (01.07.2009 bis 10.04.2011): Nach holprigem Start holt die Mannschaft unter dem „Tulpengeneral“ 2010 das Double aus Meisterschaft und Pokal. In der Saison 2010/2011 wurde jedoch im April die Notbremse gezogen und van Gaal beurlaubt.
Louis van Gaal (01.07.2009 bis 10.04.2011) : Nach holprigem Start holt die Mannschaft unter dem „Tulpengeneral“ 2010 das Double aus Meisterschaft und Pokal. In der Saison 2010/2011 wurde jedoch im April die Notbremse gezogen und van Gaal beurlaubt. © De Fodi / Imago
Jürgen Klinsmann (01.07.2008 bis 27.04.2009): Nach nur 300 Tagen und ohne Titel fand Klinsmanns Zeit als Bayern-Trainer ein frühes Ende. Der VfL Wolfsburg konnte auch nach seiner Entlassung nicht mehr eingeholt werden.
Jürgen Klinsmann (01.07.2008 bis 27.04.2009) : Nach nur 300 Tagen und ohne Titel fand Klinsmanns Zeit als Bayern-Trainer ein frühes Ende. Der VfL Wolfsburg konnte auch nach seiner Entlassung nicht mehr eingeholt werden.  © Lukas Barth / picture alliance
Felix Magath (01.07.2004 bis 31.01.2007): Unter Magath holt der FC Bayern zwei Jahre hintereinander das Double aus Meisterschaft und Pokal. Anfang 2007 wurde er dennoch durch den Mann ersetzt, dessen Nachfolger er einst wurde: Ottmar Hitzfeld
Felix Magath (01.07.2004 bis 31.01.2007) : Unter Magath holt der FC Bayern zwei Jahre hintereinander das Double aus Meisterschaft und Pokal. Anfang 2007 wurde er dennoch von dem Mann ersetzt, dessen Nachfolger er einst wurde: Ottmar Hitzfeld © Bernd Thissen / picture alliance
Ottmar Hitzfeld (01.07.1998 bis 30.06.2004 / 31.01.2007 bis 30.06.2008): Nach dem Trauma von Barcelona gewinnen die Bayern 2001 endlich die Champions League und den Weltpokal. In die Ära Hitzfeld gesellen sich darüber hinaus noch fünf Meisterschaften, drei Pokalsiege und vier Ligapokalsiege hinzu.
Ottmar Hitzfeld (01.07.1998 bis 30.06.2004 / 31.01.2007 bis 30.06.2008) : Nach dem Trauma von Barcelona gewinnen die Bayern 2001 endlich die Champions League und den Weltpokal. In die Ära Hitzfeld gesellen sich darüber hinaus noch fünf Meisterschaften, drei Pokalsiege und vier Ligapokalsiege hinzu.  © Sven Simon / Imago
Klaus Augenthaler (16.05.1996 bis 30.06.1996): Von 1992 bis 1997 war „Auge“ Co-Trainer, was ihm im Mai 1996 eine kurzfristige Vertretung auf der Cheftrainerposition einbrachte. Am 1. Juli 1996 wurde er von Trapattoni wieder abgelöst.
Klaus Augenthaler (16.05.1996 bis 30.06.1996) : Von 1992 bis 1997 war „Auge“ Co-Trainer, was ihm im Mai 1996 eine kurzfristige Vertretung auf der Cheftrainerposition einbrachte. Am 1. Juli 1996 wurde er von Trapattoni wieder abgelöst. © IMAGO / MIS
Otto Rehhagel (01.07.1995 bis 27.04.1996): Mit großen Hoffnungen kamen Rehhagel und der FC Bayern zusammen. Nach nicht mal einem Jahr wurde das Missverständnis wieder beendet. Zumindest führte Rehhagel das Team in das UEFA-Cup-Finale, das unter Interimstrainer Beckenbauer gewonnen wurde.
Otto Rehhagel (01.07.1995 bis 27.04.1996) : Mit großen Hoffnungen kamen Rehhagel und der FC Bayern zusammen. Nach nicht mal einem Jahr wurde das Missverständnis wieder beendet. Zumindest führte Rehhagel das Team in das UEFA-Cup-Finale, das unter Interimstrainer Beckenbauer gewonnen wurde. © Werek / Imago
Giovanni Trapattoni (01.07.1994 bis 30.06.1995 / 01.07.1996 bis 30.06.1998): zweimal heuerte der exzentrische Italiener an. War die erste Amtszeit ohne Titel geblieben, sprangen bei der Wiederkehr eine Meisterschaft, ein Pokalsieg und der Gewinn des damaligen Ligapokals heraus.
Giovanni Trapattoni (01.07.1994 bis 30.06.1995 / 01.07.1996 bis 30.06.1998) : zweimal heuerte der exzentrische Italiener an. War die erste Amtszeit ohne Titel geblieben, sprangen bei der Wiederkehr eine Meisterschaft, ein Pokalsieg und der Gewinn des damaligen Ligapokals heraus. © Werek / Imago
Franz Beckenbauer (28.12.1993 bis 30.06.1994 / 28.04.1996 bis 15.05.1996): Unter dem „Kaiser“ wird der FC Bayern nach vier Jahren wieder Deutscher Meister. In seiner zweiten Amtszeit von nur 17 Tagen gewinnt er mit der Mannschaft 1996 den UEFA-Cup.
Franz Beckenbauer (28.12.1993 bis 30.06.1994 / 28.04.1996 bis 15.05.1996) : Unter dem „Kaiser“ wird der FC Bayern nach vier Jahren wieder Deutscher Meister. In seiner zweiten Amtszeit von nur 17 Tagen gewinnt er mit der Mannschaft 1996 den UEFA-Cup. © Rolf Kosecki / Imago
Erich Ribbeck (12.03.1992 bis 27.12.1993): Wenig Bewährungszeit blieb dem späteren Bundestrainer in München. Die Vizemeisterschaft 1993 mündete in der darauffolgenden Winterpause in seiner Beurlaubung.
Erich Ribbeck (12.03.1992 bis 27.12.1993) : Wenig Bewährungszeit blieb dem späteren Bundestrainer in München. Die Vizemeisterschaft 1993 mündete in der darauffolgenden Winterpause in seiner Beurlaubung. © Andreas Altwein / picture alliance
Sören Lerby (09.10.1991 bis 11.03.1992): 1991 übernahm der Ex-Profi als Nachfolger von Jupp Heynckes. Im Januar 1992 wurde die Liaison nach nur 4 Siegen, 5 Unentschieden und 6 Niederlagen wieder aufgelöst.
Sören Lerby (09.10.1991 bis 11.03.1992) : 1991 übernahm der Ex-Profi als Nachfolger von Jupp Heynckes. Im Januar 1992 wurde die Liaison nach nur 4 Siegen, 5 Unentschieden und 6 Niederlagen wieder aufgelöst. © Werek/ Imago
Jupp Heynckes (01.07.1987 bis 08.10.1991 / 27.04.2009 bis 30.06.2009 / 01.07.2011 bis 30.06.2013 / 09.10.2017 bis 30.06.2018): Für vier Amtszeiten nahm „Don Jupp“ auf der Bayern-Bank Platz. Neben vier Meistertiteln, bescherte er dem Verein einen Pokalsieg beim Triple 2013, das mit dem Champions-League-Sieg die Saison krönte.
Jupp Heynckes (01.07.1987 bis 08.10.1991 / 27.04.2009 bis 30.06.2009 / 01.07.2011 bis 30.06.2013 / 09.10.2017 bis 30.06.2018) : Für vier Amtszeiten nahm „Don Jupp“ auf der Bayern-Bank Platz. Neben vier Meistertiteln, bescherte er dem Verein einen Pokalsieg beim Triple 2013, das mit dem Champions-League-Sieg die Saison krönte. © Matthias Balk / picture alliance
Reinhard Saftig (17.05.1983 bis 30.06.1983): Interimsweise übernimmt Saftig für zwei Spiele die Verantwortung für die Mannschaft. In dieser Saison gab es für den FC Bayern nichts zu gewinnen.
Reinhard Saftig (17.05.1983 bis 30.06.1983) : Interimsweise übernimmt Saftig für zwei Spiele die Verantwortung für die Mannschaft. In dieser Saison gab es für den FC Bayern nichts zu gewinnen. © Sven Simon / Imago
Pál Csernai (12.12.1978 bis 16.05.1983): Unter dem vorherigen Assistent Csernai endet die kurze Durststrecke. 1980 und 1981 wird der FC Bayern wieder Deutscher Meister und holt 1982 den DFB-Pokal.
Pál Csernai (12.12.1978 bis 16.05.1983) : Unter dem vorherigen Assistent Csernai endet die kurze Durststrecke. 1980 und 1981 wird der FC Bayern wieder Deutscher Meister und holt 1982 den DFB-Pokal. © Fred Joch / Imago
Gyula Lóránt (02.12.1977 bis 10.12.1978): Nach gut einem Jahr und ohne Titel endete die Ära Lóránt auf Platz 12 der Bundesligatabelle und der damit historisch schlechtesten Platzierung.
Gyula Lóránt (02.12.1977 bis 10.12.1978) : Nach gut einem Jahr und ohne Titel endete die Ära Lóránt auf Platz 12 der Bundesligatabelle und der damit historisch schlechtesten Platzierung. © Werek / Imago
Dettmar Cramer (16.01.1975 bis 27.11.1977): Mit Cramer folgen weitere internationale Triumphe. 1975 und 1976 gewinnt er den Europapokal der Landesmeister, 1976 den Weltpokal.
Dettmar Cramer (16.01.1975 bis 27.11.1977): Mit Cramer folgen weitere internationale Triumphe. 1975 und 1976 gewinnt er den Europapokal der Landesmeister, 1976 den Weltpokal.  © Fred Joch / Imago
Udo Lattek (13.03.1970 bis 02.01.1975 / 01.07.1983 bis 30.06.1987): In zwei Amtszeiten führt Lattek die Bayern zu sechs Meistertiteln und drei Pokalsiegen. 1974 wird der Club Europapokalsieger der Landesmeister, dem Vorläufer der Champions League.
Udo Lattek (13.03.1970 bis 02.01.1975 / 01.07.1983 bis 30.06.1987): In zwei Amtszeiten führt Lattek die Bayern zu sechs Meistertiteln und drei Pokalsiegen. 1974 wird der Club Europapokalsieger der Landesmeister, dem Vorläufer der Champions League. © Istvan Bajzat / picture alliance
Branko Zebec (01.07.1968 bis 12.03.1970): Unter Zebec holte der FCB 1969 den ersten Bundesligatitel und mit dem Pokalsieg das Double.
Branko Zebec (01.07.1968 bis 12.03.1970): Unter Zebec holte der FCB 1969 den ersten Bundesligatitel und mit dem Pokalsieg das Double.  © Werek / Imago
Zlatko Cajkovski (01.07.1963 bis 30.06.1968): Unter dem Kroaten steigt der FC Bayern in die Bundesliga auf. In die Vereinsvitrine gesellen sich zu jener Zeit zweimal der DFB-Pokal, sowie 1967 der Europapokal der Pokalsieger.
Zlatko Cajkovski (01.07.1963 bis 30.06.1968): Unter dem Kroaten steigt der FC Bayern in die Bundesliga auf. In die Vereinsvitrine gesellen sich zu jener Zeit zweimal der DFB-Pokal, sowie 1967 der Europapokal der Pokalsieger. © Werek / Imago

Sammer mahnt deutschen Fußball: „Haben zu viele Manager und zu wenig Sportdirektoren“

Ein Plädoyer für Sportdirektoren ohne Vorstandsverantwortung?
Wir haben zu viele Manager und zu wenig Sportdirektoren, die lenken und leiten. Ich wollte helfen, aber ich wusste, was ich kann – und was ich nicht kann. Ich habe gesagt: Lasst mir diese kleine Nische! Dass das gelungen ist, zeigen die Erfolge. Auch wenn es nicht messbar ist.
Haben Sie es so auch geschafft, zwischen Hoeneß und Rummenigge nicht erdrückt zu werden?
Die Stärke des Clubs war nicht Harmoniesucht, sondern die Konfrontation. Aber auch wenn es bei Uli und Kalle zur Sache ging, wenn richtig die Fetzen flogen, wusste man: Es geht um den FC Bayern, die wollen nur das Beste für ihren Club. Und wenn dann von außen irgendetwas in den Verein getragen wurde, war da eine Wagenburg-Mentalität. Das ist in meinen Augen das Geheimnis des Mia san mia. Für mich ist das die Form des Selbstbewusstseins, aber nicht in Verbindung zu bringen mit Harmonie. Wenn es in der Sache nicht stimmt, fetzen wir uns. Aber wenn es ins Match geht, sind wir eins. Das habe ich damals gut lernen dürfen.

Hoeneß und Rummenigge? Sammer: „Das ist in meinen Augen das Geheimnis des ‚Mia san mia‘“

Fehlt Ihnen das generell im deutschen Fußball?
Mir fehlen in unserer Nation in vielen Bereichen – und auch im Sport – Führungspersönlichkeiten. Wir mögen gute Leute haben, aber wir haben den Mut verloren, die Wahrheit zu benennen, weil sie manchmal auch unbequem ist. Es geht um den Hochleistungssport! Heute sagt man immer, der Trainer ist der wichtigste Mann im Verein. Aber das stimmt nicht. Er ist der wichtigste Mann für die Mannschaft, das Aushängeschild. Aber für mich geht es um den CEO in Verbindung mit dem Manager in Verbindung zum Finanzmann. Dazwischen sehe ich den Sportdirektor als Bindeglied. Die sind die Grundlage, damit ein Trainer mit einer guten Mannschaft arbeiten kann.
Sie haben gerne Ihre Meinung geteilt, auch Reibung gesucht.
Natürlich. Nach dem Bremen-Spiel, in dem ich die Spielweise unserer Mannschaft als „zu lätschern“ beschrieben habe, haben alle gedacht: Spinnt der? Aber Reibung erzeugt doch Energie. Die Besten müssen sich mit den Besten konfrontieren, um besser zu werden.

Interview: Hanna Raif und Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © imago sportfotodienst via www.imago-images.de

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