Enttäuschende Klub-WM

Max Eberl muss beim FCB radikalen Umbruch wagen

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Der FC Bayern muss seinen Kader umgestalten: Die Entwicklung bei Serge Gnabry zeigt mustergültig, warum ein konsequenter Umbruch alternativlos ist. Ein Kommentar.

München – Serge Gnabry hat sich gegen einen Abgang vom FC Bayern München entschieden!

Dies berichtete Sky vor wenigen Wochen. Tage zuvor gab es einen kicker-Bericht, laut dem Sportvorstand Max Eberl dem 29-Jährigen mitgeteilt haben soll, er sei ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages kein Verkaufskandidat.

Jamal Musialas Weg zur 10: Die entscheidenden Momente seiner Karriere

 Der entscheidende Transfer
Mit nur 16 Jahren wagte Musiala den mutigen Schritt von Chelsea zum FC Bayern München für 200.000 Euro Ablöse. Eine strategische Familienentscheidung, die den Grundstein für seinen kometenhaften Aufstieg legte. © imago images/Eibner
Profidebüt & erste Rekorde
Am 20. Juni 2020 wurde Musiala mit 17 Jahren und 115 Tagen zum jüngsten Bundesliga-Spieler der Bayern-Geschichte. Sein Debüt gegen Freiburg war der offizielle Eintritt in die Geschichtsbücher des Vereins. © imago images/kolbert-press
Das erste Tor, der erste Rekord
Beim 8:0-Kantersieg gegen Schalke erzielte Musiala sein erstes Bundesligator und pulverisierte mit 17 Jahren und 205 Tagen den 20 Jahre alten Rekord von Roque Santa Cruz. Der Beweis, dass aus dem Talent eine sofortige Bedrohung für jeden Gegner geworden war. © imago images/MIS
Der erste Start in der Champions League
Am 1. Dezember 2020 vertraute Hansi Flick dem 17-jährigen Musiala einen Startelfeinsatz gegen Atlético Madrid an. Ein gewaltiger Vertrauensbeweis in einem der schwierigsten Auswärtsspiele Europas. © imago images/Agencia EFE
Die Weggabelung einer Karriere
Am 24. Februar 2021 entschied sich Musiala nach intensivem Werben für die deutsche Nationalmannschaft statt England. Eine Bauchgefühl-Entscheidung, die sein internationales Vermächtnis definierte, bevor es richtig begonnen hatte. © IMAGO/Kessler-Sportfotografie
Ein europäischer Meilenstein
Mit seinem Tor gegen Lazio Rom wurde Musiala mit 17 Jahren und 363 Tagen zum jüngsten Champions-League-Torschützen der Bayern-Geschichte. Seine Ankunft auf der Weltbühne vor globalem Publikum. © imago images/LaPresse
Debüt bei einem großen Turnier
Bei der EURO 2020 wurde Musiala mit 18 Jahren und 117 Tagen zum jüngsten deutschen Spieler bei einem großen Turnier. Sein entscheidendes Dribbling gegen Ungarn rettete Deutschland ins Achtelfinale. © imago images/Eibner
Das erste Länderspieltor
Am 11. Oktober 2021 erzielte Musiala sein erstes Tor für Deutschland gegen Nordmazedonien. Mit 18 Jahren und 227 Tagen wurde er zum zweitjüngsten Torschützen der DFB-Geschichte. © imago images/Matthias Koch
Das entscheidende Tor im Klassiker
Musialas Treffer zum 3:1 gegen Borussia Dortmund am 23. April 2022 war mehr als nur ein Tor - es war der Moment, der die historische zehnte Meisterschaft in Folge sicherte. In dem Spiel traf ausgerechnet das Gesicht der nächsten Generation. © IMAGO/RHR-Foto
Die Krönung zur 10. Meisterschaft
Nach dem entscheidenden Sieg gegen Dortmund feierte Musiala mit seinen Teamkollegen die historische zehnte deutsche Meisterschaft in Folge. Ein symbolischer Akt der Staffelübergabe, der zeigte, dass die Zukunft des Vereins in ebenso fähigen Händen lag. © IMAGO/Sven Simon
Eine herausragende WM-Leistung
Bei der WM 2022 in Katar war Musiala der überragende deutsche Akteur trotz des Gruppenphasen-Aus. Seine 12 erfolgreichen Dribblings gegen Costa Rica stellten einen Teenager-Rekord bei Weltmeisterschaften auf. © IMAGO/BSR Agency
Deutschlands Nationalspieler des Jahres 2022
2022 wurde Musiala erstmals zu Deutschlands Nationalspieler des Jahres gewählt. Eine frühe Anerkennung seines außergewöhnlichen Talents und seiner wachsenden Bedeutung für die Nationalmannschaft trotz seines jungen Alters. © IMAGO/ActionPictures
Das Meistertor von Köln
In der 89. Minute des letzten Spieltags der Saison 2022/2023 zirkelte Musiala den Ball gegen Köln ins lange Eck und entriss Dortmund die schon sicher geglaubte Meisterschaft. Sein „Aguero-Moment“ - ein Treffer, der in die Ewigkeit eingehen wird. © IMAGO/RHR-Foto
Die dramatischste Meisterfeier
Nach seinem Last-Minute-Siegtor brachen alle Dämme - Musiala feierte mit seinen Teamkollegen die wohl dramatischste Meisterschaft der Bayern-Geschichte. Ein Titel, der in der allerletzten Minute einer chaotischen Saison gerettet wurde und ihn bei den Fans unsterblich machte. © IMAGO/Eibner
Anerkennung unter Gleichaltrigen
2023 wurde Musiala sowohl bei der Kopa Trophy als auch beim Golden Boy Award Zweiter hinter Jude Bellingham. Die formelle Anerkennung als einer der beiden besten jungen Fußballer der Welt. © IMAGO/Xinhua
Der erste Hattrick bei den Profis
Beim 4:0-Pokalsieg gegen Mainz erzielte Musiala am 30. Oktober 2024 seinen ersten Profi-Hattrick. Der Beweis seiner Entwicklung zu einer rücksichtslosen und dominanten Tormaschine. © IMAGO/HJS
Der Star der EURO 2024 - Auf dem Platz
Bei der Heim-EM 2024 dominierte Musiala mit drei entscheidenden Toren gegen Schottland, Ungarn und Dänemark die deutsche Offensive. Er trug die Hoffnungen einer ganzen Nation auf seinen Schultern und lieferte spektakulär ab. © IMAGO/Moritz Müller
Der Goldene Schuh - Die Krönung
Als einer der Torschützenkönige der EURO 2024 erhielt Musiala den Goldenen Schuh und wurde damit offiziell als bester Torjäger des Turniers ausgezeichnet. Die persönliche Wiedergutmachung nach der WM-Enttäuschung von 2022 war perfekt. © IMAGO/Sven Simon
Der Distanz-Donnerschlag
Im Spiel gegen St. Pauli 2024 offenbarte Musiala eine neue Waffe mit einem brutalen 25-Meter-Schuss an die Unterkante der Latte. Der greifbare Beweis seiner kontinuierlichen Entwicklung zu einem noch kompletteren Torjäger. © IMAGO/Lobeca
Deutschlands Nationalspieler des Jahres 2024
2024 erhielt Musiala erneut die Auszeichnung als Deutschlands Nationalspieler des Jahres nach seiner herausragenden EURO-Leistung im eigenen Land. Die Bestätigung seiner Rolle als unumstrittener Fahnenträger und bester deutscher Fußballer seiner Generation. © IMAGO/Laci Perenyi
Der neue Vertrag
Am 14. Februar 2025 unterschrieb Musiala einen Vertrag bis 2030 mit 25 Millionen Euro Jahresgehalt und 175 Millionen Euro Ausstiegsklausel. Die Krönung zum unantastbaren Eckpfeiler des FC Bayern für das nächste Jahrzehnt. © IMAGO/Sven Simon
Hattrick auf der Weltbühne
Bei der FIFA Klub-WM 2025 erzielte Musiala einen Hattrick gegen Auckland City und erreichte seine persönliche Bestmarke von 20 Saisontoren. Ein weiterer Baustein seiner internationalen Marke auf globaler FIFA-Bühne. © IMAGO/Agencia EFE
Triumph bei der Klub-WM
Nach dem dominanten 10:0-Sieg gegen Auckland City feierten Musiala und seine Bayern-Teamkollegen den perfekten Start in die neu formatierte FIFA Klub-Weltmeisterschaft. Ein Moment des kollektiven Triumphs auf der größten Klubbühne der Welt. © IMAGO/Beautiful Sports
Das Erbe einer Ikone
Im Juli 2025 übernahm Musiala die legendäre Rückennummer 10 beim FC Bayern München, die zuvor von Ikonen wie Arjen Robben und Lothar Matthäus getragen wurde. Die ultimative Bestätigung seines Status als kreativer Herzschlag und unumstrittener Talisman der Mannschaft - ein Mantel der Verantwortung, den nur die größten Bayern-Legenden trugen. © FC Bayern
Die Reifung zum Anführer
Um 2025 herum ist Musialas Transformation vom Wunderkind zum unumstrittenen Anführer abgeschlossen. Er spricht offen davon, „eine Ära beim FC Bayern prägen“ zu wollen - die Sprache eines wahren Führungsspielers. © IMAGO/Sven Simon

Serge Gnabry enttäuschte bei der Klub-Weltmeisterschaft

Ob sich an dieser Einschätzung nach dem Vierteflinal-Aus gegen Paris Saint-Germain (0:2) bei der Klub-Weltmeisterschaft etwas ändert? Gnabry agiert bei dem Turnier in den USA insgesamt wieder enttäuschend. Trotz ausreichend Einsatzzeit standen final null Treffer und eine Vorlage auf dessen Konto. In den wichtigen Partien tauchte der flexibel einsetzbare Offensivakteur ab.

Es ist ein schleichender Prozess bei Gnabry, der im Sommer 2020 beim Gewinn des Sextuples noch einer der Schlüsselspieler des FC Bayern war. In den vergangenen beiden Spielzeiten kamen in 64 Pflichtspielen nur noch auf zwölf Treffer und elf Vorlagen. Zum Vergleich: In den Jahren zuvor traf er in der Bundesliga alleine stets zweistellig.

Gnabry zeigt ein großes Problem auf, mit dem Eberl zu kämpfen hat. Der 51-fache Nationalspieler soll im Optimalfall auf ein Jahresgehalt von 19 Millionen Euro kommen können. Die Performance passt allerdings nicht mehr zu diesem Verdienst.

Doch welcher andere Klub zahlt dem Sorgenkind des FC Bayern annähernd eine solche Summe? Gnabrys Motivation, den Klub zu verlassen, sinkt so natürlich gegen Nullpunkt.

Bei Serge Gnabry braucht es jetzt eine klare Entscheidung

Braucht der FC Bayern den radikalen Schnitt?

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben seine Position dann sogar noch gestärkt. Thomas Müllers Zeit bei den Münchnern ist vorbei, Jamal Musiala verletzte sich schwer. Also doch weiter mit Gnabry, der theoretisch alle Positionen in der Offensive bekleiden kann? Und der streckenweise auch immer wieder sein Können aufblitzen lässt?

Spätestens die Klub-WM hat aufgezeigt, dass es einen radikalen Schnitt braucht und Eberl Eier zeigen muss. In der jetzigen Form hat Gnabry, der sich die PSG-Gala gegen Real Madrid (4:0) im Halbfinale live vor Ort im MetLife-Stadium neben Franck Ribéry angeschaut hatte, weder im Kader des FC Bayern noch der deutschen Nationalmannschaft einen Platz verdient.

Er hatte vor zwölf Monaten eine faire Chance erhalten, war zu Beginn auch Stammspieler, wurde dann aber zusehends schwächer. Auch, weil er immer wieder verletzt ausfiel. Doch zu einem Topspieler gehört auch eine Top-Physis.

Serge Gnabry enttäuscht – Max Eberl muss an Lösung basteln

Da sein Trainer Vincent Kompany zudem keinen Mut beweist, jüngeren Akteuren den Vortritt zu lassen, muss Eberl an anderen Lösungen basteln.

Traut sich der FC Bayern einen Cut zu? Kann der Druck auf Gnabry, sich einen neuen Klub zu suchen, erhöht werden? Die Münchner lechzen nach fünf Jahren ohne Gewinn der Champions League wieder nach dem Henkelpott. Dafür aber benötigt der Kader einen frischen Anstrich und klare Entscheidungen – auch bei Gnabry.

Rubriklistenbild: © Imago/Eibner

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