Nach zweimal Bronze im Einzel und mit dem Mixed-Team bei den letzten Olympischen Spielen in Tokio war das Ziel der 28-Jährigen in Paris klar: Die Goldmedaille sollte her. Als eine der großen Favoritinnen ging sie am Donnerstag (1. August) in der Klasse bis 78 Kilo an den Start – und musste letztlich alle Medaillen-Träume begraben!
Deutsche Fahnenträgerin Wagner verpasst Olympia-Medaille denkbar knapp
Zunächst lief für die gebürtige Ravensburgerin alles nach Plan. Nach klaren Siegen im Achtel- und Viertelfinale stand Wagner souverän im Halbfinale, doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Gegen die Weltrangliste-Dritte Inbar Lanir aus Israel geriet Wagner früh unter Druck und unmittelbar nach Beginn des Kampfes in Rückstand. Nach einem unvorbereiteten Angriff konterte die Israelin clever und sicherte sich mit einem Ippon, der höchsten Wertung im Judo, den Sieg. Der Gold-Traum der Deutschen war geplatzt.
Doch damit nicht genug: Auch kurz danach im Kampf um Bronze muss sich Wagner nach Ippon gegen die Chinesin Ma Zhenzhao geschlagen geben – es bleibt nur der so undankbare vierte Platz, ausgerechnet bei Olympia.
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Im ZDF zeigte sich die Judoka anschließend tief enttäuscht, kämpfte wiederholt mit den Tränen und sorgte so für ein Gänsehaut-Interview. „Mein Ziel war Gold. Am Ende des Tages wollte ich einfach nur mit einer Medaille nach Hause. Ich glaube, der vierte Platz ist der beschissenste Platz, den man haben kann. Die Medaille war zweimal zum Greifen nah“, erklärt Wagner schluchzend.
Dabei sei sie zunächst „super in den Tag gestartet“, dann aber in den entscheidenden Momenten zu unaufmerksam gewesen. „Judo kann manchmal hart sein. Es waren enge Kämpfe. Über die Wertungen müssen wir nicht streiten“, zeigt sich die Fahnenträgerin schließlich als faire Verliererin.
Den Traum von einer erneuten Einzel-Medaille bei Olympia muss Wagner nun also begraben, bekommt frühstens bei den Sommerspielen 2028 in Los Angeles die nächste Chance dazu. Fertig ist sie in Paris aber noch nicht. Am Samstag (3. Juli) steht noch der Team-Mixed-Wettbewerb an – da soll es dann schon mit dem insgesamt dritten Olympia-Edelmetall klappen. (LuHa)