VonDaniel Michelschließen
Der FC Bayern spielt Remis in Leverkusen. Die Münchner wirken fast sicher als deutscher Meister. Aber es gibt mahnende Beispiele!
München – Kann der FC Bayern schon die Sektkorken knallen lassen? Die Münchner holten ein glückliches Remis bei Bayer 04 Leverkusen (0:0) und halten damit in der Bundesligatabelle ihren Vorsprung von acht Punkten auf den amtierenden deutschen Meister.
Statistisch gesehen können sich die Münchner bereits als deutscher Meister fühlen. Noch nie gab es ein Bundesliga-Team, das die Tabelle am 22. Spieltag mit mindestens acht Punkten Vorsprung anführte und dann den Titel noch verspielte.
Fünf Warnbeispiele für den FC Bayern
Dennoch bleibt das Gefühl, dass Leverkusen als Gesamtpaket die bessere Mannschaft darstellt und der FC Bayern womöglich physisch noch einbricht. Die Fußball-Historie zeigt jedenfalls, dass, unabhängig vom zwischenzeitlichen Punkte-Abstand, sicher geglaubte Meisterschaften noch auf dramatische Weise verloren gehen können. Es folgen fünf Warnbeispiele für den FC Bayern:
In der Bundesliga-Saison 2006/07 lag der VfB Stuttgart am 26. Spieltag auf Platz drei und besaß sieben Zählern Rückstand auf Tabellenführer Schalke 04. Die Schwaben holten sich am Ende dennoch die deutsche Meisterschaft.
FC Bayern überholte noch Borussia Dortmund
Auch zwischenzeitliche sieben Punkte Vorsprung gab Borussia Dortmund in der Saison 2018/19 aus der Hand. Dieses Polster besaßen die Borussen auf den FC Bayern nach dem 20. Spieltag. Die Münchner sicherten sich mit Trainer Niko Kovač, der heute den BVB trainiert, dann am letzten Spieltag trotzdem die Meisterschaft.
Auch ein Blick ins Ausland bekräftigt die Warnungen an den FC Bayern. Vor zwei Jahren besaß Arsenal nach 29 Spieltagen acht Zähler Vorsprung auf Manchester City, das wiederum noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hielt. Letztendlich feierte ManCity nach 38 Spieltagen in der Premier League noch den Titelgewinn.
Liverpool verliert im Schlussspurt
Dramatisch ging es in der Premier League auch in der Saison 2013/14 zu, als dem FC Liverpool die Meisterschaft eigentlich nicht mehr zu nehmen war. Bis vor dem 36. Spieltag hatte der FC Liverpool noch sechs Punkte Vorsprung auf Manchester City, das wiederum noch ein Nachholspiel besaß.
Liverpool-Kapitän Steven Gerrard rutschte jedoch in der Partie gegen den FC Chelsea auf dramatische Weise aus, Chelsea gewann mit 2:0 – und ManCity holte sich im Schlussspurt noch die Meisterschaft. Damals Trainer beim FC Liverpool war übrigens Brendan Rodgers, der in dieser Woche mit Celtic Glasgow in der Champions League auf den FC Bayern trifft.
Galatasaray mit beeindruckender Aufholjagd
Und in Sachen „Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben“ lohnt sich zuletzt auch ein Blick in die Türkei: In der Süper Lig besaß Basaksehir FK am 24. Spieltag der Saison 2018/19 acht Punkte Vorsprung auf seinen Istanbuler Rivalen Galatasaray. „Gala“ machte am Ende aber trotzdem das Rennen!
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