Liverpool-Transfer wohl fix

Eintracht-Star Ekitiké: Abschied mit Ansage

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Es ist so weit: Eintracht-Stürmer Hugo Ekitiké wird für rund 95 Millionen zum englischen Meister FC Liverpool wechseln.

Der Star hielt Hof am Bornheimer Hang, ein Magnet für kleine und große Eintracht-Fans, die ihn umlagerten und umgarnten. Hier ein Selfie, dort ein Autogramm. Hugo Ekitiké, mittendrin, statt nur dabei, gut drauf, smart, lächelnd, volksnah. Ein Shootingstar auf Abschiedstour. Auf dem Fußballfeld, beim ersten Testspiel der Eintracht beim Regionalligisten FSV Frankfurt, ward er nämlich nicht zu sehen, keine eine Minute, in Badeschlappen verfolgte er den Sommerkick. Nur keine Verletzung mehr riskieren, kurz vor dem millionenschweren Geschäft. Trainer Dino Toppmöller fasste den Status quo sodann in zwei kargen, aber vielsagenden Sätzen zusammen. „Er hat nicht gespielt, alles andere kann man sich ja denken.“

Liverpool-Transfer von Hugo Ekitiké: Abschied mit Ansage

So ist es, alles andere kann man sich denken und alles andere weiß man inzwischen längst: Hugo Ekitiké wird den Frankfurter Champions-League-Teilnehmer nach eineinhalb Jahren verlassen und sich dem englischen Meister FC Liverpool anschließen. Er geht für eine auch für internationale Verhältnisse beachtliche Transfersumme, rund 95 Millionen Euro inklusive Boni spült er in die Kasse der Eintracht. Die Reds haben am Wochenende ihr ursprüngliches 80-Millionen-Angebot entsprechend aufgestockt, die Eintracht wich marginal von ihrer 100-Millionen-Forderung ab. Deal done.

Der 23-Jährige wird an der Anfield Road ein fürstliches Salär einstreichen, mehr als 15 Millionen Euro per annum, mehr als das Fünffache seiner Frankfurter Bezüge. Er unterschreibt für sechs lange Jahre und soll so schnell wie möglich nachreisen ins Trainingscamp des FC Liverpool nach Hongkong. Der Trip der Eintracht in die Vereinigten Staaten am Dienstag wird demnach ohne den Franzosen starten. Und auf Trainer Dino Toppmöller wartet mal wieder eine Menge Arbeit. Alldieweil: Die Eintracht hat in den vergangenen zwei Jahren zwar Unsummen eingenommen, aber ihre drei besten Stürmer verloren.

XXL-Blockfahne, Heimatverbundenheit und „ewiger Oka“: Diese Eintracht-Choreos gehen unter die Haut

Choreo der Frankfurter Fans beim Bundesliga-Spiel gegen Nürnberg im Jahr 2009.
Die Frankfurter Fans erinnern beim Bundesliga-Spiel 2009 gegen Nürnberg an die bisher einzige Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte. © imago sportfotodienst
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Duell in der Gruppenphase gegen Maccabi Tel Aviv (2013).
„SGE“ prangt in Rot auf der Nordwestkurve beim Europa-League-Duell gegen Maccabi Tel Aviv im Jahr 2013. © imago sportfotodienst
Die Frankfurter Fans widmen beim Bundesliga-Spiel 2013 gegen Augsburg Oka Nikolov eine große Choreo.
Der „ewige Oka“ (Oka Nikolov) wird 2013 beim Bundesliga-Spiel gegen Augsburg von den Frankfurter Fans gebührend verabschiedet. © imago sportfotodienst
Choreo der Frankfurter Fans in der Nordwestkurve vor dem Bundesliga-Spiel gegen den SV Darmstadt 98 (2015).
„Hessenland mein Königreich“: Die Frankfurter Fans zelebrieren das Hessen-Derby 2015 gegen Darmstadt. © imago sportfotodienst
Choreo der Frankfurter Fans beim Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart in der Saison 2017/2018.
Die SGE-Fans spielen 2017 beim Bundesliga-Spiel gegen Stuttgart auf die Apfelwein-Kultur und die grüne Soße der Stadt Frankfurt an. © DeFodi.de/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Heimspiel 2018 gegen Lazio Rom.
„Hier holten wir den Pokal - auf ihr schwarz-weissen Helden holt ihn noch einmal“ steht auf der Gegengerade geschrieben. Die Nordwestkurve zeigt einen wütenden Adler. Mit dieser Choreo erinnerten die Frankfurter Fans beim Europa-League-Heimspiel 2018 gegen Lazio Rom an den UEFA-Cup-Sieg von 1980. © Jan Huebner/Ulrich/Imago
Choreo der Frankfurt-Fans beim Europa-League-Duell in der Gruppenphase gegen Apollon Limassol (2018).
Imposante Choreo in den Vereinsfarben Schwarz, Weiß und Rot beim Europa-League-Duell 2018 in der Gruppenphase gegen Apollon Limassol. © Jan Huebner/Herkert
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Duell 2018 in der Gruppenphase gegen Olympique Marseille.
Fahnen soweit das Auge reicht, weiße Luftschlangen und mehr: Diese Choreo beim Europa-League-Duell 2018 in der Gruppenphase gegen Olympique Marseille wusste zu gefallen. © Jan Huebner/Herkert/Imago
Choreo der Frankfurt-Fans beim Europa-League-Achtelfinale 2019 gegen Inter Mailand.
„Glorreiche Zeiten, traurige Tage. Wir stehen zur Eintracht, gar keine Frage“ steht auf der Gegentribüne geschrieben. Die Zahl 120 ziert die Nordwestkurve. Eintracht Frankfurt feiert das 120-jährige Vereinsjubiläum beim Achtelfinal-Hinspiel der Europa League im Jahr 2019 gegen Inter Mailand. © rscp - FRANK HEINEN/Imago
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Viertelfinale 2019 gegen Benfica Lissabon.
Das ganze Stadion macht mit: Spektakuläre Choreo in Schwarz und Weiß der Frankfurter Fans beim Europa-League-Viertelfinale 2019 gegen Benfica Lissabon. © Jan Huebner/Scheiber/Imago
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Halbfinale 2019 gegen den FC Chelsea.
Diese Choreo hat Eindruck gemacht: Frankfurts Fans präsentieren 2019 beim Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea eine riesige selbstgemalte Blockfahne. © rscp - FRANK HEINEN/Imago
Choreo der Frankfurter Anhänger beim Europa-League-Qualifikationsspiel der 2. Runde gegen den FC Flora Tallinn.
Die Nordwestkurve hat sich beim Europa-League-Qualifikationsspiel der 2. Runde (2019) gegen den FC Flora Tallinn ganz in Weiß herausgeputzt. © Jan Huebner/Imago
Choreo der Frankfurter Fans in Runde 3 der Qualifikation für die Europa League gegen den FC Vaduz.
Schön anzusehen: Die SGE-Fans tauchen die Nordwestkurve beim Europa-League-Qualifikationsspiel (2019) gegen den FC Vaduz in Rot. © Revierfoto/Imago
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Viertelfinale gegen den FC Barcelona anlässlich des Todes von Jürgen Grabowski.
Emotional: Die SGE-Fans gedenken der verstorbenen Vereinslegende Jürgen Grabowski beim Europa-League-Viertelfinale 2022 gegen den FC Barcelona. © osnapix/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Halbfinale 2022 gegen West Ham United.
„Meine Stadt, mein Verein“: Die Frankfurter Fans feiern ihre Heimat beim Europa-League-Halbfinale 2022 gegen West Ham United. © Patrick Scheiber/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Finale 2022 in Sevilla gegen die Glasgow Rangers.
Historisches Spiel, historische Choreo: Die Fans von Eintracht Frankfurt beeindrucken mit einer rund 50.000 Euro teuren Darbietung beim Europa-League-Finale 2022 gegen Glasgow Rangers. © Florian Ulrich/IMAGO
Choreo der Frankfurter Anhänger am 1. Spieltag der Vorrunde in der Champions League gegen Sporting Lissabon.
Teil 1 der Frankfurter Choreo beim Champions-League-Auftakt der SGE gegen Sporting Lissabon in der Saison 2022/2023. © osnapix/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans in der Nordwestkurve am 1. Spieltag der Champions-League-Vorrunde 2022/2023 gegen Sporting Lissabon.
Teil 2 der Frankfurter Choreo beim Champions-League-Auftakt der SGE gegen Sporting Lissabon in der Saison 2022/2023. © Ulrich Hufnagel/IMAGO
Eintracht Frankfurts Fans präsentieren eine Titel-Choreografie beim DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig in der Saison 2022/2023.
Titelsammlung der Eintracht: Die Frankfurter Fans blicken beim DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig in der Saison 2022/2023 auf die großen Triumphe der Klub-Geschichte zurück. © Patrick Scheiber/IMAGO
Choreo beim Bundesliga-Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig am 34. Spieltag der Saison 2023/2024.
Die SGE-Fans feiern am letzten Spieltag der Saison 2023/2024 verdiente Frankfurt-Spieler wie Bernd Hölzenbein und Bruno Pezzey.  © Florian Ulrich/IMAGO
Choreo in der Nordwestkurve von Eintracht Frankfurt beim Europa-League-Spiel gegen Ferencváros Budapest.
Tradition pur: Die Choreo der Eintracht-Fans am vorletzten Spieltag der Ligaphase in der Europa-League-Saison 2024/2025 bildet das Gründungsjahr des Vereins ab.  © osnapix / Marcus Hirnschal/IMAGO
Die Fans von Eintracht Frankfurt präsentieren ihre Choreografie beim Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen.
Emotionale Choreo in Bremen: Die SGE-Fans ehren am 28. Spieltag der Saison 2024/2025 Eintracht-Idole wie Uwe Bein oder Anthony Yeboah. © osnapix / Marcus Hirnschal/IMAGO

Toppmöller hadert mit Ekitiké-Abgang

Der Fußballlehrer sieht den Abgang von Ekitiké daher mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“. Der Chefcoach darf sich ans Revers heften, Spieler wie Omar Marmoush und jetzt Ekitiké so weiterentwickelt zu haben, dass sie für Weltklubs interessant wurden und schließlich insgesamt 175 Millionen Euro brachten. „Es ist sensationell, dass sich das so auszahlt.“

Doch er ist als verantwortlicher Trainer quasi selbst Leidtragender dieser Entwicklung, muss das Spiel jedes Mal wieder neu erfinden. Ekitikés bevorstehender Abschied sei ein „herber Verlust“, schließlich sei der Stürmer „in die Bresche gesprungen und hat sich sensationell entwickelt“, als Marmoush, „unser absoluter Topspieler“, im Winter den Verein verließ. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Und jetzt? „Ich glaube“, befindet Dino Toppmöller, „dass wir die Erwartungen insgesamt ein bisschen dämpfen müssen.“ Interessante, aber wohl realistische Einschätzung.

Tritt Burkardt in die Fußstapfen von Ekitiké?

Aktuell ist mal sonnenklar, dass die Eintracht in der Offensive einen Qualitätsverlust zu verzeichnen hat, denn Ekitiké ist schlichtweg nicht zu ersetzen. Auch nicht von Neuzugang Jonathan Burkardt, der ein gänzlich anderer Spielertyp ist und sich augenscheinlich ganz schön schwertut im Moment. Zwar war er beim 3:2-Sieg gegen den FSV an zwei der drei Tore beteiligt, erzwang das Eigentor zum zwischenzeitlichen 2:0 (die übrigen Treffer steuerten Aurelio Buta und Can Uzun bei), mühte sich aber ansonsten doch merklich.

„Das war jetzt nicht die große Jonny-Show“, bemerkte Toppmöller, schränkte aber ein: „Das war auch nicht zu erwarten. Es ist noch mal eine ganz andere Belastung für ihn, wir geben ihm Zeit, hier anzukommen, auch unsere Abläufe zu verinnerlichen, wie wir Fußball spielen wollen“.

Wird seinen Spind im Stadtwald räumen: Ballvirtuose Hugo Ekitiké.

Der 25-Jährige ist ein richtiger Stürmer, aber eher kein Freigeist oder Sprintertyp wie es seine Vorgänger waren. Das Tempo zeichnete das Eintracht-Spiel immer aus, und das wird sich nun erst einmal ändern – zumindest in der Spitze. „Jonny ist ein komplett anderer Spieler“, sagt Toppmöller. „Wir müssen unser Offensivspiel anpassen.“

Kalte Spur zu Ivanovic

Erschwerend kommt hinzu, dass der im Winter für mehr als 20 Millionen Euro geholte Elye Wahi noch immer nicht auf Touren kommt. Er fremdelt, wirkt beladen, so, als wandele er alleine in einer anderen Fußballwelt. Mit Fremdkörper ist sein derzeitiger Zustand nur unzureichend beschrieben.

Auf eine Frage nach dem „dünnen Auftritt“ des Franzosen konnte auch Toppmöller seine Sprachlosigkeit nur mit vielen Wörtern auffüllen. Man habe aus dem Spiel „wichtige Erkenntnisse ziehen“ können, antwortete er. Man habe sich bewusst dazu entschieden, einigen Akteuren viel Spielzeit zu geben, um „sich Selbstvertrauen rauszuziehen“.

Elye Wahi im Zweikampf mit Noah Fenyö

Toppmöllers Fazit: „Bei dem einen oder anderen hat das gut funktioniert.“ Beim starken Can Uzun etwa. Bei Elye Wahi nicht. „Ihm fehlt die Bindung“, sagt der Trainer. Wahi, 22, ist zurzeit auf diesem Niveau nicht konkurrenzfähig, und womöglich wird die Sportliche Leitung gegen Ende der Transferperiode über eine Leihe oder gar einen Verkauf nachdenken. Viel Zeit hat Elye Wahi nicht mehr, und momentan fehlt die Fantasie, wie sich in ein paar Wochen etwas grundlegend ändern soll.

Es ist dennoch nicht geplant, auf die Schnelle einen weiteren Stürmer zu holen. Denn Mondpreise will die Eintracht nicht zahlen, nur weil sie mit Ekitiké viel Geld verdient. Der gehandelte Franjo Ivanovic von Saint-Gilloise soll plötzlich 30 Millionen Euro kosten. Da winken die Frankfurter ab und spielen bei der Stürmersuche auf Zeit. Fast sechs Wochen ist das Transferfenster schließlich noch geöffnet.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand

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