TV-Experte rechnet vor EM-Viertelfinale mit Slowenen ab
VonNiklas Kirk
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Im Viertelfinale der Basketball-EM trifft Deutschland auf Slowenien mit Superstar Luka Dončić. DBB-Experte Per Günther geht mit dem Gegner hart ins Gericht.
Riga – Crunchtime für das DBB-Team bei der Basketball-EM. Nach einer berauschenden Vorrunde und dem steinigen Achtelfinale gegen Portugal haben Dennis Schröder & Co. noch zwei Schritte bis zum Finaltraum zu gehen. Gegen Slowenien (10. September, 20 Uhr, TV-Infos hier) wird vor allem der Umgang mit Luka Dončić im Fokus stehen.
Dem restlichen Team stellt DBB-Experte Per Günther ein schlechtes Zeugnis aus. Im MagentaSport-Podcast „Abteilung Basketball“ spricht der 65-fache Nationalspieler, der die EM bei Magenta als Experte begleitet, über das kommende Spiel. Den Superstar der Los Angeles Lakers sieht er dabei als X-Faktor im Spiel, dem die Slowenen ansonsten nicht allzu viel hinzuzufügen hätten.
„Was bleibt dann noch?“: DBB-Experte Günther rechnet vor EM-Viertelfinale mit Slowenen ab
„Wenn du Luka Dončić rausnimmst, welches Niveau bleibt dann noch? Das ist die schlechteste slowenische Mannschaft, die ich seit 15 Jahren gesehen habe“, wird der 37-Jährige deutlich. In der Tat lief die Vorrunde für Slowenien schleppend: Zwei der fünf Partien gingen verloren, darunter eine gegen Überraschungsteam Polen.
Weiter agiert neben Dončić lediglich Forward Klemen Prepelic auf international hohem Niveau. Der Europameister von 2017 wechselte im vergangenen Jahr in die Wüste und spielt mittlerweile bei Dubai Basketball, einer neuen Franchise in Dubai, die von nun an auch in der EuroLeague antritt. Luka Ščuka von den Löwen Braunschweig sorgt zudem für Bundesliga-Feeling. Der Großteil des Kaders ist dagegen in slowenischen und kroatischen Klubs aktiv.
Bereit für die Mission EM-Gold? Das ist der DBB-Kader für die EuroBasket 2025
Aus der vermeintlich mangelnden Breite des Kaders zieht Günther zugleich einen Trumpf für das DBB, das abseits von Dončić – der in der Defense vor allem in den Aufgabenbereich von Isaac Bonga fallen wird – die Chance für durchgängige Missmatches hat: „Ich sehe die Matchups einfach nicht. Slowenien kann eine Zonenverteidigung spielen und hoffen, dass Deutschland daneben wirft. Mit einer normalen Manndeckung wird es nicht funktionieren.“
Eine deutliche Einschätzung, die vor dem Spiel nicht überall im deutschen Basketball-Kosmos geteilt wird. Zwar betonte auch DBB-Interimschefcoach Ibrahimagic, dass „Magic Luka“ kaum in der Lage sei, die deutsche Mannschaft alleine zu bezwingen, doch vor allem der Matchwinner aus dem Portugal-Spiel, Maodo Lô, warnte vor dem erhöhten Schwierigkeitsgrad der Partie: „Wir haben schon oft gegen die gespielt. Sie kennen uns, wir kennen sie. Es ist ein talentiertes Team. Das wird ein schwieriges Spiel.“
Unterdessen ist der weitere Turnierpfad bis zum Goldtraum für das deutsche Team bestimmt. In einem möglichen Halbfinale (der komplette Spielplan der Basketball-EM) geht es gegen den Sieger aus der Partie Finnland gegen Georgien, bevor im Finale ein Hochkaräter wie die Türkei oder Griechenland um Giannis Antetokounmpo warten würde – vorausgesetzt, Deutschland nimmt die Hürde Slowenien so locker, wie es Günther suggeriert. (nki)