VonChristoph Gschoßmannschließen
Minjae Kim trägt im Nationalteam eine Nummer mit einer besonderen Bedeutung. In Südkorea steht diese Zahl für ein trauriges Ereignis.
München – Minjae Kim ist die neue Abwehrhoffnung beim FC Bayern. Der Star vom SSC Neapel soll gemeinsam mit Matthijs de Ligt die neue Innenverteidigung bilden, und das haben sich die Verantwortlichen der Isarstädter einiges kosten lassen. 50 Millionen Euro flossen aus München nach Italien. Bei den Roten erhält Kim die traditionsreiche Nummer 3, die bereits Paul Breitner, Lucio, Xabi Alonso oder Bixente Lizarazu trugen. Doch im Nationalteam Südkoreas läuft Kim mit einer anderen Nummer auf. Einer Nummer, die in seinem Land mit einem düsteren Thema verknüpft ist: dem Tod.
| Minjae Kim | |
|---|---|
| Geboren | 15. November 1996 (Alter 26 Jahre) in Tongyeong |
| Größe | 1,90 Meter |
| Vertrag beim FC Bayern bis | 30. Juni 2028 |
FC Bayern: Die Zahl 4 steht in Südkorea für Tod und Unglück
In Asien allgemein und in Japan, Nord- und in Kims Heimat Südkorea im Besonderen herrscht Tetraphobie, die Angst vor der Nummer 4. Diese Zahl steht für den Tod. Im Chinesischen ist die Aussprache von „vier“ und „Tod“ sehr ähnlich. Die Zahl 4 im Sino-Koreanischen, 사, klingt wie das sino-koreanische Wort für Tod: 사.
Dennoch spielt der 26-Jährige Kim für sein Land mit dieser Nummer. Vergleichbar ist die Phobie mit der „Unglückszahl 13“ in Europa. So wird vor allem in diesen Ländern die vierte Etage übersprungen, wie es auch in westlichen Ländern bei der 13 der Fall ist. In privaten Gebäuden steht bei Etagenzahlen, beispielsweise bei Aufzügen, manchmal ein „F“ (für das englische „Four“) statt der vier. Auch die Eisenbahngesellschaft will ihre Fahrten nicht mit dieser Zahl in Verbindung bringen. Eine aufwärts nummerierte Lokomotivenserie übersprang die Nummer 4444. Auf dem Reiseblog „Korean Language Blog“ steht zu lesen, dass man Geschenke in einer Viergruppe vermeiden soll.
Kim trägt „Unglücksnummer“ in Südkorea - wie Thomas Müller bei der Nationalelf
Kim ist also vermutlich nicht abergläubisch, aber im Prinzip gilt bei den Nationalmannschafstrikots auch das Motto „einen trifft es sowieso“. Die Länderspielkader bei Turnieren sind von 1 bis 26 durchnummeriert, Ausnahmen sind nicht bekannt. Allerdings zeigt die Geschichte des Fußballs, dass sich der 49-fache Nationalspieler Kim wohl keine Sorgen machen muss. Nachfragen muss er dazu nur bei einem neuen Teamkollegen beim FC Bayern, Thomas Müller.
Der feierte damals in Südafrika mit der „Unglückszahl 13“ sein WM-Debüt, wurde Torschützenkönig und legte eine beispiellose DFB-Karriere hin, gekrönt mit dem WM-Titel 2014. Und Thomas Müller trat damit nur in die Fußstapfen einer noch größeren Fußball-Legende, denn auch Gerd Müller feierte mit ebenjener Zahl WM-Titel, Tore und Meisterschaften für Bayern und den DFB.
In Korean, the number 4 (사 "sa") sounds like "death" and is often avoided in buildings or others situations. For example in this elevator, it is replaced by F... This is called #Tetraphobia and it's in many Asian countries. (However, it's less and less commun in #SouthKorea now) pic.twitter.com/esdQgl1MEO
— Bonjour Korea! (@Bonjour_Korea) October 27, 2020
Kim ist beim Trainingslager des FC Bayern München schon mittendrin im Trubel. Und wird von Trainer Thomas Tuchel mit Lob überschüttet. (cgsc)
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