Einzelkritik zum FC Bayern

Noten zum Bayern-Erfolg: Viele Zweier – und einer verdient sich gar die Bestnote

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Der FC Bayern hatte am 32. Spieltag Abstiegskandidat FC Schalke 04 zu Gast. Im Kampf um die Meisterschaft musste ein Sieg her. Die tz-Einzelkritik.

München – FC Bayern gegen Schalke 04, das war einst ein Topspiel – inzwischen aber kämpfen die Königsblauen seit längeren Jahren um den Klassenerhalt anstatt um die Meisterschaft. Ganz anderes der Rekordmeister von der Isar!

Die Münchner wollen nämlich auch in diesem Jahr die Schale holen, weshalb ein Sieg gegen den Abstiegskandidaten Pflicht war. So ging es die Elf von Thomas Tuchel auch an.

Thomas Müller, erstmals seit dem Mainz-Spiel wieder in der Startelf, traf für die Bayern umgehend zum 1:0 (21.) Nur 10 Minuten später wurde Jamal Musiala im Strafraum gefoult und nach VAR-Entscheidung traf Joshua Kimmich vom Punkt. Mit dem 2:0 ging es dann auch in die Pause.

Noten zum Bayern-Erfolg gegen Schalke 04: Etliche 2er – und einer verdient sich gar die Bestnote

In der 51. Spielminute war es Serge Gnabry, der direkt nach der Pause nachlegte und so früh für eine Vorentscheidung sorgte. Der Stürmer war es auch, der das 4:0 erzielte (65.) und die Partie endgültig entschied. Zu Ende war es nicht, der eingewechselte Mathys Tel, der tollem Musiala-Pass das 5:0 erzielte (80.) und Noussair Mazraoui (90.+3) stellten auch 6:0.

Yann Sommer

Man hätte ihn in seinem grünen Outfit auf dem Arena-Rasen fast übersehen könnte – er musste aber auch nicht in Erscheinung treten. Dehnte sich, hüpfte auf der Stelle, leitete ab und an einen Rückpass weiter. Ansonsten einer der ruhigsten Nachmittage, die er im Bayern-Trikot bisher erlebte. In der 54. Minute das erste Mal ansatzweise geprüft. Note: 3

Noussair Mazraoui

Profitierte davon, dass Thomas Tuchel in der Innenverteidigung weiter auf Benjamin Pavard baut und Dayot Upamecano auf die Bank setzte. Belebte das Offensivspiel als Rechtsverteidiger durchaus gewinnbringend, wenn auch die Präzision vorne manchmal fehlte. Insgesamt gelungener Auftritt. Erzielte dann mit dem Schlusspfiff noch das 6:0 und setzte so mit seinem ersten Bayern-Treffer den Schlusspunkt. Note: 2

Benjamin Pavard

Gewann das Duell mit Upamecano um den zweiten Platz in der Innenverteidigung und rechtfertigte die Entscheidung, die Thomas Tuchel getroffen hatte. Keine spielentscheidenden Aktionen, aber viel Sicherheit. Einen wie ihn braucht diese Bayern-Mannschaft aktuell. Note: 2

Mattijs de Ligt

Hatte hinten wenig zu tun, weil Bayern das Spiel machte und Schalke nur zusehen konnte. Ein Kopfball nach einer Ecke ging weit über das Tor, hinten aber erlaubte er sich gewohnt wenige Fehler. Note: 3 (ab 85. Dayot Upamecano, o.B.)

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2026 den Kasten des Rekordmeisters hüten. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Auch Sven Ulreich hat inzwischen ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.  © IMAGO/Wolfgang SCHNEBLE / SVEN SIMON
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
Daniel Peretz (li.) kam im Sommer 2023 von Maccabi Tel Aviv nach München und unterschrieb bis 2028. © IMAGO/FC BAYERN MUENCHEN
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028.
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028. © Langer / Imago Images
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete.
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28.
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28. © Revierfoto / Imago Images
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB 2023 Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028.
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028. © IMAGO/Ulmer
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet.
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet. © ANP / Imago Images
Tarek Buchmann bei der Teamvorstellung des FC Bayern München
Der FC Bayern und Innenverteidiger-Talent Tarek Buchmann einigten sich beim ersten Profivertrag auf eine Laufzeit bis 2026. © IMAGO/Mladen Lackovic
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro 2023 ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister.
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister. © IMAGO/Revierfoto
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert.
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert. © Boris Schumacher/imago
Das aktuelle Arbeitsverhältnis von Dayot Upamecano mit dem FC Bayern würde 2026 enden.
Die Vertragslaufzeit von Dayot Upamecano beträgt noch über drei Jahre. Das aktuelle Arbeitsverhältnis mit dem FC Bayern würde 2026 enden.  © Markus Fischer/imago
Nach der Vertragsverlängerung im Juni 2024 ist Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic bis 2029 gebunden.
Nur einen Monat nach Krätzig erhielt Aleksandar Pavlovic seinen ersten Profivertrag in München, auch er soll bis mindestens 2027 bleiben. © UWE KRAFT / Imago
Nach langem Hin und Her ist klar: Joshua Kimmich bleibt bis 2029 beim Rekordmeister.
Joshua Kimmich darf immer häufiger mit der Kapitänsbinde auflaufen. Das Arbeitspapier des Nationalspielers ist bis 2029 datiert.  © Imago
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028.
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028. © Lackovic / Imago Images
Der Vertrag von Konrad Laimer, ebenfalls 2023 ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit.
Der Vertrag von Konrad Laimer, ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit. © IMAGO/Markus Fischer
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.  © Danilo Di Giovanni/imago
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026.
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026. © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. © Mladen Lackovic/imago
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.  © Frank Hoermann/Sven Simon
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch zwei Jahre länger gebunden – bis 2027.
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch ein Jahr länger gebunden – bis 2027. © Memmler/imago
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029.
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029. © Sebastian Frej / Imago Images
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern München
Mit einer angeblichen Ablöse von rund 100 Millionen Euro plus möglichen Boni ist Harry Kane der teuerste FCB-Einkauf der Geschichte. Sein Kontrakt läuft bis 2027. © IMAGO/Ulmer
Thomas Müller bleibt Münchner. Im Dezember 2023 verlängerte das Urgestein und unterschrieb einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024/25.
Bis 2025 ist ebenfalls der Ur-Bayer Thomas Müller an die Münchner gebunden.  © ULMER/imago
Stürmer Serge Gnabry ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.
Um Serge Gnabry gab es zuletzt immer wieder Wechsel-Gerüchte. Er ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.  © Martin Hangen/imago

Joao Cancelo

Das Spiel lief viel über links, wo Cancelo agierte. Er machte gute Laufwege, hatte aber lange kaum auffällige Aktionen. Die auffälligste der ersten Halbzeit: Der Portugiese nahm sich vor dem Elfmeter den Ball – gab ihn aber dann doch noch an Kimmich ab. Bereitete das 3:0 durch Serge Gnaby stark vor, indem er Kenan Karaman mit zwei Täuschungen aussteigen ließ. Drehte dann immer mehr auf. Note: 2

Joshua Kimmich

Musste diesmal ohne Leon Goretzka an seiner Seite auskommen, weil Thomas Tuchel „etwas offensiver“ aufstellen wollte und somit im 4-1-4-1 agieren ließ. War deutlich weniger am Ball als sonst, weil die Defensivkette viel Aufbauarbeit übernahm. War dann aber aus elf Metern am Ball und verwandelte vom Punkt zum 2:0 (29.). Note: 3 (70. Goretzka: o.B.)

Kingsley Coman

War in der Vierer-Offensivreihe derjenige, der im Abschluss am unglücklichsten agierte. Trotzdem brachte er Schwung, lief viel und war meist dort zur Stelle, wo man ihn brauchte. Nach der Pause setzte er aus der Ferne ein Ausrufezeichen, traf aber das Tor nicht. Note: 3 (64. Gravenberch: o.B.)

Thomas Müller (M.) erzielte das 1:0 für den FC Bayern gegen Schalke 04.

Thomas Müller

Ein klassisches Thomas-Müller-Spiel? Thomas Tuchel musste vor Anpfiff lachen und sagte auf eine entsprechende Frage: „Der Druck von euch wurde so groß, dass er spielen musste.“ Seit der Niederlage in Mainz vor drei Wochen hatte Müller nicht mehr begonnen, alle Augen blickten auf ihn. Damit kann er umgehen. Der 33-Jährige war gut eingebunden ins Offensivspiel, hatte zwei Mal die Führung auf dem Fuß, ehe er sie machte. Wunderbar abgelegter Ball von Sané – und die Müller-Rufe in der Allianz Arena waren ohrenbetäubend. Packte später sogar einen Hackentrick aus. Note: 2

Jamal Musiala

Musiala oder Müller? Musiala und Müller! Aber trotzdem war es wieder lange kein Spiel, dem der vor der WM noch so leichtfüßig agierende Nationalspieler einen Stempel aufdrücken konnte. Hier einen Tick zu spät, dort ein Haken zu viel, dann auch noch Gegenspieler im Weg. Für ihn aber sprach die Ausbeute: Am 1:0 war er beteiligt, indem er den Ball für Leroy Sané durchließ, der wiederum auf Müller ablegte. Am 2:0, weil das Einsteigen gegen ihn nach VAR-Entscheidung zum Elfmeter führte. Und sensationell am 5:0 mit dem Steckpass auf Joker Tel. Note: 2 (ab 85. Sadio Mané)

Leroy Sané

Bekam diesmal den Vorzug vor Sadio Mané – und stand damit das erste Mal seit vier Wochen in der Startelf. Bereitete der Schalker Abwehr durchaus Probleme, wenn er schnell über seine rechte Seite kam oder ein gutes Auge für die Mitspieler hatte. Bereitete der Schalker Offensivreihe auch Probleme, wenn er auf seiner Seite Bälle ablief und blockte. Starker Auftritt, zudem mit Torbeteiligung bei der Führung durch Müller. Note: 2

Serge Gnabry

Lief in der dritten Minute allein aufs Tor zu, traf aber die falsche Entscheidung. Und war auch der Erste, der den Schalker Keeper Alexander Schwolow prüfte (7.). Strahlte deutlich mehr Spielfreude, Motivation und Selbstvertrauen aus als in den letzten Wochen. Per Kopf gelang ihm beinahe noch vor der Pause das 3:0, nach der Pause gelang es dann wirklich (50.). Als die Bayern einen Gang runterschalten wollten, schaltete er einen hoch. 65. Minute, Solo-Lauf, Schwolow umkurvt – 4:0. Mit 13 Treffern ist Gnabry nun der beste Torschütze der Bayern in der laufenden Bundesliga-Saison. Note: 1 (70. Tel: Traf zum 5:0, aber wegen zu später Einwechslung o.B.)

Aus der Allianz Arena berichten Hanna Raif und Florian Schimak

Rubriklistenbild: © IMAGO/RHR-FOTO

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