Europapokalsieger der Pokalsieger 1967: Trainer Tschik Čajkovski herzt den jungen Franz Beckenbauer.
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Von Peter Grad
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Am 31. Dezember spielt nicht einmal die Premier League, dagegen kickten die Bayern in früheren Jahren an Silvester – beim letzten Mal mit dem größten Spieler der Vereinsgeschichte.
München – Natürlich gab es für den FC Bayern am Silvestertag niemals einen Titel zu feiern – wie den spät im Jahr errungenen ersten Pokalsieg am 29. Dezember 1957 . In seiner fast 125-jährigen Klubgeschichte spielte der heutige Rekordmeister aber insgesamt viermal am letzten Tag des Kalenderjahres – und gewann sämtliche Partien.
Die siegreichen Silvester-Partien des FC Bayern 1922 gewann der FC Bayern ein Freundschaftsspiel beim FC Bern mit 6:3.
1950 besiegten die Bayern in einem Heimspiel der Oberliga Süd den BC Augsburg mit 2:1. Die FCB-Torschützen vor 10.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion waren Albert Oswald und Gerhard Siedl, welcher sieben Jahre danach zu jener Pokalsieger-Mannschaft gehören sollte. Der BC fusionierte fast zwei Jahrzehnte später 1969 mit dem TSV Schwaben zum FC Augsburg, mit dem sich die Bayern nun in der 15. Spielzeit in Folge in der Bundesliga duellieren .
1960 wurde Waldhof Mannheim an selber Stelle in einem Ligaspiel vor lediglich 5.000 Zuschauern mit 1:0 besiegt. Der Siegtorschütze war Walter Wagenbauer. Er war in der Oberliga-Saison 1960/61 mit 13 Toren der treffsicherste Schütze der Bayern. Knapp einen Monat später wurde er beim 6:2 in der Oberliga gegen den Lokalrivalen TSV 1860 München als Doppeltorschütze gefeiert.
Weihnachtsfeiern der Fußball-Profis teils mit einschneidenden Folgen Von 1994 bis 2009 war Franz Beckenbauer Präsident des FC Bayern. In diese Zeit fällt die Mutter aller Weihnachtsfeier-Klischees, die der Kaiser später selbst mit einem lockeren Spruch kommentierte. © IMAGO/Camera 4 Die Weihnachtsfeier des FC Bayern im Jahr 1999 lief für Beckenbauer im wahrsten Sinn des Wortes fruchtbar ab. Heidi Burmeister war damals als Sekretärin in der Fanartikel-Abteilung tätig, neun Monate nach der Feier brachte sie den gemeinsamen Sohn zur Welt. „Der liebe Gott freut sich über jedes Kind“, kommentierte Beckenbauer das Weihnachts-Glück später. 2006 heirateten Heidi und Franz. Das Foto zeigt die beiden im August 2005. © IMAGO/Strussfoto Heutzutage ist Dietmar Hamann als austeilender TV-Experte bekannt. Doch gerade kurz nach seinem Wechsel zu Newcastle United musste er als Spieler auch das ein oder andere Mal einstecken. © IMAGO/Sven Simon Schon im Sommer 1998 wechselte Hamann vom FC Bayern zu Newcastle United. Bei der Weihnachtsfeier des Vereins ein Jahr später, bekam er von seinen Mitspielern ein Geschenk, das sich bestenfalls mit britischem Humor erklären lässt. Sie hatten ihrem deutschen Mitspieler ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ verpackt. Im Sommer darauf zog Hamann zu Liverpool weiter, was jedoch nichts mit dem Geschenk zu tun hatte. © IMAGO/Allstar Joey Barton im Infight mit zwei Gegenspielern. Einer davon geht ihn an die Gurgel. Und noch eine Geschichte aus England. Bevor 2008 die Abu Dhabi United Group und Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan bei Manchester City einstiegen, waren dort noch Spieler vom Kaliber eines Joey Barton unterwegs (im Bild der Herr in blau). Der drückte, selbst noch im zarten Alter von 22 Jahren, seinem zwei Jahre jüngeren Mannschaftskollegen Jamie Tandy eine Zigarre im Gesicht aus. Der war aber wohl selbst nicht ganz unschuldig. Zuvor hatte Tandy nämlich Bartons Hemd mit einer Zigarette angekokelt. © IMAGO/Geoff Martin Joey Barton und Fernando Torres im Laufduell. Eine große Karriere hatte Tandy bei den Skyblues übrigens nicht. Er machte kein Spiel für das Profiteam und verschwand in den Niederungen des englischen Fußballs. Barton hingegen, der zu 60.000 Pfund Strafe verurteilt wurde, blieb bis 2007 bei City, machte insgesamt 153 Spiele für den Verein und durfte sogar einmal in der Nationalmannschaft ran. Für elf Minuten, bei einer 0:1-Testspielniederlage gegen Spanien. © IMAGO/Geoff Martin Gareth Bale im Trikot von Real Madrdid mit dem Champions-League-Titel. Wie schon Hamann, erhielt auch Gareth Bale von einem Mitspieler ein Geschenk mit entsprechender Bedeutung. 2019 übergab ihm Marcelo einen Golfschläger. Zu einer Zeit, als der Waliser bei Real Madrid immer wieder in der Kritik stand – unter anderem wurde ihm nachgesagt, dass ihm Golfen wichtiger als Fußball sei. © IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto Gareth Bale schwingt einen Golfschläger. Inzwischen hat sich Bale ganz dem Golfsport zugewandt. Nach seinem Fußball-Karriereende 2023 trat er immer wieder bei ProAm-Turnieren an. Turniere, die sowohl Profis als auch Amateuren offen stehen. Den Sprung in die Pro Golf Tour wollte oder konnte Bale (noch) nicht wagen. © IMAGO/Colorsport Michael Olise jubelt nach einem Tor mit verschränkten Armen. Michael Olise überzeugte schnell nach seinem Wechsel im Sommer 2024 zum FC Bayern. Doch Anfang Dezember 2024 sorgte er für einen kurzen Irritationsmoment. Als der Verein ein Video vom gemeinsamen Weihnachtssingen in den Sozialen Medien teilte, fiel schnell auf, dass alle bis auf Olise mitsangen. Fans spekulierten teils über eine tiefere Bedeutung, womit die Weigerung begründet werden könnte. © IMAGO/DeFodi Images Michael Olise bei seiner Vorstelllungspressekonferenz. Eine wirkliche Auflösung für Olises Verhalten gab es zwar nicht, doch es passt recht gut mit dem restlichen Auftreten des Franzosen überein. Der gibt sich in Interviews betont wortkarg und scheint auch sonst nicht unbedingt beim großen Aufmerksamkeitsspiel des Profisports mitmachen zu wollen. Beispielhaft dafür steht seine nur siebenminütige Vorstellungspressekonferenz. © IMAGO/FC Bayern München Georg Koch im Trikot des MSV Duisburg. Von Sommer 2004 bis 2007 war der damalige Torhüter Georg Koch beim MSV Duisburg unter Vertrag. Dass es zu keiner längeren Zusammenarbeit kam, lag wohl auch daran, weil sich Koch auf der Weihnachtsfeier 2006 mit den Vereinsbossen angelegt haben soll. Danach wurde ihm zunächst nur das Kapitänsamt entzogen, doch weiter Folgen blieben nicht aus. © IMAGO/Sven Simon Georg Koch neben Luka Modric. Nach weiteren Streitigkeiten mit den MSV-Bossen wollten diese ihn endgültig loswerden. Zunächst via fristloser Kündigung, dann doch mit einer Abfindung. So wechselte Koch im Sommer 2007 zu Dinamo Zagreb und spielte die Saison 2007/08 an der Seite eines gewissen Luka Modrić. Koch war nach seiner Spielerkarriere als Torwarttrainer aktiv. Im Sommer 2024 gab er bekannt, an unheilbaren Bauchspeicheldrüsenkrebs zu leiden. © IMAGO/Grubisic Trainer Werner Kasper steht neben zwei Spieler des Wupperstaler SV. Während diverse Weihnachtsskandale oftmals in Verbindung mit Alkohol geschehen, ereilte Werner Kasper (r.) das gegenteilige Schicksal. Der damalige Trainer des Regionalligisten Wuppertaler SV wurde nach der Weihnachtsfeier entlassen, weil er ohne einen Tropfen Alkohol getrunken zu haben, zu früh die Feier verließ. Die Verantwortlichen sollen das als fehlende Verbindung interpretiert haben. Sportliche stabilisierte Kasper das Team vor der Winterpause, verlor nur einmal in den sechs Ligaspielen vor der schicksalshaften Weihnachtsfete. © IMAGO/Weckelmann Werner Kasper kratzt sich am Kopf. Bei den damaligen Vorgängen in Wuppertal kann man sich nur an den Kopf fassen. Für Kasper ging es als Trainer in der Folge nicht mal mehr bis auf Regionalliga-Niveau. Erst Ende 2023 schaffte es „der Glatzenkönig“ wieder in die Schlagzeilen. Da aber mit unrühmlichen Verbindungen zum Erbe der Schalke-Legende Rudi Assauer. © IMAGO/Sabine Lutzmann Roberto Blanco neben Franz Bekckenbauer im September 1978. Hier feiert Roberto Blanco (r.) den 33. Geburtstag von Franz Beckenbauer. Zwei Jahre zuvor sorgte ein Auftritt auf der Weihnachtsfeier von Schalke 04 für Schlagzeilen. Bei der Weihnachtsfeier 1976 der Königsblauen sorgte Blanco für so gute Stimmung, dass S04-Präsident die Gage des Sängers von 5.000 auf 10.000 D-Mark verdoppelte. © IMAGO/WEREK Schalke-Präsident Günter Siebert auf der Bank. Wohl auch vom Alkohol gelenkt, verdoppelte Schalke-Präsident Günter Siebert (l.) nicht nur Blancos Gage, sondern bot dem Vorstand auch seinen Rücktritt an. Aus dem Spaß wurde bald Ernst, denn der Vorstand nahm den Rücktritt an. Für Siebert war es aber nicht das letzte Mal auf Schalke. Zweimal (1978 und 1987) kehrte er als Präsident zurück. © IMAGO/Pressefoto Baumann Marcus Feinbier und Marc Arnold im Spiel. Deutlich weniger Stimmung war bei der Weihnachtsfeier des RW Ahlen 2002. Als ein Vereinsverantwortlicher eine Rede hielt, verließ die Mannschaft geschlossen die Veranstaltung. Konsequenzen hatte das für die ausgemachten Rädelsführer Marc Arnold (m.) und Marcus Feinbier (l.). Für Arnold war das Spiel gegen Waldhof Mannheim am 8. Dezember 2002 sein letztes für den Verein. Im Sommer ging es für ihn weiter zu Eintracht Braunschweig. © IMAGO/Sämmer Marcus Feinbier zeigt auf etwas, dass nicht im Bild ist. Glimpflicher lief die Aktion für Marcus Feinbier. Nur für ein Spiel wurde er in der Folge nicht in den Kader berufen. Trotzdem war zum Saisonende Schluss für Feinbier in Ahlen. Er wechselte in der Folge zur Greuther Fürth. © IMAGO/pmk Franz Beckenbauer und Stefan Effenberg stehen nebeneinander. Huch, schon wieder Franz Beckenbauer? Nein, auch diesmal war er nicht derjenige, der für Aufregung sorgte. Der hier im November 2006 so friedlich neben ihn stehende Stefan Effenberg sorgte auf der Bayern-Weihnachtsfeier sechs Jahre zuvor aber dafür, dass sich Beckenbauer selbst aufregen musste. Der Tiger erschien nämlich in Cowboy-Stiefeln, was dem Kaiser so gar nicht schmeckte: „Wenn ich zu einer Weihnachtsfeier gehe, trage ich Sakko, Hemd und Krawatte.“ © IMAGO/Ulmer Stefan Effenberg hat den Champions-League-Pokal im Arm und streckt seine Zunge Richtung Pokal. Doch Effenberg fand auch schon damals, dass er etwas über den Dingen steht und äußerte sich, angesprochen auf das ungewöhnliche Weihnachtsoutfit, reichlich unbeeindruckt: „Wenn das einem nicht passt, dann ist mir das scheißegal. Das können Sie ruhig schreiben.“ Ob die Cowboy-Stiefel bei den Champions-League-Feierlichkeiten am Ende der Saison erneut ausgepackt wurden, ist nicht überliefert. © IMAGO/HJS Christoph Daum blickt genervt zur Seite. Zu Beginn der Weihnachtszeit 2006 übernahm Christoph Daum den 1. FC Köln, der in Richtung Drittklassigkeit taumelte. Als es in den ersten beiden Spielen unter Daum zwei Niederlagen gegen Duisburg (4. Dezember) und Offenbach (10. Dezember) setzte, sagte dieser kurzerhand die Weihnachtsfeier ab: „Ich habe keine Lust, mich da hinzusetzen und zu feiern. Das wird gestrichen.“ © IMAGO/Alfred Harder Christoph Daum bestens gelaunt bei einer Pressekonferenz zum Ende seiner Trainerzeit in Köln. Nach dem Stotterstart rissen die Kölner unter Daum das Ruder aber doch noch herum. In der darauffolgenden Saison führte die Trainer-Legende die Geißböcke sogar in die Bundesliga und schaffte daraufhin auch noch den Klassenerhalt. Nach insgesamt 92 Spielen in seiner zweiten Amtszeit beim FC verabschiedete sich Daum dann endgültig als Trainer aus Köln. © IMAGO/Eduard Bopp Marco Ambrosio im Trikot des Grasshopper Club Zürich. Eine Absage der Weihnachtsfeier beim Grasshopper Club Zürich hätte Torhüter Marco Ambrosio wohl besser gefallen als das, was dort geboten wurde. Bei der Festivität Ende 2004 trat ein Zauberer auf. Doch Ambrosio war wohl wenig von der Darbietung begeistert und unterhielt sich lieber laut mit verschiedenen Tischnachbarn. Zum Missfallen einiger Verantwortlicher. © IMAGO/Pius Koller Der damalige Grasshopper-Präsident Walter Brunner und Trainer Krassimir Balakov stehen nebeneinander. Einer, der so gar keinen Bock auf Ambrosios Disziplinlosigkeit hatte, war der damals noch recht frische Präsident Walter Brunner (l.). Der sorgte kurzerhand für den Rausschmiss des Keepers aus dem Saal, doch dessen Mitspieler solidarisierten sich und konnten erst durch Überzeugungsarbeit von Trainer und Sportdirektor zurückgeholt werden – ohne Ambrosio. Der wurde in der Wintertransferperiode dann auch kurzerhand in die italienische Heimat zur US Salernitana verliehen, der er sich im Sommer dann fest anschloss. Zu den größeren Verdiensten Brunners gehörte es in der Folge, mit Krassimir Balakov (r.) einen namhaften Trainer nach Zürich zu locken. © IMAGO/Geisser Gerd Müller, der österreichische Sänger Udo Jürgens, DFB-Trainer Helmut Schön und Franz Beckenbauer bei der DFB-Weihnachtsfeier 1973. 1973 feierte der DFB seine Weihnachtsfeier sogar mit Star-Besuch aus dem Ausland. Von links: Gerd Müller, der österreichische Sänger Udo Jürgens, DFB-Trainer Helmut Schön und Franz Beckenbauer. Skandale gab es keine – zumindest keine überlieferten. Selbiges wünschen wir Ihnen zur Weihnachtszeit! © IMAGO/WEREK 1967 traten die Bayern als frisch gekürte deutsche Mannschaft des Jahres (DFB-Pokalsieger und Europapokalsieger der Pokalsieger ) letztmals zu einem Match – unter freiem Himmel – an Silvester an. In einem Freundschaftsspiel wurde 1906 München, der Giesinger Jugendverein von Franz Beckenbauer, mit 13:2 besiegt. Der Kaiser kickte natürlich selbst auch mit, wie auch Gerd Müller, Sepp Maier und alle anderen Stars.
Beim „Ausnüchterungskick“ weniger erfolgreich Überraschend häufig – nämlich insgesamt neunmal von 1910 bis 1968 – traten die Bayern dagegen am Neujahrstag zu einem Ausnüchterungskick an. Nicht überraschend waren sie dabei weniger erfolgreich als an Silvester: 5 Siege – 1 Unentschieden – 3 Niederlagen. Unter diesen Spielen war sogar ein Freundschafts-Lokalderby gegen die Münchner Löwen, welches 1955 mit 2:2 endete.
1923 und 1968 (wieder die Mannschaft des Jahres!) mussten die Bayern nach ihren Silvesterpartien an Neujahr erneut antreten, mit unterschiedlichem Erfolg: 1:3 beim FC Basel und 3:1 bei einer Stadtauswahl von Kaufbeuren. Ganz andere Fußball-Zeiten….