Als Jamal Musiala in der 87. Minute beim Stand von 4:1 für Serge Gnabry eingewechselt wurde, strahlte er mit seinen Teamkollegen um die Wette. Über sieben Monate nach seiner schweren bei der Klub-WM in den USA erlittenen Unterschenkelverletzung betrat er zum ersten Mal wieder den Rasen bei einem Pflichtspiel des FC Bayern.
Kompany tritt auf Euphorie-Bremse bei Musiala-Fahrplan
Für den 22-Jährigen war es sogar der erste Bundesliga-Einsatz seit April. Damals hatte er sich beim 3:1-Sieg beim FC Augsburg einen Muskelbündelriss zugezogen, fehlte dann fatalerweise bis zum Saisonfinale in den entscheidenden Champions-League-Spielen. Um so größer war in Leipzig die Freude, als er nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung mit einem feinen Kontakt das 5:1 von Michael Olise vorbereitete. Danach wurde auf dem Rasen auf euphorische Weise mehr der Assist-Geber als der Torschütze gefeiert.
Der kicker berichtet nun aber, dass der klare Plan von Chefcoach Vincent Kompany auch nach diesem gelungenen Comeback bestehen bleibt. Der Belgier bremst jede Form von Euphorie und macht deutlich, dass Musiala weiterhin behutsam aufgebaut werden muss. „Es war eine bittere Geschichte, wie das in Amerika passiert ist, ein Trauma für die gesamte Mannschaft. Der Junge hat lange gekämpft“, so Kompany nach dem Spiel. Außerdem verwies der 39-Jährige darauf, dass Musiala intensiv an seiner Körperlichkeit gearbeitet habe.
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Der Trainer nimmt jeglichen Druck von seinem Spielmacher: „Er hat null Druck im Moment, soll es genießen und fit werden. Im Februar und März ist er hoffentlich zum richtigen Zeitpunkt mit seiner besten Leistung da“, so Kompanys klarer Fahrplan. Eine Rückkehr in die Startformation ist kurzfristig kein Thema, vielmehr geht es darum, Musiala wieder an den Rhythmus heranzuführen.
Kompanys nun mittelfristiges Denken wird natürlich auch durch die überragenden Leistungen von Musialas Mitspielern gestützt, die es erlauben, nicht nur bis zum nächsten Spieltag, sondern auf die entscheidenden Monate der Saison zu blicken. Dennoch ist den Teamkollegen die Freude über die Rückkehr des Nationalspielers deutlich anzumerken. Stellvertretend Aleksandar Pavlović: „Wir haben ihn jeden Tag gesehen, wie er ackert, wie er kämpft, dass er schnell wieder zurück ist. Er ist ein überragender Weltklassespieler. Wir freuen uns jetzt, dass er wieder da ist und dass wir wieder mit ihm zocken können.“
Auch FCB-Sportvorstand Max Eberl unterstützt den vorsichtigen Ansatz: „Im Januar Minuten sammeln, Spaß haben, in den wichtigen Phasen da sein“, formulierte er die Marschroute. Mit Blick auf die K.o.-Spiele in der Champions League und dem DFB-Pokal soll Musiala dann wieder in Bestform zur Verfügung stehen.