Nach Musiala-Aus: Transferexperte legt Bayern-Optionen offen
VonHenning Bräuninger
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Florian Plettenberg gibt einen Einblick in die Möglichkeiten des deutschen Rekordmeisters, auf die Musiala-Verletzung zu reagieren.
München – Wadenbeinbruch. Monatelange Ausfallzeit. Musiala-Schock. Begriffe, die beim FC Bayern seit dem gestrigen Samstagabend für jede Menge Stirnfalten und schlechte Stimmung sorgen. Nach den erschreckenden Bildern des Zauberfußes des deutschen Wunderkindes scheint das Ausscheiden aus der FIFA Klub-WM beinahe nebensächlich an der Säbener Straße. Schließlich bricht mit Musiala einer der wichtigsten – wenn nicht sogar der wichtigste – Leistungsträger der Bayern weg. Und das voraussichtlich über einen längeren Zeitraum, weshalb es nicht auszuschließen ist, dass der Rekordmeister in irgendeiner Form auf das tragische Ausfallen ihres Youngsters reagieren wird. Transferexperte Florian Plettenberg legte bei Sky die Optionen des Rekordmeisters offen.
Musiala-Schock zwingt Bayern wohl zum Handeln – Plettenberg nennt Möglichkeiten
Für Plettenberg gibt es aus Münchner Sicht nur drei Szenarien. „Die erste Option ist, du setzt auf die viermonatige Ausfallzeit“, so Plettenberg. Was er darunter versteht, ist jetzt nicht auf einen hochkarätigen Ersatz auf der Zehn, à la Xavi Simons zu gehen, da Musiala erst vor kurzem zu Mega-Bezügen seinen Vertrag verlängert hat. „Du kannst ja jetzt niemanden verpflichten, der ihm den Platz wegnimmt“, erklärt Plettenberg weiter.
Eine Reaktion von diesem Kaliber wäre für ihn nur mit einer Ausfallzeit in Richtung eines ganzen Jahres zu begründen. Bei „nur“ vier Monaten wäre Musiala spätestens zur Rückrunde der kommenden Saison wieder voll verfügbar. Die Hinrunde würden die Bayern laut dem Transferexperten schon irgendwie über die Runden kommen – sowohl in der Königsklasse, als auch in der Bundesliga.
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Bei Option zwei ist sich Plettenberg mit Lothar Matthäus einig
„Option zwei ist, du fängst jetzt mal richtig an zu ackern – unterbreitest ein Angebot an [Alexander] Wehrle, an [Fabian] Wohlgemuth – gehst volle Kanone auf Nick Woltemade“, schlägt Plettenberg vor. Der gleichen Meinung ist auch Lothar Matthäus, der nach der Verletzung Musialas den Recken aus Stuttgart ganz oben auf die Transferliste der Münchner setzte: „Bei Woltemade muss Bayern jetzt all-in gehen und ihn sofort holen, auch wenn Stuttgart viel Geld verlangt“, sagte Matthäus bei RTL/ntv. Woltemade ist extrem flexibel einsetzbar und könnte, während Musiala dem Rekordmeister fehlt, die Position des 21-Jährigen durchaus bekleiden. Wenn dieser wieder fit ist, kann der Noch-Stuttgarter aber auch auf andere Positionen ausweichen.
Laut Plettenberg hängen die Transferverhandlungen zwischen dem FCB und dem VfB an einem Kernpunkt fest: „Bislang hakt es einfach daran, dass die Bayern die Stuttgarter noch überhaupt nicht unter Druck gesetzt haben, weil es kein schriftliches Angebot gab“, erklärt der Transferexperte. Unter den neuen Umständen könnte nun jedoch auch frische Dynamik in die Gespräche kommen.
Die dritte Option haben die Bayern bereits in den eigenen Reihen
Bietet die Musiala-Misere nun die Möglichkeit für einen Neuzugang, der bereits für die Bayern auf dem Feld stand, sich direkt zu beweisen. Plettenberg jedenfalls wirft den Nahmen Tom Bischof in die Überlegungen für den Musiala-Ersatz. Dieser hat bei der TSG Hoffenheim – wenn auch nicht immer – schon auf der zehn gespielt. Der frisch gebackene Nationalspieler agierte bei der Klub-WM gegen Benfica Lissabon bereits für eine Halbzeit im Kompany-Mittelfeld auf der Zehn.
Angesprochen auf eine vierte Möglichkeit, reagiert der Transferexperte mit einem leichten Schmunzeln. Option Thomas Müller? „Die hab ich vergessen, dringend zu erwähnen“, so Plettenberg.
Müller wurde tatsächlich direkt nach dem Viertelfinal-Aus in Atlanta auch zu einer möglichen Verlängerung im Zusammenhang mit dem Musiala-Schock gefragt. Gegenüber DAZN beantwortete er die Frage jedoch nicht. „Es fühlt sich für mich unangenehm an“, erklärte er. „Ich verstehe, dass du die Frage stellst, deswegen sage ich nicht, dass sie geschmacklos ist“, fügte er noch hinzu. Stand jetzt bleiben den Bayern also wohl erstmal nur drei Optionen. (hbr)