Nach Musiala-Drama: Müller schildert beklemmende Momente in der Bayern-Kabine
Bayerns Jamal Musiala muss im Klub-WM-Viertelfinale gegen PSG mit schwerer Verletzung ausscheiden. Thomas Müller spricht danach über die Gefühle im Team.
Miami/München – In der Partie zwischen dem FC Bayern München und Paris St. Germain lief bereits die Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als es zur fatalen Szene kam: Auf dem Weg in Richtung des gegnerischen Tores wurde Bayern-Star Jamal Musiala im Zweikampf von PSG-Keeper Gianluigi Donnarumma getroffen und verletzte sich schwer. Der Offensivspieler musste sofort ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht werden, es besteht der Verdacht auf Wadenbeinbruch.
Musiala-Schock hat Bayern-Mitspieler hart getroffen
Kein Wunder, dass sich seine Mitspieler nach dieser schrecklichen Szene in der Halbzeitpause erst einmal sammeln mussten. „Du versuchst dann die Gedanken aufs Spiel zu lenken, hast aber grade auch in der Halbzeit die Momente, wo du dich schwertust, bei der Sache zu bleiben. Es ist ja nicht so, dass wir wie Roboter nebeneinander leben, sondern wir haben auch persönliche Beziehungen. Wir wünschen Jamal eine gute Besserung“, gab Thomas Müller nach dem Abpfiff am DAZN-Mikrofon einen Einblick in das Innenleben der Mannschaft.
Auch Keeper Manuel Neuer äußerte sich zu der Szene und fand kritische Worte in Richtung von Donnarumma. Laut des einstigen DFB-Keepers sei es eine Situation gewesen, in der man „nicht so reingehen muss. Das ist risikofreudig. Er nimmt die Verletzung seines Gegenspielers in Kauf. Ich bin zu ihm und habe gesagt: ‚Willst du nicht mal zu unserem Spieler hingehen?‘ Das gehört sich aus Respekt, da auch mal hinzugehen und dem Jungen alles Gute zu wünschen. Hat er dann auch noch gemacht. Es gehört immer Fairness dazu. Ich hätte anders reagiert“, so Neuer.
Jamal Musialas Weg zur 10: Die entscheidenden Momente seiner Karriere
Müller absolvierte gegen PSG indes sein letztes Spiel im Bayern-Trikot. Oder doch nicht? Angesichts der wohl monatelangen Ausfallzeit von Musiala kam in der Mixed-Zone schnell die Frage auf, ob der 35-Jährige in der kommenden Spielzeit doch noch einmal im roten FCB-Trikot auflaufen könnte.
Doch Müller selbst wollte daran keinen Gedanken verschwenden und betonte: „Ich würde in der Situation erstmal die Gedanken Richtung Jamal richten, damit wir aufpassen, jetzt nicht irgendwelche geschmacklosen Diskussionen zu führen, nachdem sich jemand verletzt hat. Jeder kann sich seine Gedanken machen, aber ich denke, es ist alles gesagt zu dem Thema. Nur weil man jetzt irgendwelche Gedankenspiele auf den Tisch bringen kann, hat das nichts mit der Realität zu tun“, so Müller, der betonte, dass man jetzt „mit anderen Dingen beschäftigt sei“. (ysl)