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Die Kritik an Bundestrainer Hansi Flick nimmt zu. Jetzt schießt auch Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger gegen ihn.
Frankfurt – Die drei Länderspiele gegen die Ukraine, Polen und Kolumbien sollten ein Jahr vor der Europameisterschaft im eigenen Land für Aufbruchstimmung bei der deutschen Nationalmannschaft sorgen. Nach einem Unentschieden und zwei Niederlagen steckt die DFB-Elf tiefer denn je in der Krise. Mittelpunkt der Kritik ist Bundestrainer Hansi Flick.
| Bastian Schweinsteiger | |
|---|---|
| geboren: | 1. August 1984 (Alter 38 Jahre), Kolbermoor |
| Vereine: | FC Bayern München, Manchester United, Chicago Fire |
| Länderspiele (Tore): | 121 (24) |
Die Experimente von Flick gehen schief
Bei den drei Testspielen in dieser Länderspielpause wollte Bundestrainer Flick experimentieren und probierte die Fünferkette aus. Zum Ende hin setzte er dann wieder auf die Viererkette, da die Mannschaft mit dem neuen System nicht klarkam. Das Experiment der Fünferkette gilt als gescheitert.
Viele Spieler taten sich mit den unterschiedlichen Formationen und ungewohnten Positionen schwer. So spielte Emre Can beispielsweise gegen Kolumbien in der Innenverteidigung, obwohl er in dieser Saison fast ausschließlich als Sechser agierte. Die Ergebnisse sprachen eine eindeutige Sprache.
Schweinsteiger nimmt Flick in die Pflicht
Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger nahm den Bundestrainer in die Pflicht. „Ich glaube ganz einfach, dass die Mannschaft mit der Taktik fremdelt“, erklärte der 38-Jährige. In seinen Augen sollte der Fokus der Nationalmannschaft jetzt auf der Defensive liegen.
„Das muss der Bundestrainer erkennen und auch verändern, weil in den letzten drei Länderspielen sechs Gegentore – das spricht auch schon wieder eine klare Sprache“, führte er seine Einschätzung weiter aus. Er hätte sich gewünscht, dass die DFB-Elf die Taktik und Formation spielt, die auch für die anstehende Europameisterschaft geplant ist.
Schweinsteiger blickt auf die Euro
Der Fokus von Schweinsteiger lag klar auf der Eingespieltheit vor der Heim-EM. Wenn frühzeitig Klarheit in der Mannschaft herrschen würde, könnte dies laut des Weltmeisters einen Push geben. „Aber du musst halt einfach gegen den Ball ekliger sein, defensiv viel besser stehen, damit diese Sicherheit reinkommt“, kritisierte er die Defensivarbeit.
Mit Vorausblick auf die anstehende Europameisterschaft in Deutschland gab er sich skeptisch. „Aber mit dem Titel wird‘s natürlich sehr schwer. Aber eine Mannschaft, die für Deutschland kämpft, alles gibt - das können wir schaffen. Und dann müssen wir einfach schauen, für wie weit das reicht“, erklärte der ehemalige Mittelfeldspieler.
Rubriklistenbild: © IMAGO / dts Nachrichtenagentur
