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Im Oktober bestreitet die deutsche Nationalmannschaft zwei Testspiele in den USA, wo auch die nächste WM stattfindet. Niklas Süle bereitet die Reise Kopfschmerzen.
Wolfsburg - Derzeit bereitet sich die deutsche Nationalmannschaft auf die anstehenden Testspiele gegen Japan und Frankreich vor. Für Hansi Flick und die DFB-Elf ist es das erste Zusammentreffen nach den enttäuschenden Testspielen im Juni, bei der Deutschland sowohl gegen Polen (0:1), als auch gegen Kolumbien (0:2) verlor.
| Hansi Flick | |
|---|---|
| Geboren: | 24. Februar 1965 (58 Jahre alt) in Heidelberg |
| Größter Erfolg als Trainer: | Triple-Gewinn mit dem FC Bayern (2020) |
| Bundestrainer seit: | 1. August 2021 |
DFB-Elf gegen Japan und Frankreich unter Druck
Rund 9 Monate vor der Heim-EM braucht es jetzt Ergebnisse, um die Euphorie im Gastgeberland auf das Turnier zu schüren. Die Spiele gegen Japan und Vize-Weltmeister Frankreich sind für Flick ein Härtetest, bei seinem Kader verzichtete der Bundestrainer bewusst auf Experimente, wie noch zuletzt im Juni. Die Mannschaft solle sich einspielen und Automatismen entwickeln, sagte Flick zuletzt.
Doch nicht nur die beiden kommenden Spiele sind derzeit Thema im Kreise der DFB-Elf, sondern auch die nächste Länderspielpause im Oktober. Dann reist der DFB-Tross in die USA, neben Mexiko und Kanada eins der Gastgeberländer für die kommende Weltmeisterschaft 2026. Dort stehen Testspiele gegen die USA und Mexiko an. Nicht bei allen Spielern und Verantwortlichen kommt die strapazierende Reise gut an.
Süle kritisiert USA-Trip der Nationalmannschaft
Niklas Süle, der erstmals seit der enttäuschenden WM in Katar wieder im DFB-Aufgebot steht, sieht den Länderspiel-Trip unter anderem wegen der Reisestrapazen und des Jetlags kritisch. „Ich sehe es bei meinen Kollegen, die in Afrika zehn Stunden irgendwo hinreisen oder bei Giovanni Reyna, der nach Spielen für die USA mit Jetlag zurückkommt. Meiner Meinung nach ist der Termin nicht ganz so gut gewählt“, sagte der Abwehrspieler am Donnerstag auf der DFB-Pressekonferenz.
Süle, zu dessen Streit mit Joshua Kimmich eine Amazon-Doku jetzt neue Einblicke gewährt, weiß, wovon er spricht. Er reiste selbst mit Borussia Dortmund während der Saisonvorbereitung in die USA. Und im Fall der DFB-Reise ist der Zeitpunkt für ihn und alle BVB-Spieler besonders ungünstig gelegen. Am 18. Oktober sind die Spieler zurück, nur zwei Tage später eröffnet Dortmund gegen Bremen den achten Spieltag der Bundesliga. Deshalb sehen auch die Bundesliga-Vereine den USA-Aufenthalt des DFB kritisch.
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Völler verteidigt USA-Reise – Hofmann und ter Stegen mit gemischten Gefühlen
DFB-Sportdirektor Rudi Völler wiederum hatte die Reise und die Planungen des Verbandes verteidigt. Mit Blick auf die WM 2026 sei es wichtig, mal vor Ort zu sein und sich die Gegebenheiten anzusehen.
Der Leverkusener Jonas Hofmann ist hingegen geteilter Meinung. Er freue sich darauf, vor Ort etwas zu erleben. „Da nehme ich gerne den Stress des Fluges und die Zeitumstellung auf mich“, sagte der 31-Jährige. „Aber unser Körper ist unser Kapital und wird beeinträchtigt“, so Hoffmann.
Die derzeitige Nummer eins im deutschen Tor, Marc-André ter Stegen, hat persönlich noch keine Erfahrungen mit einer Übersee-Reise während der Saison gemacht. Dennoch merke er bei seinen Teamkollegen beim FC Barcelona, dass die Spieler, die bei einer Nationalmannschaft in Südamerika unterwegs sind, nicht bei „hundert Prozent“ seien, wenn sie zurückkommen. (LuHa)
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