VonAdrian Kühnelschließen
Die FIFA-Klub-WM gilt als umstritten. Dabei bietet das neue Format für Teilnehmer wie den FC Bayern und den BVB und deren Spieler auch Vorteile.
München – „Die Klub-WM wird garantiert durch die Decke gehen, davon bin ich überzeugt“, betonte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, laut dem der Wettbewerb „einfach Sinn“ ergebe. Nicht zuletzt deshalb, da die Klub-WM „garantiert ein Umsatztreiber“ sein werde.
Medienberichten zufolge winkt den 32 teilnehmenden Vereinen ein Startgeld von je 50 Millionen Euro. Diese Information ist jedoch noch nicht bestätigt. FC Bayerns Vorstandsboss Dreesen erklärte jüngst der Sport Bild: „Zum aktuellen Zeitpunkt ist weder klar, wer die Klub-WM im Fernsehen zeigt, noch wer die Sponsoren sein werden“. Die FIFA will diesbezüglich zeitnah Klarheit schaffen.
Klub-WM findet im Vier-Jahres-Zyklus statt
Geht es nach Dreesen, dürfen sich Fans, Teams und Spieler aber schon jetzt auf die Klub-WM freuen: „Es ist doch spannend, wenn sich zwölf der besten Vereine aus Europa mit Klubs aus aller Welt messen. Was das Thema Belastung angeht: Die Klub-WM findet nur alle vier Jahre statt.“
Die Klub-WM gilt wegen der vermeintlich höheren Belastung für die Spieler als umstritten. Fakt ist allerdings auch, dass zum Beispiel der FC Bayern in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 50 Pflichtspiele pro Saison absolvierte, in den zehn Jahren zuvor waren es im Durchschnitt 52. Die Belastung bleibt also relativ konstant.
Mit dem FC Bayern und dem BVB nehmen zwei deutsche Teams teil
Watzke argumentierte indes, dass die Kritik an der hohen Belastung nicht gerechtfertigt wäre, da nur 32 Mannschaften betroffen seien. „Wenn wir das mal von der rationalen Seite betrachten: Es sind nur zwei deutsche Klubs davon betroffen und das sind die beiden Klubs, die es wahrscheinlich auch am besten verkraften können“, so der BVB-Chef.
Die neue Klub-WM wird vom 15. Juni bis 13. Juli 2025 in den USA ausgetragen und löst die bisherige Mini-WM ab. Es werden acht Vierergruppen gebildet, danach folgt eine K.-o.-Phase ab dem Achtelfinale. Für die Finalisten stehen sieben Spiele an. Aus Deutschland sind der FC Bayern und Borussia Dortmund qualifiziert. Jedes Land kann maximal zwei Teams stellen. Weitere europäische Teilnehmer sind Real Madrid, Manchester City, der FC Chelsea, Inter Mailand, Paris St. Germain, Benfica Lissabon und der FC Porto.
Die Klub-WM wird den teilnehmenden Mannschaften eine höhere Präsenz im Ausland verleihen, allen voran da sie in den USA stattfindet, wo auch die WM der Nationalmannschaften 2026 stattfindet. Klubs wie der FC Bayern und der BVB haben in den letzten Jahren bereits Marketingtouren in die USA unternommen und besitzen sogar Büros in New York.
Klub-WM sorgt für sportliche Motivation
Ein weiteres Argument für die Klub-WM ist die sportliche Motivation der Teilnehmer. „Es gibt ganz viele Spieler, die auf Weltklasse-Niveau spielen, aber mit ihrer Nation möglicherweise niemals die Chance haben, an eine WM denken zu können“, sagte Red Bull-Boss Oliver Mintzlaff unlängst dem kicker.
FIFA-Präsident Gianni Infantino sagte diesbezüglich bereits: „Diese Spieler werden bei der neuen Klub-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr den wahren Weltmeister im Klubfußball krönen.“
Joshua Kimmich vom FC Bayern äußerte sich unterdessen positiv über die Möglichkeit, die Klub-WM oder die Nations League im Sommer 2025 zu bestreiten: „Ich würde gerne beides spielen. Generell bin ich schon ein Fan von vielen Spielen. (…) Meine Generation hat nichts mehr zu verschenken. Wir wollen jeden Titel gewinnen.“
Auch Kimmichs Teamkollege Manuel Neuer freut sich auf den neuen Wettbewerb. „Es sind zwar wieder mehr Spiele, aber dieses Turnier ist ähnlich wie eine Europa- oder Weltmeisterschaft. Wir treten an, um dieses Turnier zu gewinnen. Das wird auch für mich eine neue Erfahrung“, so der Torhüter des FC Bayern.
Die Spiele der Klub-WM werden in elf US-Städten ausgetragen: Miami, Los Angeles, Seattle, Washington, Orlando (mit zwei Stadien), Atlanta, Nashville, Charlotte, Cincinnati und Philadelphia. Das Finale findet im Metlife Stadium in New Jersey statt. Diese Auswahl an Spielorten gewährleistet eine breite geografische Abdeckung des Landes und ermöglicht es Fans aus verschiedenen Teilen der USA, das Spektakel zu verfolgen.
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