FC Hollywood in Höchstform: Ein Bayern-Drama in acht Akten
VonStefan Schmid
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Schon jetzt ist die Saison des FC Bayern eine, die lange in Erinnerung bleiben wird. Grund dafür ist die Rückkehr des FC Hollywood.
München - Dass der FC Bayern München sportlich die Nummer Eins der Stadt ist, ist unumstritten, doch in dieser Saison macht sich der deutsche Rekordmeister auf, auch in Sachen Skandalen die Stadtmeisterschaft zu erringen. Der FC Hollywood ist zurück und produziert an der Säbener Straße verlässlich einen Kassenschlager nach dem anderen. Und weil gar so viel passiert ist in den letzten vier Monaten und man schnell den Überblick verliert, haben wir eine kleine Übersicht für Sie zusammengestellt.
Ski-Ausflug, die Erste: Torhüter Manuel Neuer will bei einer Skitour die verkorkste Weltmeisterschaft in Katar aus dem Kopf bekommen. Am 10. Dezember teilte der Torhüter über die sozialen Medien mit, dass er statt mit freiem Kopf mit gebrochenem Unterschenkel vom Ski-Ausflug zurückgekehrt ist. Die Saison ist gelaufen, der FC Bayern verpflichtet in der Wintertransferperiode Yann Sommer als Ersatz.
Modestadt Paris: Serge Gnabry fährt, statt sich in der Englischen Woche zu erholen, am vorletzten Januar-Wochenende zur Fashion Week nach Paris. Der Kurz-Trip trifft auf wenig Gegenliebe, auch Hasan Salihamidžić – selbst stets fein gekleidet – findet keinen Gefallen daran. „Das ist amateurhaft. Das ist genau das, was ich nicht mag“, rügt der Sportdirektor seinen Spieler.
Herzschmerz wegen Tapalović und Probleme mit der Tierwelt
Tapa-Aus und das Herzschmerz-Interview: Am 23. Januar gibt der FCB die Trennung von Torwarttrainer Toni Tapalović bekannt, der ausgemachte Schuldige: Julian Nagelsmann. Tapalović war aber nicht nur Torwarttrainer bei Bayern, sondern auch ehrenamtlich der beste Freund von Manuel Neuer. Der gibt ein Interview in der Süddeutschen Zeitung, rechtfertigt seine Skitour, greift die Vereinsführung an und beklagt, dass sein „Herz rausgerissen“ wurde, als er von der Entlassung des Intimus erfuhr. Fragwürdige Lieder im Kroatien-Urlaub zu schmettern, kann den beiden aber auch in Zukunft keiner nehmen.
Geschützte Tierart in Aktion:Ein Maulwurf sorgt für Ärger an der Säbener Straße. Ein Insider sticht Bilder von Taktik-Ausführung des FCB-Trainers Julian Nagelsmann an die Presse durch. „Das hat nichts mehr mit Sport zu tun, dass ich solche Interna auch veröffentliche“, schießt der Noch-Trainer gegen die Journaille. Wer der Maulwurf war, ist bis heute ungeklärt. Fest steht nur: Tapalović kann es nicht gewesen sein.
Ski-Ausflug, die Zweite: Später Donnerstagabend, 23. März, Julian Nagelsmann genießt in den Zillertaler Bergen einen lichtsmogfreien Himmel. Plötzlich klingelt sein Handy, der kicker ist dran und will wissen, ob er schon was vom Verein wegen der Gerüchte um seine Entlassung gehört habe. „Nein.“ Am nächsten Tag ist es fix: Der FC Bayern stellt Julian Nagelsmann frei und irgendwo an der Säbener Straße steht wohl noch immer ein TV-Reporter eines Privatsenders, der sich in der Erwartung neuester Schlagzeilen nicht mehr wegzubewegen traut.
Die Gefühle des Lothar Matthäus: Das Bundesliga-Topspiel gegen Dortmund gerät für viele schnell in den Hintergrund. Lothar Matthäus greift Oliver Kahn am TV-Mikro an, das „Mia san mia“ wäre bei der Nagelsmann-Entlassung mit Füßen getreten worden. Kahn ist genervt, wiegelt ab und widerspricht Loddar. Das lässt sich der Franke nicht gefallen und legt in der Pause nach. Er sage nur das, was er „höre, sehe und fühle“ und das sein nun mal glasklar: „Oliver Kahn lügt!“
FC Bayern und das Osterfest: Zwei Fäuste, kein Halleluja
Der Breisgau gegen Kimmich: Darf man denn gar nichts mehr? Ein jubelnder Joshua erhitzt die Gemüter. Dem FC Bayern gelingt am 8. April beim SC Freiburg die Revanche für die Niederlage im DFB-Pokal und das wird doch wohl noch gefeiert werden dürfen? Dachte sich auch Joshua Kimmich, der die Rechnung allerdings ohne die Spieler vom SCF gemacht hat, die wenig amüsiert waren und ihn zur Rede stellen. Erste Aufregung abgeklungen? Da geht noch eine Becker-Faust in Richtung der Freiburger Fan-Kurve.
Disharmonie in der Kabine: Harmonisch gibt sich der Reim, so wird es im Deutsch-Unterricht beigebracht. Nicht so bei Leroy Sané und Sadio Mané. Nach dem vergeigten Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale hat Mané so überhaupt keinen Bock auf Sané und gibt diesem voll eine auf die Zwölf. Was fällt so einem dahergelaufenen DFB-Spieler auch ein, dem Star-Einkauf und Lewandowski-Ersatz zu sagen, wo er hinlaufen soll. (sch/dpa)