- VonNiklas Kirkschließen
In Paris wurden die Zentrale des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele 2024 und eine Baugesellschaft durchsucht. Laut Behörden besteht Korruptionsverdacht.
Paris – Unruhe bei den Organisatoren der olympischen Sommerspiele 2024 in Frankreich: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge kam es am Dienstagmorgen (20. Juni) in Paris zu Durchsuchungen sowohl im Hauptsitz des Organisationskomitees für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 als auch bei der Baugesellschaft Solideo. Grund dafür seien mögliche Korruptionsvergehen.
| Internationales Olympisches Komitee (IOC) | |
|---|---|
| Gründung: | 23. Juni 1894 in Paris/Frankreich |
| Hauptsitz: | Lausanne/Schweiz |
| Präsident: | Thomas Bach |
Korruptionsverdacht bei Olympia 2024 - Ermittlungen dauern seit Jahren an
Ausschlagend für die Durchsuchungen seien Ermittlungen der französischen Finanzstaatsanwaltschaft gewesen, woraufhin jene Staatsanwaltschaft die Durchsuchung von zwei Objekten durch die OCLCIFF (Zentralstelle zur Bekämpfung von Korruption sowie Finanz- und Steuerkriminalität) und die BRDE (Brigade zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität) veranlasste.
Ziel der Durchsuchungen waren zum einen der Sitz des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele, als auch der Sitz der für die Spiele zuständigen Baugesellschaft Solideo. Das Komitee und die Baugesellschaft scheinen dabei, im Rahmen von Vorermittlungen aus den Jahren 2017 und 2022, ins Visier der Behörden geraten zu sein. So sollen sich die Ermittlungen von 2017 laut Spiegel mit Verweis auf die Staatsanwaltschaft auf Vorgänge beziehen, die möglicherweise zu Veruntreuung öffentlicher Gelder und Vetternwirtschaft geführt haben.
Das andere Verfahren sei 2022 eröffnet worden und bezieht sich auf mehrere Verträge zwischen dem Organisationskomitee und Solideo. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestehen durch diese Verträge der Anfangsverdacht für Interessenkonflikte und Günstlingswirtschaft.
Korruptionsverdacht bei Olympia 2024 - Organisationskomitee kündigt Zusammenarbeit mit Behörden an
Die Olympia-Organisatoren bestätigten die Durchsuchung am Dienstag: „Eine Durchsuchung der Polizei ist im Moment am Sitz des Organisationskomitees im Gange“ sagte Olympia-2024-Sprecher Jonathan Firpo.
Zudem bekräftigt das Organisationskomitee der Spiele, „vollständig mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten, um ihre Ermittlungen zu erleichtern“. Gleiches gelte für das durchsuchte Bauunternehmen, welches laut der französischen Sportzeitung L‘Équipe „vollständig mit den Ermittlern zusammenarbeitet und alle angeforderten Dateien vorgelegt hat“.
Korruptionsverdacht bei Olympia 2024 - IOC kündigt Stellungnahme zu Razzien an
Das französische Sportministerium habe laut der Zeitung erklärt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen keine Stellungnahme abgeben werde.
Schließlich erklärte das Internationale Olympische Komitee (IOC), dass es vom Organisationskomitee über die Durchsuchungen informiert worden sei und kündigte ein Statement zu den Razzien an. Bereits am heutigen Dienstag (20. Juni) kommt die IOC-Exekutive zu einer planmäßigen, zweitägigen Sitzung im schweizerischen Lausanne zusammen. (nki/sid)