„Wir konnten‘s nicht verhindern“

Tuchel sorgt bei PK mit einem Satz für großes Gelächter – selbst Pressesprecher muss schmunzeln

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Thomas Tuchel verkündete am Freitagmittag, dass er den FC Bayern zum Saisonende doch verlassen wird. Ein Satz von ihm aber sorgte für viele Lacher im Pressestüberl.

München – Am Freitagvormittag betrat man mit einer gewissen Vorfreude das Pressestüberl des FC Bayern an der Säbener Straße.

In den vergangenen Tagen war durchgesickert, dass die Münchner eine 180-Grad-Wendung hinlegen wollten und Thomas Tuchel doch über den Sommer hinaus Trainer beim Rekordmeister bleiben solle. Daher war im Vorfeld spekuliert worden, ob nicht Max Eberl oder Christoph Freund bei der Spieltags-PK mit auf dem Podium sitzen werden.

Als Tuchel und Pressesprecher Dieter Nickles um 11.36 Uhr dann erschienen, war vom Sportvorstand und vom sportlichen Leiter aber weit und breit keine Spur. Als der Trainer dann auf die erste Frage antwortete, war auch klar, warum.

Thomas Tuchel bleibt doch nicht Trainer des FC Bayern – nächster Korb für Eberl

„Es ist meine letzte Pressekonferenz an der Säbener Straße. Es bleibt bei der Vereinbarung vom Februar. Es gab nochmal Gespräche in der letzten Woche, aber wir haben keine Einigung gefunden für eine weitere Zusammenarbeit“, sagte der Noch-Bayern-Trainer und sorgte somit für eine große Überraschung.

Denn eigentlich war man sich an der Säbener Straße weitestgehend einig, dass der Tuchel-Abschied, der im Februar beschlossen wurde, aufgehoben wird. Die Gründe hierfür lagen auf der Hand.

Nun aber stehen die Münchner Bosse vor einem Scherbenhaufen, hat man doch noch immer keinen Trainer für die kommende Saison. Die verbleibenden Kandidaten werden beileibe nicht vielversprechender.

Wieso, weshalb und warum Tuchel und der FC Bayern sich doch nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnten, wurden am Freitagmittag nicht öffentlich genannt. „Ich werde nicht auf einzelne Punkte eingehen und die Beweggründe dahinter“, so Tuchel: „Das bleibt hinter verschlossenen Türen.“

Thomas Tuchel sorgte auf seiner Abschieds-PK bei FC Bayern für zahlreiche Lacher.

Tuchel sorgt bei Abschieds-PK mit einem Satz für großes Gelächter – selbst Pressesprecher muss schmunzeln

So ganz aber konnte sich Tuchel dann doch nicht zurückhalten. So schildert der Noch-Bayern-Coach, dass er die Trennung seit Februar eigentlich schon längst verarbeitet und die Sache abgehakt habe, ehe sich in der letzten Woche noch einmal die „theoretische Möglichkeit eine 180-Grad-Wende zu machen“, ergeben habe, weil die „Initiative letztlich nochmal vom Klub kam“.

Dann sagte er einen wichtigen Satz: „Die Gründe für die Trennung sind ja minimal. Warum die Entscheidung im Februar getroffen wurde? Vielleicht sind die auch gar nicht so klar. Aber es ist, wie es ist – und es ist gut so.“

Anschließend wurde Tuchel dann noch nach seinem vermeintlichen Vermächtnis Aleksandar Pavlović gefragt. „Die einen sagen so, die anderen sagen so“, antwortete der Coach und schoss damit kleine Pfeile in Richtung Uli Hoeneß, der ihn kurz vor dem Spiel gegen Real Madrid kritisierte, dass er gerade junge Spieler wie Pavlovic nicht fördern würde.

Tuchel fasst mit einem Satz Bayern-Dilemma zusammen – und sorgt so für viele Lacher

Diese Aussage sorgte für großes Gelächter im proppenvollen Pressestüberl. Selbst Pressesprecher Nickles konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Als Tuchel dann auch noch beißend ironisch anfügte: „Wir konnten die Nominierung nicht verhindern“, hatte der Noch-Trainer weitere Lacher auf seiner Seite.

Ob gerade diese Hoeneß-Aussagen und die anschließende EM-Nominierung von Pavlovic für Tuchel eine Rolle in seinen Überlegungen spielte? Spurlos werden die letzten Monate nicht am Welt-Trainer von 2021 vorbeigegangen sein.

Diese Trainer wurden mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht – aber hatten keine Lust

Xabi Alonso galt lange Zeit als Wunschlösung des FCB für den vakanten Posten, vor allem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen auf den Basken scharf gewesen sein. Ende April gab der Meistertrainer auf einer Pressekonferenz aber seinen Verbleib in Leverkusen bekannt. „Mein Job hier ist noch nicht vorbei“, machte Alonso klar.
Xabi Alonso galt lange Zeit als Wunschlösung des FCB für den vakanten Posten, vor allem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen auf den Basken scharf gewesen sein. Ende April gab der Meistertrainer auf einer Pressekonferenz aber seinen Verbleib in Leverkusen bekannt. „Mein Job hier ist noch nicht vorbei“, machte Alonso klar. © UWE KRAFT / Imago Images
Eine der ersten Alternativen war laut mehreren Medien der aktuelle Bundestrainer Julian Nagelsmann. Anstelle eines zweiten Engagements bei den Münchnern – er war bereits von Juli 2021 bis März 2023 in der Verantwortung – verlängerte er seinen Vertrag beim DFB bis Sommer 2026.
Eine der ersten Alternativen war laut mehreren Medien der aktuelle Bundestrainer Julian Nagelsmann. Anstelle eines zweiten Engagements bei den Münchnern – er war bereits von Juli 2021 bis März 2023 in der Verantwortung – verlängerte er seinen Vertrag beim DFB bis Sommer 2026. © Jan Huebner / Imago Images
Auch Ralf Rangnick steht nicht für den Posten zur Verfügung. Anfang Mai gab er bekannt, „mit vollem Herzen österreichischer Teamchef“ zu sein. „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass das keine Absage an den FC Bayern ist, sondern eine Entscheidung für meine Mannschaft und unsere gemeinsamen Ziele“, wurde er in einer Verbandsmitteilung zitiert.
Auch Ralf Rangnick steht nicht für den Posten zur Verfügung. Anfang Mai gab er bekannt, „mit vollem Herzen österreichischer Teamchef“ zu sein. „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass das keine Absage an den FC Bayern ist, sondern eine Entscheidung für meine Mannschaft und unsere gemeinsamen Ziele“, wurde er in einer Verbandsmitteilung zitiert. © ActionPictures / Imago Images
Über ein Interesse an Stuttgart-Coach Sebastian Hoeneß wurde ebenfalls spekuliert. Der verlängerte bei den Schwaben allerdings vorzeitig bis 2027 und erklärte Mitte April nach der Bundesliga-Partie gegen Werder Bremen: „Sie können ganz fest davon ausgehen, dass ich nächstes Jahr auch Trainer des VfB Stuttgart sein werde. Wenn ich die Idee gehabt hätte zu wechseln, dann hätte ich sicherlich nicht meinen Vertrag verlängert.“
Über ein Interesse an Stuttgart-Coach Sebastian Hoeneß wurde ebenfalls spekuliert. Der verlängerte bei den Schwaben allerdings vorzeitig bis 2027 und erklärte Mitte April nach der Bundesliga-Partie gegen Werder Bremen: „Sie können ganz fest davon ausgehen, dass ich nächstes Jahr auch Trainer des VfB Stuttgart sein werde. Wenn ich die Idee gehabt hätte zu wechseln, dann hätte ich sicherlich nicht meinen Vertrag verlängert.“ © Sportfoto Rudel / Imago Images
Roberto De Zerbi machte sich bei Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion einen Namen, gilt als eines der größten Trainertalente Europas – und will wohl nicht weg von der englischen Südküste. „Wir werden mit Tony [Bloom, Klub-Chef, Anm. d. Red.] sprechen. Ich würde gerne in Brighton bleiben“, wurde De Zerbi Anfang Mai von Sky Sports News zitiert. Laut Sport Bild soll vor allem FCB-Sportvorstand Max Eberl die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben haben.
Roberto De Zerbi machte sich bei Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion einen Namen, gilt als eines der größten Trainertalente Europas – und will wohl nicht weg von der englischen Südküste. „Wir werden mit Tony [Bloom, Klub-Chef, Anm. d. Red.] sprechen. Ich würde gerne in Brighton bleiben“, wurde De Zerbi Anfang Mai von Sky Sports News zitiert. Laut Sport Bild soll vor allem FCB-Sportvorstand Max Eberl die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben haben. © Shutterstock / Imago Images
Auch der Spanier Unai Emery wurde rund um die Säbener Straße gehandelt – und auch er steht nicht zur Verfügung. Stattdessen machte der englische Traditionsklub Aston Villa Ende April publik, dass der Kontrakt mit Emery bis 2027 ausgedehnt wurde.
Auch der Spanier Unai Emery wurde rund um die Säbener Straße gehandelt – und auch er steht nicht zur Verfügung. Stattdessen machte der englische Traditionsklub Aston Villa Ende April publik, dass der Kontrakt mit Emery bis 2027 ausgedehnt wurde. © Shutterstock / Imago Images
Nachdem der FCB und Thomas Tuchel zuletzt wieder Gespräche über eine Verlängerung der Zusammenarbeit führten, bestätige dieser vor dem letzten Bundesliga-Spieltag 23/24 endgültig seinen Abschied. „Es bleibt bei der Vereinbarung vom Februar“, so der Coach, der somit seinen Posten räumen wird.
Nachdem der FCB und Thomas Tuchel zuletzt wieder Gespräche über eine Verlängerung der Zusammenarbeit führten, bestätige dieser vor dem letzten Bundesliga-Spieltag 23/24 endgültig seinen Abschied. „Es bleibt bei der Vereinbarung vom Februar“, so der Coach, der somit seinen Posten räumen wird. © Sammy Minkoff / Imago Images

Trainersuche beim FC Bayern dauert an: Eberl und Freund unter Druck

Doch Fakt ist: Zum 30. Juni 2024 wird Thomas Tuchel nicht mehr Trainer des FC Bayern sein. Auch, wenn sich in den vergangenen Wochen nicht nur unzählige Fans eine Fortsetzung seiner Arbeit gewünscht hätte.

Daher darf man gespannt sein, wer dann in wenigen Wochen neben Eberl und Freund auf dem Podium Platz nehmen wird. Sollten die Bosse bis dahin einen neuen Trainer gefunden haben – und diesen dann vorstellen … (smk)

Von der Säbener Straße berichtet Florian Schimak

Rubriklistenbild: © Screenshot/@fcbayern.com

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