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Thomas Tuchel verkündete am Freitagmittag, dass er den FC Bayern zum Saisonende doch verlassen wird. Ein Satz von ihm aber sorgte für viele Lacher im Pressestüberl.
München – Am Freitagvormittag betrat man mit einer gewissen Vorfreude das Pressestüberl des FC Bayern an der Säbener Straße.
In den vergangenen Tagen war durchgesickert, dass die Münchner eine 180-Grad-Wendung hinlegen wollten und Thomas Tuchel doch über den Sommer hinaus Trainer beim Rekordmeister bleiben solle. Daher war im Vorfeld spekuliert worden, ob nicht Max Eberl oder Christoph Freund bei der Spieltags-PK mit auf dem Podium sitzen werden.
Als Tuchel und Pressesprecher Dieter Nickles um 11.36 Uhr dann erschienen, war vom Sportvorstand und vom sportlichen Leiter aber weit und breit keine Spur. Als der Trainer dann auf die erste Frage antwortete, war auch klar, warum.
“Es bleibt bei der Einigung vom Februar. Es gab Gespräche, aber wir haben nicht zusammen gefunden.” @FCBayern pic.twitter.com/f9OX7XobJU
— Flo Schimak (@FloSchimak) May 17, 2024
Thomas Tuchel bleibt doch nicht Trainer des FC Bayern – nächster Korb für Eberl
„Es ist meine letzte Pressekonferenz an der Säbener Straße. Es bleibt bei der Vereinbarung vom Februar. Es gab nochmal Gespräche in der letzten Woche, aber wir haben keine Einigung gefunden für eine weitere Zusammenarbeit“, sagte der Noch-Bayern-Trainer und sorgte somit für eine große Überraschung.
Denn eigentlich war man sich an der Säbener Straße weitestgehend einig, dass der Tuchel-Abschied, der im Februar beschlossen wurde, aufgehoben wird. Die Gründe hierfür lagen auf der Hand.
Nun aber stehen die Münchner Bosse vor einem Scherbenhaufen, hat man doch noch immer keinen Trainer für die kommende Saison. Die verbleibenden Kandidaten werden beileibe nicht vielversprechender.
Wieso, weshalb und warum Tuchel und der FC Bayern sich doch nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnten, wurden am Freitagmittag nicht öffentlich genannt. „Ich werde nicht auf einzelne Punkte eingehen und die Beweggründe dahinter“, so Tuchel: „Das bleibt hinter verschlossenen Türen.“
Tuchel sorgt bei Abschieds-PK mit einem Satz für großes Gelächter – selbst Pressesprecher muss schmunzeln
So ganz aber konnte sich Tuchel dann doch nicht zurückhalten. So schildert der Noch-Bayern-Coach, dass er die Trennung seit Februar eigentlich schon längst verarbeitet und die Sache abgehakt habe, ehe sich in der letzten Woche noch einmal die „theoretische Möglichkeit eine 180-Grad-Wende zu machen“, ergeben habe, weil die „Initiative letztlich nochmal vom Klub kam“.
Dann sagte er einen wichtigen Satz: „Die Gründe für die Trennung sind ja minimal. Warum die Entscheidung im Februar getroffen wurde? Vielleicht sind die auch gar nicht so klar. Aber es ist, wie es ist – und es ist gut so.“
Anschließend wurde Tuchel dann noch nach seinem vermeintlichen Vermächtnis Aleksandar Pavlović gefragt. „Die einen sagen so, die anderen sagen so“, antwortete der Coach und schoss damit kleine Pfeile in Richtung Uli Hoeneß, der ihn kurz vor dem Spiel gegen Real Madrid kritisierte, dass er gerade junge Spieler wie Pavlovic nicht fördern würde.
• You played a big part in Aleks Pavlović's national team call-up
— Bayern & Germany (@iMiaSanMia) May 17, 2024
Tuchel with a jab at Uli Hoeneß: "Some say that, others say otherwise... We couldn't prevent the call-up"
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Tuchel fasst mit einem Satz Bayern-Dilemma zusammen – und sorgt so für viele Lacher
Diese Aussage sorgte für großes Gelächter im proppenvollen Pressestüberl. Selbst Pressesprecher Nickles konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Als Tuchel dann auch noch beißend ironisch anfügte: „Wir konnten die Nominierung nicht verhindern“, hatte der Noch-Trainer weitere Lacher auf seiner Seite.
Ob gerade diese Hoeneß-Aussagen und die anschließende EM-Nominierung von Pavlovic für Tuchel eine Rolle in seinen Überlegungen spielte? Spurlos werden die letzten Monate nicht am Welt-Trainer von 2021 vorbeigegangen sein.
Diese Trainer wurden mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht – aber hatten keine Lust




Trainersuche beim FC Bayern dauert an: Eberl und Freund unter Druck
Doch Fakt ist: Zum 30. Juni 2024 wird Thomas Tuchel nicht mehr Trainer des FC Bayern sein. Auch, wenn sich in den vergangenen Wochen nicht nur unzählige Fans eine Fortsetzung seiner Arbeit gewünscht hätte.
Daher darf man gespannt sein, wer dann in wenigen Wochen neben Eberl und Freund auf dem Podium Platz nehmen wird. Sollten die Bosse bis dahin einen neuen Trainer gefunden haben – und diesen dann vorstellen … (smk)
Von der Säbener Straße berichtet Florian Schimak
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