„Wut in mir ist riesig“: Tränen-Kimmich mit Knallhart-Aussage nach Titel-Debakel
VonFlorian Schimak
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Der FC Bayern hat mit der Niederlage bei RB Leipzig Konkurrent Dortmund eine Steilvorlage gegeben. Vor allem zwei Bayern-Stars waren danach sichtlich enttäuscht.
Joshua Kimmich kommen nach Bayern-Pleite im Titelkampf die Tränen
Soeben hatten die Münchner mit 1:3 verloren und damit dem größten Konkurrenten aus Dortmund die Meisterschaft quasi auf dem Silbertablett serviert. Mit einem Sieg am Sonntag beim FC Augsburg kann der BVB vor dem 34. Spieltag an den Bayern vorbeiziehen.
Als die TV-Kameras Kimmich nach Schlusspfiff einfingen, sah man feuchte Augen beim 28-Jährigen. Der nächste Nackenschlag für Kimmich. Vielleicht erinnerte er sich wieder an den Dezember, als er ebenfalls unter Tränen das abermalige WM-Aus einer deutschen Nationalmannschaft erklären musste? Oder an den März, wo das Pokal-Aus den nächsten Titel für den Ehrgeizling Kimmich zunichtemachte? Oder an das Ausscheiden gegen ManCity in der Champions League?
Joshua Kimmich beim FC Bayern: Nächster Titel futsch!
Nun ist vermutlich der nächste Titel futsch! „Die Wut, bei mir persönlich, ist auch riesig, weil man jeden Titel gewinnen will“, sagte Kimmich in der Mixed Zone: „Deswegen tritt man an, deswegen spielt man beim FC Bayern. Natürlich ist der Druck da, jedes Spiel gewinnen zu müssen. Aber deswegen sind wir auch hier, weil wir alle gewinnen wollen. Das ist generell ein Thema, dass wir noch mehr auf den Platz bringen müssen.“
Wollen etwa nicht alle beim FC Bayern Titel gewinnen? Auffällig: Nach dem Leipzig-Ausgleich in der 70. Minute brach die Mannschaft völlig auseinander, nicht das erste Mal in dieser Saison. Lediglich Kimmich zeigte mit seiner Körpersprache, dass er sich gegen einer Niederlage wehren wollte.
Tränen-Kimmich nach Titel-Pleite: „Das ist auch der Grund, warum wir noch nicht Deutscher Meister sind“
Die Frage nach dem Warum, stellt sich nicht nur Kimmich. „Schwierig zu erklären, weil es uns in dieser Saison viel zu oft passiert ist“, weiß auch er keine Erklärung: „Es ist viel zu oft der Fall gewesen, dass wir eine Führung abgeben, dass wir eine kontrollierte, dominante Führung abgeben. Das ist auch der Grund, warum wir nicht schon Deutscher Meister sind.“
Dabei zeigt sich Kimmich einmal überrascht vom eigenen Team. „Was mich so ein bisschen wundert ist, dass wir in den vergangenen Wochen eigentlich dominanten, gute Spiele hatten“, so der Vize-Kapitän: „Vor allem das Schalke-Spiel und anschließend eine gute Trainingswoche mit sehr viel Intensität, Spaß und auch viel, viel Qualität. Und dann brechen wir weg in der zweiten Halbzeit.“
Auch Serge Gnabry weint nach Titel-Pleite auf der Auswechselbank
Serge Gnabry saß beim Schlusspfiff bereits auf der Bank. Der Angreifer, der gegen RB Leipzig die verdiente Führung erzielt hatte, musste nach 70 Minuten entkräftet vom Feld. Auch bei ihm liefen nach dem Schlusspfiff die Tränen, deutlich waren die glasigen Augen im TV zu sehen. Tränen-Bayern nach Titel-Desaster?
„Man kann nicht in jeden hinein schauen, aber es ist klar, dass die Enttäuschung riesig ist“, erklärte Kimmich nach dem Spiel in den Katakomben der Allianz Arena. Für diese Saison dürfte es für den Rekordmeister nach elf Meisterschaften in Folge womöglich keine Schale geben.
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Joshua Kimmich vor Wechsel? Real Madrid und FC Barcelona könnten für 2024 Option sein
Warum? „Am Ende des Tages bekommen wir die Tore nach einem eigenen Eckball und die beiden Elfmeter passieren nach einem gegnerischen Einwurf oder Eckball“, resümierte Kimmich. Und erklärte dann: „Das ist dann auch kein Zufall, wenn man sieht, dass uns das dieses Jahr so, so oft passiert.“
So kam es in dieser Woche nicht wirklich überraschend, dass Kimmich mit einem Vereinswechsel in Verbindung gebracht wurde. Der FC Barcelona und Real Madrid wurden da genannt. Für 2024 womöglich keine unmöglichen Fantasien. Erst recht nach solch einer Saison … (smk)