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Ingo Durstewitz
Thomas Kilchenstein
Daniel Schmitt
Vom Musterschüler über den Hinterbänkler bis hin zu den Abgemahnten: Die FR bewertet alle Profis der Frankfurter Eintracht nach den bisherigen 27 Pflichtspielen in dieser Saison.
Musterschüler
Willian Pacho (16 Bundesligaspiele/0 Tore/4 Conference League/0 Tore): Kommt mal eben aus Antwerpen, unbeleckt, unbekannt – und schießt gleich durch die Decke. Zweikampfmonster, von Trainer Dino Toppmöller schon mal als „Weltklasse“ geadelt. Immer Herr der Situation, mit einer Bierruhe, teilweise spektakulären Rettungstaten, wie diese Irrsinnsgrätsche in Leverkusen. Spielt wie ein alter Hase, ist aber erst 22. Ein Volltreffer – auch wenn ihm am Ende etwas die Puste ausging. Was Wunder? Spielt nicht nur immer, sondern fliegt auch noch regelmäßig um die halbe Welt nach Ecuador, um sein Heimatland zu vertreten. Das schlaucht.
Hugo Larsson (14/2/5/0): Die größte Entdeckung der Hinrunde, kam als gut beleumundeter Lehrling, sollte Zeit bekommen zur Entwicklung, startete aber sofort durch. Gesetzt, auch wegen personeller Engpässe im Mittelfeld, vor allem aber wegen seiner überdurchschnittlichen Klasse. Laufstark, lernwillig, zuletzt sogar torgefährlich. Ließ den franco-bajuwarische Schrank, Dayot Upamecano, stehen und schob ein gegen Deutschlands EM-Keeper Manu Neuer. Längst auch schwedischer Nationalspieler, Marktwert 28 Millionen Euro, Tendenz steigend. Einzig: Unlängst körperlich auf der letzten Rille unterwegs, einzelne Fehler schlichen sich ein. Sie seien ihm zugestanden.
Omar Marmoush (15/7/5/4): Zwölf Tore in 25 Pflichtspielen, eine starke Quote, deutlich effektiver als Vorgänger Kolo Muani zu diesem Zeitpunkt (acht Tore zur Winterpause). Erstaunlich, war ja als Backup vorgesehen, als Zuarbeiter für einen Neuner. Der ist er plötzlich selbst, noch dazu der Unterschiedsspieler im Angriff. Fehlt er, wie gegen Leverkusen,
ist keiner mehr da vorne drin. Ist ein Sprinter, Dribbler, sogar Abschlussstürmer. Im Grunde ein Sensationstransfer, schließlich kam er zum Nulltarif aus Wolfsburg. Ärgerlich aus Frankfurter Sicht: Fehlt im kommenden Jahr erst mal, Afrika-Cup, schön für ihn, schlecht für die Eintracht.
Robin Koch (14/1/4/2): Warf das in die Waagschale, was die Eintracht-Bosse sich von ihm erhofft haben. Guter Zweikämpfer, in der Luft wie am Boden. Manierliches Aufbauspiel, das höchstens vom alten Hasen getoppt wird. Dazu ein absoluter Leader, sofort Abwehrchef, einmal gar Kapitän der ganzen Truppe. Beachtlich. So sehr, dass selbst Julian Nagelsmann aufmerksam wurde, der Bundestrainer wollte ihn berufen ins DFB-Team, da kam eine Verletzung dazwischen. Wird im März sicher nachgeholt. Überhaupt: Diese Verletzungen, die häuften sich in der Endphase der Hinrunde, das kostete dem Spieler etwas Rhythmus und dem Team wichtige Punkte. Sorgte dennoch für das finale Roar im Stadtwald, als er gegen Gladbach zum Last-Second-Sieg eingrätschte. Die Prognose: Hält er seine Form, bleibt er weitestgehend verletzungsfrei, springt er noch auf den EM-Zug auf.
Zweite Reihe
Fares Chaibi (13/1/5/1): Der Neue aus Toulouse kam anfangs nicht ins Laufen, wortwörtlich. In Wolfsburg, nach einem desolaten Auftritt, bezeichnete ihn die FR schonungslos als „Traber des Tages“. Erst danach zeigte die Formkurve steil nach oben. Rockte mit Buddy Marmoush bald die Liga, spätestens seit dem Erfolg in Sinsheim. Sind zwei Zocker, die sich auch abseits des Platzes bestens verstehen. Schoss ein Sahnetor in Helsinki, von weit draußen in den Winkel. Vier Assists in der Liga, vier in der Conference League, gute Standards, die erst in der Endphase etwas an Gefahr einbüßten. Hat noch Steigerungspotential, schöpft sein Können nicht immer voll aus.
Kevin Trapp (15/0/5/0): Begann, wie er aufgehört hatte in der vergangenen Runde – mit Primaleistungen. Ein Fehlerchen in Mainz, das war’s lange Zeit aber auch. Entscheidend daran beteiligt, dass die Eintracht zu Saisonbeginn die Schotten dicht bekam. Im Laufe der Runde aber wurde es turbulenter. Sah Rot bei Paok Saloniki, durfte im DFB-Team ran, festigte den Status als Nummer drei, verlor aber zweimal. Streute schließlich ungewohnte Patzer beim Rückspiel gegen Saloniki und in Leverkusen ein. Ob’s der malade Rücken war, der mit Spritzen
auf Vordermann gebracht werden musste? Trapp verneint, das ehrt ihn. Ist ja ohnehin ein Klagen auf hohem Niveau, er wird das Mini-Loch bestimmt bald verlassen. Warum man da sicher sein sollte? Weil er schlicht die Klasse dafür hat.
Ellyes Skhiri (14/2/5/1): Leise Zweifel kamen auf zu Saisonbeginn. War das Jahr zuvor in Köln, in dem er herausragte, etwa der Höhepunkt seiner Schaffenskraft? Konnte anfangs die Effzeh-Überform nicht mitnehmen zur Eintracht, spielte nie ganz schlecht, aber auch selten ganz gut. Wollte die Kollegen führen und vergaß dabei sich selbst ein wenig. Das aber ist lange her, mittlerweile der unumstrittene Anführer, Taktgeber, der laufstärkste Profi des Teams sowieso. Und Torgefahr strahlt er aus, geht ja gerne hinein in des Gegners Sechzehner als eigentlicher Sechser. Abseits des Feldes ein ruhiger Typ, ein Leisetreter, der Interviews gibt, die kaum zur Weiterverbreitung taugen. Entscheidend ist für ihn auf dem Platz, auch mal wohltuend.
Tuta (15/0/4/1): Begann gut an der Seite von Koch und Pacho. Stabile Leistungen, wenige Fehler, schien die vergangene, miese Rückrunde hinter sich lassen zu können. Seit der zweiten Länderspielpause aber wieder auf dem Weg dorthin, plötzlich anfälliger, unkonzentrierter, langsamer – mitunter auch im Kopf. Agierte dann auch häufiger mal als rechter Verteidiger draußen an der Linie, nicht ganz seine Position, wenngleich er dort offensive Akzente setzen konnte. Bleibt ein Wackelkandidat, der nach Konstanz sucht und bei stärkerer Konkurrenz womöglich auch mal mit der Bank vorlieb nehmen müsste.
Hinterbänkler
Mario Götze (14/0/5/0): Der Star der Truppe, der vermeintliche Unterschiedsspieler, der Mann, dessen Trikot am meisten verkauft wird. Ein Gesicht des Klubs, obwohl er selten öffentlich auftritt. Das mag er nicht, zieht sich lieber zurück. Wollte auf dem Rasen ein Anführer sein zu Saisonbeginn, rieb sich auf in Zweikämpfen und Wortgefechten, das Fußballerische aber litt enorm. Flog schließlich in Wolfsburg mit Gelb-Rot vom Platz, fehlte beim Topspiel in Sinsheim – und fand sich plötzlich auf der Bank wieder. Zu Recht sogar, die Leistungen der Kollegen waren besser. Hatte Mühe, wieder reinzufinden in die Elf, schaffte das aber mit Verzögerung auf neuer Position. Gestaltet jetzt auf der Sechs das Spiel, das taugt ihm, da hat er oft den Ball, kann die vor-vor-vorletzten Pässe spielen. Zu was er fähig ist, bewies er gegen die Bayern: Da zockte er Goretzka gegen die Wand und biss Kimmich weg. Note eins. Insgesamt freilich besteht einiges an Luft nach oben mit Blick auf sein Potenzial. Das Wichtigste jedoch: Ist zum zweiten Mal Vater geworden, die kleine Gioia steht über allem.
Ansgar Knauff (13/3/5/0): Startete weit unten auf der Formkurve. Stand zwischenzeitlich sogar derart neben sich, er hätte sein ständiges Scheitern quasi selbst beobachten können. Fing sich aber, guter Auftritt in Sinsheim – und plötzlich war er drin in der Elf, plötzlich wuchs das Zutrauen. Wichtig für ihn, ist schließlich einer, der viel nachdenkt und reflektiert, er weiß was mit seinem Köpfchen anzufangen. Jedenfalls: Spielte dann besser, wenn auch nicht toll, vor allem zu wechselhaft in seinen Leistungen. Den besten Auftritt legte er, wie so viele, gegen die Bayern hin. Erkämpfte sich da die Kugel gegen die Kante Kim, bereitete so das 2:0 überragend vor – Knauffs auffälligste Aktion der bisherigen Saison. Immerhin drei Tore, bleibt dennoch ein stetiger Wackelkandidat. Kickt rechts besser als links, das sollte auch Coach Toppmöller endlich merken.
Niels Nkounkou (12/1/6/0): Was er kann, der Mann aus der zweiten französischen Liga, pflegt er in homöopathischen Dosen zu offenbaren. Etwa am dritten Spieltag, gegen Köln, eingewechselt, Tor geschossen. Oder jetzt am letzten Spieltag gegen Gladbach, eingewechselt, drei super Vorlagen, die zu zwei sehr späten Toren führten. Er allein hat das Spiel gedreht. Und sonst? Hmm. Ist alles ein bisschen dünn, nicht so seriös, deutet allenfalls an, dass er einiges drauf hat: Er ist schnell, flankt gut, hat einen guten Schuss, aber neigt halt auch zu einer Mixtur aus Leichtsinn und Größenwahn. Genau weiß keiner, zu was er in der Lage ist. Er selbst auch nicht. Hat aber Potenzial, müsste er häufiger abrufen. Ist mit 23 Jahren kein Füllen mehr.
Aurelia Buta (16/1/4/0): Machte im letzten Spiel auf den letzten Drücker sein erstes Saisontor. Per Köpfchen, richtig schlau und überlegt. Kommt auf 25 Pflichtspiele und dabei nur auf zwei Vorlagen. Das ist viel zu wenig. Zu wankelmütig, zu schwankend in seine Leistung, mal traut er sich was, dann wieder wirkt er förmlich verhuscht. Seine Flanken und Hereingaben sind weiterhin nicht gut, von ihm kommen zu wenig Impulse. Einsatz und Willen sind dem Portugiesen wahrlich nicht abzusprechen, bräuchte womöglich ein wenig mehr Courage. Zu schwankend.
Eric Dina Ebimbe (15/3/6/2): Der Pendler zwischen den Extremen, heute pfui, morgen hui. Kein Mensch weiß, wann der wahre Ebimbe spielt, er hat einiges von einer Diva, mal lustvoll, mal nicht. Gegen Bayern hatte er Lust, machte zwei Tore, gegen Aberdeen hatte er keine, ließ sich früh auswechseln. Bestritt alle 27 Pflichtspiele, nicht Fisch, nicht Fleisch. Zu seiner Ehrenrettung: Wird auf dem Feld viel herumgeschoben, mal außen, mal rechts, mal links, mal zentral im Mittelfeld, mal Ersatzbank, er weiß bald selbst nicht mehr, wo seine Stärken sind. Außerhalb des Platzes, sagen wir, extrovertiert, mit Interessen jenseits des Fußballs.
Philipp Max (13/0/0/0): Eine Hinserie wie auf einer Achterbahn. Wurde nicht für die Conference League gemeldet, das war Abstellgleis. Ging in sich, ordnete mental einiges neu, strengte sich an - und kehrte zurück. Spielt sicher nicht die Sterne vom Himmel, aber weitgehend solide. Beim Linksfuß weiß man, was man hat und was nicht, und zwar bestimmt keinen Offensivkünstler - obwohl seine Flanken zuletzt zu zwei Eigentoren führten. Setzt sich insgesamt zu wenig in Szene, fühlt sich halt defensiv wohler, ohne da eine Granate zu sein. So lala halt.
Blauer Brief
Paxten Aaronson: (7/0/5/0): Dieses Halbjahr hatte sich der junge Bursche ganz anders vorgestellt, die Sportführung ebenfalls. Eigentlich sollte der 20-Jährige eine prägendere Rolle einnehmen, nicht immer spielen, aber doch häufiger, Akzente setzen, sich entwickeln, sein Potenzial entfalten. Doch die Praxis hat die Theorie dann doch rechts überholt, zuletzt nicht mal mehr im Kader. Der schmächtige Kerl stand nur zweimal in der Startelf, einmal in der Liga, einmal auf internationalem Parkett. Überzeugen konnte er nicht. Wirkt doch sehr juvenil in seinen Aktionen, müsste wehrhafter werden, erwachsener spielen. Ist halt auch ein bisschen schmal auf der Brust, müsste ein paar Kilo draufpacken – an Muskeln, versteht sich. Vielleicht wäre eine Leihe nicht verkehrt.
Jens Petter Hauge (7/0/3/0): Hinterließ bleibenden Eindruck und konnte nachhaltig auf sich aufmerksam machen – allerdings nur in seinem ersten Spiel gegen den Viertligisten Lok Leipzig. Bereitete nach seiner Einwechslung drei Tore vor, der Regionalligist stand da allerdings auch schon kurz vor dem Kollaps. Ansonsten muss man konstatieren: Nichts Neues von „JP“, der seine zweite Chance mit aller Macht nutzen wollte, es aber nicht schafft. Spielt mit, ohne groß aufzufallen, irgendwie beliebig und belanglos. Das reicht nicht. Vielleicht auch einfach eine Frage der Klasse. Sollte sich was anderes suchen.
Kristijan Jakic (3/0/2/0): Hatte einen denkwürdigen Auftritt gegen Saloniki – allerdings einen denkbar unwürdigen. Hatte sich nach seiner Gelb-Roten Karte nicht im Griff, rastete förmlich aus und wäre am liebsten den Schiris ans Leder, wütete in schlimmer Manier übers Feld und in den Katakomben. Völlig daneben. Sportlich dagegen ohne Aufreger und auch ohne Wert. Selten aufgestellt, zudem oft verletzt. Eine Halbserie zum Vergessen. Würde gerne weg, kann gerne weg.
Hrvoje Smolcic (7/1/5/0): Stetiger Wackelkandidat. Der Innenverteidiger darf nur dann spielen, wenn andere nicht können, aber auch dann nicht immer. Selbst als Abwehrboss Koch ausfiel, nicht erste Wahl. Das hat Gründe: Ist zu langsam und fehlerbehaftet, wirkt insgesamt unsicher und wenig verlässlich. Negativer Höhepunkt: der Pannenauftritt neulich in Aberdeen. Immerhin: Mit einem wichtigen Tor, rettete mit seinem Treffer zum 2:2 in Bremen einen Punkt. Hat ihn dennoch nicht vor der Rückversetzung auf die Bank bewahrt.
Jessic Ngankam (12/0/4/0): Verfahrene Situation rund um den Berliner Jungen, einen coolen Typ mit Street-Credibility, der vieles einfach „geil“ findet (z.B. Stadion, Verein, Fans, Stadt usw.). Kommt nicht ins Rollen, im Gegenteil: Seine Entwicklung ist rückläufig. Anfangs hatte man zumindest noch die Fantasie, dass das was werden könnte mit dem bulligen Stürmer, da traf er zweimal im Pokal in Leipzig und auch im entscheidenden Playoffspiel gegen Sofia, legte zudem noch einmal auf. Doch das ist lange her, im August, da war es noch schön warm. Hat zwar Selbstvertrauen, was er auch dokumentiert, indem er immer gerne Elfmeter schießt (leider selten trifft). Aber ist ins Dauertief gerutscht, aus dem es kaum ein Entrinnen zu geben scheint. Komischerweise noch immer nicht fit. Und wenn er mal reinkommt und eine gute Chance hat, wie in Augsburg, letzte Minute, verballert er kläglich. Ist wie verhext. Zurzeit weiß man nicht, wie das noch was werden soll.
Lucas Alario (0/0/0/0): Da ist der Argentinier noch einen Schritt weiter, mit ihm wird das nämlich ganz sicher nichts mehr. Nicht einmal im Kader, drängt sich auch nicht auf, hat sich mit seinem Schicksal abgefunden. Dabei räumte ihm Coach Toppmöller eine faire Chance ein, öffnete die Tür – doch der Stürmer blieb davor stehen. Schafft es auch körperlich nicht mehr, die Kniegelenke sind geschädigt. Will im Winter weg, wahrscheinlich nach Südamerika. Wäre für alle Beteiligten nicht nur das Beste, sondern die einzige Lösung.
Zu viele Fehlstunden
Makoto Hasebe (3/0/3/0): Wird konsequent von Toppmöller kaum noch auf seiner Sahneposition als Libero eingesetzt, da ist Robin Koch vor ihm. Stattdessen: im defensiven Mittelfeld, das ist nicht die Rolle, die der strategische Altmeister noch gut spielen kann. Er wird schließlich Mitte Januar 40. Fällt trotzdem nicht ab, versteht das Spiel halt, ist Vorbild, menschlich, charakterlich, sportlich. Die Rückrunde wird mutmaßlich seine Abschiedstournee. Er bleibt eine Ikone.
Jens Grahl (1/0/2/0): Integrationshelfer, Kümmerer, Vater der Kompanie. Sein Wert für die Truppe und die Gemeinschaft ist hinlänglich bekannt, „Jenson“ ist ein guter Typ. Was man in Frankfurt bisher noch nicht so recht wusste: Ist auch ein guter Torhüter. Durfte vier Pflichtspiele machen, überzeugte, ließ nichts anbrennen, stand seinen Mann. Dreimal als Trapp-Vertreter in der Startelf – dreimal siegte die Eintracht. Nicht so schlecht. Hat gezeigt: Auf ihn ist Verlass.
Timothy Chandler (0/0/1/0): Durfte genau einmal mitspielen, und die knappe Viertelstunde reichte, um das ganze Stadion zum Ausflippen zu bringen. Marschierte gegen Helsinki die rechte Flanke auf und ab, angefeuert von den Massen, war nicht zu halten, wie entfesselt. Als er dann noch das 6:0 durch Ebimbe mustergültig vorbereitete, bebte die Arena. Hat ihm jeder gegönnt, dem „Timmy“, Herzensmensch und Sympathikus. Zurzeit verletzt, an der Wade, Rückkehr offen. Sportlich verkraftbar, menschlich nicht. In der Kabine fehlt der Gute-Laune-Bär.
Elias Baum (2/0/2/0): Wird seine ersten beiden Einsätze als Profi nicht vergessen, erstmals eingewechselt im internationalen Spiel in Helsinki, erstmals in der Bundesliga eingewechselt gegen die Bayern beim grandiosen 5:1. Wird er seinen Enkelkindern noch von erzählen, der Nachwuchsmann, 18, seit der E-Jugend bei der Eintracht. Guter Junge, Herz am rechten Fleck, fleißig und wissbegierig, keine Flausen, und durchaus mit Talent. Mentalitätsspieler, dem eine Profikarriere zuzutrauen ist. Weiter so.
Nacho Ferri (4/1/4/0): Immer wieder mal eingewechselt, der U-21-Stürmer erhielt häufiger den Vorzug vor Profi-Neuzugang Ngankam. Sagt einiges. Machte seine Sache gut. Der bullige, riesige Vollblutstürmer hat einen guten Torriecher, belohnte sich selbst mit dem ersten Profitor beim 3:0 in Berlin. Der erste Treffer eines Nachwuchsspielers seit Aymen Barkok. Hat Potenzial, muss aber handlungsschneller werden, sich an Tempo anpassen. Kann er schaffen.
Noel Futkeu (0/0/0/0): Hätte ein schöner Tag werden können für den U-21-Stürmer, jener Nikolaustag in Saarbrücken. Da feierte er seinen 21. Geburtstag, durfte sogar mit zu den Profis zum Pokalspiel. Das ist schon mal nicht schlecht. Machte dann aber alles selbst zunichte. Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung ließ er sich zu einem hinterhältigen Tritt gegen seinen Gegenspieler hinreißen, wurde folgerichtig des Feldes verwiesen. Was ging da nur in seinem Kopf vor? Man weiß es nicht. Muss sich jetzt wieder ganz hinten anstellen. Richtig so.
Fehlte entschuldigt:
Sebastian Rode (2/0/1/0): Sechs Minuten gegen Darmstadt, 17 gegen Köln, 39 gegen Aberdeen - auf mehr Minuten kommt der Kapitän nicht, der Körper fordert Tribut. Eine hartnäckige Wadenblessur bremst den ewigen Rackerer und Ackerer aus. Rückkehr: ungewiss, sogar: ob überhaupt? Macht eh am Ende der Runde Feierabend, vielleicht schafft er noch ein paar Spiele. Wäre ihm zu gönnen.
Schulabbrecher
Randal Kolo Muani (2/1/0/0): Streikte sich auf den letzten Drücker nach Paris, kein ehrenvoller Abschied, einer durch die Hintertür. In Frankfurt vom Fanliebling zur Persona non grata. Erzielte trotzdem drei Tore für die Eintracht, in Liga, Playoff gegen Sofia und im Pokal. Kommt bei der PSG nicht recht ins Laufen, so furchtbar zufrieden sind sie an der Seine nicht mit ihrem 95-Millionen-Mann.
Jesper Lindström (1/0/0/0): Noch so einer, dessen Wechsel (zu SSC Neapel) sich sportlich nicht ausgezahlt hat. Spielt keine Rolle am Vesuv, bestenfalls Einwechselspieler, wenn überhaupt. Kommt auf ganze 147 Minuten (von 1260 möglichen) in der Serie A, spielte bei den Hessen in diesem Sommer in drei Spielen (Liga, Pokal, Playoff) mehr, immerhin noch 172 Minuten. Wäre vielleicht besser noch ein Jahr geblieben, gezwungen hat ihn niemand zum Gehen.


