VonJohannes Skibaschließen
Eintracht Frankfurt schnappt sich wohl Can Uzun vom 1. FC Nürnberg. Die Ablösesumme soll bei ungefähr zehn Millionen Euro liegen.
Frankfurt – Auch zwischen den Kalenderzeiten, in denen das Transferfenster geöffnet ist, geht die Arbeit für Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche weiter. Offensivmann Can Uzun von Zweitligist 1. FC Nürnberg ist bei der SGE schon länger ein Kandidat für einen Sommer-Transfer. Nach FR-Informationen hat sich der Youngster jetzt für Frankfurt entschieden. Laut der Sport-Bild hat der 18-Jährige nun bereits den Medizincheck bei den Frankfurtern absolviert und bestanden. Ein Wechsel scheint demnach nur noch Formsache zu sein.
Eintracht Frankfurt muss für Uzun in die Tasche greifen
Die Ablösesumme liegt im Bereich von ungefähr zehn Millionen Euro. Am Wochenende sagte Nürnbergs Sportchef Dieter Hecking nach dem Sieg gegen Magdeburg, bei dem Can Uzun den 1:0-Siegtreffer erzielt hatte, dem TV-Sender Sky: „Can wird seinen Weg gehen, ab Sommer sicherlich nicht beim 1. FC Nürnberg“, und fügte süffisant hinzu, dass das Toptalent immer teuer wird: „Ich werde in den Verhandlungen noch einmal anbringen, dass jedes Tor nochmal eine Million mehr bringt.“
Die hohe Qualität des 18-Jährigen steht außer Frage. Neben seinem technisch herausragenden Abschluss verfügt der gebürtige Regensburger dazu über eine große Kreativität und eine sehenswerte Ballbehandlung. Die Torausbeute von 16 Treffern in 24 Einsätzen in der 2. Bundesliga und dem DFB-Pokal spricht für sich. Nicht ohne Grund buhlte sowohl die deutsche als auch die türkische Nationalmannschaft um den Youngster, der sich letztendlich gegen die DFB-Elf entschied.
Uzun würde Altersdurchschnitt der Eintracht-Offensive noch weiter senken
Ohne Zweifel ist die wohl bevorstehenden Verpflichtung von Can Uzun grundsätzlich ein Erfolg für Eintracht Frankfurt. Während die Qualität, die Entwicklungsfähigkeit und ein potenzieller Wiederverkaufswert bei vielen Spielern der Eintracht-Offensive sehr vielversprechend ist, fällt auf, dass die Altersstruktur in diesem Positionsbereich nicht sehr homogen ist.
Das Durchschnittsalter der Offensivspieler Jean-Mattéo Bahoya (18), Ansgar Knauff (22), Omar Marmoush (25), Farès Chaibi (21), sowie den mit einer Kaufoption ausgeliehenen Stürmer Hugo Ekitiké (21) und dem verliehenen Jessic Ngankam (23) würde mit einer Uzun-Verpflichtung aktuell bei etwa 21 Jahren liegen. Auch wenn der Weg der SGE mit der erfolgreichen Entwicklung einiger Talente bisher oftmals positiv verlaufen ist, wirkt der Kader anhand der Altersstruktur immer unausgewogener.
Eintracht Frankfurt fehlen aktuell erfahrene Angreifer
Was hat Eintracht Frankfurt also mit dieser Vielzahl an Offensiv-Talenten vor? Eine ausgewogene Spielpraxis für die jungen Kicker sollte indes kein Problem darstellen. Durch die wahrscheinliche Qualifikation der Hessen für einen internationalen Wettbewerb bieten sich für Trainer Dino Toppmöller viele Einsatzmöglichkeiten seiner Profis. Eine erfolgreiche Weiterentwicklung hängt aber in der Regel auch von erfahrenen Mitspielern ab, die im Angriff der Eintracht aktuell fehlen.
Da die Zukunft von Jessic Ngankam in Frankfurt aufgrund seiner enttäuschenden Leistungen bei der Eintracht und in Mainz jedoch mehr als fraglich ist, könnte gleichzeitig ein Kaderplatz für einen erfahreneren Offensivspieler frei werden. Wenn Markus Krösche bei diesem potenziellen Transfer anstelle des Wiederverkaufswertes andere Attribute wie beispielsweise Führungsqualitäten priorisiert, könnte der Entwicklungsplan mit den hochtalentierten Angreifern um Chaibi, Uzun und Co. vollends aufgehen. Das würde die SGE wiederum sportlich wie finanziell mittelfristig absichern. (jsk)
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