Kam für unter 10 Millionen Euro

Nun ist er ein PSG-Star: Krösches starke Verhandlungstaktik

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Eintracht Frankfurt erhält regelmäßig Anerkennung für seine Transferpolitik. Markus Krösche wird als erstklassiger Verhandler geschätzt. Er hat Einblicke gegeben

Frankfurt – Im Frühjahr 2023 tauchten erste Gerüchte über einen möglichen Transfer von Willian Pacho zu Eintracht Frankfurt auf. Der Ecuadorianer spielte beim belgischen Erstligisten Royal Antwerpen eine herausragende Saison und war maßgeblich am Titelgewinn des Traditionsklubs beteiligt. Sportvorstand Markus Krösche musste hart mit dem Technischen Direktor Marc Overmars verhandeln.

So sucht Krösche den Mix bei Ablöseverhandlungen

„Ich bin immer daran interessiert, einen fairen Preis festzulegen. Dabei versuche ich einen Mix zu haben aus aktuellem Preis und aus Potenzialpreis“, erklärte der 44-Jährige im Podcast Phrasenmäher von Bild. Krösche enthüllte: „Marc Overmars wollte 15 bis 16 Millionen Euro haben, wir haben am Ende aber neun Millionen Euro mit Boni bezahlt.“ Er hatte sogar Verständnis für die ursprünglichen Forderungen des früheren Profis.

Eintracht Frankfurts Markus Krösche ist einer der Topmanager der Bundesliga.

Der von Antwerpen-Seite aufgerufene Preis sei allerdings ein „Potenzialpreis“ gewesen: „Wir haben deshalb versucht, eine Lösung zu finden, damit der Klub antizipiert, wenn Pacho die erhoffte Entwicklung nimmt.“ Krösche kämpfte bei solchen Transfers um faire Lösungen, weshalb es bei einer guten Entwicklung auch Geld für den abgebenden Verein gibt: „Damit sie ihre Zahlen erreichen, müssen wir erfolgreich sein und der Spieler muss spielen.“

Pacho hat seinen Marktwert verfünffacht

Pacho ist das Musterbeispiel dessen, wie sich Eintracht eine Steigerung vorstellt. Er wurde auf Anhieb eine echte Verstärkung und schloss die große Lücke nach dem ablösefreien Abgang von Evan N‘Dicka. Nach nur einer Saison mit 44 Pflichtspielen für die Eintracht klopfte im Sommer Paris Saint-Germain an. Innerhalb weniger Tage war der Transfer abgewickelt: 40 Millionen Euro Sockelbetrag und fünf Millionen Euro Boni.

Eine Win-Win-Win-Situation. Die Frankfurter bekamen sehr viel Geld und mit Arthur Theate einen guten Nachfolger. Im Gegensatz zu anderen Eintracht-Stars folgte bei Pacho kein sportlicher Absturz. Der inzwischen 23-Jährige ist bei PSG unumstrittener Stammspieler. Er stand in allen Wettbewerben 2.613 Minuten auf dem Feld und ist eine echte Hilfe für den französischen Spitzenklub. Pausen gab es für ihn nur nach seinen langen Reisen zu Länderspielen. Somit profitierten alle drei Parteien.

Pachos Physis und gesundheitliche Stabilität ließen den Marktwert ebenfalls um das Fünffache in die Höhe schnellen. Trotz enormer Belastung fällt der Linksfuß nie aus. Beim Nationalspieler Ecuadors haben somit alle Teilchen zusammengepasst. Und Antwerpen erhielt noch 15 Prozent Weiterverkaufsbeteiligung und im Gesamtpaket daher etwa 14 Millionen Euro.

Rubriklistenbild: © IMAGO/David Inderlied

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