Vor Comeback

Lange Reha nach Kreuzbandriss: Bayern-Star Davies offenbart mentale Schwierigkeiten

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Bayern-Star Alphonso Davies steht kurz vor seinem Comeback. Nach seiner schweren Verletzung hatte er auch mit mentalen Problemen zu kämpfen.

München – Es ist mehr als ein halbes Jahr her, da wollten die Verantwortlichen des FC Bayern eine Nachricht so gar nicht wahrhaben. Verteidiger Alphonso Davies zog sich auf einer Reise mit dem kanadischen Nationalteam einen Kreuzbandriss zu, der FCB zoffte sich anschließend lange mit dem Verband. Nun ist einige Zeit vergangen – das Comeback steht bevor. Jetzt spricht Davies über den langen, schweren Weg der Reha.

Bayern-Star Alphonso Davies zog sich im März einen Kreuzbandriss zu.

In den klubeigenen Medien lässt er seinen beschwerlichen Weg Revue passieren und verrät: Vor allem mental hatte er ganz schön zu kämpfen. Was fehlt noch zu einer Rückkehr auf den Platz? „Ich muss einfach noch ein bisschen mehr Muskelmasse aufs rechte Bein bekommen. Als die Ärzte mir nach der Verletzung gesagt haben, wie lange es dauern könnte, dachte ich: ,Oh wow, das wird eine lange Reise.’ Aber jetzt sieht alles gut aus.“

Bayern-Star Davies spricht über schwere Reha und mentale Rückschläge

Sein ständiger Partner im Reha-Zentrum ist übrigens Hiroki Ito, der sich gerade nach einem Mittelfußbruch zurückkämpft. Davies bestätigt: Die beiden motivieren sich gegenseitig, sind sich eine große Hilfe und versuchen, stets gute Laune zu versprühen. Seit 200 Tagen schuftet der Kanadier abseits des Mannschaftstrainings, eine für ihn keinesfalls einfache Situation.

Doch der 24-Jährige weiß: „Es bringt nichts, wenn ich mich hängen lasse, jammere oder mich selbst bemitleide.“ Er weiß: Dass es ihn getroffen hat, ist Berufsrisiko. „Solche Verletzungen sind Teil des Sports. Das Einzige, was ich jetzt tun kann, ist, mich zurückzukämpfen. Nicht so schnell, sondern so sicher wie möglich. Damit es hoffentlich nicht wieder passiert.“

Musiala-Drama in Bildern: Katastrophen-Verletzung ist der nächste Rückschlag für den Bayern-Star

Willian Pacho will Jamal Musialas bei der Klub-WM vom Ball abdrängen, Gianluigi Donnarumma klemmt das Bein des FCB-Stars ein.
Der tragische Moment: Als Jamal Musiala im Strafraum mit aller Macht den Ball erreichen will, wirft sich Gianluigi Donnarumma ins Getümmel und begräbt dabei den linken Unterschenkel des Bayern-Stars unter sich. © Peter Zay/IMAGO
Jamal Musiala verletzt sich beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern schwer.
Schmerzverzerrtes Gesicht: Jamal Musiala spürt noch in der Bewegung, dass seinem Bein etwas Schlimmeres zugestoßen ist. © Rich von Biberstein/Icon Sportswire/IMAGO
Jamal Musiala nach dem Zweikampf mit Gianluigi Donnarumma beim Klub-WM-Viertelfinale gegen Paris.
Man mag kaum hinschauen: Jamal Musialas linker Fuß steht deutlich nach links ab. Der Bayern-Star schreit auf. © Rich von Biberstein/Icon Sportswire/IMAGO
Jamal Musiala beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München.
Jamal Musiala hält seinen linken Unterschenkel unter großen Schmerzen fest. © Rich von Biberstein/Icon Sportswire/IMAGO
Jamal Musiala liegt beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München am Boden.
Paris-Verteidiger und Ex-Frankfurter Willian Pacho, der an der Szene mit Musiala und Donnarumma indirekt beteiligt war, kümmert sich um den Bayern-Star. © Malachi Gabriel/IMAGO
Sportvorstand Max Eberl beim Auswärtsspiel des FC Bayern in der Bundesliga bei RB Leipzig.
Sportvorstand Max Eberl ist der Meinung, dass Donnarumma hätte vorsichtiger vorgehen können: „Wenn ich mit 100 Kilo und einem Sprint auf den Unterschenkel draufspringe, ist die Gefahr groß, dass etwas passiert. Das ist kein Vorwurf, ich möchte das jetzt nicht als Vorwurf verstanden haben.“ © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO
Jamal Musiala und Alphonso Davies bei den Meisterfeierlichkeiten des FC Bayern.
Der ebenfalls verletzte Bayern-Linksverteidiger Alphonso Davies reagierte während des Klub-WM-Viertelfinales in seinem Twitch-Livestream völlig geschockt auf die Verletzung seines Mannschaftskollegen und Freundes Jamal Musiala. „Oh mein Gott, nein! Nein, nein, nein!“, schrie der Kanadier vor seinem Rechner. © Markus Ulmer/IMAGO
Jamal Musiala verletzt sich beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern.
Jamal Musiala beißt vor Schmerz förmlich in den Rasen des Mercedes-Bank Stadium. © Latin Sport Images/IMAGO
Gianluigi Donnarumma nach dem Zweikampf mit Jamal Musiala beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris und Bayern.
Gianluigi Donnarumma weiß im Spiel nicht so recht mit der Situation umzugehen. Im Nachlauf des Klub-WM-Viertelfinales entschuldigte sich der italienische Nationaltorhüter bei Jamal Musiala mit den Worten: „Alle meine Gebete und guten Wünsche sind bei dir, Jamal Musiala.“ © Latin Sport Images/IMAGO
Manuel Neuer beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris und Bayern.
Manuel Neuer übte nach dem verlorenen Klub-WM-Viertelfinale deutliche Kritik an Donnarumma: „Das ist schon risikofreudig. Da nimmt man die Verletzung des Gegenspielers – das kann auch ein Mitspieler sein – in Kauf. Ich bin dann zu ihm hingegangen und habe gefragt: ‚Willst du nicht mal eben hingehen? Der Jamal liegt da.‘ Da gehört es sich aus Respekt, dahinzugehen, ihm alles Gute zu wünschen und ein kleines Sorry dazulassen. Daraufhin ist er dann auch zu Jamal gegangen.“ © Brett Davis/IMAGO
Joshua Kimmich und Kingsley Coman schauen sich die schlimme Verletzung von Jamal Musiala an.
Können es nicht fassen: Musialas Teamkollegen Joshua Kimmich und Kingsley Coman schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. © Rich von Biberstein/Icon Sportswire/IMAGO
Jamal Musiala wird nach seiner schweren Verletzung gegen Paris von der medizinischen Abteilung betreut.
Während Jamal Musiala langsam auf eine Trage gelegt wird, checkt Bayern-Teamarzt Dr. Jochen Hahne das linke Sprunggelenk des Offensivspielers. © Peter Zay/IMAGO
Vincent Kompany und Michael Olise beim Klub-WM-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain.
Vincent Kompany und Michael Olise blicken schockiert auf die Verletzung von Jamal Musiala. Nach dem Spiel zeigte sich Bayerns Cheftrainer sauer, dass ausgerechnet Musiala, der sich gerade erst aus einer Verletzung zurückgekämpft hatte, so ein Pech hat: „Es gibt viele Dinge im Leben, die wichtiger sind. Aber Jamal lebt für den Fußball, er kämpft sich zurück - und dann passiert sowas. Man fühlt sich machtlos. Es macht mich wütend, dass es jemandem wie ihm passiert ist.“ © Latin Sport Images/IMAGO
Jamal Musiala liegt beim Klub-WM-Viertelfinale gegen PSG auf einer Trage.
Der Schock ist aus Musialas Gesicht zu lesen. © Peter Zay/IMAGO
Joshua Kimmich nach der Verletzung von Jamal Musiala beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris und Bayern.
Joshua Kimmich hält sich die Hände vor sein Gesicht. Der Führungsspieler der Münchener ahnte offenbar, wie lange Schlüsselspieler Musiala fehlen würde. © BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg/IMAGO
Jamal Musiala wird beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris und Bayern vom Rasen gebracht.
Jamal Musiala wird vom Platz getragen. Bayerns Teamarzt ist natürlich an der Seite des Nationalspielers. © BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg/IMAGO
Der schwer verletzte Jamal Musiala wird von Sanitätern auf einer Liege abtransportiert.
Jamal Musiala versteckt sich unter seinem Trikot und wird von den Sanitätern auf eine Art Golfcart überführt. © Latin Sport Images/IMAGO
Jamal Musiala in den Katakomben beim Klub-WM-Viertelfinale zwischen Paris und Bayern.
Teamarzt Dr. Jochen Hähne begleitet den schwer verletzten und auf einem Golfcart liegenden Jamal Musiala in die Katakomben des Mercedes-Bank Stadium. © Latin Sport Images/IMAGO
Thomas Müller beim Klub-WM-Viertelfinale gegen Paris.
„Der Junge hat die letzten Monate wirklich einen harten Weg hinter sich. (...) Wir haben ja auch alle ein persönliches Verhältnis zu ihm. Wir leben nicht wie Roboter nebeneinander. Das war schon ein harter Moment in der Halbzeit“, sagte Thomas Müller nach Abpfiff über den Verletzungsschock. © Scott W. Coleman/IMAGO
Vincent Kompany und Jamal Musiala beim Auswärtsspiel des FC Bayern in Augsburg.
Auch für den Cheftrainer nicht einfach: Vincent Kompany muss nicht zum ersten Mal im Jahr 2025 auf Jamal Musiala verzichten. © Bernd Feil/M.i.S./IMAGO
Jamal Musiala wird von den Mannschaftsarzten beim Bundesliga-Spiel in Augsburg gestützt.
Jamal Musialas „Leidensweg“, wie Thomas Müller sagt, beinhaltete unter anderem einen Muskelbündelriss im April 2025 beim Bundesliga-Spiel in Augsburg. Der Dribbelkünstler fehlte den Bayern rund 70 Tage. © imageBROKER/Michael Weber/IMAGO
Jamal Musiala sitzt verletzt auf dem Rasen der WWK Arena in Augsburg.
Jamal Musiala mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen sitzend in Augsburg. © JOERAN STEINSIEK/IMAGO
Jamal Musiala verletzt sich beim Bundesliga-Spiel des FC Bayern in Augsburg.
Wenn der Oberschenkel zumacht: Jamal Musiala verletzt sich beim Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg. © Ulrich Wagner/IMAGO
Jamal Musiala bei einem individuellen Training am Trainingszentrum an der Säbener Straße.
Da musste Jamal Musiala schon einige Male durch: ein individuelles Training an der Säbener Straße im Mai 2025. © Mladen Lackovic/IMAGO
Jamal Musiala bei einer individuellen Einheit auf dem Trainingsgelände des FC Bayern.
Wie lange wird Musiala dieses Mal nach seiner Horror-Verletzung gegen PSG in der Klub-WM ausfallen? Die Münchener gehen nach der erfolgreichen Operation, die am Montag, 7. Juli, erfolgte, von mehreren Monaten Pause aus. Musiala soll jedoch bereits am 8. Juli mit der Reha beginnen. © Mladen Lackovic/IMAGO

Schweißtreibende Einheiten? Die sind für Davies kein Problem. Viel schwieriger hingegen sei das, was der Kopf leisten müsse. „Der Prozess ist mental schwieriger als körperlich. Die Muskeln werden von selbst zurückkommen. Aber nicht zu wissen, wie lange man raus ist und ob man bestimmte Dinge machen kann - das ist hart.“

Zwar helfen ihm auf seinem Weg zurück auf den Platz viele Weggefährten, eine Sache aber kann nur er selbst leisten. „Manchmal sagt der Körper: ,Ich will nicht mehr.’ Dann musst du mental stark sein. Das ist der einzige Weg, um es zu schaffen. Wenn du es nicht selber machst, wird es niemand anderes für dich tun.“

Mittlerweile ist das Comeback für Davies zum Greifen nah, viel fehlt nicht mehr, um wieder mit den Kollegen trainieren zu dürfen. „Die Zukunft sieht gut aus, der schwerste Teil der Reha ist jetzt vorbei für mich. Ich bin aufgeregt und freue mich darauf, wieder zum Team zu stoßen und den Sport auszuüben, den ich liebe“, ist Davies voller Vorfreude. (is)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ulrich Wagner

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