„Es war nur ein Instinkt“

Nach Eklat mit Ukrainerin: Belarus-Tennisstar positioniert sich gegen Lukaschenko

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Die belarussische Top-Tennisspielerin Aryna Sabalenka distanziert sich von Minsk-Machthaber Alexander Lukaschenko. Zuvor hatte sie bei den French Open gegen eine Ukrainerin für Aufsehen gesorgt.

München/Paris - Ein Ende des Ukraine-Kriegs ist auch im Frühsommer 2023 nicht in Sicht. In diesen Tagen sorgt die Sprengung des Kachowka-Staudamms in der Oblast Cherson für Aufsehen. Währenddessen gehen die ukrainische Gegenoffensive sowie die Kämpfe mit den russischen Truppen unvermindert weiter.

Aryna Sabalenka: Belarus-Tennisstar distanziert sich von Alexander Lukaschenko

Bemerkenswert: Ukrainische Sportler treten zeitgleich bei Wettkämpfen an - im Tennis auch gegen russische oder belarussische Athleten. Das Regime in Minsk unterstützt wiederum Moskau-Machthaber Wladimir Putin bei dessen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Jetzt hat sich ein belarussischer Sport-Topstar erstmals von Putins Verbündeten Alexander Lukaschenko distanziert.

So hat sich Tennisspielerin Aryna Sabalenka bei den French Open in Paris nach zweimaligem Medienboykott nach insgesamt sechs Tagen erstmals wieder zu politischen Fragen geäußert.

Aufregung bei den French Open in Paris: Die Ukrainerin Jelina Switolina (unten) verweigert der Belarussin Aryna Sabalenka den Handschlag am Netz.

„Ich unterstütze den Krieg nicht. Das bedeutet, dass ich gerade Lukaschenko nicht unterstütze“, sagte die Weltranglistenzweite in der französischen Hauptstadt. Zuvor hatte die 25-jährige Sabalenka für Aufsehen gesorgt, als sie nach dem 6:4 und 6:4 über die Ukrainerin Jelina Switolina am Netz auf ihre Kontrahentin wartete - auch wenn diese zuvor stets erklärt hatte, Gegnerinnen aus Russland und Belarus nicht die Hand zu geben.

Aryna Sabalenka bei den French Open: Eklat mit Ukrainerin Jelina Switolina

Switolina wurde ihrerseits wegen des verweigerten Handschlags von Teilen des Publikums ausgebuht. Sabalenka wies nun eine absichtliche Handlung oder gar eine mögliche Provokation gegen die Ukrainerin zurück. „Es war nur ein Instinkt. So wie ich es immer nach all meinen Matches tue“, meinte sie.

Zur Einordnung: Ukrainische Profis verzichten nach den Partien auf den sonst im Tennis üblichen Handschlag mit ihren Kontrahenten aus Russland und Belarus, zudem posieren sie nicht für gemeinsame Fotos. Die Reaktionen darauf fielen im Publikum bei den French Open gemischt aus. Sie habe die Buhrufe erwartet, erzählte Switolina in Paris: „Das war keine Überraschung für mich.“

Distanziert sich von Alexander Lukaschenko: Belarus-Tennisstar Aryna Sabalenka.

Tennis: Ukrainerinnen verweigern russischen und belarussischen Spielerinnen Handschlag

Noch ein Beispiel: Anfang März hatte die ukrainische Tennis-Spielerin Marta Kostjuk nach dem Finale des WTA-Turniers im texanischen Austin ihrer russischen Gegnerin Warwara Gratschewa den Handschlag verweigert. Sie sagte bei der Siegerehrung stattdessen ins Mikrofon: „Ich möchte diesen Titel der Ukraine und all den Menschen widmen, die gerade kämpfen und sterben.“ (dpa/pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Javier Garcia/Shutterstock

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