Bayern-Keeper Neuer verrät sein Paraden-Geheimnis vor PSG-Duell
VonVinzent Tschirpke
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Philipp Kessler
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Torwart Manuel Neuer hielt gegen Flamengo Rio de Janeiro stark. Nun will er mit dem FC Bayern Paris bei der Klub-WM zum Verzweifeln bringen.
Orlando – Beim Gedanken an die Szene kam auch Manuel Neuer ins Schwärmen. „Das ist ein Reflex“, sagte der Keeper stolz über seine Monsterparade gegen Flamengo Rio de Janeiro. Es lief die 15. Minute beim Achtelfinale (Endstand 4:2), der FC Bayern führte gerade mit 2:0. Flamengo-Angreifer Luiz Araujo schlich sich im Rücken von Konrad Laimer davon, erwischte den Ball früher und zog aus kürzester Distanz ab.
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Eigentlich ein Abschluss der Kategorie „Unhaltbar“ – doch Neuer parierte mit einem überragenden Reflex und boxte den Ball anschließend sogar noch mit der linken Faust weg. Die wohl beste Abwehraktion des Turniers.
„Das sind Situationen, in denen man impliziertes Wissen hat.“
„Wir haben das schon so ähnlich mal gesehen von mir beim Kopfball in London (gegen Arsenals Theo Walcott, Champions-League-Gruppenphase 2015, Anm. d. Red.) oder beim Schuss von Cristiano Ronaldo in der Allianz Arena (beim Champions-League-Viertelfinale 2017) “, erinnerte sich der Keeper natürlich gerne zurück. „Das sind Situationen, in denen man impliziertes Wissen hat. Das sind Abläufe, die man trainiert hat, die dann irgendwann aus der Nahdistanz auch einmal funktionieren. Da muss man den Körper so anspannen, dass genug Widerstand aufgebaut wird.“
Nicht so gut geklappt hat das vor dem ersten Tor der Brasilianer – dafür hatte der erfahrene, aber nicht gerade für Selbstkritik bekannte Keeper aber natürlich auch eine Erklärung parat: „Die Gegentore waren schwierig, der eine Schuss hatte, was weiß ich, 170 km/h“, so Neuer. „Das ging zu schnell.“
Neuer soll zum Schlüssel gegen PSG werden
So oder so: Der Torhüter ist rechtzeitig zur heißen Phase der Klub-WM in Topform – und erinnerte mit einer Parade gegen Boca Juniors bereits an den Neuer von 2014. Daher zeigte sich auch Max Eberl nach der Partie zufrieden. „Es hat durchaus Sinn gemacht, mit Manuel zu verlängern“, sagte der Sportvorstand über die Entscheidung, Neuer einen neuen Vertrag bis 2026 zu geben.
Die Entscheidung sorgte im Frühjahr für Diskussionen, schließlich waren die Leistungen in den Monaten zuvor durchaus wechselhaft. So patzte Neuer kurz vor Schluss im Champions-League-Halbfinale 2024 gegen Real Madrid, im Dezember flog er dann im DFB-Pokal gegen Leverkusen früh vom Platz.
Jetzt soll Neuer aber zum Schlüssel gegen die starke Offensive der Pariser werden. „Wir haben einen Welttorhüter im Kasten. Er gibt unserer ganzen Abwehr Ruhe“, sagte Eberl mit Blick auf das Viertelfinale am gegen den Königsklassen-Sieger am Samstag (18 Uhr deutscher Zeit, SAT.1 und DAZN).
Die Partie ist für die Münchner schon jetzt eine Art vorgezogenes Finale, schließlich ist Paris seit Monaten in überragender Form und schoss sich auch gegen Inter Miami eindrucksvoll mit 4:0 ins Viertelfinale. „Wir haben alle die Saison von PSG mit viel Interesse beobachtet. Es war eine schöne Geschichte, weil am Anfang nicht alles perfekt lief“, erklärte Vincent Kompany beeindruckt über den kommenden Gegner. „Und trotz der Kritik haben sie weitergekämpft und weiter an ihren Weg geglaubt. Diese Aufgabe haben wir jetzt auch – wir möchten gewinnen.“ Dabei dürfte ein Neuer in Topform helfen.
Übrigens: Nach tz-Informationen musste Ersatztorwart Jonas Urbig am Montagmorgen untersucht werden. Es soll sich um eine wiederkehrende Problematik am Zeh handeln. Kein großes Thema. Und ohnehin kommt er an Neuer aktuell nicht vorbei. Vinzent Tschirpke, Philipp Kessler