Lob für Max Eberl

FCB-Vereinslegende: „Tut Uli weh, was gerade bei Bayern passiert“

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Klaus Augenthaler ist eine absolute Klub-Ikone des FC Bayern. In einem Interview äußerte er sich nun ausführlich zur Position von Uli Hoeneß beim Rekordmeister.

München - 1990-Weltmeister Klaus Augenthaler nimmt in einem Sport1-Interview unter anderem ausführlich Stellung zu seinem Herzensverein, dem FC Bayern. Einen speziellen Platz nimmt dabei FCB-Patron Uli Hoeneß ein, den es laut dem Ex-Nationalspieler schmerzt, „was gerade bei Bayern passiert.“ Der frühere FCB-Kapitän spricht voller Leidenschaft über seinen langjährigen Weggefährten Hoeneß, über Sportvorstand Max Eberl – und darüber, was den Rekordmeister heute prägt.

FCB-Präsident Herbert Hainer, Uli Hoeneß und Klaus Augenthaler (dahinter) bei der Enthüllung des Beckenbauer-Denkmals.

Der 67-jährige Augenthaler selbst ist immer noch Angestellter des FC Bayern, seine Tätigkeit an der „Global-Akademie“ erläutert er im Interview: „Ich bin beim FC Bayern im Jugendbereich angestellt. Wir haben ein volles Programm: Spieler aus Amerika sind dabei, wir trainieren jeden Tag um zehn Uhr. Es gibt Homeschooling, und wir treten auch gegen starke Gegner an.“

Augenthalers Hochachtung vor Hoeneß

Die Rolle von Uli Hoeneß in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters beschreibt Klub-Ikone Augenthaler ohne lange nachzudenken: Ohne ihn „gäbe es den FC Bayern nicht in der Form, in der er heute dasteht. Wir haben damals im Olympiastadion vor nur 4000 Zuschauern gegen Bayer Uerdingen gespielt. Dann kamen Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge, und plötzlich war alles anders, weil die beiden unbedingt vorne mitspielen wollten.“ (Dabei irrt sich der 67-Jährige etwas bei der zeitlichen Einordnung: Rummenigge kam 1974 und damit ein Jahr früher als er selbst zum FCB, Breitner kehrte 1978 zurück.)

Auch die folgende Ausführung entsprach nicht der damaligen FCB-Realität: „Vorher stand der Klub irgendwo auf Platz 14 oder 15. (Anmerk.: Es war tatsächlich der vierte Platz nach der Saison 1978/79). Danach wurden gute Spieler geholt – Dieter Hoeneß, Wolfgang Kraus, Wolfgang Dremmler und noch ein paar andere. Und es hat funktioniert. Aber: Der FC Bayern war damals auch verschuldet. Ich erinnere mich noch gut, wie Uli gesagt hat: „Wir können nicht mehr ausgeben, als wir haben. Erst einmal müssen die Schulden weg.“ Danach ging es Schritt für Schritt aufwärts.“

Matthäus nur der Letzte: Fehden von Uli Hoeneß haben beim FC Bayern lange Tradition

Uli Hoeneß leitet seit Jahrzehnten die Geschicke des FC Bayern München. In dieser Zeit hat der Bayern-Patron schon häufig mit seinen Äußerungen für Ärger gesorgt.
Uli Hoeneß leitet seit Jahrzehnten die Geschicke des FC Bayern München. In dieser Zeit hat der Bayern-Patron schon häufig mit seinen Äußerungen für Ärger gesorgt.  © IMAGO/DeFodi Images/MIS
Jüngstes Beispiel ist die Fehde mit TV-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Die Wurzeln des Streits liegen im Bayern-Transferpoker um Nick Woltemade.
Seinen jüngsten Streit erlebt der Bayern-Patron mit TV-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Die Wurzeln des Streits liegen im Bayern-Transferpoker um Nick Woltemade. © IMAGO/HMB-Media/Ulrich Wagner
Matthäus hatte dem ehemaligen VfB-Stürmer einen Marktwert von 80 bis 100 Millionen Euro attestiert. Hoeneß reagierte daraufhin mit der Beleidigung, Matthäus habe „nicht alle Tassen im Schrank“. Kurze Zeit später legte er nach: „Wir haben uns wenig zu sagen, weil ich festgestellt habe, dass er noch keine neue Tasse gefunden hat“.
Matthäus hatte dem ehemaligen VfB-Stürmer einen Marktwert von 80 bis 100 Millionen Euro attestiert. Hoeneß reagierte daraufhin mit der Beleidigung, Matthäus habe „nicht alle Tassen im Schrank“. Kurze Zeit später legte er nach: „Wir haben uns wenig zu sagen, weil ich festgestellt habe, dass er noch keine neue Tasse gefunden hat“. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Das konnte Matthäus wiederum nicht auf sich sitzen lassen. In seiner Sky-Kolumne erwiderte er:  „Das meiste von dem, was Uli gesagt hat, habe ich als peinlich empfunden.“
Das konnte Matthäus wiederum nicht auf sich sitzen lassen. In seiner Sky-Kolumne erwiderte er: „Das meiste von dem, was Uli gesagt hat, habe ich als peinlich empfunden.“  © IMAGO/Sebastian Bach
Einen legendären Schlagabtausch lieferte sich Uli Hoeneß 1989 auch schon mit Christoph Daum. Daum hatte zuvor über den damaligen Bayern-Trainer Jupp Heynckes gelästert.
Einen legendären Schlagabtausch lieferte sich Uli Hoeneß 1989 auch schon mit Christoph Daum. Daum hatte zuvor über den damaligen Bayern-Trainer Jupp Heynckes gelästert. © SVEN SIMON via www.imago-images.de
Im ZDF-Sportstudio trafen Daum und Hoeneß (hier mit Jupp Heynckes) wenig später aufeinander und lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch. Das kuriose Streit-Interview sollte noch lange und sehr intensiv nachwirken.
Im ZDF-Sportstudio trafen Daum und Hoeneß (hier mit Jupp Heynckes) wenig später aufeinander und lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch. Das kuriose Streit-Interview sollte noch lange und sehr intensiv nachwirken. © IMAGO / Ferdi Hartung
Nach Daums Tod im August 2024 sagte Hoeneß: „Christoph Daum ist sein ganzes Leben keinem Disput aus dem Weg gegangen, aber wir beide haben vor langer Zeit unseren Frieden gemacht, und die Nachricht von seinem Tod macht auch mich sehr betroffen.“
Nach Daums Tod im August 2024 sagte Hoeneß: „Christoph Daum ist sein ganzes Leben keinem Disput aus dem Weg gegangen, aber wir beide haben vor langer Zeit unseren Frieden gemacht, und die Nachricht von seinem Tod macht auch mich sehr betroffen.“ © IMAGO / Revierfoto
Zoff hatte Hoeneß auch mit seinem ehemaligen Mitspieler und langjährigem Freund Paul Breitner. Breitner hatte Hoeneß und die FCB-Führung nach der legendären Wut-PK 2018 kritisiert.
Zoff hatte Hoeneß auch mit seinem ehemaligen Mitspieler und langjährigem Freund Paul Breitner. Breitner hatte Hoeneß und die FCB-Führung nach dessen Wut-PK 2018 kritisiert. © IMAGO/Lackovic/Jan Huebner
Breitner wurde daraufhin als Ehrenspielführer von der Ehrentribüne des FCB verbannt. „Ich habe mit Paul Breitner gebrochen, als ich aus dem Gefängnis kam - und das war‘s für mich“, gab Hoeneß zu Protokoll.
Breitner wurde daraufhin als Ehrenspielführer von der Ehrentribüne des FCB verbannt. „Ich habe mit Paul Breitner gebrochen, als ich aus dem Gefängnis kam - und das war‘s für mich“, gab Hoeneß zu Protokoll. © IMAGO/Sportfoto Zink / Wolfgang Zink
Zur Erleichterung vieler Bayern-Fans haben sich die beiden Streithähne mittlerweile aber wieder vertragen. „Wir haben uns ausgesprochen vor einiger Zeit und das Kriegsbeil ist total begraben“, sagte Uli Hoeneß 2023.
Zur Erleichterung vieler Bayern-Fans haben sich die beiden Streithähne mittlerweile aber wieder vertragen. „Wir haben uns ausgesprochen vor einiger Zeit und das Kriegsbeil ist total begraben“, sagte Uli Hoeneß 2023. © IMAGO/Dave Bedrosian
Die Wut-PK, die der Auslöser für die Breitner-Verbannung war, sollte übrigens auch für mächtig Furore sorgen. Die Bayern-Führung rund um Hoeneß, Rummenigge und Salihamidžić legte einen denkwürdigen Auftritt hin.
Die Wut-PK, die der Auslöser für die Breitner-Verbannung war, sollte übrigens auch für mächtig Furore sorgen. Die Bayern-Führung rund um Hoeneß, Rummenigge und Salihamidžić legte einen denkwürdigen Auftritt hin. © Frank Hoermann/SVEN SIMON
Dort gingen die Bayern-Bosse hart mit den Medien ins Gericht – Rummenigge zitierte dabei sogar das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Für Kopfschütteln sorgte allerdings Hoeneß, als er sich Ex-Spieler Juan Bernat vorknöpfte und die Auftritte des Spaniers im Bayern-Trikot heftig, teils unter der Gürtellinie, kritisierte.
Dort gingen die Bayern-Bosse hart mit den Medien ins Gericht – Rummenigge zitierte dabei sogar das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Für Kopfschütteln sorgte allerdings Hoeneß, als er sich Ex-Spieler Juan Bernat vorknöpfte und die Auftritte des Spaniers im Bayern-Trikot heftig, teils unter der Gürtellinie, kritisierte. © IMAGO / Sven Simon
„Die würde ich heute nicht mehr so machen. Da haben wir eindeutig Fehler gemacht – auch im Verhältnis zu den einen oder anderen Journalisten“, gab Hoeneß angesprochen auf die PK mittlerweile zu. Der Auftritt sei als „Appell an die Mannschaft“ geplant gewesen, letztlich aber nach hinten losgegangen.
„Die würde ich heute nicht mehr so machen. Da haben wir eindeutig Fehler gemacht – auch im Verhältnis zu den einen oder anderen Journalisten“, gab Hoeneß mittlerweile zu. Der Auftritt sei als „Appell an die Mannschaft“ geplant gewesen, letztlich aber nach hinten losgegangen. © IMAGO/Jan Huebner
Auch die Trennung vom damaligen Bayern-Sportdirektor Oliver Kahn verlief nicht ganz ohne Nebengeräusche. „Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler“, sagte Hoeneß: „Und als ich erkannt habe, dass er das nicht kann, habe ich mit Karl-Heinz Rummenigge gesprochen und das geändert.“
Auch die Trennung vom damaligen Bayern-Sportdirektor Oliver Kahn verlief nicht ganz ohne Nebengeräusche. „Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler“, sagte Hoeneß: „Und als ich erkannt habe, dass er das nicht kann, habe ich mit Karl-Heinz Rummenigge gesprochen und das geändert.“ © IMAGO / Michael Weber
Dabei konnte sich Hoeneß auch eine Spitze gegen die Arbeitseinstellung Kahns nicht verkneifen. „Oliver Kahn hat kürzlich in einem Interview gesagt: ‚Ein CEO muss nicht 24 Stunden am Tag arbeiten.‘ Da habe ich drauf geantwortet: ‚Zwölf Stunden sollten es aber schon sein.‘“
Dabei konnte sich Hoeneß auch eine Spitze gegen die Arbeitseinstellung Kahns nicht verkneifen. „Oliver Kahn hat kürzlich in einem Interview gesagt: ‚Ein CEO muss nicht 24 Stunden am Tag arbeiten.‘ Da habe ich drauf geantwortet: ‚Zwölf Stunden sollten es aber schon sein.‘“ © IMAGO / Future Image
Oliver Kahn wurde von dem Hoeneß-Nachtreten offenbar überrascht. „Ehrlich gesagt, bin ich verwundert darüber“, meldete er sich zu Wort. „Der FC Bayern und ich hatten im Sommer vereinbart, dass wir dieses Kapitel freundschaftlich schließen wollen und ich auch in Zukunft gerne Teil der Bayern-Familie bleibe.“
Oliver Kahn wurde von dem Hoeneß-Nachtreten offenbar überrascht. „Ehrlich gesagt, bin ich verwundert darüber“, meldete er sich zu Wort. „Der FC Bayern und ich hatten im Sommer vereinbart, dass wir dieses Kapitel freundschaftlich schließen wollen und ich auch in Zukunft gerne Teil der Bayern-Familie bleibe.“ © IMAGO/osnapix / Michael Titgemeyer
Dass Uli Hoeneß sich mit Kritik nicht zurückhält, musste auch Thomas Tuchel schmerzlich erfahren. Kurz vor dem Champions-League-Halbfinale gegen real Madrid erklärte Hoeneß, dass Tuchel bei Misserfolgen lieber neue Spieler fordere, als die eigenen zu verbessern.
Dass Uli Hoeneß sich mit Kritik nicht zurückhält, musste auch Thomas Tuchel schmerzlich erfahren. Kurz vor dem Champions-League-Halbfinale gegen real Madrid erklärte Hoeneß, dass Tuchel bei Misserfolgen lieber neue Spieler fordere, als die eigenen zu verbessern. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Trotz großer Kritik hielt der Bayern-Patron an seiner Aussage fest. Tuchel reagierte verständlicherweise verärgert auf die Vorfürfe. Diese seine „absolut haltlos.“ Er fügte an: „Ich fühle mich in meiner Trainerehre verletzt.“
Trotz großer Kritik hielt der Bayern-Patron an seiner Aussage fest. Tuchel reagierte verständlicherweise verärgert auf die Vorfürfe. Diese seine „absolut haltlos.“ Er fügte an: „Ich fühle mich in meiner Trainerehre verletzt.“ © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Ob Die Toten Hosen damit gerechnet haben? 1999 attackierte Hoeneß die Düsseldorfer Band, nachdem sie ihren Song „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen“ veröffentlicht hatten.
Ob Die Toten Hosen damit gerechnet haben? 1999 attackierte Hoeneß die Düsseldorfer Band, nachdem sie ihren Song „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen“ veröffentlicht hatten. © IMAGO/Christoph Hardt
Uli Hoeneß fand das Lied natürlich gar nicht toll. Er sagte zu dem erfolgreichen Song: „Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird.“
Uli Hoeneß fand das Lied natürlich gar nicht toll. Er sagte zu dem erfolgreichen Song: „Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird.“ © Roland Krivec/DeFodi.de
Und sogar die Bayern-Fans bekamen einst ihr Fett weg. Bei der Jahreshauptversammlung im November 2007 wütete Hoeneß mit hochrotem Kopf gegen die schlechte Stimmung im Stadion: „Dafür seid ihr doch dafür verantwortlich und nicht wir. Das ist doch unglaublich.“
Und sogar die Bayern-Fans bekamen einst ihr Fett weg. Bei der Jahreshauptversammlung im November 2007 wütete Hoeneß mit hochrotem Kopf gegen die schlechte Stimmung im Stadion: „Dafür seid ihr doch dafür verantwortlich und nicht wir. Das ist doch unglaublich.“ © IMAGO / Frinke
Zur Kritik an den hohen Ticketpreisen in der Allianz Arena sagte er: „Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Dafür dass wir uns hier seit Jahren den Arsch aufreissen. Dass wir dieses Stadion hingestellt haben. Aber das hat 340 Millionen Euro gekostet. Und das ist nun mal mit sieben Euro in der Südkurve nicht zu finanzieren.
Zur Kritik an den hohen Ticketpreisen in der Allianz Arena sagte er: „Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Dafür dass wir uns hier seit Jahren den Arsch aufreissen. Dass wir dieses Stadion hingestellt haben. Aber das hat 340 Millionen Euro gekostet. Und das ist nun mal mit sieben Euro in der Südkurve nicht zu finanzieren. © IMAGO / MIS
Am Tag nach seinem Ausraster sieht er sich zu einem öffentlichen Brief gezwungen. „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, bei mir sind die Sicherungen durchgebrannt.“ Dennoch stellt er klar: „Natürlich stehe ich zu meinen Aussagen. Ich bin der Meinung, dass wir diese Vorwürfe nicht verdient haben.“
Am Tag nach seinem Ausraster sieht er sich zu einem öffentlichen Brief gezwungen. „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, bei mir sind die Sicherungen durchgebrannt.“ Dennoch stellt er klar: „Natürlich stehe ich zu meinen Aussagen. Ich bin der Meinung, dass wir diese Vorwürfe nicht verdient haben.“ © IMAGO / MIS
Die Rivalität mit dem damaligen Werder-Manager Willi Lemke galt jahrelang als eine der größten Feindschaften im deutschen Fußball. Während Hoeneß seinen Bremer Kontrahenten als „Volksverhetzer“ titulierte, nannte Lemke Hoeneß den „Totengräber des Fußballs“.
Die Rivalität mit dem damaligen Werder-Manager Willi Lemke galt jahrelang als eine der größten Feindschaften im deutschen Fußball. Immer wieder lieferten sich die beiden hitzige Verbal-Duelle. © IMAGO/Kicker/Liedel/teutopress
Nach vielen Jahren versöhnten sich Hoeneß und der mittlerweile verstorbene Lemke aber. Hoeneß habe dabei den ersten Schritt getan.
Nach vielen Jahren versöhnten sich Hoeneß und der mittlerweile verstorbene Lemke aber. Hoeneß habe dabei den ersten Schritt getan. © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

Den viel diskutierten Auftritt von Uli Hoeneß im Sport1-Doppelpass hat der siebenfache deutsche Meister (zu seiner Zeit Rekord) „nicht gesehen – leider oder Gott sei Dank. Ich möchte mich da eigentlich raushalten. Momentan läuft beim FC Bayern nicht alles rund. Uli kann nicht loslassen, genauso wie ich nicht loslassen kann. So ist er halt.“

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Augenthaler beschreibt den Charakter von Hoeneß, mit dem er ein Jahr lang (Oktober 1977 bis Oktober 1978) gemeinsam bei Bayern spielte als „direkt und manchmal konfrontativ. Uli hat sich einst auch Fehler eingestanden. Aber er will helfen, stichelt natürlich, weil er sich vorstellt, dass man es besser machen kann. Uli ruft Eberl bestimmt nicht an und sagt: „Du musst das so und so machen.“ Es tut Uli weh, was gerade bei Bayern passiert. In den vergangenen Jahren hat man viel Geld verspielt, weil man viermal nur ins Viertelfinale der Champions League kam. Man müsste mal wieder ins Halbfinale oder ins Finale kommen.“

„Uli möchte nur das Beste für den FC Bayern“, Lob für Eberl

Auf die Sport1-Frage, ob sich der FCB-Patron gerade im Verhältnis zu Lothar Matthäus oder Max Eberl mehr zurücknehmen sollte, antwortet der Weltmeister von 1990: „Ja, vielleicht. Uli hat sich so viel erarbeitet, dass er selbst glaubt, er kann alles sagen. Er hat Lothar nicht beleidigt. Ich bin sicher: Wenn Lothar den Uli anrufen würde, wäre er sofort da. Genauso bei Max Eberl. Uli hat nichts böse gemeint, sein Herz ist einfach rot-weiß.“ Und weiter: „Uli möchte nur das Beste für den FC Bayern. Er würde auch bei einem anderen Klub so reagieren, aber diesen Vergleich haben wir nicht. Uli ist der FC Bayern.“

Für FCB-Sportvorstand Max Eberl findet Augenthaler speziell in dieser Angelegenheit lobende Worte: „Ich finde es gut, was Max auf der Pressekonferenz am vergangenen Freitag gesagt hat. Es war wichtig, dass er gesprochen hat. Er hat alles andere als empfindlich reagiert. Ich habe ohnehin keine Sekunde daran gezweifelt, dass er bleibt. Es ist viel auf Max eingeprasselt, aber er ist der Richtige für diesen Job beim FC Bayern. Und noch einmal: Uli wollte Max ganz sicher nicht schaden.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mladen Lackovic

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