VonChristoph Wutzschließen
Manchester City steht mit einem Bein im Champions-League-Halbfinale. Pep Guardiola warnt trotzdem vor den Bayern – gerade wegen ihrer inneren Unruhen.
Manchester/München – Die Ausgangslage für Pep Guardiola und Manchester City könnte vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League beim FC Bayern am Mittwoch kaum besser sein: Die Citizens fahren nach dem 3:0 vergangene Woche als klarer Favorit nach München, scheinen allgemein kaum schlagbar und der Gegner, die Bayern, schreibt mehr Schlagzeilen neben als auf dem Platz. Gerade das sieht der spanische Coach jetzt aber als „Vorteil“ für seinen Ex-Klub.
Pep vor Rückspiel gegen Bayern: „Manchmal brauchst du einen Konflikt“
Auf der Pressekonferenz nach dem Premier-League-Spiel gegen Leicester City am Samstag, das City unter anderem durch zwei Treffer von Sturm-Gigant Erling Haaland mit 3:1 gewann, warnte Pep davor, dass gerade die Geschehnisse rund um Sadio Mané und Leroy Sané im Anschluss an das Hinspiel gegen die Bayern diese gefährlicher machen. „Manchmal brauchst du einen Konflikt, um das Team enger zusammen zu bringen“, so der Spanier, der selbst von 2013 bis 2016 Trainer beim Rekordmeister war, mit Blick auf die erwartete Reaktion der Bayern und Mané selbst, der angeblich mit einem raschen Bayern-Abgang liebäugelt, im Rückspiel am Mittwoch.
„Das ist kein Nachteil für sie, das ist ein Vorteil gegen uns, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich kenne diesen Klub perfekt.“ Er erklärte, dass er sich gut vorstellen könnte, wie seine Mannschaft das Rückspiel angehen würde, wenn City umgekehrt das Hinspiel auswärts mit 3:0 verloren hätte: „Wenn wir dort spielen, werden die Bayern-Spieler ihre beste Leistung für Bayern am Mittwochabend in der Allianz Arena zeigen“ und die Partie wie „ein Finale“ angehen.
Guardiola fordert in München Aggressivität von seinem Team
In München müsse sein Team sehr mutig sein, um den Bayern, die er als „Top-Team“ bezeichnete, sein Spiel aufzuzwingen. Entscheidend für den Halbfinal-Einzug nannte er vor allem die vielen Zweikämpfe im Mittelfeld. „Wenn du ein kleines bisschen passiv bist, wirst du leiden“, sagte er und lobte vor diesem Hintergund insbesondere den Ex-Dortmunder Manuel Akanji für seine Leistung im Hinspiel.
Am Samstag führte City gegen Leicester bereits nach 25 Minuten mit 3:0 und siegte am Ende ungefährdet 3:1. Guardiola ließ gegen den Liga-Konkurrenten seine Bestbesetzung von Beginn an auflaufen, nutzte aber dann den seiner Meinung nach „komfortablen“ Spielverlauf, um seine Top-Stars frühzeitig auszuwechseln und für das Rückspiel gegen die Bayern zu schonen. So blieb Tormaschine Erling Haaland nach der Halbzeitpause in der Kabine, Mittelfeld-Stratege Rodri verließ das Feld nach nur 53 Minuten und Passgeber Kevin de Bruyne hatte nach rund einer Stunde Feierabend.
Guardiola traut den Bayern vor dem Rückspiel alles zu
Kein überraschender Zug von Pep, bilden diese drei Spieler doch die Achse des aktuellen Erfolgs der Citizens. Sie zu stoppen, wird am Mittwoch in der heimischen Allianz Arena der Schlüssel für die Bayern sein, um das Wunder zu schaffen und doch noch das Halbfinale der Königsklasse zu erreichen.
Guardiola, der sich kürzlich überrascht über die Entlassung von Julian Nagelsmann beim FC Bayern zeigte, reist mit gehörigem Respekt nach München und traut seinem Ex-Klub in der jetzigen Situation alles zu: „Ich weiß genau, was du tun musst, und sie werden es tun, da bin ich mir ziemlich sicher.“ (wuc)
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