VonAndreas Apetzschließen
Die polnische Nationalmannschaft wartet schon lange auf ein Erfolgserlebnis bei einer Fußball-WM. Das müssen Sie über Polens Team wissen.
Warschau – Beim Gedanken an die polnische Nationalmannschaft kommt sofort ein Name in den Kopf: Robert Lewandowski. Der Star-Stürmer ist seit mehreren Jahren das Gesicht der Mannschaft und führte die Polen auch bei der WM 2022 in Katar als Kapitän aufs Spielfeld.
| Verband | PZPN |
|---|---|
| Konföderation | UEFA |
| Trainer | Michał Probierz |
| Rekordspieler | Robert Lewandowski |
| Heimstadion | PGE Narodowy |
Polnische Fußball-Nationalmannschaft: Gründung und Zweiter Weltkrieg
Die polnische Fußballgeschichte soll ihre Wurzeln in Deutschland haben. Erzählungen zufolge ist der erste Fußball als Mitbringsel einer Reise nach Braunschweig im Jahr 1890 über die Grenzen nach Polen gelangt. Anfang des 20. Jahrhunderts gewann die Sportart dann zunehmend an Popularität und erste Fußballvereine wurden gegründet. Im Jahr 1919 entstand mit dem Polski Związek Piłki Nożnej der polnische Fußballverband. Das erste Länderspiel gegen Ungarn im Dezember 1921 verloren die Polen mit 1:0.
Die erste WM-Qualifikation gelang 1938. Beim Turnier in Frankreich scheiterte die polnische Nationalmannschaft in der ersten Runde mit 5:6 nach Verlängerungen an Brasilien. Während dem Zweiten Weltkrieg und der Besatzung der deutschen Truppen wurde das Fußballspielen in Polen verboten. Neun ehemalige Nationalspieler mussten unter der deutschen Besatzungsmacht ihr Leben lassen.
Die besten Jahre von Polens Nationalmannschaft
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs brauchte die polnische Nationalmannschaft einige Jahre, um sich zu erholen. Im Jahr 1972 holten die Polen die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen und läuteten die Goldene Ära des polnischen Nationalteams ein. Die langersehnte Qualifikation für die Endrunde einer Weltmeisterschaft gelang im Jahr 1974 für die WM in Deutschland. Mit hohen Erwartungen trat das Team an und wurde innerhalb der ersten Turnierrunde zum Titelanwärter. Nachdem man Vize-Weltmeister Italien, den Geheimfavoriten Argentinien und Außenseiter Haiti souverän geschlagen hatte, traf Polen in der zweiten Runde auf Schweden, Jugoslawien und Gastgeber Deutschland.
Nach zwei knappen Siegen über Schweden und Jugoslawien standen die Polen der deutschen Elf gegenüber. In der legendären Wasserschlacht von Frankfurt, bei der ein Wolkenbruch für Überschwemmungen auf dem Platz sorgte, setzte sich Deutschland trotz spielerischer Unterlegenheit gegen Polen durch. Das Turnier beendete Polen als Drittplatzierter. Stürmer Grzegorz Lato wurde mit sieben Treffern Torschützenkönig des Turniers. Bis 1986 spielten die Polen jede Weltmeisterschaft mit. Bei der WM 86 in Mexiko erreichten die Polen das Achtelfinale.
Keine großen Erfolge mehr bei EM und WM
Mit Beginn der 90er Jahre endete die bislang stärkste Phase der polnischen Nationalmannschaft. Drei Weltmeisterschaften in Folge schafften es die Polen nicht, sich für die Endrunde zu qualifizieren. Erst 2002 konnte man wieder den Einzug in die Gruppenphase einer WM feiern, schied allerdings frühzeitig aus. Der Achtfinaleinzug von 1986 ist bis heute das letzte Mal, dass das polnische Aufgebot die K.O.-Runde einer Weltmeisterschaft erreicht hat.
Bei Europameisterschaften kam Polen noch nie wirklich in Form. Im Jahr 2008 qualifizierte sich die Nation erstmals für die Vorrunde des Turniers. Nach Weltklasse-Leistungen von Lewandowski schaffte die polnische Nationalmannschaft 2016 den Einzug ins Viertelfinale der EM in Frankreich – der letzte Erfolg bei einem großen Turnier seit 1986.
