Einzelkritik und Noten: Deutschland feiert Zittersieg gegen Dänemark – nur einer ragt heraus
VonKorbinian Kothny
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Philipp Kuserau
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Das DFB-Team agiert im EM-Achtelfinale gegen Dänemark nicht souverän, darf sich aber trotzdem über den Einzug in die nächste Runde freuen. Noten und Einzelkritik zum Auftritt der DFB-Stars.
Dortmund – Deutschland steht im Viertelfinale der Heim-EM! Gegen Dänemark trotzt die DFB-Elf einer Spielunterbrechung wegen Unwetter und hat auch reichlich VAR-Dusel.
Einzelkritik und Noten der DFB-Stars gegen Dänemark: Neuer pariert, Havertz trifft
Früh in der zweiten Halbzeit überschlagen sich nämlich die Ereignisse: Erst trifft Dänemark zur vermeintlichen Führung, bevor Deutschland nur wenige Minuten später einen Handelfmeter zugesprochen bekommt. Beide Entscheidungen werden erst nach VAR-Überprüfung gefällt.
Dabei startete die DFB-Elf furios und hatte in der Anfangsphase Chancen im Minutentakt, vergab diese aber teils leichtfertig. Danach hatte die Mannschaft von Julian Nagelsmann es vor allem Manuel Neuer zu verdanken, nicht in Rückstand geraten zu sein. Erst Kai Havertz brachte Deutschland anschließend mit seinem Elfmeter auf die Siegerstraße, Jamal Musiala legte vorentscheidend nach. Die Einzelkritik.
Wenig bis gar nicht gefordert in der ersten Halbzeit. Kurz vor der Pause war er dann aber zur Stelle, als er in letzter Sekunde die bis dato beste dänische Möglichkeit mit einer glänzenden Parade vereitelte. Auch in der zweiten Halbzeit bei der ein oder anderen brenzligen Situation zur Stelle. Die Debatte über ein vermeintliches Formtief dürfte sich spätestens nach dieser starken Leistung erledigt haben. Note: 1
Joshua Kimmich
Unauffällige Partie des 29-Jährigen. Versuchte sich immer wieder in die Offensive einzuschalten, selten jedoch mit Erfolg. Lief in der Rückwärtsbewegung viele Lücken zu und dirigierte die deutsche Abwehrreihe. Nahezu fehlerfrei in der Defensive. Note: 3
Antonio Rüdiger
Ruhepol in der Abwehr. Warf sich bei der ersten guten Chance der Dänen in letzter Sekunde in einen Schuss von Eriksen und bewahrte die deutsche Elf vor einem Rückstand. Auch sonst hellwach und Abwehrfels im deutschen Abwehrverbund. Note: 2
Nico Schlotterbeck
Setzte mit seinem vermeintlichen Führungstor in der vierten Minute ein erstes Ausrufezeichen in seinem Dortmunder Wohnzimmer, doch sein Treffer zählte aufgrund eines unerlaubten Blocks von Kimmich nicht. Lud Dänemarks Stürmer Rasmus Højlund nach einem Aussetzer kurz vor der Pause zu einem gefährlichen Abschluss ein, der glücklicherweise nur an das deutsche Außennetz klatschte. Bereitete im zweiten Durchgang glänzend den zweiten deutschen Treffer durch Musiala vor. Note 3
David Raum (ab 80. Benjamin Henrichs)
Hatte auf seiner linken Seite viel Laufarbeit zu verrichten. Dann aber mit seiner Flanke, die schlussendlich vom Dänen Andersen mit der Hand abgefälscht wurde und zum Elfmeter für Deutschland führte, entscheidend am Führungstreffer der DFB-Elf beteiligt. Note: 3
Robert Andrich (ab 64. Emre Can)
Sorgte mit seinem Foul kurz vor dem Strafraum für die erste richtig gute Chance der Dänen – hatte Glück dafür kein Gelb zu sehen, wäre sonst im Viertelfinale gesperrt gewesen. Auch ansonsten kaum nennenswerte Aktionen des Bayer-Stars – weder defensiv noch offensiv. Musste früh in der zweiten Halbzeit für Emre Can Platz machen. Note: 4
Toni Kroos
Gewohnter Lenker und Denker im deutschen Mittelfeld, ohne dabei auffällig zu werden. Hatte für seine Eckbälle mit Nico Schlotterbeck das erste Mal bei der EM einen Abnehmer. Nur das Tor daraus fehlte. Ansonsten ein Auftritt ohne viel Glanz. Note: 4
Ilkay Gündogan (ab 64. Niclas Füllkrug)
Unauffälliges Spiel des DFB-Kapitäns. Nach starken Auftritten in der Gruppenphase konnte Gündogan gegen Dänemark dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Folgerichtig in der 64. Spielminute für Niclas Füllkrug ausgewechselt. Note: 4
Jamal Musiala (ab 80. Florian Wirtz)
Hatte durchaus seine Probleme mit der eng gestaffelten Dänen-Abwehr in der ersten Halbzeit. Leitete mit seinem Fehlpass kurz vor dem Pausenpfiff zudem eine Riesen-Chance des Gegners ein. Auch in der zweiten Halbzeit unauffällig – bis zur 69. Minute, als er von Nico Schlotterbeck lang geschickt wurde und eiskalt zum 2:0 traf. Dritter Turniertreffer. Note: 3
War wohl die größte Überraschung in der Startelf von Julian Nagelsmann. Machte das erste Mal nach 15 Minuten auf sich aufmerksam, als er von Kapitän Gündoğan lang geschickt wurde und gegen vier Mann einen Freistoß in aussichtsreicher Position herausholte. Die tiefen Läufe, die der Bundestrainer von ihm erhoffte, sah man allerdings eher weniger. Unauffälliger Auftritt. Note: 3
Kai Havertz
Hatte seine erste gute Chance bereits nach zehn Minuten, scheiterte da allerdings noch mit einem sehenswerten Volley an Dänen-Keeper Kasper Schmeichel – sowie kurz nach der Regenpause mit einem Kopfball aus kurzer Distanz. In der 53. Minute dann vom Elfmeterpunkt aber eiskalt. Zweiter Elfmeter, zweites Turniertor. Hätte sich kurz darauf mit einem überragenden Solo fast mit dem zweiten Tor belohnt, lupfte den Ball aber neben das Tor. Rechtfertigte seine Startelf-Nominierung dennoch allemal. Note: 2