Eintracht-Gegner Leipzig

RB mit Berlin-Abo

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Begehrter Ausnahmespieler: Leipzigs Christopher Nkunku.
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RB Leipzig steht das vierte Mal in fünf Jahren im Pokalfinale – und vor einem Umbruch.

In Frankfurt will es vielleicht niemand so gerne hören, aber ein Dauerabo aufs Pokalfinale besitzt der Gegner aus Leipzig: Zum vierten Male in den vergangenen fünf Jahre sind die Rasenballer ein Teil dieses groß aufgezogenen Endspiels in der deutschen Hauptstadt. Nach schmerzhaften Lehrstunden gegen den FC Bayern 2019 und Borussia Dortmund 2021, die erst den Fußballprofessor Ralf Rangnick, dann den Fußballlehrer Julian Nagelsmann mehr schmerzten als sie im Bauch des Olympiastadions öffentlich zugaben, holte Trainer Domenico Tedesco im Vorjahr gegen den SC Freiburg den ersten Titel für den polarisierenden Klub.

Den Cup nun erneut aus der Hauptstadt den kurzen Weg nach Leipzig zu bringen, wäre eine Genugtuung. Wobei die Qualifikation für die Champions League unter Marco Rose das wichtigere Vorhaben war. Tedesco bekam nach einem fatalen Fehlstart ja deshalb schnell den Laufpass, weil die grundsätzliche Ausrichtung gefährdet schien.

Die Königsklasse muss es sein, um den vielen Topspielern eine Perspektive zu bieten – und selbst das ist manchmal zu wenig. Abräumer Konrad Laimer wird ablösefrei zum FC Bayern wechseln, Torjäger Christopher Nkunku zieht es gegen rund 60 Millionen Euro Entschädigung zum FC Chelsea, bei Taktgeber Dani Olmo lockt der FC Barcelona, beim gesperrten Verteidiger Josko Gvardiol nicht nur ein Topverein der Premier League. Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff hat in der „Sportbild“ jenen kolportierten 100 Millionen Euro nicht direkt widersprochen, die zur Erfüllung von Auflagen des Financial Fairplay auf dem Transfermarkt erlöst werden müssen. „Wir schieben das Geld nicht willkürlich von Fuschl nach Leipzig. Wir werden auch diese Saison wieder wirtschaftlich handeln“, bestätigte der RB-Supervisor. Im neuesten DFL-Finanzreport aus der Saison 2021/2022 sind 348 Millionen Euro Umsatz und 164 Millionen Euro Personalaufwand ausgewiesen. In diesen Kategorien liegt der Klub konstant an dritter Stelle.

Eberl soll bleiben

In diesem Sommer hat Sport-Geschäftsführer Max Eberl gewiss nicht viel Freizeit, aber er ist ja auch erst seit Jahresanfang dabei. Sein Vorgesetzter Mintzlaff stellte klar, dass sich der FC Bayern die Gespräche zum Anwerben beim gebürtigen Bayer sparen kann. „Max hat gerade bei uns einen Vertrag unterschrieben. Er schätzt das freie Arbeiten in einem sehr angenehmen Umfeld.“ Ausgeschlossen ist ein Engagement in München deswegen aber trotzdem nicht.

Doch vorher geht’s auch für Eberl ums Pokalfinale. „Wenn man wie Leipzig in fünf Jahren viermal das Pokalfinale erreicht, ist das kein Zufall, das ist die Qualität der großartigen Arbeit, die hier geleistet wurde.“ Dabei schließt der 49-Jährige auch den zwei Jahre für RB tätigen Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche mit ein. Wenn sich die im Zeichen des Bullen spielenden Stars ihrer Stärken besinnen, sind sie der Favorit. Die individuelle Klasse ist enorm. Nur einer kann definitiv nicht mitmachen: Ausgerechnet Ex-Eintracht-Stürmer André Silva hat sich eine schwere Oberschenkelverletzung zugezogen und fällt zwei Monate aus. Dumm gelaufen.

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