VonAdrian Kühnelschließen
Nick Woltemade macht bei der U21-Europameisterschaft auf sich aufmerksam. Real Madrid soll dies verfolgen – und den Stürmer bald verpflichten?
Stuttgart – Auf der Stürmerposition dürfte Nick Woltemade zu den spannendsten Aktien im Weltfußball zählen. Der Torjäger des VfB Stuttgart wird längst mit Top-Vereinen wie dem FC Bayern, Atlético Madrid oder dem FC Chelsea in Verbindung gebracht – und jetzt sogar auch mit Real Madrid!
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Wie die spanische Sportzeitung Marca berichtet, zählt Woltemade zu den Talenten, die die Verantwortlichen von Real Madrid bei der aktuell laufenden U21-Europameisterschaft in der Slowakei auf dem Zettel haben und ganz besonders beobachten. Verwunderlich wäre dies keineswegs, vermag Woltemade doch mit sechs Toren in vier Partien auf sich aufmerksam zu machen.
Im Halbfinale gegen Frankreich steuerte der VfB-Angreifer beim 3:0 einen Treffer bei und ebnete dem Team von Trainer Antonio Di Salvo damit den Weg ins Endspiel, in dem es gegen England gehen wird.
Real Madrid soll Stürmertyp wie Joselu suchen
Doch würde Woltemade überhaupt zu Real Madrid passen? Dem Vernehmen nach wollen die Kaderplaner um Präsident Florentino Pérez in diesem Sommer einen waschechten Mittelstürmer verpflichten. Den letzten dieser Art haben die Königlichen vor einem Jahr in Joselu abgegeben.
Joselu, inzwischen bei Al-Gharafa SC in Katar aktiv, verlieh Real Madrid wichtige Komponenten: Er war ein klassischer Vollstrecker vor dem Tor, dazu mit seiner Körpergröße von 1,91 Metern kopfballstark. So steuerte Joselu in der Saison 2023/24 in 49 Pflichtspielen 17 Tore bei.
Joselus Beitrag zur Meisterschaft und zum Champions-League-Titel 2024 ist daher nicht zu unterschätzen, war er doch oft für ein Tor gut, wenn Real Madrid eines brauchte. Der FC Bayern kann ein Lied davon singen, denn Joselu machte den Final-Traum der Münchner mit einem Doppelpack im Halbfinale zunichte.
Real Madrid fehlt ein echter Mittelstürmer
In der abgelaufenen Saison fehlte Real Madrid dieser klassische Mittelstürmer. Zwar erzielte Kylian Mbappé in 56 Pflichtspielen 43 Tore und sicherte sich damit den goldenen Schuh als bester Torjäger in Europa. Trotzdem zogen die Madrilenen in einigen wichtigen Partien den Kürzeren und blieben bis auf den UEFA Super Cup titellos. Ein klassischer Mittelstürmer ist Mbappé nicht.
„Wir schlagen viele Flanken, aber in diesem Jahr haben wir keinen Joselu, keinen echten Mittelstürmer“, beklagte Thibaut Courtois im Interview mit Movistar Plus+. Real Madrid mag mit Mbappé, Vinícius Júnior und Rodrygo in der Offensive namhaft besetzt sein. Und trotzdem stellt sich die Frage, wer die Rolle der Neun ideal ausführen könnte.
Mbappé ist kein klassischer Mittelstürmer
„Die Position als Stürmer macht es für Mbappé etwas kompliziert, weil er meiner Meinung nach nicht weiß, wie man als Stürmer spielt“, meinte sogar Cristiano Ronaldo Anfang Februar in einem Gespräch mit El Chiringuito. Es sei „nicht seine Position“.
Ronaldo spielte zu Beginn bei Real vorwiegend auf dem linken Flügel und zog über die Jahre zunehmend ins Zentrum, agierte so neben Karim Benzema in einer Art Doppelspitze. „Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich mehr oder weniger so spielen, wie Cristiano Ronaldo als Stürmer spielt“, so Ronaldos Rat an Mbappé.
In Abwesenheit des erkrankten Mbappé setzte Ancelotti-Nachfolger Xabi Alonso in den beiden bisherigen Klub-WM-Spielen im Sturmzentrum auf Nachwuchshoffnung Gonzalo García, der gegen Al-Hilal (1:1) mit einem Treffer glänzen konnte. Doch García ist mit seinen 1,82 Metern für einen Mittelstürmer nicht unbedingt großgewachsen.
Woltemade erinnert an Ibrahimović und Haaland
Woltemade hingegen schon. Der 23-Jährige misst 1,98 Meter. Von seinen physischen Anlagen ähnelt Woltemade Sturmkanten wie Zlatan Ibrahimović und Erling Haaland (beide 1,95 Meter). Woltemade würde Real Madrid dementsprechend Eigenschaften verleihen, die man so derzeit nicht im Kader besitzt – wenngleich der U21-Star trotz seiner Größe auch kein reines Strafraumungeheuer ist. Natürlich würde sich die Frage stellen, wie Alonso mit dem Stürmer in seinem System konkret planen würde.
Ob der VfB bereit wäre, Woltemade in diesem Sommer ziehen zu lassen, steht darüber hinaus auf einem anderen Blatt. Vertraglich ist Woltemade noch bis 2028 an die Schwaben gebunden. Die Haltung der Stuttgarter ist jedenfalls klar.
VfB Stuttgart will Woltemade halten – kann er das auch?
„Wir gehen mit Nick in die nächste Saison. Punkt!“, betonte Vorstandschef Alexander Wehrle unlängst gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Trotzdem gilt: „Jeder Verein außer Bayern ist ab einer bestimmten Summe bereit, über den Transfer eines Leistungsträgers zu sprechen. Das betrifft natürlich auch uns.“
Nach Informationen der Bild hat der VfB intern eine Schmerzgrenze festgelegt: Ab 60 Millionen Euro würde man Woltemade ziehen lassen. Ob Top-Klubs wie Real Madrid bereit wären, diese stolze Summe zu zahlen? Es bleibt spannend!
Rubriklistenbild: © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel

