Rekordserien gerissen – trotzdem zufrieden: Die Bayern-Stimmen zum Remis bei Union
VonPeter Grad
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Nach dem überragenden CL-Sieg bei PSG sind die Rekordserien des FC Bayern beim Bundesliga-Fight bei Union Berlin gerissen. Trotzdem zeigt sich der Rekordmeister zufrieden.
Dreißig Minuten lang fanden die Bayern offensiv fast überhaupt nicht statt, und als dann ausgerechnet der in Paris überragende Manuel Neuer patzte, lag Vincent Kompanys Truppe nach 27 Minuten erstmals in dieser Bundesliga-Spielzeit in Rückstand. Erst dann wachten die Münchner auf und glichen durch einen Geniestreich von Luis Díaz aus (38.). Bis zur Halbzeitpause dann die beste FCB-Spielphase, selbst eine Führung wäre möglich gewesen.
Die Aussagen des FC Bayern nach dem Remis gegen Union Berlin
In der 83. Minute ging Union durch den zweiten Treffer von Danilho Doekhi zum zweiten Mal in Führung. Die erste Saisonniederlage des FC Bayern schien fast unvermeidlich, jedoch war es Harry Kane, der in der Nachspielzeit per Kopf den Schlusspunkt der Partie setzte (90.+3). Dank der Niederlage von RB Leipzig in Hoffenheim (1:3) und des 1:1 von Borussia Dortmund beim HSV beträgt der Vorstand nun sogar sechs Punkte in der Tabelle.
FCB-Sportdirektor Christoph Freund: „Aufgrund des Spielverlaufs ist es ein gewonnener Punkt. Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel mit vielen Zweikämpfen und Standardsituationen wird. In der ersten halben Stunde haben wir einfach nicht ins Spiel gefunden. Union hat das sehr gut gemacht, sie waren sehr aggressiv. Trotzdem hätten wir das Spiel in der ersten Halbzeit noch drehen können – die Chance war da.“
Neuer-Bock, Pfiffe – und zwei Geniestreiche: Bayern gegen Union in der Einzelkritik
„In der zweiten Halbzeit gab es dann insgesamt wenig Chancen und wenig Höhepunkte, aber es war sehr umkämpft. Aber am Ende des Tages ist es ein Punktgewinn. Die Mannschaft hat eine super Mentalität gezeigt, den späten Ausgleich erzielt und gezeigt, dass sie nicht verlieren wollen“, so Freund.
Cheftrainer Vincent Kompany: „Ich habe meine Spieler zum Glück drei Tage auf dieses Spiel vorbereitet. Ich habe das erwartet, ich war überhaupt nicht überrascht. In der ersten Halbzeit waren wir nicht im Spiel. Das war viel zu wenig von uns. Es geht um Details: Die Standardstärke von Union ist bekannt. Die letzten 60 Minuten waren keine schlechte Leistung von uns, auch wenn Union immer mal wieder gefährlich war. Aber wir haben heute gegen einen Gegner gespielt, der sehr viel richtig gemacht hat.“
Kapitän Manuel Neuer: „Am Ende ist es ein sehr guter Punkt für uns, weil wir Punkte gesammelt haben und die Konkurrenz nicht. Deswegen sind wir heute sechs Punkte voraus. Grundsätzlich ist es natürlich super, dass wir noch zurückgekommen sind. Die Sicht und die Entfernung waren beim ersten Gegentor nicht perfekt für mich, aber ich habe die falsche Entscheidung getroffen. Ich glaube trotzdem, dass heute jeder frisch war, aber es einfach schwer war gegen diese Mannschaft. Trotzdem hätten wir noch ein drittes Tor erzielen können – der Glaube ist immer da in unseren Köpfen.“
Kane nach dem Spiel etwas frustriert
Harry Kane: „Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, aber so eine Serie kann auch Druck aufbauen. Vielleicht ist es gar nicht schlecht, dass sie jetzt endet – Hauptsache, nicht mit einer Niederlage. Es war ein typisches Kampfspiel mit vielen langen Bällen und Standards. Der Platz war schrecklich, der Ball sprang überall herum.“
Auch mit den einigen Schiedsrichter-Entscheidungen zeigte sich Kane nicht einverstanden: „Viele kleine Entscheidungen – Fouls, Ecken – sind gegen uns gefallen. Aber das gehört zum Fußball.“ Der 32-Jährige gesteht aber auch: „Die ersten 30 Minuten waren nicht gut, danach sind wir besser ins Spiel gekommen. Wir haben uns reingekämpft und den Punkt verdient. Das zeigt unsere Moral und Entschlossenheit – wir geben nie auf. Es war wichtig, nicht mit einer Niederlage in die Länderspielpause zu gehen.“