VonMarius Eppschließen
Fährt er oder fährt er nicht? Marcel Hirscher dominierte vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden die Ski-Schlagzeilen. Jetzt hat er sich entschieden.
Update vom 25. Oktober, 16.50 Uhr: Es steht fest! Marcel Hirscher hat am Freitag persönlich bekannt gegeben, dass er am kommenden Wochenende beim Riesenslalom in Sölden teilnehmen wird. Es beendet damit die fortwährenden Spekulationen.
Hirscher teilte auf Instagram ein Foto seiner Reise nach Sölden und gleichzeitig veröffentlichte seine Skifirma Van Deer ein Video, in dem er seine Teilnahme in Sölden bestätigt.
In dem Video äußert Hirscher, es seien „zwei Herzen in mir“. Er erklärt: „Es gibt Marcel, den Rennfahrer, der konkurrenzfähig ist und der so schnell Skifahren möchte wie möglich. Und dann gibt es auf der anderen Seite dieses große Herzensprojekt. Alleine am Start zu stehen, rauszuschauen und zu sagen, es ist unglaublich, dass ich hier stehe ...“
Daraufhin fiel die Entscheidung, in Sölden ins Rennen zu gehen. „Ich bin zurück im Spiel, das wir lieben.“, so Hirscher.
Start in Sölden? Marcel Hirscher hat sich noch nicht entschieden
Erstmeldung vom 25. Oktober: Sölden – Die Gerüchte um die Rückkehr der Ski-Ikone Marcel Hirscher zum Saisonstart in Sölden lassen nicht nach. Wie fit ist der 35-Jährige tatsächlich? Wird er sich schon beim ersten Riesenslalom des Winters diesen Sonntag (TV-Infos hier) den berühmten Rettenbachferner hinunterwagen? Oder plant er einen späteren Einstieg? Eine Entscheidung wird Hirscher in Kürze treffen müssen. Eines ist sicher: Die Ankündigung seiner Rückkehr als achtmaliger Gesamtweltcupsieger elektrisiert die Ski-Welt.
Felix Neureuther, sein langjähriger Rivale und Freund, bezeichnete Hirschers Rückkehr gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als eine „Riesengeschichte“. Hirscher sei „genau einer der Charaktere und Protagonisten, die wir dringend brauchen.“
Start in Sölden? Ski-Ikone Hirscher gibt Rätsel auf
Die Experten sind sich jedoch in einem Punkt einig: Hirscher wird nur antreten, wenn er sich wirklich wettbewerbsfähig fühlt. Seine neuesten Äußerungen lassen jedoch Zweifel aufkommen. Hirscher berichtete kürzlich bei ServusTV, dass ihm etwa vier Sekunden zu den Top 15 fehlen würden.
Darüber hinaus konnte er nicht so viel im Schnee trainieren, da er zwischenzeitlich krank war und das Bett hüten musste. Das klingt alles wenig vielversprechend – zumindest für Sölden. Österreichischen Medien zufolge sollen Insider am Dienstag und Mittwoch gesehen haben, dass Hirscher Probleme mit der Abstimmung gehabt habe.
Blufft er? Ski-Kumpel Neureuther klärt über Hirscher auf
Könnte es auch sein, dass der ehemalige Ausnahmeathlet ein wenig blufft, um die Erwartungen zu dämpfen? „Er war ja schon immer ein bisschen ein Tiefstapler“, meinte Neureuther. „Damit ist er aber immer gut gefahren, es nimmt ihm vielleicht auch etwas den Druck, daher ist es in Ordnung.“
Die Rückkehr von Marcel Hirscher in den alpinen Weltcup, ermöglicht durch eine Wildcard, stößt im deutschen Ski-Team auf Kritik. Slalom-Ass Linus Straßer freut sich zwar auf den Wettkampf mit dem nun für die Niederlande startenden Österreicher. Er hält es jedoch für falsch, dass Hirscher dank einer neu eingeführten Regel als prominenter Rückkehrer sofort einen relativ guten Startplatz erhält.
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Ski-Comeback von Hirscher: Beißender Gegenwind aus Deutschland
Straßer bezeichnet die Wildcard-Regel als „ganz schwierig“; Chefcoach Christian Schwaiger findet sie „absolut schlecht“. Wolfgang Maier, der Sportvorstand im Deutschen Skiverband (DSV), kritisierte, dass die Wildcards von der FIS unter dem umstrittenen Präsidenten Johan Eliasch ohne Absprache oder Abstimmung mit Athleten- und Teamvertretern eingeführt wurden.
„Wir sind nicht prinzipiell gegen die Wildcard. Aber die Art und Weise, wie sie eingeführt wurde, ist nicht okay“, äußerte der erfahrene Funktionär vor dem Saisonauftakt am Wochenende in Sölden. (epp)
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