VonDaniel Michelschließen
Etliche Zugänge werden für den FC Bayern gehandelt. Nico Williams von Athletic Bilbao ist einer davon. Greifen die Münchner beim Flügelstürmer zu?
München – Nico Williams spielte eine fantastische EM 2024 in Deutschland. Er bildete mit Superstar Lamine Yamal die Flügelzange des Europameisters Spanien.
Der 22-Jährige ist mit Yamal sehr gut befreundet und als sein Traum gilt, mit Yamal beim FC Barcelona zusammenzuspielen. Das klappte in der vergangenen Saison nicht, weil Barcelona nur einen sehr begrenzten finanziellen Spielraum hatte und seine Priorität auf Dani Olmo von RB Leipzig legte.
Williams ist Bilbao treu geblieben
Williams wiederum konnte damit leben, weil er die Jugend von Athletic Bilbao durchlaufen hatte und mit dem Team sich zum Ziel setzte, das „Finale Dahoam“ in der Europa League zu erreichen.
Williams scheiterte mit Bilbao im Halbfinale an Manchester United, im Rückspiel war er verletzt – doch seine Saison verlief erneut sehr beachtlich.
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Gute Bilanz 2024/25
In LaLiga kam er in 29 Einsätzen, er fehlte zeitweise verletzt, auf zehn Scorerpunkte. Besonders auffällig waren aber auch seine fünf Tore und zwei Vorlagen in der Europa League, darunter zwei Tore in der K.o.-Phase gegen die AS Rom und eines gegen die Glasgow Rangers.
Auch in der Nationalmannschaft glückte ihm im März gegen die Niederlande ein Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:0 für Spanien.
Williams, so sagt es die Bilanz aus, hat seine Leistung nach dem Hype um die EM 2024 bestätigt. Er performt auf hohem Niveau, schießt entscheidende Tore und hält die gegnerischen Außenverteidiger auf Trab.
Rund 60 Millionen Euro Ablöse sind gefordert
Kein Wunder also, dass ihn mehrere Topklubs für den Transfersommer auf der Liste haben. Williams besitzt einen Vertrag bis 2027 in Bilbao, aber er darf für 57 Millionen Euro die Basken verlassen. Wahrscheinlich ist es wieder so, dass Barcelona sich Williams nicht leisten kann.
Andere Topklubs können also zugreifen. Aus England sollen Arsenal und Chelsea großes Interesse haben, Gerüchte um Real Madrid sollen dagegen nur ein Bluff sein. Der FC Bayern wird mit Williams in unregelmäßigen Abständen in Verbindung gebracht, zeitweise hieß es, Williams sei als Transferziel sogar ein „Traum“ (Sport-Bild) von Sportvorstand Max Eberl.
Williams und Olise als Flügelzange des FC Bayern?
Für den FC Bayern hätte eine Verpflichtung großen Impact. Williams sollte man ähnlich wie Michael Olise im vergangenen Jahr ansehen: Ein starker Flügelstürmer, der bei einem Mittelklasse-Klub in einer Topliga noch gar nicht komplett zur Entfaltung kommt. In München könnte das Duo eine neue, enorm gefährliche Flügelzange bilden.
Schließlich ist auf der linken Seite beim FC Bayern vieles ein wenig eingerostet mit den verletzungsanfälligen Kingsley Coman und Serge Gnabry sowie dem launischen wirkenden Leroy Sané.
Williams könnte im Geiste von Franck Ribéry den linken Flügel mit vielen Überraschungseffekten beleben.
Neue Fan-Zielgruppen für den FC Bayern
Rund 60 Millionen Euro an Ablöse und ein geschätztes Gehalt von 15 Millionen Euro dürfte für den FC Bayern ein vertretbares finanzielles Risiko sein, zumal der beim jungen Publikum enorm beliebte Williams neue Fan-Gruppen aus spanisch- und lateinamerikanischen Raum mitbringen würde, die wiederum die Marketingabteilung in München strahlen lassen würde.
Auch für die Zusammenstellung des internationalen Kaders des FC Bayerns wäre es wohltuend, neben dem vor allem deutschen und französischen Elementen auch die spanische Fußballkultur wieder aufleben zu lassen.
Denn das ist es ja auch, was europäische Topmannschaften auszeichnet: Sie lassen sich mit Stars von den wichtigsten Fußballnationen der Welt inspirieren und bilden daraus im Idealfall eine große Mannschaft.
Williams wäre in dieser Hinsicht eine Chance für den FC Bayern, weniger ein Risiko.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Jose Torres

