- VonNiklas Kirkschließen
Trotz Mangel an einer passender Bahn sollen die Rodel-Wettbewerbe in Italien verbleiben. Dafür machen sich erneut hochrangige Politiker stark.
München – Das Rätsel um die Rodel-Wettbewerbe bei Olympia 2026 geht weiter. Schien vor wenigen Monaten noch alles auf eine Verlegung der Wintersport-Wettbewerbe ins Ausland hinzudeuten, finden italienische Minister nun deutliche Worte für den Standort Italien. Wie das Problem um den Mangel an einer geeigneten Bahn gelöst werden soll, bleibt jedoch unklar.
Rodel-Wettbewerbe doch in Italien? Komitee-Chef kündigte im Oktober Umzug an
Die ursprüngliche Meldung sorgte für viel Aufsehen. Bei einer Sitzung des IOC Mitte Oktober in Mumbai, verkündete nämlich der Präsident des italienischen Olympia-Komitees, Giovanni Malago, dass die Rodel-, Bob- und Skeleton-Entscheide bei Olympia 2026 nicht in Italien ausgetragen würden.
Hintergrund der möglichen Verlegung war der Entschluss, dass sowohl die Pläne zum Neubau der abgerissenen Eugenio-Monti-Bahn in Cortina d‘Ampezzo, als auch eine Renovierung des Eiskanals in Cesena nicht zu realisieren werden. Malago selbst äußerte zu dem Zeitpunkt die Idee einer Austragung der Wettbewerbe im Ausland: „Wir arbeiten bereits daran, gemeinsam mit dem IOC und den internationalen Verbänden alle möglichen Lösungen und Alternativen zu prüfen.“ Die Verlegung wäre dabei ein Novum in der 102-jährigen Geschichte der Winterspiele.
Olympia 2026: Deutschland wollte sich als Gastgeber anbieten
Schnell kamen im Anschluss die Spekulationen über mögliche Ausweichorte auf. Neben dem österreichischen Innsbruck/Igls und dem schweizerischen St. Moritz, wollte sich auch der deutsche Bob- und Schlittenverband für eine Lösung in Deutschland anbieten und den Hut für die Austragung in den Ring werfen. Das Interesse wurde Ende November von BSD-Präsident Andreas Trautvetter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigt.
Wie der österreichische Standard jetzt jedoch berichtet, erteilen italienische Politiker einer Auslagerung ins Ausland eine klare Absage. Allen voran Sportminister Andrea Abodi machte sich vergangenen Samstag (16. Dezember) für einen Verbleib in Italien stark und wird vom Standard zitiert: „Wir müssen eine Lösung für ein echtes Problem finden. Ich bin überzeugt, dass wir sie finden werden, und sie wird italienisch sein.“
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Olmypia 2026: Italienische Minister machen sich für italienische Lösung stark
Ungeachtet der Schwierigkeit um die Strecken in Cortina d‘Ampezzo und Cesena schließt Abodi somit aus, für eine Austragung bei den Nachbarn in Österreich und der Schweiz, oder gar Deutschland anzuklopfen. Zuvor hatte sich Infrastrukturminister innerhalb der Regierung für den Bau einer neuen Bahn in Cortina d‘Ampezzo stark gemacht.
Details zur angedachten Lösung präsentierte Abodi am Samstag jedoch noch nicht, sie stünde jedoch schon kurz bevor. „Die Bobbahn wird in Italien liegen. Wir müssen uns noch etwas gedulden, aber die Lösung wird im Jänner vorliegen“. (nki)
Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa
